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Müller, Karl Otfried: Handbuch der Archäologie der Kunst. Breslau, 1830.

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Systematischer Theil.

4. §. 128, 2. Heinrich Comm. de Hermaphroditis
Hamb.
1805. Böttiger Amalth. i. S. 352. Liegende Sta-
tuen, auf einer Löwenhaut M. Flor. iii, 40. (vgl. Bartoli Lu-
cernae i,
8. wo Andere die Nacht sehn, auch Passeri Luc. i.
8.); auf Bernini'schen Polstern V. Borgh. 6, 7. L. 527. Bouill,
i,
63.; auf antikem matelas L. 461. M. Fr. iv, 4. Bouill.
iii,
15. Stehender H. (Christodor 102) mit einem Tuch
um den Kopf, Caylus iii, 28 -- 30. Kunstbl. 1824, 77.
Stehender H. aus Pompeji mit Satyrohren, Reap. Bildw. S. 118.
Osann Amalth. i. S. 342. Auch einer bei Hope. Auf Gem-
men der im Schlafe überraschten Ariadne ähnlich, Welcker ad
Philostr. p.
297., auch Zoega Bass. 72. Ant. Erc. vii,
31--34. Der H. an einen Baum gebunden Guatt. Mon. In.
1785. p. lxix.
Symplegma §. 385., 4. f. Ein Hermaphrodit
von einem solchen in Venedig. H. Greif u. Panther lenkend,
Tischb. iii, 21.

5. Böttiger, Ilithyia oder die Hexe (nach einer Gemme bei
Maffei). Häufige Reliefdarstellungen einer thea kourotrophos, der
Kinder übergeben werden, wie das Albanische §. 96, 13., das
Sigeische Chois. Gouff. Voy. pitt. ii, 38.

Narkissos Bespiegelung (Eros Fackel wird zur Todesfackel)
Pitt. Erc. v, 29. Lipp. I. ii, 63.


2. Musen.

1393. Die Musen hatten ältre Künstler sich be-
gnügt, in der Dreizahl darzustellen, und unter sie die
2Hauptinstrumente der Musik zu vertheilen; erst als das
jüngere Ideal des Apollon Musagetes in dem Gewande
der Pythischen Musiker ausgebildet war, wurde die Neun-
zahl dieser ebenfalls meist in Bühnengewänder gekleideten
Jungfraun, mit feinen sinnvollen Gesichtern, durch Aus-
druck, Attribute, zum Theil auch durch die Stellung fein un-
terschieden, von mehrern berühmten Künstlern aufgestellt.
3Besonders scheint es zwei, von einander unabhängige,
Hauptgruppen gegeben zu haben, da bei mehrern Figu-
ren, wie sie in Statuen, Reliefs und Gemählden vor-

Syſtematiſcher Theil.

4. §. 128, 2. Heinrich Comm. de Hermaphroditis
Hamb.
1805. Böttiger Amalth. i. S. 352. Liegende Sta-
tuen, auf einer Löwenhaut M. Flor. iii, 40. (vgl. Bartoli Lu-
cernae i,
8. wo Andere die Nacht ſehn, auch Paſſeri Luc. i.
8.); auf Bernini’ſchen Polſtern V. Borgh. 6, 7. L. 527. Bouill,
i,
63.; auf antikem matelas L. 461. M. Fr. iv, 4. Bouill.
iii,
15. Stehender H. (Chriſtodor 102) mit einem Tuch
um den Kopf, Caylus iii, 28 — 30. Kunſtbl. 1824, 77.
Stehender H. aus Pompeji mit Satyrohren, Reap. Bildw. S. 118.
Oſann Amalth. i. S. 342. Auch einer bei Hope. Auf Gem-
men der im Schlafe überraſchten Ariadne ähnlich, Welcker ad
Philostr. p.
297., auch Zoëga Bass. 72. Ant. Erc. vii,
31—34. Der H. an einen Baum gebunden Guatt. Mon. In.
1785. p. lxix.
Symplegma §. 385., 4. f. Ein Hermaphrodit
von einem ſolchen in Venedig. H. Greif u. Panther lenkend,
Tiſchb. iii, 21.

5. Böttiger, Ilithyia oder die Hexe (nach einer Gemme bei
Maffei). Häufige Reliefdarſtellungen einer ϑεὰ κουροτρόφος, der
Kinder übergeben werden, wie das Albaniſche §. 96, 13., das
Sigeiſche Choiſ. Gouff. Voy. pitt. ii, 38.

