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Herders Conversations-Lexikon. Bd. 5. Freiburg im Breisgau, 1857.

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nicht zu vergessen ist, daß durch ihn der verachtete Schauspielerstand zu Ehren kam, weil er als Director streng auf Ordnung, Anstand und sittliches Betragen hielt u. selber mit gutem Beispiele voranging. Als Dichter war S. etwa von 1785 an durch eigene Stücke (der Vetter aus Lissabon, der vernünftige Narr, Stille Wasser sind tief u. s. w.) und durch Bearbeitung fremder ein Begründer des den Engländern und Franzosen nachgebildeten bürgerlichen od. Familienschauspiels in Deutschland. Werke hrsggb. von Bülow, mit einer Einleitung von Tieck, Berlin 1831, 4 Bde.


Schröder, Sophie, geborne Bürger, berühmte Schauspielerin, geb. 1781 zu Paderborn, spielte frühzeitig in Petersburg, Wien u. s. f. naive Rollen, kam 1801 nach Hamburg, wo sie den Ruf der ersten tragischen Künstlerin ihrer Zeit errang, zumal nirgends eine ebenbürtige Nebenbuhlerin vorhanden war. Sie heirathete 1804 den Tenoristen Friedr. S., spielte 1813-29 am Hoftheater zu Wien, alsdann zu München, kehrte 1836 nach Wien zurück u. wurde 1840 pensionirt. S. Smets.


Schröder, Name vieler deutschen Gelehrten z. B. der Theologen Joh. (geb. 1572, gest. 1621 als erster Pastor zu Nürnberg) und Johann Joachim S. (geb. 1680, gest. 1756 als Senior der Universität Marburg), dann des Schriftstellers Heinr. Eilhard (geb. 1719 zu Lübeck, gest. 1753), dann des Philologen Joh. Wilh. (geb. 1726, gest. 1793 zu Marburg) u. a. m. - Unter den heutigen Trägern dieses Namens ragt hervor der Schwede Joh. Henrik, geb. 1791 zu Westeräs, seit 1830 Professor und Oberbibliothekar zu Upsala, verdient durch Herausgabe der Quellenschriftsteller über die Geschichte seines Vaterlandes während des Mittelalters (1.-3. Bd., Upsala 1818-55), ferner von "Monumenta diplomatica" (ebds. 1822) und "Numismata Anglo Saxonica" (ebdsst. 1825) u. s. f.


Schröder-Devrient (Devriäng), Wilhelmine, berühmte Sängerin, geb. 1805 zu Hamburg, Tochter der Schauspielerin Sophie S., trat 1820 zu Wien auf, sang später zu Berlin und Dresden mit dem Schauspieler Karl Devrient, mit welchem sie 1823-29 verheirathet war, und auf Kunstreisen, heirathete 1850 einen Gutsbesitzer in Livland.


Schrödter, Adolf, ausgezeichneter Maler im komischen Genre, geb. 1805 zu Schwedt, lernte in Berlin die Kupferstechkunst, ging 1829 nach Düsseldorf u. betrieb die Malerei. Zuerst machte er sich bekannt durch seine "Weinprobe" u. "Rheinisches Wirthshausleben". Am schönsten aber zeigt er seinen Humor in den Scenen zu Don Quixote, Eulenspiegel, Münchhausen, theils Oelgemälde, theils Radirungen und Holzschnitte. Ebenso ausgezeichnet ist er im Fries u. in der Arabeske.


Schröpfen, lat. scarificatio, örtliche Blutentziehung, bei der durch ein eigenes Instrument, den Schröpfschnepper, zahlreiche kleine Einschnitte in die Haut gemacht werden, aus denen sodann das Blut mittelst Saugwerkzeugen (Schröpfköpfen) herausgezogen wird. Diese sind glockenförmige Cylinder aus Glas oder Metall, in welchen man über einer Flamme die Luft verdünnt, worauf man sie schnell auf die Haut setzt, auf der sie durch den Druck der äußern Luft festsitzen und die sie innen in die Höhe ziehen. Weit häufiger als das S. kommt zu örtlicher Blutentziehung jetzt das Ansetzen von Blutegeln in Anwendung.


