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Herders Conversations-Lexikon. Bd. 5. Freiburg im Breisgau, 1857.

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Daphne 1627 als erste in Torgau aufführte, lieferte ihrer Zeit vielbelobte Kirchencompositionen.


Schütz, Christian Gottfried, Philolog und Mitbegründer der Jenaer Allgemeinen Literaturzeitung, geb. 1747 zu Dederstädt bei Eisleben, gest. 1832 zu Halle, wo er 1769-79 und dann wieder von 1804 an Professor gewesen war. Lieferte gute Ausgaben des Cicero (dabei ein Lexicon Ciceronianum) u. Aeschyl, machte in der Jenaer Literaturzeitung zuerst auf Kants Kritik der reinen Vernunft aufmerksam und hinterließ eine Menge jetzt vergessener gelehrter Arbeiten. Eine weitläufige Lebensbeschreibung von ihm schrieb sein Sohn Friedr. Karl Julius, geb. 1779 zu Halle, längere Zeit Professor in Halle u. einige Jahre mit der Schauspielerin Händel-S. (s. d.) verheirathet, hatte schon 1810 eine Geschichte Napoleons I., später auch 7 Bde. über "Göthe's Philosophie" u. dgl. geschrieben.


Schütz, Wilh. von, der Dramatiker der romantischen Schule, Historiker und Philosoph, geb. 1776, trat in preuß. Staatsdienste und wurde Landrath und Ritterschaftsdirector der Provinz Sachsen, gab 1811 seine Stelle auf, lebte meist auf seinem Gute Reichenwalde bei Frankfurt a. d. O., wurde 1840 zu Mariaschein in der Lausitz kathol. u. st. 1847 zu Leipzig. Ahmte Friedr. Schlegels Alarkos mit dem Trauerspiel "Lacrimas", Göthe in dem allegorisch-mystischen Gedicht "Raub der Proserpina" nach, lieferte 1821 ein vielbelobtes historisches Schauspiel "Karl der Kühne"; unter seinen philosophischen, historischen, ästhetischen, theologischen, politischen, national-ökonomischen u. agronomischen Arbeiten heben wir hervor eine intellectuelle u. substantielle Morphologie, eine Schrift über Hegel und Günther, eine über den Kirchenstaat, biblisch-prophetisch begründet in Rom (Leipz. 1831), Abhandlungen über Maria Stuart, die Bartholomäusnacht, Lehnins Weissagung, Deutschkatholicismus, Puseyismus, Protestantismus u. Katholicismus, Göthes Faust u. der Protestantismus, über den christkathol. Ackerbau.


Schütze, Joh. Stephan, geb. 1771 zu Olvenstädt bei Magdeburg, gest. 1839 als Hofrath zu Weimar, schrieb Lustspiele, humoristische Erzählungen, lyrische Gedichte etc., gab 1814-36 das "Taschenbuch für Liebe u. Freundschaft" heraus.


Schuh, Fußbekleidung, die nur bis an die Knöchel reicht, kann aus Holz, Bast, Binsen, Hanf, verschiedenem Zeuge oder Leder bestehen; S., als Längenmaß gleichbedeutend mit Fuß.


Schuiskoi, russ. Fürstenfamilie aus dem Geschlechte Ruriks; Wasilij Iwanowitsch stürzte den falschen Demetrius 1606, bestieg als Wasilij III. den Czarenthron, unterlag aber 1610 den vereinigten Polen und Schweden u. st. im Gefängnisse.


Schuite (Scheute), Schüte, langes, breites, flachgebautes Schiff, besonders in Holland zur Fluß- und Kanalfahrt benutzt; es heißt Trek-S., wenn es von Pferden gezogen wird.


Schuking, s. chin. Sprache u. Literatur.


Schukoffski, Wasilij Andrejowitsch, geb. 1783 zu Moskau aus einer adeligen Familie, machte den Feldzug von 1812 mit, hielt später der Gemahlin Kaisers Nikolaus I. Vorträge über russ. Literatur u. leitete die Studien des Kronprinzen; st. 1852. Er gilt als einer der Gründer der romantischen Schule der russ. Literatur; schrieb "Gedichte" und übersetzte mancherlei aus dem Deutschen.


Schulbrüder u. Schulschwestern, heißen die Mitglieder von Congregationen und Vereinen, welche sich die Jugendbildung zu ihrer eigentlichen Aufgabe gemacht haben. Solche sind: die Schulbrüder von de la Salle (freres des ecoles chretiennes), 1680 von dem Canonicus Jean Baptiste de la Salle gegründet, gegenwärtig ein großartiges Institut, das in Frankreich, Belgien, Italien, Deutschland, Nordamerika etc. über 200000 Knaben unterrichtet, von einem Generalsuperior zu Paris und nach der Zahl der Provinzen von Assistenten dirigirt wird; die S. von la Mennais, 1820 in der Bretagne gegründet, in Frankreich und den franz. Colonien thätig; - der Gebrüder Baillard, gestiftet 1837; - von Chaminade, gestiftet zu Bordeaux; - von Puy; - von E. Rice,

Daphne 1627 als erste in Torgau aufführte, lieferte ihrer Zeit vielbelobte Kirchencompositionen.


