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Neitzschitz, Georg Christoph von: Sieben-Jährige und gefährliche WeltBeschauung Durch die vornehmsten Drey Theil der Welt Europa/ Asia und Africa. Bautzen, 1666.

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Siebenjährige Welt-Beschauung.

DJeses Philippopolis ist eine sehr alte Stadt/ absonderlich
deßwegen berühmt/ weil Alexandri M. Vater allhier auf
einem Berge/ deren etzliche in der Stadt gelegen/ seine Re-
siden
tz gehabt/ wie denn das alte Gemäuer/ so noch davon übrig
aber wegen langwieriger Zeit mit Graß überwachsen/ auß-
weiset.

Diese Stadt ligt in dem uhralten berühmten Königrei-
che Macedonia unten am Gebürge Rhodope. Sie hat keine
Mauren/ iedoch sind um und um Berge von unaußsprechlicher
Höhe und haben wir da die andere Uhr ins Türcken Gebieth
schlagen hören. Auf obgedachter Berge einem in solcher Stadt
auf der ecke oder Spitze desselben stehet eine sehr alte gar kleine
Capelle/ oben rund zugewölbet und von Steinen in- und auß-
wendig aufgeführet/ inwendig aber mit alten Gemählden
außgezieret und sagt man/ daß der Apostel Paulus Messe
darinnen gelesen haben soll.

Diesem Berge gegen über auf einem andern seynd wir
mit 5. Trompetern und Heerpaucken lustig gewesen und von
Wein und Semmel uns allda eine Collation gemacht und ha-
ben wir uns über alle Masse weit herum umsehen können.

Das XIV. Capitul.

Von unserm Auffbruch und fernerer Fortreise
von Philippopoli.

VOn Philippopoli sind wir den 12. Martij früh um 6. Uhr
wieder aufgebrochen und Abends um 5. Uhr 6. zu Soso-
vvitze
ankommen. Den 13. Martij früh um 6. Uhr sind wir
wieder aufgewesen und um 2. Uhr 7. nach Usumtschova, so drey
Meilen/ kommen/ an welchem Orthe denn eine schöne Kirche
zu sehen ist.

Den 14. Martij früh um 6. Uhr haben wir uns wieder von

dan-
Siebenjaͤhrige Welt-Beſchauung.

DJeſes Philippopolis iſt eine ſehr alte Stadt/ abſonderlich
deßwegen beruͤhmt/ weil Alexandri M. Vater allhier auf
einem Berge/ deren etzliche in der Stadt gelegen/ ſeine Re-
ſiden
tz gehabt/ wie deñ das alte Gemaͤuer/ ſo noch davon uͤbrig
aber wegen langwieriger Zeit mit Graß uͤberwachſen/ auß-
weiſet.

Dieſe Stadt ligt in dem uhralten beruͤhmten Koͤnigrei-
che Macedonia unten am Gebuͤrge Rhodope. Sie hat keine
Mauren/ iedoch ſind um und um Berge von unaußſprechlicher
Hoͤhe und haben wir da die andere Uhr ins Tuͤrcken Gebieth
ſchlagen hoͤren. Auf obgedachter Berge einem in ſolcher Stadt
auf der ecke oder Spitze deſſelben ſtehet eine ſehr alte gar kleine
Capelle/ oben rund zugewoͤlbet und von Steinen in- und auß-
wendig aufgefuͤhret/ inwendig aber mit alten Gemaͤhlden
außgezieret und ſagt man/ daß der Apoſtel Paulus Meſſe
darinnen geleſen haben ſoll.

Dieſem Berge gegen uͤber auf einem andern ſeynd wir
mit 5. Trompetern und Heerpaucken luſtig geweſen und von
Wein und Semmel uns allda eine Collation gemacht und ha-
ben wir uns uͤber alle Maſſe weit herum umſehen koͤnnen.

Das XIV. Capitul.

Von unſerm Auffbruch und fernerer Fortreiſe
von Philippopoli.

VOn Philippopoli ſind wir den 12. Martij fruͤh um 6. Uhr
wieder aufgebrochen und Abends um 5. Uhr 6. zu Soſo-
vvitze
ankommen. Den 13. Martij fruͤh um 6. Uhr ſind wir
wieder aufgeweſen und um 2. Uhr 7. nach Uſumtſchova, ſo drey
Meilen/ kommen/ an welchem Orthe denn eine ſchoͤne Kirche
zu ſehen iſt.

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dan-
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[82/0088] Siebenjaͤhrige Welt-Beſchauung. DJeſes Philippopolis iſt eine ſehr alte Stadt/ abſonderlich deßwegen beruͤhmt/ weil Alexandri M. Vater allhier auf einem Berge/ deren etzliche in der Stadt gelegen/ ſeine Re- ſidentz gehabt/ wie deñ das alte Gemaͤuer/ ſo noch davon uͤbrig aber wegen langwieriger Zeit mit Graß uͤberwachſen/ auß- weiſet. Dieſe Stadt ligt in dem uhralten beruͤhmten Koͤnigrei- che Macedonia unten am Gebuͤrge Rhodope. Sie hat keine Mauren/ iedoch ſind um und um Berge von unaußſprechlicher Hoͤhe und haben wir da die andere Uhr ins Tuͤrcken Gebieth ſchlagen hoͤren. Auf obgedachter Berge einem in ſolcher Stadt auf der ecke oder Spitze deſſelben ſtehet eine ſehr alte gar kleine Capelle/ oben rund zugewoͤlbet und von Steinen in- und auß- wendig aufgefuͤhret/ inwendig aber mit alten Gemaͤhlden außgezieret und ſagt man/ daß der Apoſtel Paulus Meſſe darinnen geleſen haben ſoll. Dieſem Berge gegen uͤber auf einem andern ſeynd wir mit 5. Trompetern und Heerpaucken luſtig geweſen und von Wein und Semmel uns allda eine Collation gemacht und ha- ben wir uns uͤber alle Maſſe weit herum umſehen koͤnnen. Das XIV. Capitul. Von unſerm Auffbruch und fernerer Fortreiſe von Philippopoli. VOn Philippopoli ſind wir den 12. Martij fruͤh um 6. Uhr wieder aufgebrochen und Abends um 5. Uhr 6. zu Soſo- vvitze ankommen. Den 13. Martij fruͤh um 6. Uhr ſind wir wieder aufgeweſen und um 2. Uhr 7. nach Uſumtſchova, ſo drey Meilen/ kommen/ an welchem Orthe denn eine ſchoͤne Kirche zu ſehen iſt. Den 14. Martij fruͤh um 6. Uhr haben wir uns wieder von dan-

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Zitationshilfe: Neitzschitz, Georg Christoph von: Sieben-Jährige und gefährliche WeltBeschauung Durch die vornehmsten Drey Theil der Welt Europa/ Asia und Africa. Bautzen, 1666. , S. 82. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/neitschitz_reise_1666/88>, abgerufen am 21.10.2019.