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Neitzschitz, Georg Christoph von: Sieben-Jährige und gefährliche WeltBeschauung Durch die vornehmsten Drey Theil der Welt Europa/ Asia und Africa. Bautzen, 1666.

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Siebenjährige Welt-Beschauung.
nur ein Dorff von Ofen ohngefähr eine guthe vierthel Meile
abgelegen.

Den 22. Jan. sind wir früh um 7. Uhr 11. zu Ofen ankom-
men/ allwo wir den Herrn Gesandten angetroffen/ welcher den
vorigen Tag auf der Festung daselbst mit Lösung etzlicher 20.
Stücke gar solenn empfangen und angenommen war worden/
wie wir solches unsers theils unterwegen gehöret/ da wir ein
Stück Wegs von Gran herauß gewesen.

Das III. Capitul.

Von den Visiren zu Offen abgelegt und wie wir
allda tractirt worden.

DEn 23 Jan. haben Jhre Excellenz, der Herr Legat Graf
von Buchhaim die Visite bey dem Vezier angestellet/ bey
welcher 23. Cafftan/ seynd lange Türckische Röcke mit langen
fliegenden Ermein von güldenen/ silbern und allerhand Far-
ben seidenen Blumwerck gearbeitet/ denen Cavallieren und
Officirern geschencket worden/ den andern Dienern aber Tuch.
Den 24. Jan. aber haben Jhre Gräfl. Gn. den Vezier abson-
derlich ersuchet und ist ihm der andere Cafft an verehret wor-
den/ welcher durchaus mit grossen güldenen in weisse seide ge-
würckten Blumen gewesen. Bey der Audienz haben die Beegen
und Bassen aufgewartet und dem Herrn Grafen ist neben den
Vezier ein Sessel gerucket werden.

Den 25. Jan. hat Jhre Excellenz zum andernmahl bey
dem Vezier visite abgeleget und sind ihm drey Gefangene loß
gegeben und geschencket worden.

Diesen Tag haben wir auch mit ihrer Excellenz die war-
men Bade eine vierthel Meile von der Stadt besehen/ da denn
dieselbe und viel Cavallier und Officirer gebadet. Sind vor Zei-
ten mit Bley bedeckt gewesen/ inwendig von lauterm Marmel.

Das

Siebenjaͤhrige Welt-Beſchauung.
nur ein Dorff von Ofen ohngefaͤhr eine guthe vierthel Meile
abgelegen.

Den 22. Jan. ſind wir fruͤh um 7. Uhr 11. zu Ofen ankom-
men/ allwo wir den Herrn Geſandten angetroffen/ welcher den
vorigen Tag auf der Feſtung daſelbſt mit Loͤſung etzlicher 20.
Stuͤcke gar ſolenn empfangen uñ angenommen war worden/
wie wir ſolches unſers theils unterwegen gehoͤret/ da wir ein
Stuͤck Wegs von Gran herauß geweſen.

Das III. Capitul.

Von den Viſiren zu Offen abgelegt und wie wir
allda tractirt worden.

DEn 23 Jan. haben Jhre Excellenz, der Herr Legat Graf
von Buchhaim die Viſite bey dem Vezier angeſtellet/ bey
welcher 23. Cafftan/ ſeynd lange Tuͤrckiſche Roͤcke mit langen
fliegenden Ermein von guͤldenen/ ſilbern und allerhand Far-
ben ſeidenen Blumwerck gearbeitet/ denen Cavallieren und
Officirern geſchencket worden/ den andern Dienern aber Tuch.
Den 24. Jan. aber haben Jhre Graͤfl. Gn. den Vezier abſon-
derlich erſuchet und iſt ihm der andere Cafft an verehret wor-
den/ welcher durchaus mit groſſen guͤldenen in weiſſe ſeide ge-
wuͤrckten Blumen geweſen. Bey der Audienz haben die Beegen
und Baſſen aufgewartet und dem Herrn Grafen iſt neben den
Vezier ein Seſſel gerucket werden.

Den 25. Jan. hat Jhre Excellenz zum andernmahl bey
dem Vezier viſite abgeleget und ſind ihm drey Gefangene loß
gegeben und geſchencket worden.

Dieſen Tag haben wir auch mit ihrer Excellenz die war-
men Bade eine vierthel Meile von der Stadt beſehen/ da denn
dieſelbe und viel Cavallier und Officirer gebadet. Sind vor Zei-
ten mit Bley bedeckt geweſen/ inwendig von lauterm Marmel.

Das
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[66/0072] Siebenjaͤhrige Welt-Beſchauung. nur ein Dorff von Ofen ohngefaͤhr eine guthe vierthel Meile abgelegen. Den 22. Jan. ſind wir fruͤh um 7. Uhr 11. zu Ofen ankom- men/ allwo wir den Herrn Geſandten angetroffen/ welcher den vorigen Tag auf der Feſtung daſelbſt mit Loͤſung etzlicher 20. Stuͤcke gar ſolenn empfangen uñ angenommen war worden/ wie wir ſolches unſers theils unterwegen gehoͤret/ da wir ein Stuͤck Wegs von Gran herauß geweſen. Das III. Capitul. Von den Viſiren zu Offen abgelegt und wie wir allda tractirt worden. DEn 23 Jan. haben Jhre Excellenz, der Herr Legat Graf von Buchhaim die Viſite bey dem Vezier angeſtellet/ bey welcher 23. Cafftan/ ſeynd lange Tuͤrckiſche Roͤcke mit langen fliegenden Ermein von guͤldenen/ ſilbern und allerhand Far- ben ſeidenen Blumwerck gearbeitet/ denen Cavallieren und Officirern geſchencket worden/ den andern Dienern aber Tuch. Den 24. Jan. aber haben Jhre Graͤfl. Gn. den Vezier abſon- derlich erſuchet und iſt ihm der andere Cafft an verehret wor- den/ welcher durchaus mit groſſen guͤldenen in weiſſe ſeide ge- wuͤrckten Blumen geweſen. Bey der Audienz haben die Beegen und Baſſen aufgewartet und dem Herrn Grafen iſt neben den Vezier ein Seſſel gerucket werden. Den 25. Jan. hat Jhre Excellenz zum andernmahl bey dem Vezier viſite abgeleget und ſind ihm drey Gefangene loß gegeben und geſchencket worden. Dieſen Tag haben wir auch mit ihrer Excellenz die war- men Bade eine vierthel Meile von der Stadt beſehen/ da denn dieſelbe und viel Cavallier und Officirer gebadet. Sind vor Zei- ten mit Bley bedeckt geweſen/ inwendig von lauterm Marmel. Das

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Zitationshilfe: Neitzschitz, Georg Christoph von: Sieben-Jährige und gefährliche WeltBeschauung Durch die vornehmsten Drey Theil der Welt Europa/ Asia und Africa. Bautzen, 1666. , S. 66. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/neitschitz_reise_1666/72>, abgerufen am 15.10.2019.