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Müller, Karl Otfried: Handbuch der Archäologie der Kunst. Breslau, 1830.

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Systematischer Theil.
Pinakotheken keine Seltenheit (Varro, Plinius, besonders Vitruv
vi, 5.), wie die von Petronius und die von Philostratos beschriebne
zu Neapel. Vgl. Jacobs Verm. Schriften iii. S. 469. 5. Dak-
tyliotheken, wie die des Mithridat §. 165, 2., die von Scaurus
Sulla's Stiefsohn angelegte, die von Jul. Cäsar in den T. der
Venus genitrix geweihte.

Für die Kunsttopographie ist Jer. Jac. Oberlin Orbis
antiqui monumentis suis illustrati primae lineae.
1776 u.
1790. eine nützliche, nur jetzt völlig veraltete, Arbeit. Zur Ver-
vollständigung der Litteratur leistet der Abschnitt in Reuß Reper-
tor. Commentationum T. viii. p. 27. Monum. vet. popul.

wichtige Dienste. Zur Museologie Böttiger Ueber Museen
und Antikensammlungen. 1808. 4. Der Catalog bei Meusel,
Neue Misc. artist. Inh. 9. St. S. 3 ff. Becks Grundriß S. 3 ff.
Register zu Winckelmanns Werken vii. S. 321.

2. Griechenland.

1252. Die Fülle der in Griechenland vereinigten Kunst-
werke kann man sich nicht groß, nicht unübersehbar ge-
2nug denken. Eine Periegese des Landes muß bei jedem
3kleinen Orte stillhalten; Hauptorte, in denen der Archäo-
log topographisch genau orientirt sein muß, sind vor allen
andern Athen, Korinth nebst dem Isthmos, Olympia,
Delphi; hier ist auch von localen Nachforschungen am
meisten zu erwarten.

1. Jacobs über den Reichthum der Griechen an plastischen
Kunstwerken, in den vermischten Schriften Bd. iii. S. 415. Ein
merkwürdiges Beispiel ist das wenig bekannte Inselchen Bacchion
bei Phokäa, welches doch auch mit Tempeln und Statuen auf das
herrlichste geziert war. Liv. xxxvii, 21.

2. Gute Anfänge einer Periegese bei Jacobs a. O. S. 424 ff.,
und Meyer Geschichte der Kunst S. 209 ff., wo aber noch viel
nachzutragen bleibt.

3. Athen. Burg. Altstadt gegen Süden mit dem großen
Bezirk des Dionysos (Theater, Odeion, Propyläen des Dionyses)

Syſtematiſcher Theil.
Pinakotheken keine Seltenheit (Varro, Plinius, beſonders Vitruv
vi, 5.), wie die von Petronius und die von Philoſtratos beſchriebne
zu Neapel. Vgl. Jacobs Verm. Schriften iii. S. 469. 5. Dak-
tyliotheken, wie die des Mithridat §. 165, 2., die von Scaurus
Sulla’s Stiefſohn angelegte, die von Jul. Cäſar in den T. der
Venus genitrix geweihte.

Für die Kunſttopographie iſt Jer. Jac. Oberlin Orbis
antiqui monumentis suis illustrati primae lineae.
1776 u.
1790. eine nützliche, nur jetzt völlig veraltete, Arbeit. Zur Ver-
vollſtändigung der Litteratur leiſtet der Abſchnitt in Reuß Reper-
tor. Commentationum T. viii. p. 27. Monum. vet. popul.

wichtige Dienſte. Zur Muſeologie Böttiger Ueber Muſeen
und Antikenſammlungen. 1808. 4. Der Catalog bei Meuſel,
Neue Miſc. artiſt. Inh. 9. St. S. 3 ff. Becks Grundriß S. 3 ff.
Regiſter zu Winckelmanns Werken vii. S. 321.