Schröter, Joh. Hieronymus, Astronom, geb. 1745 zu Erfurt, studierte zu Göttingen die Rechte, nebenbei Mathematik u. Astronomie, trat 1771 in hannöv. Staatsdienst und ward Oberamtmann und Justizrath zu Lilienthal, wo er sich eine mit den besten Instrumenten ausgerüstete Sternwarte errichtete; st. daselbst 1816. Seine astronomischen Entdeckungen u. Beobachtungen sind von Wichtigkeit, so die zur nähern Kenntniß des Merkur, der Venus, des Saturn, namentlich aber des Mondes: "Selenotopographische Fragmente" 2 Bde., Lilienthal 1791, Gött. 1802.


Schröter, s. Hirschkäfer.


Schrot, das grob gemahlene Getreide. - S., Hagel, kleine Bleikugeln zur Erlegung von kleinerem Haarwild u. Vögeln. Bei der S.gießerei wird dem geschmolzenen Blei ein ganz kleiner Zusatz

nicht zu vergessen ist, daß durch ihn der verachtete Schauspielerstand zu Ehren kam, weil er als Director streng auf Ordnung, Anstand und sittliches Betragen hielt u. selber mit gutem Beispiele voranging. Als Dichter war S. etwa von 1785 an durch eigene Stücke (der Vetter aus Lissabon, der vernünftige Narr, Stille Wasser sind tief u. s. w.) und durch Bearbeitung fremder ein Begründer des den Engländern und Franzosen nachgebildeten bürgerlichen od. Familienschauspiels in Deutschland. Werke hrsggb. von Bülow, mit einer Einleitung von Tieck, Berlin 1831, 4 Bde.


Schröder, Sophie, geborne Bürger, berühmte Schauspielerin, geb. 1781 zu Paderborn, spielte frühzeitig in Petersburg, Wien u. s. f. naive Rollen, kam 1801 nach Hamburg, wo sie den Ruf der ersten tragischen Künstlerin ihrer Zeit errang, zumal nirgends eine ebenbürtige Nebenbuhlerin vorhanden war. Sie heirathete 1804 den Tenoristen Friedr. S., spielte 1813–29 am Hoftheater zu Wien, alsdann zu München, kehrte 1836 nach Wien zurück u. wurde 1840 pensionirt. S. Smets.


Schröder, Name vieler deutschen Gelehrten z. B. der Theologen Joh. (geb. 1572, gest. 1621 als erster Pastor zu Nürnberg) und Johann Joachim S. (geb. 1680, gest. 1756 als Senior der Universität Marburg), dann des Schriftstellers Heinr. Eilhard (geb. 1719 zu Lübeck, gest. 1753), dann des Philologen Joh. Wilh. (geb. 1726, gest. 1793 zu Marburg) u. a. m. – Unter den heutigen Trägern dieses Namens ragt hervor der Schwede Joh. Henrik, geb. 1791 zu Westeräs, seit 1830 Professor und Oberbibliothekar zu Upsala, verdient durch Herausgabe der Quellenschriftsteller über die Geschichte seines Vaterlandes während des Mittelalters (1.–3. Bd., Upsala 1818–55), ferner von „Monumenta diplomatica“ (ebds. 1822) und „Numismata Anglo Saxonica“ (ebdsst. 1825) u. s. f.


Schröder-Devrient (Devriäng), Wilhelmine, berühmte Sängerin, geb. 1805 zu Hamburg, Tochter der Schauspielerin Sophie S., trat 1820 zu Wien auf, sang später zu Berlin und Dresden mit dem Schauspieler Karl Devrient, mit welchem sie 1823–29 verheirathet war, und auf Kunstreisen, heirathete 1850 einen Gutsbesitzer in Livland.


