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Müller, Karl Otfried: Handbuch der Archäologie der Kunst. Breslau, 1830.

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Systematischer Theil.

4. H. Psychopompos auf dem Relief der Menschenschicksale (un-
ten Prometheus), oft auf Gemmen Millin P. gr. 30. G. M.
51, 211. Tassie pl. 30, 2398 -- 2402. Vgl. G. M. 343.
382. 561. Persephone herauf u. hinabführend §. 358.

5. Dies bezieht sich auf die Statue PCl. i, 5. Eine Wieder-
holung im Louvre 284. V. Borgh. Port. 7. Zur Erklärung
Philostr. i, 26.

6. H. gruppirt mit Hephästos (nach Visconti) im Lonvre 488.
V. Borgh. St. 6, 6. Bouill. i, 22. G. M. 84, 338 *.
Sehr zweifelhaft. H. mit einer Charis (Aphrodite?) auf der
Hand, Winck. M. I. 39. H. Herse verfolgend, Millin Vas.
i,
70. Mit dem Dionysoskinde, unten. Eben so den kleinen
Herakles tragend, PCl. iv, 37. Bei Ares Ehebruch, als
Scherzredner. Bei Paris. Bei Alkmene. Als pompaios, bei
Apollon, Herakles, Orest, Odysseus u. Aa. Bei der psukho-
stasia. In größern Göttervereinen.

H. Insignien von Eroten gefahren und getragen, Relief in
Elfenbein. Buonaroti Medagl. ant. 1. G. M. 51, 214. (Der
Hahn bezeichnet den enagonios, Lipp. i, 135. ii, 123. Bar-
toli Luc. ii, 18.). Vereinigt an dem Altar bei Griv. de la
Vinc. Antiq. Gaul. pl. 35., wo auch der Phallus nicht fehlt.
Hermes-Opfer Passeri Luc. i, 101.


12. Hestia.

1382. Der Heerd, an welchen sich Ansäßigkeit, häus-
liches Leben und geordneter Götterdienst anknüpfen, war
den Alten Symbol des ruhigen Mittelpunkts, um den
ein wechselgestaltiges Leben sich mannigfach hin und her
bewegt. Ihn stellt Hestia vor, der nothwendige Schluß-
stein des Zwölfgötter-Systems und darin sehr passend
2mit dem Hermes zusammengestellt. Die Gestalt dieser
Göttin, welche auch vorzügliche Künstler bildeten, ist die
einer Frau in matronalem Costüm, doch ohne den Charak-
ter der Mütterlichkeit, ruhig stehend oder thronend, von
breiten kräftigen Formen und einem ernsten Ausdrucke
in den klaren und einfachen Gesichtszügen.

Syſtematiſcher Theil.

4. H. Pſychopompos auf dem Relief der Menſchenſchickſale (un-
ten Prometheus), oft auf Gemmen Millin P. gr. 30. G. M.
51, 211. Taſſie pl. 30, 2398 — 2402. Vgl. G. M. 343.
382. 561. Perſephone herauf u. hinabführend §. 358.

5. Dies bezieht ſich auf die Statue PCl. i, 5. Eine Wieder-
holung im Louvre 284. V. Borgh. Port. 7. Zur Erklärung
Philoſtr. i, 26.

6. H. gruppirt mit Hephäſtos (nach Viſconti) im Lonvre 488.
V. Borgh. St. 6, 6. Bouill. i, 22. G. M. 84, 338 *.
Sehr zweifelhaft. H. mit einer Charis (Aphrodite?) auf der
Hand, Winck. M. I. 39. H. Herſe verfolgend, Millin Vas.
i,
70. Mit dem Dionyſoskinde, unten. Eben ſo den kleinen
Herakles tragend, PCl. iv, 37. Bei Ares Ehebruch, als
Scherzredner. Bei Paris. Bei Alkmene. Als πομπαῖος, bei
Apollon, Herakles, Oreſt, Odyſſeus u. Aa. Bei der ψυχο-
στασία. In größern Göttervereinen.

