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Herders Conversations-Lexikon. Bd. 5. Freiburg im Breisgau, 1857.

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doch wörtlich protokollirt werden sollen; im Gegensatz zum rein mündlichen Verfahren wie z. B. bei der Jury.


Schriftsäßig heißen in Sachsen Rittergüter, deren Besitzer blos unter den obern Landgerichten als der obern Instanz stehen, amtssäßig dagegen, welche unter dem Amte stehen, in dessen Bezirk sie liegen.


Schriftschneiderei, die Kunst, Buchstaben in Stahl zu graviren, um die in der Schriftgießerei (s. d.) angewendeten Stempel herzustellen; im engern Sinne ein Atelier, wo diese Kunst betrieben wird. Die S. ist so alt als die Schriftgießerei, hängt mit dieser eng zusammen und ist daher in der Regel damit vereinigt. Die Sucht nach Neuem hat in der S. vielfache Künstelei in Gestaltung der Buchstaben hervorgerufen u. die Mannigfaltigkeit der Schriften ins Unendliche vermehrt. Auch werden jetzt die Schriftmuster galvanisirt u. dadurch die S. umgangen. Unter den neuesten Erzeugnissen der S. zeichnen sich die engl. Muster durch Feinheit u. Eleganz aus und werden in Deutschland sehr nachgeahmt.


Schriftsetzer, Setzer. Die Buchdruckerkunst theilt sich in 2 wesentlich verschiedene Geschäftszweige, von welchen jeder für sich erlernt und betrieben wird: in Setzen und Drucken. Ein S., der zugleich Drucker ist, was in kleinen Buchdruckereien ausnahmsweise vorzukommen pflegt, heißt Schweizerdegen. Die S., welche den weitaus größten Theil der Buchdrucker ausmachen, während die Zahl der Drucker in Folge der Schnellpressenarbeit mehr u. mehr abnimmt, beschäftigen sich mit Zusammenstellung der Buchstaben zu einem regelmäßigen Satze; erst nachdem der S. seine Arbeit ganz vollendet hat, können die Funktionen des Druckers beginnen. Ueber das Verfahren s. d. A. Buchdruckerkunst. Nach dem Druck vertheilt der S. die Lettern wieder in ihre einzelnen Fächer im Schriftkasten, was man das Ablegen nennt. - Vielfache, aber nie lohnende Versuche wurden zur Erfindung einer brauchbaren Setzmaschine zur Ersparung von Menschenhänden und Beschleunigung der Arbeit gemacht, u. a. von dem Belgier Delcambre, dem Engländer Young, dem Böhmen Tschulick, den Schweden Rosenborg u. Petursson; am nächsten kam der Lösung dieses Problems neuerdings Chr. Sörensen, Typograph und Mechaniker zu Kopenhagen, dessen Setz- und Ablegemaschine auf den großen Ausstellungen zu London und Paris aufgestellt war u. die große Ehrenmedaille erhielt.


Schröckh, Joh. Matthias, einer der ausgezeichnetsten prot. Kirchenhistoriker, geb. 1733 zu Wien, 1761 Professor der Geschichte zu Leipzig, 1767 der Dichtkunst zu Wittenberg, wo er 1808 st. Lieferte biographische Werke, eine Weltgeschichte für Kinder, sein Hauptwerk aber war die "Geschichte der christlichen Kirche", welche zu Leipzig 1768 bis 1812 in 45 Octavbdn. herauskam, von denen die letzten 10 die Kirchengeschichte seit der Reformation behandeln und von Tschirner bearbeitet wurden. S. ist wegen seiner großen Gelehrsamkeit noch heute brauchbar, dabei war er trotz einem Anfluge vom Rationalismus seiner Zeit in einem seltenen Grade ruhig. mild und gerecht.


Schröder, Friedr. Ludw., ein in komischen u. tragischen Rollen ausgezeichneter Schauspieler, auch beliebter Schauspieldichter, geb. 1744 zu Schwerin, betrat die Bühne bereits als 3jähr. Kind zu Petersburg, wurde später von seinen als Komödianten herumziehenden Eltern im Stiche gelassen und verlebte traurige Jahre, bildete sich seit 1759 in Solothurn zum Schauspieler u. Tänzer aus u. machte seinen ersten schriftstellerischen Versuch mit der Uebersetzung eines frz. Lustspieles, wurde 1764 zu Hamburg Balletmeister und der trefflichste Schauspieler der Ackermann'schen Gesellschaft, 1771 Director des Hamburger Theaters, das durch ihn außerordentlich berühmt u. einflußreich wurde; st. 1816. S. war es, der junge Talente weckte, lediglich den Anforderungen des guten Geschmacks zu gehorchen strebte, durch die früheste Aufführung der Stücke Shakesspeare's besonders umgestaltend wirkte, als König Lear, Fallstaff, Shyllock u. s. w. den Ruf des tüchtigsten Schauspielers seiner Zeit rechtfertigte;

doch wörtlich protokollirt werden sollen; im Gegensatz zum rein mündlichen Verfahren wie z. B. bei der Jury.


