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Neitzschitz, Georg Christoph von: Sieben-Jährige und gefährliche WeltBeschauung Durch die vornehmsten Drey Theil der Welt Europa/ Asia und Africa. Bautzen, 1666.

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Siebenjährige Welt-Beschauung.
griffen und das Schiff/ nach dem wir uns statlich geängstiget
und gemartert hatten/ steiff anhielten/ darüber wir uns alle
im Schiffe höchlich erfreuet und einer dem andern sein außge-
standenes Leid und furchtsame gehabte Gedancken den noch-
währenden Sturm über offenbahret und erzehlet.

Diese Fortun und greulicher Sturm hatte biß auf den 13.
Oct. in die Nacht hefftig angehalten/ daß auch der Capitain
selbst bekannt/ dergleichen Wind habe er/ so lange er zur See
gereiset/ nicht gehabt. Es wissens aber die Seefahrende auf
ein genaues/ wenn sich dieser Wind will mercken lassen/ weß-
wegen sich dieselben flugs bey Zeit fleissig in acht nehmen und
auf die Segel ein genaues Auge haben/ damit sie dieselben
herunter bringen und dem Winde die Gelegenheit zu toben
auß dem Wege räumen.

Den 13. Octobr. als in der Nacht der Sturm nachgelas-
sen und wir besorget/ der Wind mögte sich wenden und unsere
Gefahr grösser werden/ sind wir im Namen Gottes auß dem
Hafen wieder in die See gangen und haben uns so den Tag
drauff mit schlechtem Winde behelffen müssen/ iedoch gleich-
wol den 14 Octob. drauf/ Gottlob/ die Stadt Smyrna glücklich
erreichet.

Das II. Capitul.

Von der uhralten Stadt Smyrna.

ES ist dieses Smyrna eine sehr alte und berühmte Stadt in
Asia am Meer gelegen und zwar an einer sehr lustigen Ge-
gend/ wiewol sie nicht so gar groß ist.

Jn dieser Stadt ist deß heiligen Apostels und Evangeli-
sten Johannis Jünger/ Polycarpus, wegen der eyfferigen Be-
kantnüß Christi mit der Crone der heiligen Märtyrer gekrö-

net
F

Siebenjaͤhrige Welt-Beſchauung.
griffen und das Schiff/ nach dem wir uns ſtatlich geaͤngſtiget
und gemartert hatten/ ſteiff anhielten/ daruͤber wir uns alle
im Schiffe hoͤchlich erfreuet und einer dem andern ſein außge-
ſtandenes Leid und furchtſame gehabte Gedancken den noch-
waͤhrenden Sturm uͤber offenbahret und erzehlet.

Dieſe Fortun und greulicher Sturm hatte biß auf den 13.
Oct. in die Nacht hefftig angehalten/ daß auch der Capitain
ſelbſt bekannt/ dergleichen Wind habe er/ ſo lange er zur See
gereiſet/ nicht gehabt. Es wiſſens aber die Seefahrende auf
ein genaues/ wenn ſich dieſer Wind will mercken laſſen/ weß-
wegen ſich dieſelben flugs bey Zeit fleiſſig in acht nehmen und
auf die Segel ein genaues Auge haben/ damit ſie dieſelben
herunter bringen und dem Winde die Gelegenheit zu toben
auß dem Wege raͤumen.

Den 13. Octobr. als in der Nacht der Sturm nachgelaſ-
ſen und wir beſorget/ der Wind moͤgte ſich wenden und unſere
Gefahr groͤſſer werden/ ſind wir im Namen Gottes auß dem
Hafen wieder in die See gangen und haben uns ſo den Tag
drauff mit ſchlechtem Winde behelffen muͤſſen/ iedoch gleich-
wol den 14 Octob. drauf/ Gottlob/ die Stadt Smyrna gluͤcklich
erreichet.

Das II. Capitul.

Von der uhralten Stadt Smyrna.

ES iſt dieſes Smyrna eine ſehr alte und beruͤhmte Stadt in
Aſia am Meer gelegen und zwar an einer ſehr luſtigen Ge-
gend/ wiewol ſie nicht ſo gar groß iſt.

Jn dieſer Stadt iſt deß heiligen Apoſtels und Evangeli-
ſten Johannis Juͤnger/ Polycarpus, wegen der eyfferigen Be-
kantnuͤß Chriſti mit der Crone der heiligen Maͤrtyrer gekroͤ-

net
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[39/0045] Siebenjaͤhrige Welt-Beſchauung. griffen und das Schiff/ nach dem wir uns ſtatlich geaͤngſtiget und gemartert hatten/ ſteiff anhielten/ daruͤber wir uns alle im Schiffe hoͤchlich erfreuet und einer dem andern ſein außge- ſtandenes Leid und furchtſame gehabte Gedancken den noch- waͤhrenden Sturm uͤber offenbahret und erzehlet. Dieſe Fortun und greulicher Sturm hatte biß auf den 13. Oct. in die Nacht hefftig angehalten/ daß auch der Capitain ſelbſt bekannt/ dergleichen Wind habe er/ ſo lange er zur See gereiſet/ nicht gehabt. Es wiſſens aber die Seefahrende auf ein genaues/ wenn ſich dieſer Wind will mercken laſſen/ weß- wegen ſich dieſelben flugs bey Zeit fleiſſig in acht nehmen und auf die Segel ein genaues Auge haben/ damit ſie dieſelben herunter bringen und dem Winde die Gelegenheit zu toben auß dem Wege raͤumen. Den 13. Octobr. als in der Nacht der Sturm nachgelaſ- ſen und wir beſorget/ der Wind moͤgte ſich wenden und unſere Gefahr groͤſſer werden/ ſind wir im Namen Gottes auß dem Hafen wieder in die See gangen und haben uns ſo den Tag drauff mit ſchlechtem Winde behelffen muͤſſen/ iedoch gleich- wol den 14 Octob. drauf/ Gottlob/ die Stadt Smyrna gluͤcklich erreichet. Das II. Capitul. Von der uhralten Stadt Smyrna. ES iſt dieſes Smyrna eine ſehr alte und beruͤhmte Stadt in Aſia am Meer gelegen und zwar an einer ſehr luſtigen Ge- gend/ wiewol ſie nicht ſo gar groß iſt. Jn dieſer Stadt iſt deß heiligen Apoſtels und Evangeli- ſten Johannis Juͤnger/ Polycarpus, wegen der eyfferigen Be- kantnuͤß Chriſti mit der Crone der heiligen Maͤrtyrer gekroͤ- net F

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Zitationshilfe: Neitzschitz, Georg Christoph von: Sieben-Jährige und gefährliche WeltBeschauung Durch die vornehmsten Drey Theil der Welt Europa/ Asia und Africa. Bautzen, 1666. , S. 39. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/neitschitz_reise_1666/45>, abgerufen am 21.10.2019.