Schrödter, Adolf, ausgezeichneter Maler im komischen Genre, geb. 1805 zu Schwedt, lernte in Berlin die Kupferstechkunst, ging 1829 nach Düsseldorf u. betrieb die Malerei. Zuerst machte er sich bekannt durch seine „Weinprobe“ u. „Rheinisches Wirthshausleben“. Am schönsten aber zeigt er seinen Humor in den Scenen zu Don Quixote, Eulenspiegel, Münchhausen, theils Oelgemälde, theils Radirungen und Holzschnitte. Ebenso ausgezeichnet ist er im Fries u. in der Arabeske.


Schröpfen, lat. scarificatio, örtliche Blutentziehung, bei der durch ein eigenes Instrument, den Schröpfschnepper, zahlreiche kleine Einschnitte in die Haut gemacht werden, aus denen sodann das Blut mittelst Saugwerkzeugen (Schröpfköpfen) herausgezogen wird. Diese sind glockenförmige Cylinder aus Glas oder Metall, in welchen man über einer Flamme die Luft verdünnt, worauf man sie schnell auf die Haut setzt, auf der sie durch den Druck der äußern Luft festsitzen und die sie innen in die Höhe ziehen. Weit häufiger als das S. kommt zu örtlicher Blutentziehung jetzt das Ansetzen von Blutegeln in Anwendung.


Schröter, Joh. Hieronymus, Astronom, geb. 1745 zu Erfurt, studierte zu Göttingen die Rechte, nebenbei Mathematik u. Astronomie, trat 1771 in hannöv. Staatsdienst und ward Oberamtmann und Justizrath zu Lilienthal, wo er sich eine mit den besten Instrumenten ausgerüstete Sternwarte errichtete; st. daselbst 1816. Seine astronomischen Entdeckungen u. Beobachtungen sind von Wichtigkeit, so die zur nähern Kenntniß des Merkur, der Venus, des Saturn, namentlich aber des Mondes: „Selenotopographische Fragmente“ 2 Bde., Lilienthal 1791, Gött. 1802.


Schröter, s. Hirschkäfer.


Schrot, das grob gemahlene Getreide. – S., Hagel, kleine Bleikugeln zur Erlegung von kleinerem Haarwild u. Vögeln. Bei der S.gießerei wird dem geschmolzenen Blei ein ganz kleiner Zusatz