Schriftsäßig heißen in Sachsen Rittergüter, deren Besitzer blos unter den obern Landgerichten als der obern Instanz stehen, amtssäßig dagegen, welche unter dem Amte stehen, in dessen Bezirk sie liegen.


Schriftschneiderei, die Kunst, Buchstaben in Stahl zu graviren, um die in der Schriftgießerei (s. d.) angewendeten Stempel herzustellen; im engern Sinne ein Atelier, wo diese Kunst betrieben wird. Die S. ist so alt als die Schriftgießerei, hängt mit dieser eng zusammen und ist daher in der Regel damit vereinigt. Die Sucht nach Neuem hat in der S. vielfache Künstelei in Gestaltung der Buchstaben hervorgerufen u. die Mannigfaltigkeit der Schriften ins Unendliche vermehrt. Auch werden jetzt die Schriftmuster galvanisirt u. dadurch die S. umgangen. Unter den neuesten Erzeugnissen der S. zeichnen sich die engl. Muster durch Feinheit u. Eleganz aus und werden in Deutschland sehr nachgeahmt.


Schriftsetzer, Setzer. Die Buchdruckerkunst theilt sich in 2 wesentlich verschiedene Geschäftszweige, von welchen jeder für sich erlernt und betrieben wird: in Setzen und Drucken. Ein S., der zugleich Drucker ist, was in kleinen Buchdruckereien ausnahmsweise vorzukommen pflegt, heißt Schweizerdegen. Die S., welche den weitaus größten Theil der Buchdrucker ausmachen, während die Zahl der Drucker in Folge der Schnellpressenarbeit mehr u. mehr abnimmt, beschäftigen sich mit Zusammenstellung der Buchstaben zu einem regelmäßigen Satze; erst nachdem der S. seine Arbeit ganz vollendet hat, können die Funktionen des Druckers beginnen. Ueber das Verfahren s. d. A. Buchdruckerkunst. Nach dem Druck vertheilt der S. die Lettern wieder in ihre einzelnen Fächer im Schriftkasten, was man das Ablegen nennt. – Vielfache, aber nie lohnende Versuche wurden zur Erfindung einer brauchbaren Setzmaschine zur Ersparung von Menschenhänden und Beschleunigung der Arbeit gemacht, u. a. von dem Belgier Delcambre, dem Engländer Young, dem Böhmen Tschulick, den Schweden Rosenborg u. Petursson; am nächsten kam der Lösung dieses Problems neuerdings Chr. Sörensen, Typograph und Mechaniker zu Kopenhagen, dessen Setz- und Ablegemaschine auf den großen Ausstellungen zu London und Paris aufgestellt war u. die große Ehrenmedaille erhielt.


Schröckh, Joh. Matthias, einer der ausgezeichnetsten prot. Kirchenhistoriker, geb. 1733 zu Wien, 1761 Professor der Geschichte zu Leipzig, 1767 der Dichtkunst zu Wittenberg, wo er 1808 st. Lieferte biographische Werke, eine Weltgeschichte für Kinder, sein Hauptwerk aber war die „Geschichte der christlichen Kirche“, welche zu Leipzig 1768 bis 1812 in 45 Octavbdn. herauskam, von denen die letzten 10 die Kirchengeschichte seit der Reformation behandeln und von Tschirner bearbeitet wurden. S. ist wegen seiner großen Gelehrsamkeit noch heute brauchbar, dabei war er trotz einem Anfluge vom Rationalismus seiner Zeit in einem seltenen Grade ruhig. mild und gerecht.


Schröder, Friedr. Ludw., ein in komischen u. tragischen Rollen ausgezeichneter Schauspieler, auch beliebter Schauspieldichter, geb. 1744 zu Schwerin, betrat die Bühne bereits als 3jähr. Kind zu Petersburg, wurde später von seinen als Komödianten herumziehenden Eltern im Stiche gelassen und verlebte traurige Jahre, bildete sich seit 1759 in Solothurn zum Schauspieler u. Tänzer aus u. machte seinen ersten schriftstellerischen Versuch mit der Uebersetzung eines frz. Lustspieles, wurde 1764 zu Hamburg Balletmeister und der trefflichste Schauspieler der Ackermann'schen Gesellschaft, 1771 Director des Hamburger Theaters, das durch ihn außerordentlich berühmt u. einflußreich wurde; st. 1816. S. war es, der junge Talente weckte, lediglich den Anforderungen des guten Geschmacks zu gehorchen strebte, durch die früheste Aufführung der Stücke Shakesspeare's besonders umgestaltend wirkte, als König Lear, Fallstaff, Shyllock u. s. w. den Ruf des tüchtigsten Schauspielers seiner Zeit rechtfertigte;