Schütz, Christian Gottfried, Philolog und Mitbegründer der Jenaer Allgemeinen Literaturzeitung, geb. 1747 zu Dederstädt bei Eisleben, gest. 1832 zu Halle, wo er 1769–79 und dann wieder von 1804 an Professor gewesen war. Lieferte gute Ausgaben des Cicero (dabei ein Lexicon Ciceronianum) u. Aeschyl, machte in der Jenaer Literaturzeitung zuerst auf Kants Kritik der reinen Vernunft aufmerksam und hinterließ eine Menge jetzt vergessener gelehrter Arbeiten. Eine weitläufige Lebensbeschreibung von ihm schrieb sein Sohn Friedr. Karl Julius, geb. 1779 zu Halle, längere Zeit Professor in Halle u. einige Jahre mit der Schauspielerin Händel-S. (s. d.) verheirathet, hatte schon 1810 eine Geschichte Napoleons I., später auch 7 Bde. über „Göthe's Philosophie“ u. dgl. geschrieben.


Schütz, Wilh. von, der Dramatiker der romantischen Schule, Historiker und Philosoph, geb. 1776, trat in preuß. Staatsdienste und wurde Landrath und Ritterschaftsdirector der Provinz Sachsen, gab 1811 seine Stelle auf, lebte meist auf seinem Gute Reichenwalde bei Frankfurt a. d. O., wurde 1840 zu Mariaschein in der Lausitz kathol. u. st. 1847 zu Leipzig. Ahmte Friedr. Schlegels Alarkos mit dem Trauerspiel „Lacrimas“, Göthe in dem allegorisch-mystischen Gedicht „Raub der Proserpina“ nach, lieferte 1821 ein vielbelobtes historisches Schauspiel „Karl der Kühne“; unter seinen philosophischen, historischen, ästhetischen, theologischen, politischen, national-ökonomischen u. agronomischen Arbeiten heben wir hervor eine intellectuelle u. substantielle Morphologie, eine Schrift über Hegel und Günther, eine über den Kirchenstaat, biblisch-prophetisch begründet in Rom (Leipz. 1831), Abhandlungen über Maria Stuart, die Bartholomäusnacht, Lehnins Weissagung, Deutschkatholicismus, Puseyismus, Protestantismus u. Katholicismus, Göthes Faust u. der Protestantismus, über den christkathol. Ackerbau.


Schütze, Joh. Stephan, geb. 1771 zu Olvenstädt bei Magdeburg, gest. 1839 als Hofrath zu Weimar, schrieb Lustspiele, humoristische Erzählungen, lyrische Gedichte etc., gab 1814–36 das „Taschenbuch für Liebe u. Freundschaft“ heraus.


Schuh, Fußbekleidung, die nur bis an die Knöchel reicht, kann aus Holz, Bast, Binsen, Hanf, verschiedenem Zeuge oder Leder bestehen; S., als Längenmaß gleichbedeutend mit Fuß.


Schuiskoi, russ. Fürstenfamilie aus dem Geschlechte Ruriks; Wasilij Iwanowitsch stürzte den falschen Demetrius 1606, bestieg als Wasilij III. den Czarenthron, unterlag aber 1610 den vereinigten Polen und Schweden u. st. im Gefängnisse.


Schuite (Scheute), Schüte, langes, breites, flachgebautes Schiff, besonders in Holland zur Fluß- und Kanalfahrt benutzt; es heißt Trek-S., wenn es von Pferden gezogen wird.


Schuking, s. chin. Sprache u. Literatur.


Schukoffski, Wasilij Andrejowitsch, geb. 1783 zu Moskau aus einer adeligen Familie, machte den Feldzug von 1812 mit, hielt später der Gemahlin Kaisers Nikolaus I. Vorträge über russ. Literatur u. leitete die Studien des Kronprinzen; st. 1852. Er gilt als einer der Gründer der romantischen Schule der russ. Literatur; schrieb „Gedichte“ und übersetzte mancherlei aus dem Deutschen.


Schulbrüder u. Schulschwestern, heißen die Mitglieder von Congregationen und Vereinen, welche sich die Jugendbildung zu ihrer eigentlichen Aufgabe gemacht haben. Solche sind: die Schulbrüder von de la Salle (frères des écoles chrétiennes), 1680 von dem Canonicus Jean Baptiste de la Salle gegründet, gegenwärtig ein großartiges Institut, das in Frankreich, Belgien, Italien, Deutschland, Nordamerika etc. über 200000 Knaben unterrichtet, von einem Generalsuperior zu Paris und nach der Zahl der Provinzen von Assistenten dirigirt wird; die S. von la Mennais, 1820 in der Bretagne gegründet, in Frankreich und den franz. Colonien thätig; – der Gebrüder Baillard, gestiftet 1837; – von Chaminade, gestiftet zu Bordeaux; – von Puy; – von E. Rice,