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[125/0126] nicht zu vergessen ist, daß durch ihn der verachtete Schauspielerstand zu Ehren kam, weil er als Director streng auf Ordnung, Anstand und sittliches Betragen hielt u. selber mit gutem Beispiele voranging. Als Dichter war S. etwa von 1785 an durch eigene Stücke (der Vetter aus Lissabon, der vernünftige Narr, Stille Wasser sind tief u. s. w.) und durch Bearbeitung fremder ein Begründer des den Engländern und Franzosen nachgebildeten bürgerlichen od. Familienschauspiels in Deutschland. Werke hrsggb. von Bülow, mit einer Einleitung von Tieck, Berlin 1831, 4 Bde. Schröder, Sophie, geborne Bürger, berühmte Schauspielerin, geb. 1781 zu Paderborn, spielte frühzeitig in Petersburg, Wien u. s. f. naive Rollen, kam 1801 nach Hamburg, wo sie den Ruf der ersten tragischen Künstlerin ihrer Zeit errang, zumal nirgends eine ebenbürtige Nebenbuhlerin vorhanden war. Sie heirathete 1804 den Tenoristen Friedr. S., spielte 1813–29 am Hoftheater zu Wien, alsdann zu München, kehrte 1836 nach Wien zurück u. wurde 1840 pensionirt. S. Smets. Schröder, Name vieler deutschen Gelehrten z. B. der Theologen Joh. (geb. 1572, gest. 1621 als erster Pastor zu Nürnberg) und Johann Joachim S. (geb. 1680, gest. 1756 als Senior der Universität Marburg), dann des Schriftstellers Heinr. Eilhard (geb. 1719 zu Lübeck, gest. 1753), dann des Philologen Joh. Wilh. (geb. 1726, gest. 1793 zu Marburg) u. a. m. – Unter den heutigen Trägern dieses Namens ragt hervor der Schwede Joh. Henrik, geb. 1791 zu Westeräs, seit 1830 Professor und Oberbibliothekar zu Upsala, verdient durch Herausgabe der Quellenschriftsteller über die Geschichte seines Vaterlandes während des Mittelalters (1.–3. Bd., Upsala 1818–55), ferner von „Monumenta diplomatica“ (ebds. 1822) und „Numismata Anglo Saxonica“ (ebdsst. 1825) u. s. f. Schröder-Devrient (Devriäng), Wilhelmine, berühmte Sängerin, geb. 1805 zu Hamburg, Tochter der Schauspielerin Sophie S., trat 1820 zu Wien auf, sang später zu Berlin und Dresden mit dem Schauspieler Karl Devrient, mit welchem sie 1823–29 verheirathet war, und auf Kunstreisen, heirathete 1850 einen Gutsbesitzer in Livland. Schrödter, Adolf, ausgezeichneter Maler im komischen Genre, geb. 1805 zu Schwedt, lernte in Berlin die Kupferstechkunst, ging 1829 nach Düsseldorf u. betrieb die Malerei. Zuerst machte er sich bekannt durch seine „Weinprobe“ u. „Rheinisches Wirthshausleben“. Am schönsten aber zeigt er seinen Humor in den Scenen zu Don Quixote, Eulenspiegel, Münchhausen, theils Oelgemälde, theils Radirungen und Holzschnitte. Ebenso ausgezeichnet ist er im Fries u. in der Arabeske. Schröpfen, lat. scarificatio, örtliche Blutentziehung, bei der durch ein eigenes Instrument, den Schröpfschnepper, zahlreiche kleine Einschnitte in die Haut gemacht werden, aus denen sodann das Blut mittelst Saugwerkzeugen (Schröpfköpfen) herausgezogen wird. Diese sind glockenförmige Cylinder aus Glas oder Metall, in welchen man über einer Flamme die Luft verdünnt, worauf man sie schnell auf die Haut setzt, auf der sie durch den Druck der äußern Luft festsitzen und die sie innen in die Höhe ziehen. Weit häufiger als das S. kommt zu örtlicher Blutentziehung jetzt das Ansetzen von Blutegeln in Anwendung. Schröter, Joh. Hieronymus, Astronom, geb. 1745 zu Erfurt, studierte zu Göttingen die Rechte, nebenbei Mathematik u. Astronomie, trat 1771 in hannöv. Staatsdienst und ward Oberamtmann und Justizrath zu Lilienthal, wo er sich eine mit den besten Instrumenten ausgerüstete Sternwarte errichtete; st. daselbst 1816. Seine astronomischen Entdeckungen u. Beobachtungen sind von Wichtigkeit, so die zur nähern Kenntniß des Merkur, der Venus, des Saturn, namentlich aber des Mondes: „Selenotopographische Fragmente“ 2 Bde., Lilienthal 1791, Gött. 1802. Schröter, s. Hirschkäfer. Schrot, das grob gemahlene Getreide. – S., Hagel, kleine Bleikugeln zur Erlegung von kleinerem Haarwild u. Vögeln. Bei der S.gießerei wird dem geschmolzenen Blei ein ganz kleiner Zusatz

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Zitationshilfe: Herders Conversations-Lexikon. Bd. 5. Freiburg im Breisgau, 1857, S. 125. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/nn_conversationslexikon05_1857/126>, abgerufen am 25.11.2020.