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Neitzschitz, Georg Christoph von: Sieben-Jährige und gefährliche WeltBeschauung Durch die vornehmsten Drey Theil der Welt Europa/ Asia und Africa. Bautzen, 1666.

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Siebenjährige Welt-Beschauung.

Und weil wir zur lincken der Einfahrt solches Hafens/ oder
Ports ein schön grünes bäumichtes Gebürge hatten/ suchten
wir etzliche mahl uns alda zuerlustigen/ auch mit Holtz zum
Kochen ins Schiff zuversehen/ wiewol in möglichster Stille/
und so/ daß wir kein lautes Wore reden dorfften auß Furcht
für denen vorgedachten räuberischen Türcken/ damit sie uns
nicht hören und nachstellen solten.

Das III. Capitul.

Von einem schweren See-Sturm/ worinnen
wir bey nahe verdorben weren.

DJe Fortun aber und Ungestühm belangende/ die uns in
ietztgedachten Hafen genöthiget/ hat sich dieselbe albe-
reits den 6. Sept. gegen Abend ziemlich starck angehal-
ten. Nach dem aber die Booßgesellen sampt andern dem Schif
zugeordneten auß dem Gewitter eine grosse Ungestühm auff
bevorstehende Nacht vermercket/ haben sie sich aufs Meer
hinauß zu begeben nicht rathsam befunden/ sind demnach auf
Bitte der Passagiers zum Schiff-Capitain gangen/ jhm gegen-
wertige und ie länger ie mehr zunehmende Gefahr der allge-
mach hereinfallenden Fortun angezeiget/ zugleich bittende/ den
noch alda ietzo in seiner Macht habenden Port einzunehmen
und mit dem Schiffe bey zeit einzulauffen/ damit die vor Au-
gen schwebende Leibs- und Lebens-Gefahr und aller im Schiff
habenden Güther verhütet werdenmögte.

Weil aber solche treue Warnung stat nicht finden mögen/
in dem der Capitain fürwendete/ es würde dahin nicht kom-
men/ haben wir nach Verlassung deß guthen Ports unsern
Curs fortnehmen müssen: Seynd also mit grossem von denen
Booßgesellen wegen deß auch hernach also erfolgten grossen

Sturms
Siebenjaͤhrige Welt-Beſchauung.

Und weil wir zur lincken der Einfahrt ſolches Hafens/ oder
Ports ein ſchoͤn gruͤnes baͤumichtes Gebuͤrge hatten/ ſuchten
wir etzliche mahl uns alda zuerluſtigen/ auch mit Holtz zum
Kochen ins Schiff zuverſehen/ wiewol in moͤglichſter Stille/
und ſo/ daß wir kein lautes Wore reden dorfften auß Furcht
fuͤr denen vorgedachten raͤuberiſchen Tuͤrcken/ damit ſie uns
nicht hoͤren und nachſtellen ſolten.

Das III. Capitul.

Von einem ſchweren See-Sturm/ worinnen
wir bey nahe verdorben weren.

DJe Fortun aber und Ungeſtuͤhm belangende/ die uns in
ietztgedachten Hafen genoͤthiget/ hat ſich dieſelbe albe-
reits den 6. Sept. gegen Abend ziemlich ſtarck angehal-
ten. Nach dem aber die Booßgeſellen ſampt andern dem Schif
zugeordneten auß dem Gewitter eine groſſe Ungeſtuͤhm auff
bevorſtehende Nacht vermercket/ haben ſie ſich aufs Meer
hinauß zu begeben nicht rathſam befunden/ ſind demnach auf
Bitte der Paſſagiers zum Schiff-Capitain gangen/ jhm gegen-
wertige und ie laͤnger ie mehr zunehmende Gefahr der allge-
mach hereinfallenden Fortun angezeiget/ zugleich bittende/ den
noch alda ietzo in ſeiner Macht habenden Port einzunehmen
und mit dem Schiffe bey zeit einzulauffen/ damit die vor Au-
gen ſchwebende Leibs- und Lebens-Gefahr und aller im Schiff
habenden Guͤther verhuͤtet werdenmoͤgte.

Weil aber ſolche treue Warnung ſtat nicht finden moͤgen/
in dem der Capitain fuͤrwendete/ es wuͤrde dahin nicht kom-
men/ haben wir nach Verlaſſung deß guthen Ports unſern
Curs fortnehmen muͤſſen: Seynd alſo mit groſſem von denen
Booßgeſellen wegen deß auch hernach alſo erfolgten groſſen

Sturms
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[24/0030] Siebenjaͤhrige Welt-Beſchauung. Und weil wir zur lincken der Einfahrt ſolches Hafens/ oder Ports ein ſchoͤn gruͤnes baͤumichtes Gebuͤrge hatten/ ſuchten wir etzliche mahl uns alda zuerluſtigen/ auch mit Holtz zum Kochen ins Schiff zuverſehen/ wiewol in moͤglichſter Stille/ und ſo/ daß wir kein lautes Wore reden dorfften auß Furcht fuͤr denen vorgedachten raͤuberiſchen Tuͤrcken/ damit ſie uns nicht hoͤren und nachſtellen ſolten. Das III. Capitul. Von einem ſchweren See-Sturm/ worinnen wir bey nahe verdorben weren. DJe Fortun aber und Ungeſtuͤhm belangende/ die uns in ietztgedachten Hafen genoͤthiget/ hat ſich dieſelbe albe- reits den 6. Sept. gegen Abend ziemlich ſtarck angehal- ten. Nach dem aber die Booßgeſellen ſampt andern dem Schif zugeordneten auß dem Gewitter eine groſſe Ungeſtuͤhm auff bevorſtehende Nacht vermercket/ haben ſie ſich aufs Meer hinauß zu begeben nicht rathſam befunden/ ſind demnach auf Bitte der Paſſagiers zum Schiff-Capitain gangen/ jhm gegen- wertige und ie laͤnger ie mehr zunehmende Gefahr der allge- mach hereinfallenden Fortun angezeiget/ zugleich bittende/ den noch alda ietzo in ſeiner Macht habenden Port einzunehmen und mit dem Schiffe bey zeit einzulauffen/ damit die vor Au- gen ſchwebende Leibs- und Lebens-Gefahr und aller im Schiff habenden Guͤther verhuͤtet werdenmoͤgte. Weil aber ſolche treue Warnung ſtat nicht finden moͤgen/ in dem der Capitain fuͤrwendete/ es wuͤrde dahin nicht kom- men/ haben wir nach Verlaſſung deß guthen Ports unſern Curs fortnehmen muͤſſen: Seynd alſo mit groſſem von denen Booßgeſellen wegen deß auch hernach alſo erfolgten groſſen Sturms

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Zitationshilfe: Neitzschitz, Georg Christoph von: Sieben-Jährige und gefährliche WeltBeschauung Durch die vornehmsten Drey Theil der Welt Europa/ Asia und Africa. Bautzen, 1666. , S. 24. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/neitschitz_reise_1666/30>, abgerufen am 15.10.2019.