H. Inſignien von Eroten gefahren und getragen, Relief in
Elfenbein. Buonaroti Medagl. ant. 1. G. M. 51, 214. (Der
Hahn bezeichnet den ἐναγώνιος, Lipp. i, 135. ii, 123. Bar-
toli Luc. ii, 18.). Vereinigt an dem Altar bei Griv. de la
Vinc. Antiq. Gaul. pl. 35., wo auch der Phallus nicht fehlt.
Hermes-Opfer Paſſeri Luc. i, 101.


12. Heſtia.

1382. Der Heerd, an welchen ſich Anſaͤßigkeit, haͤus-
liches Leben und geordneter Goͤtterdienſt anknuͤpfen, war
den Alten Symbol des ruhigen Mittelpunkts, um den
ein wechſelgeſtaltiges Leben ſich mannigfach hin und her
bewegt. Ihn ſtellt Heſtia vor, der nothwendige Schluß-
ſtein des Zwoͤlfgoͤtter-Syſtems und darin ſehr paſſend
2mit dem Hermes zuſammengeſtellt. Die Geſtalt dieſer
Goͤttin, welche auch vorzuͤgliche Kuͤnſtler bildeten, iſt die
einer Frau in matronalem Coſtuͤm, doch ohne den Charak-
ter der Muͤtterlichkeit, ruhig ſtehend oder thronend, von
breiten kraͤftigen Formen und einem ernſten Ausdrucke
in den klaren und einfachen Geſichtszuͤgen.

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[508/0530] Syſtematiſcher Theil. 4. H. Pſychopompos auf dem Relief der Menſchenſchickſale (un- ten Prometheus), oft auf Gemmen Millin P. gr. 30. G. M. 51, 211. Taſſie pl. 30, 2398 — 2402. Vgl. G. M. 343. 382. 561. Perſephone herauf u. hinabführend §. 358. 5. Dies bezieht ſich auf die Statue PCl. i, 5. Eine Wieder- holung im Louvre 284. V. Borgh. Port. 7. Zur Erklärung Philoſtr. i, 26. 6. H. gruppirt mit Hephäſtos (nach Viſconti) im Lonvre 488. V. Borgh. St. 6, 6. Bouill. i, 22. G. M. 84, 338 *. Sehr zweifelhaft. H. mit einer Charis (Aphrodite?) auf der Hand, Winck. M. I. 39. H. Herſe verfolgend, Millin Vas. i, 70. Mit dem Dionyſoskinde, unten. Eben ſo den kleinen Herakles tragend, PCl. iv, 37. Bei Ares Ehebruch, als Scherzredner. Bei Paris. Bei Alkmene. Als πομπαῖος, bei Apollon, Herakles, Oreſt, Odyſſeus u. Aa. Bei der ψυχο- στασία. In größern Göttervereinen. H. Inſignien von Eroten gefahren und getragen, Relief in Elfenbein. Buonaroti Medagl. ant. 1. G. M. 51, 214. (Der Hahn bezeichnet den ἐναγώνιος, Lipp. i, 135. ii, 123. Bar- toli Luc. ii, 18.). Vereinigt an dem Altar bei Griv. de la Vinc. Antiq. Gaul. pl. 35., wo auch der Phallus nicht fehlt. Hermes-Opfer Paſſeri Luc. i, 101. 12. Heſtia. 382. Der Heerd, an welchen ſich Anſaͤßigkeit, haͤus- liches Leben und geordneter Goͤtterdienſt anknuͤpfen, war den Alten Symbol des ruhigen Mittelpunkts, um den ein wechſelgeſtaltiges Leben ſich mannigfach hin und her bewegt. Ihn ſtellt Heſtia vor, der nothwendige Schluß- ſtein des Zwoͤlfgoͤtter-Syſtems und darin ſehr paſſend mit dem Hermes zuſammengeſtellt. Die Geſtalt dieſer Goͤttin, welche auch vorzuͤgliche Kuͤnſtler bildeten, iſt die einer Frau in matronalem Coſtuͤm, doch ohne den Charak- ter der Muͤtterlichkeit, ruhig ſtehend oder thronend, von breiten kraͤftigen Formen und einem ernſten Ausdrucke in den klaren und einfachen Geſichtszuͤgen. 1 2

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Zitationshilfe: Müller, Karl Otfried: Handbuch der Archäologie der Kunst. Breslau, 1830, S. 508. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/mueller_kunst_1830/530>, abgerufen am 15.08.2020.