2. Griechenland.

1252. Die Fuͤlle der in Griechenland vereinigten Kunſt-
werke kann man ſich nicht groß, nicht unuͤberſehbar ge-
2nug denken. Eine Periegeſe des Landes muß bei jedem
3kleinen Orte ſtillhalten; Hauptorte, in denen der Archaͤo-
log topographiſch genau orientirt ſein muß, ſind vor allen
andern Athen, Korinth nebſt dem Iſthmos, Olympia,
Delphi; hier iſt auch von localen Nachforſchungen am
meiſten zu erwarten.

1. Jacobs über den Reichthum der Griechen an plaſtiſchen
Kunſtwerken, in den vermiſchten Schriften Bd. iii. S. 415. Ein
merkwürdiges Beiſpiel iſt das wenig bekannte Inſelchen Bacchion
bei Phokäa, welches doch auch mit Tempeln und Statuen auf das
herrlichſte geziert war. Liv. xxxvii, 21.

2. Gute Anfänge einer Periegeſe bei Jacobs a. O. S. 424 ff.,
und Meyer Geſchichte der Kunſt S. 209 ff., wo aber noch viel
nachzutragen bleibt.

3. Athen. Burg. Altſtadt gegen Süden mit dem großen
Bezirk des Dionyſos (Theater, Odeion, Propyläen des Dionyſes)

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[284/0304] Syſtematiſcher Theil. Pinakotheken keine Seltenheit (Varro, Plinius, beſonders Vitruv vi, 5.), wie die von Petronius und die von Philoſtratos beſchriebne zu Neapel. Vgl. Jacobs Verm. Schriften iii. S. 469. 5. Dak- tyliotheken, wie die des Mithridat §. 165, 2., die von Scaurus Sulla’s Stiefſohn angelegte, die von Jul. Cäſar in den T. der Venus genitrix geweihte. Für die Kunſttopographie iſt Jer. Jac. Oberlin Orbis antiqui monumentis suis illustrati primae lineae. 1776 u. 1790. eine nützliche, nur jetzt völlig veraltete, Arbeit. Zur Ver- vollſtändigung der Litteratur leiſtet der Abſchnitt in Reuß Reper- tor. Commentationum T. viii. p. 27. Monum. vet. popul. wichtige Dienſte. Zur Muſeologie Böttiger Ueber Muſeen und Antikenſammlungen. 1808. 4. Der Catalog bei Meuſel, Neue Miſc. artiſt. Inh. 9. St. S. 3 ff. Becks Grundriß S. 3 ff. Regiſter zu Winckelmanns Werken vii. S. 321. 2. Griechenland. 252. Die Fuͤlle der in Griechenland vereinigten Kunſt- werke kann man ſich nicht groß, nicht unuͤberſehbar ge- nug denken. Eine Periegeſe des Landes muß bei jedem kleinen Orte ſtillhalten; Hauptorte, in denen der Archaͤo- log topographiſch genau orientirt ſein muß, ſind vor allen andern Athen, Korinth nebſt dem Iſthmos, Olympia, Delphi; hier iſt auch von localen Nachforſchungen am meiſten zu erwarten. 1 2 3 1. Jacobs über den Reichthum der Griechen an plaſtiſchen Kunſtwerken, in den vermiſchten Schriften Bd. iii. S. 415. Ein merkwürdiges Beiſpiel iſt das wenig bekannte Inſelchen Bacchion bei Phokäa, welches doch auch mit Tempeln und Statuen auf das herrlichſte geziert war. Liv. xxxvii, 21. 2. Gute Anfänge einer Periegeſe bei Jacobs a. O. S. 424 ff., und Meyer Geſchichte der Kunſt S. 209 ff., wo aber noch viel nachzutragen bleibt. 3. Athen. Burg. Altſtadt gegen Süden mit dem großen Bezirk des Dionyſos (Theater, Odeion, Propyläen des Dionyſes)

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Zitationshilfe: Müller, Karl Otfried: Handbuch der Archäologie der Kunst. Breslau, 1830, S. 284. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/mueller_kunst_1830/304>, abgerufen am 10.08.2020.