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[128/0129] Daphne 1627 als erste in Torgau aufführte, lieferte ihrer Zeit vielbelobte Kirchencompositionen. Schütz, Christian Gottfried, Philolog und Mitbegründer der Jenaer Allgemeinen Literaturzeitung, geb. 1747 zu Dederstädt bei Eisleben, gest. 1832 zu Halle, wo er 1769–79 und dann wieder von 1804 an Professor gewesen war. Lieferte gute Ausgaben des Cicero (dabei ein Lexicon Ciceronianum) u. Aeschyl, machte in der Jenaer Literaturzeitung zuerst auf Kants Kritik der reinen Vernunft aufmerksam und hinterließ eine Menge jetzt vergessener gelehrter Arbeiten. Eine weitläufige Lebensbeschreibung von ihm schrieb sein Sohn Friedr. Karl Julius, geb. 1779 zu Halle, längere Zeit Professor in Halle u. einige Jahre mit der Schauspielerin Händel-S. (s. d.) verheirathet, hatte schon 1810 eine Geschichte Napoleons I., später auch 7 Bde. über „Göthe's Philosophie“ u. dgl. geschrieben. Schütz, Wilh. von, der Dramatiker der romantischen Schule, Historiker und Philosoph, geb. 1776, trat in preuß. Staatsdienste und wurde Landrath und Ritterschaftsdirector der Provinz Sachsen, gab 1811 seine Stelle auf, lebte meist auf seinem Gute Reichenwalde bei Frankfurt a. d. O., wurde 1840 zu Mariaschein in der Lausitz kathol. u. st. 1847 zu Leipzig. Ahmte Friedr. Schlegels Alarkos mit dem Trauerspiel „Lacrimas“, Göthe in dem allegorisch-mystischen Gedicht „Raub der Proserpina“ nach, lieferte 1821 ein vielbelobtes historisches Schauspiel „Karl der Kühne“; unter seinen philosophischen, historischen, ästhetischen, theologischen, politischen, national-ökonomischen u. agronomischen Arbeiten heben wir hervor eine intellectuelle u. substantielle Morphologie, eine Schrift über Hegel und Günther, eine über den Kirchenstaat, biblisch-prophetisch begründet in Rom (Leipz. 1831), Abhandlungen über Maria Stuart, die Bartholomäusnacht, Lehnins Weissagung, Deutschkatholicismus, Puseyismus, Protestantismus u. Katholicismus, Göthes Faust u. der Protestantismus, über den christkathol. Ackerbau. Schütze, Joh. Stephan, geb. 1771 zu Olvenstädt bei Magdeburg, gest. 1839 als Hofrath zu Weimar, schrieb Lustspiele, humoristische Erzählungen, lyrische Gedichte etc., gab 1814–36 das „Taschenbuch für Liebe u. Freundschaft“ heraus. Schuh, Fußbekleidung, die nur bis an die Knöchel reicht, kann aus Holz, Bast, Binsen, Hanf, verschiedenem Zeuge oder Leder bestehen; S., als Längenmaß gleichbedeutend mit Fuß. Schuiskoi, russ. Fürstenfamilie aus dem Geschlechte Ruriks; Wasilij Iwanowitsch stürzte den falschen Demetrius 1606, bestieg als Wasilij III. den Czarenthron, unterlag aber 1610 den vereinigten Polen und Schweden u. st. im Gefängnisse. Schuite (Scheute), Schüte, langes, breites, flachgebautes Schiff, besonders in Holland zur Fluß- und Kanalfahrt benutzt; es heißt Trek-S., wenn es von Pferden gezogen wird. Schuking, s. chin. Sprache u. Literatur. Schukoffski, Wasilij Andrejowitsch, geb. 1783 zu Moskau aus einer adeligen Familie, machte den Feldzug von 1812 mit, hielt später der Gemahlin Kaisers Nikolaus I. Vorträge über russ. Literatur u. leitete die Studien des Kronprinzen; st. 1852. Er gilt als einer der Gründer der romantischen Schule der russ. Literatur; schrieb „Gedichte“ und übersetzte mancherlei aus dem Deutschen. Schulbrüder u. Schulschwestern, heißen die Mitglieder von Congregationen und Vereinen, welche sich die Jugendbildung zu ihrer eigentlichen Aufgabe gemacht haben. Solche sind: die Schulbrüder von de la Salle (frères des écoles chrétiennes), 1680 von dem Canonicus Jean Baptiste de la Salle gegründet, gegenwärtig ein großartiges Institut, das in Frankreich, Belgien, Italien, Deutschland, Nordamerika etc. über 200000 Knaben unterrichtet, von einem Generalsuperior zu Paris und nach der Zahl der Provinzen von Assistenten dirigirt wird; die S. von la Mennais, 1820 in der Bretagne gegründet, in Frankreich und den franz. Colonien thätig; – der Gebrüder Baillard, gestiftet 1837; – von Chaminade, gestiftet zu Bordeaux; – von Puy; – von E. Rice,

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Zitationshilfe: Herders Conversations-Lexikon. Bd. 5. Freiburg im Breisgau, 1857, S. 128. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/nn_conversationslexikon05_1857/129>, abgerufen am 25.10.2020.