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[124/0125] doch wörtlich protokollirt werden sollen; im Gegensatz zum rein mündlichen Verfahren wie z. B. bei der Jury. Schriftsäßig heißen in Sachsen Rittergüter, deren Besitzer blos unter den obern Landgerichten als der obern Instanz stehen, amtssäßig dagegen, welche unter dem Amte stehen, in dessen Bezirk sie liegen. Schriftschneiderei, die Kunst, Buchstaben in Stahl zu graviren, um die in der Schriftgießerei (s. d.) angewendeten Stempel herzustellen; im engern Sinne ein Atelier, wo diese Kunst betrieben wird. Die S. ist so alt als die Schriftgießerei, hängt mit dieser eng zusammen und ist daher in der Regel damit vereinigt. Die Sucht nach Neuem hat in der S. vielfache Künstelei in Gestaltung der Buchstaben hervorgerufen u. die Mannigfaltigkeit der Schriften ins Unendliche vermehrt. Auch werden jetzt die Schriftmuster galvanisirt u. dadurch die S. umgangen. Unter den neuesten Erzeugnissen der S. zeichnen sich die engl. Muster durch Feinheit u. Eleganz aus und werden in Deutschland sehr nachgeahmt. Schriftsetzer, Setzer. Die Buchdruckerkunst theilt sich in 2 wesentlich verschiedene Geschäftszweige, von welchen jeder für sich erlernt und betrieben wird: in Setzen und Drucken. Ein S., der zugleich Drucker ist, was in kleinen Buchdruckereien ausnahmsweise vorzukommen pflegt, heißt Schweizerdegen. Die S., welche den weitaus größten Theil der Buchdrucker ausmachen, während die Zahl der Drucker in Folge der Schnellpressenarbeit mehr u. mehr abnimmt, beschäftigen sich mit Zusammenstellung der Buchstaben zu einem regelmäßigen Satze; erst nachdem der S. seine Arbeit ganz vollendet hat, können die Funktionen des Druckers beginnen. Ueber das Verfahren s. d. A. Buchdruckerkunst. Nach dem Druck vertheilt der S. die Lettern wieder in ihre einzelnen Fächer im Schriftkasten, was man das Ablegen nennt. – Vielfache, aber nie lohnende Versuche wurden zur Erfindung einer brauchbaren Setzmaschine zur Ersparung von Menschenhänden und Beschleunigung der Arbeit gemacht, u. a. von dem Belgier Delcambre, dem Engländer Young, dem Böhmen Tschulick, den Schweden Rosenborg u. Petursson; am nächsten kam der Lösung dieses Problems neuerdings Chr. Sörensen, Typograph und Mechaniker zu Kopenhagen, dessen Setz- und Ablegemaschine auf den großen Ausstellungen zu London und Paris aufgestellt war u. die große Ehrenmedaille erhielt. Schröckh, Joh. Matthias, einer der ausgezeichnetsten prot. Kirchenhistoriker, geb. 1733 zu Wien, 1761 Professor der Geschichte zu Leipzig, 1767 der Dichtkunst zu Wittenberg, wo er 1808 st. Lieferte biographische Werke, eine Weltgeschichte für Kinder, sein Hauptwerk aber war die „Geschichte der christlichen Kirche“, welche zu Leipzig 1768 bis 1812 in 45 Octavbdn. herauskam, von denen die letzten 10 die Kirchengeschichte seit der Reformation behandeln und von Tschirner bearbeitet wurden. S. ist wegen seiner großen Gelehrsamkeit noch heute brauchbar, dabei war er trotz einem Anfluge vom Rationalismus seiner Zeit in einem seltenen Grade ruhig. mild und gerecht. Schröder, Friedr. Ludw., ein in komischen u. tragischen Rollen ausgezeichneter Schauspieler, auch beliebter Schauspieldichter, geb. 1744 zu Schwerin, betrat die Bühne bereits als 3jähr. Kind zu Petersburg, wurde später von seinen als Komödianten herumziehenden Eltern im Stiche gelassen und verlebte traurige Jahre, bildete sich seit 1759 in Solothurn zum Schauspieler u. Tänzer aus u. machte seinen ersten schriftstellerischen Versuch mit der Uebersetzung eines frz. Lustspieles, wurde 1764 zu Hamburg Balletmeister und der trefflichste Schauspieler der Ackermann'schen Gesellschaft, 1771 Director des Hamburger Theaters, das durch ihn außerordentlich berühmt u. einflußreich wurde; st. 1816. S. war es, der junge Talente weckte, lediglich den Anforderungen des guten Geschmacks zu gehorchen strebte, durch die früheste Aufführung der Stücke Shakesspeare's besonders umgestaltend wirkte, als König Lear, Fallstaff, Shyllock u. s. w. den Ruf des tüchtigsten Schauspielers seiner Zeit rechtfertigte;

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Zitationshilfe: Herders Conversations-Lexikon. Bd. 5. Freiburg im Breisgau, 1857, S. 124. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/nn_conversationslexikon05_1857/125>, abgerufen am 28.11.2020.