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Neitzschitz, Georg Christoph von: Sieben-Jährige und gefährliche WeltBeschauung Durch die vornehmsten Drey Theil der Welt Europa/ Asia und Africa. Bautzen, 1666.

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Siebenjährige Welt-Beschauung.
barlich dahin kommen seyn/ nemlich: Er soll mit zween
Schwestern und andern frommen gläubigen Hertzen auf ei-
nem Schifflein ohne Ruder allein durch GOTTES
Hülffe und Regirung aus dem heiligen Lande auf dem
wilden stürmenden Meere daher geschwommen kommen seyn.
Was davon zu halten/ stellet man vernünfftigem Nachden-
cken billich anheim.

Dem Port/ oder Hafen gegen über liegt ein altes weit-
leufftiges/ grosses und reiches Benedictiner Closter/ in welchem
mir das Creutz/ woran der heilige Apostel Petrus gecreutzi-
get worden/ und andere sehr viel Heiligthümer gezeiget wor-
den.

Ausserhalb der Stadt gibts viel Oel-Bäume und Wein-
Gärten/ wie denn das Baumöl allda in grosser Menge und gar
wolfeil zubekommen ist.

Das IV. Capitul.

Was in der Marsilischen Gegend und Pro-
vintz denck würdiges zu sehen
gewesen.

NAchdem ich nun etwas von meiner Meer-Reise in
Marsilien ausgeruhet und mich in die drey Wochen allda
in der Stadt gnungsam umgesehen hatte/ wolte ich
auch gerne wissen/ was denn auch ausserhalb in selbiger
Gegend denckwürdiges zu sehen wäre/ habe ich mich hinaus
nach S. Pomo begeben/ und bin demnach den 8. Nov. st. n.
aufgesessen und sammt etzlichen guten Freunden dahin gerit-
ten.

Dieses S. Pomo liegt ohngefähr zwey biß dritthalbe Mei-
le von der Stadt. Erst musten wir über sehr hohes Gebürge
reitten/ iedoch ist dasselbe mit schöner starcker und dicker
Roßmarie eines ziemlichen Mannes hoch/ wie auch

mit
A a a 2

Siebenjaͤhrige Welt-Beſchauung.
barlich dahin kommen ſeyn/ nemlich: Er ſoll mit zween
Schweſtern und andern frommen glaͤubigen Hertzen auf ei-
nem Schifflein ohne Ruder allein durch GOTTES
Huͤlffe und Regirung aus dem heiligen Lande auf dem
wilden ſtuͤrmenden Meere daher geſchwommen kommen ſeyn.
Was davon zu halten/ ſtellet man vernuͤnfftigem Nachden-
cken billich anheim.

Dem Port/ oder Hafen gegen uͤber liegt ein altes weit-
leufftiges/ groſſes und reiches Benedictiner Cloſter/ in welchem
mir das Creutz/ woran der heilige Apoſtel Petrus gecreutzi-
get worden/ und andere ſehr viel Heiligthuͤmer gezeiget wor-
den.

Auſſerhalb der Stadt gibts viel Oel-Baͤume und Wein-
Gaͤrten/ wie denn das Baumoͤl allda in groſſer Menge und gaꝛ
wolfeil zubekommen iſt.

Das IV. Capitul.

Was in der Marſiliſchen Gegend und Pro-
vintz denck wuͤrdiges zu ſehen
geweſen.

NAchdem ich nun etwas von meiner Meer-Reiſe in
Marſilien ausgeruhet und mich in die drey Wochen allda
in der Stadt gnungſam umgeſehen hatte/ wolte ich
auch gerne wiſſen/ was denn auch auſſerhalb in ſelbiger
Gegend denckwuͤrdiges zu ſehen waͤre/ habe ich mich hinaus
nach S. Pomo begeben/ und bin demnach den 8. Nov. ſt. n.
aufgeſeſſen und ſammt etzlichen guten Freunden dahin gerit-
ten.

Dieſes S. Pomo liegt ohngefaͤhr zwey biß dritthalbe Mei-
le von der Stadt. Erſt muſten wir uͤber ſehr hohes Gebuͤrge
reitten/ iedoch iſt daſſelbe mit ſchoͤner ſtarcker und dicker
Roßmarie eines ziemlichen Mannes hoch/ wie auch

mit
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[369/0375] Siebenjaͤhrige Welt-Beſchauung. barlich dahin kommen ſeyn/ nemlich: Er ſoll mit zween Schweſtern und andern frommen glaͤubigen Hertzen auf ei- nem Schifflein ohne Ruder allein durch GOTTES Huͤlffe und Regirung aus dem heiligen Lande auf dem wilden ſtuͤrmenden Meere daher geſchwommen kommen ſeyn. Was davon zu halten/ ſtellet man vernuͤnfftigem Nachden- cken billich anheim. Dem Port/ oder Hafen gegen uͤber liegt ein altes weit- leufftiges/ groſſes und reiches Benedictiner Cloſter/ in welchem mir das Creutz/ woran der heilige Apoſtel Petrus gecreutzi- get worden/ und andere ſehr viel Heiligthuͤmer gezeiget wor- den. Auſſerhalb der Stadt gibts viel Oel-Baͤume und Wein- Gaͤrten/ wie denn das Baumoͤl allda in groſſer Menge und gaꝛ wolfeil zubekommen iſt. Das IV. Capitul. Was in der Marſiliſchen Gegend und Pro- vintz denck wuͤrdiges zu ſehen geweſen. NAchdem ich nun etwas von meiner Meer-Reiſe in Marſilien ausgeruhet und mich in die drey Wochen allda in der Stadt gnungſam umgeſehen hatte/ wolte ich auch gerne wiſſen/ was denn auch auſſerhalb in ſelbiger Gegend denckwuͤrdiges zu ſehen waͤre/ habe ich mich hinaus nach S. Pomo begeben/ und bin demnach den 8. Nov. ſt. n. aufgeſeſſen und ſammt etzlichen guten Freunden dahin gerit- ten. Dieſes S. Pomo liegt ohngefaͤhr zwey biß dritthalbe Mei- le von der Stadt. Erſt muſten wir uͤber ſehr hohes Gebuͤrge reitten/ iedoch iſt daſſelbe mit ſchoͤner ſtarcker und dicker Roßmarie eines ziemlichen Mannes hoch/ wie auch mit A a a 2

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Zitationshilfe: Neitzschitz, Georg Christoph von: Sieben-Jährige und gefährliche WeltBeschauung Durch die vornehmsten Drey Theil der Welt Europa/ Asia und Africa. Bautzen, 1666. , S. 369. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/neitschitz_reise_1666/375>, abgerufen am 16.10.2019.