Narkiſſos Beſpiegelung (Eros Fackel wird zur Todesfackel)
Pitt. Erc. v, 29. Lipp. I. ii, 63.


2. Muſen.

1393. Die Muſen hatten aͤltre Kuͤnſtler ſich be-
gnuͤgt, in der Dreizahl darzuſtellen, und unter ſie die
2Hauptinſtrumente der Muſik zu vertheilen; erſt als das
juͤngere Ideal des Apollon Muſagetes in dem Gewande
der Pythiſchen Muſiker ausgebildet war, wurde die Neun-
zahl dieſer ebenfalls meiſt in Buͤhnengewaͤnder gekleideten
Jungfraun, mit feinen ſinnvollen Geſichtern, durch Aus-
druck, Attribute, zum Theil auch durch die Stellung fein un-
terſchieden, von mehrern beruͤhmten Kuͤnſtlern aufgeſtellt.
3Beſonders ſcheint es zwei, von einander unabhaͤngige,
Hauptgruppen gegeben zu haben, da bei mehrern Figu-
ren, wie ſie in Statuen, Reliefs und Gemaͤhlden vor-

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[532/0554] Syſtematiſcher Theil. 4. §. 128, 2. Heinrich Comm. de Hermaphroditis Hamb. 1805. Böttiger Amalth. i. S. 352. Liegende Sta- tuen, auf einer Löwenhaut M. Flor. iii, 40. (vgl. Bartoli Lu- cernae i, 8. wo Andere die Nacht ſehn, auch Paſſeri Luc. i. 8.); auf Bernini’ſchen Polſtern V. Borgh. 6, 7. L. 527. Bouill, i, 63.; auf antikem matelas L. 461. M. Fr. iv, 4. Bouill. iii, 15. Stehender H. (Chriſtodor 102) mit einem Tuch um den Kopf, Caylus iii, 28 — 30. Kunſtbl. 1824, 77. Stehender H. aus Pompeji mit Satyrohren, Reap. Bildw. S. 118. Oſann Amalth. i. S. 342. Auch einer bei Hope. Auf Gem- men der im Schlafe überraſchten Ariadne ähnlich, Welcker ad Philostr. p. 297., auch Zoëga Bass. 72. Ant. Erc. vii, 31—34. Der H. an einen Baum gebunden Guatt. Mon. In. 1785. p. lxix. Symplegma §. 385., 4. f. Ein Hermaphrodit von einem ſolchen in Venedig. H. Greif u. Panther lenkend, Tiſchb. iii, 21. 5. Böttiger, Ilithyia oder die Hexe (nach einer Gemme bei Maffei). Häufige Reliefdarſtellungen einer ϑεὰ κουροτρόφος, der Kinder übergeben werden, wie das Albaniſche §. 96, 13., das Sigeiſche Choiſ. Gouff. Voy. pitt. ii, 38. Narkiſſos Beſpiegelung (Eros Fackel wird zur Todesfackel) Pitt. Erc. v, 29. Lipp. I. ii, 63. 2. Muſen. 393. Die Muſen hatten aͤltre Kuͤnſtler ſich be- gnuͤgt, in der Dreizahl darzuſtellen, und unter ſie die Hauptinſtrumente der Muſik zu vertheilen; erſt als das juͤngere Ideal des Apollon Muſagetes in dem Gewande der Pythiſchen Muſiker ausgebildet war, wurde die Neun- zahl dieſer ebenfalls meiſt in Buͤhnengewaͤnder gekleideten Jungfraun, mit feinen ſinnvollen Geſichtern, durch Aus- druck, Attribute, zum Theil auch durch die Stellung fein un- terſchieden, von mehrern beruͤhmten Kuͤnſtlern aufgeſtellt. Beſonders ſcheint es zwei, von einander unabhaͤngige, Hauptgruppen gegeben zu haben, da bei mehrern Figu- ren, wie ſie in Statuen, Reliefs und Gemaͤhlden vor- 1 2 3

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Zitationshilfe: Müller, Karl Otfried: Handbuch der Archäologie der Kunst. Breslau, 1830, S. 532. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/mueller_kunst_1830/554>, abgerufen am 15.08.2020.