Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Herders Conversations-Lexikon. Bd. 5. Freiburg im Breisgau, 1857.

Bild:
<< vorherige Seite


Schwaden, nicht athembare Luftarten, die sich in Gruben entwickeln, namentlich Kohlensäure u. Schwefeldünste; verbinden sie sich mit Wasserstoffgas, so entstehen die sog. schlagenden Wetter, wenn sie mit dem Grubenlichte in Berührung kommen.


Schwadron, s. Escadron.


Schwäbische Dichter, nennt man zuweilen die Minnesänger des 13. Jahrh., weil die ausgezeichnetsten derselben in Süddeutschland u. namentlich in Schwaben daheim waren u. fast alle in schwäbischer (oberdeutscher) Mundart dichteten; s. Minnesang. Gegenwärtig heißen s. D. eine Reihe von Dichtern, die in Württemberg geboren sind und noch fast Alle wirken, als Dichter auf den Schultern der Romantik stehen, von gewissen Fehlern derselben frei blieben und dafür Vorzüge beibehielten. Unter ihnen steht den Romantikern am nächsten Justinus Kerner, sind gefeierte Meister des Liedes und der Ballade I. Ludwig Uhland u. Gustav Schwab, welchen dreien sich E. Mörike, Gustav u. Paul Achaz Pfizer, Karl Hartmann Mayer, Niclas Müller aus Langenau bei Ulm, W. Fr. Waiblinger (gest. 1830 zu Rom), A. Knapp, W. Hauff, W. Zimmermann, K. Kurtz u. a. anschlossen, namentlich auch die Schweizer Martin Usteri, Karl Rud. Tanner (gest. 1849) u. Abraham Eman. Fröhlich.


Schwäbische Kaiser, die Hohenstaufen.


Schwäbischer Kreis, das ehemalige Herzogthum Schwaben (mit Ausnahme der Schweiz, Rhätiens u. des Elsasses, also der Hälfte des ehemaligen Umfangs) hatte etwa 630 #M. mit 2200000 E., 31 weltliche Herren, 28 geistliche Stände, 31 Reichsstädte. Auf den Kreistagen, jährlich 2, in der Regel zu Ulm gehalten, theilten sie sich in 5 Bänke: geistliche u. weltliche Fürsten, Prälaten, Grafen und Herren, Städte.


Schwäbl, Franz Xaver, ein ausgezeichneter Theologe, geb. 1778 zu Reisbach in Niederbayern, zu Landshut Sailers Schüler u. Freund, 1801 Priester, dann viele Jahre Pfarrer in der Umgegend von Landshut, kam 1822 als Domcapitular nach München, wurde 1833 Bischof von Regensburg u. starb 1841. Unter seinen Jugend- und Erbauungsschriften erwähnen wir den Besten Rath für die studierende Jugend (1810), 2 Bände Geschichtspredigten (2. Aufl. München 1831), die kleine Hauslegende für den Bürger u. Landmann sowie Parabeln für die Jugend.


Schwächat, Schwechat, Marktflecken am gleichnamigen Bache unweit Wien, mit 2700 E., Kattundruckerei, Denksäule des Joh. Sobieski. Niederlage der ungarischen Insurgenten am 30. Oct. 1848.


Schwächung (lat. stuprum), außerrechtlicher Beischlaf, einfache Unzucht (freiwillige S.); Nothzucht od. Mißbrauch einer Schlafenden, Betrunkenen, Geistesschwachen (unfreiwillige S.).


Schwägerschaft (lat. affinitas), im engern Sinn das durch die Ehe begründete Verwandtschaftsverhältniß der Geschwister des einen Ehegatten mit dem andern Gatten; im weitern Sinn das Verhältniß des einen Ehegatten zu den Blutsfreunden des andern, analog im gleichen Grade wie diese unter sich. Die beiderseitigen Blutsfreunde z. B. zusammengebrachte Kinder sind unter sich nicht verschwägert. Die S. begründet eine ähnliche obwohl schwächere Pietätsverbindung, wie die Blutsverwandtschaft; sie hindert daher analog, aber in geringerem Maße die Ehe, immer (wie auch im mosaischen u. röm. Recht) für die in gerader Linie Verschwägerten, schon weniger in der Seitenlinie, wo heutzutage mehr und mehr Zugeständnisse erfolgen gegenüber den strengen Verboten im Mittelalter.


Schwämmchen, s. Aphten.


Schwämme, Thierschwämme (Spongiae), sind Organismen, die auf der Gränze des Thier- u. Pflanzenreichs stehen und von denen noch ungewiß ist, ob sie zu jenem oder diesem zu rechnen seien. Sie kommen nur im Wasser vor, sitzen fest und bestehen aus einer vielgestaltigen schwammigen Masse, die mit gallertartigem Schleim überzogen ist, welcher beim Trocknen verschwindet. Der gemeine Badeschwamm (s. Badeschwamm). Der gemeine See-


Schwaden, nicht athembare Luftarten, die sich in Gruben entwickeln, namentlich Kohlensäure u. Schwefeldünste; verbinden sie sich mit Wasserstoffgas, so entstehen die sog. schlagenden Wetter, wenn sie mit dem Grubenlichte in Berührung kommen.


Schwadron, s. Escadron.


Schwäbische Dichter, nennt man zuweilen die Minnesänger des 13. Jahrh., weil die ausgezeichnetsten derselben in Süddeutschland u. namentlich in Schwaben daheim waren u. fast alle in schwäbischer (oberdeutscher) Mundart dichteten; s. Minnesang. Gegenwärtig heißen s. D. eine Reihe von Dichtern, die in Württemberg geboren sind und noch fast Alle wirken, als Dichter auf den Schultern der Romantik stehen, von gewissen Fehlern derselben frei blieben und dafür Vorzüge beibehielten. Unter ihnen steht den Romantikern am nächsten Justinus Kerner, sind gefeierte Meister des Liedes und der Ballade I. Ludwig Uhland u. Gustav Schwab, welchen dreien sich E. Mörike, Gustav u. Paul Achaz Pfizer, Karl Hartmann Mayer, Niclas Müller aus Langenau bei Ulm, W. Fr. Waiblinger (gest. 1830 zu Rom), A. Knapp, W. Hauff, W. Zimmermann, K. Kurtz u. a. anschlossen, namentlich auch die Schweizer Martin Usteri, Karl Rud. Tanner (gest. 1849) u. Abraham Eman. Fröhlich.


Schwäbische Kaiser, die Hohenstaufen.


Schwäbischer Kreis, das ehemalige Herzogthum Schwaben (mit Ausnahme der Schweiz, Rhätiens u. des Elsasses, also der Hälfte des ehemaligen Umfangs) hatte etwa 630 □M. mit 2200000 E., 31 weltliche Herren, 28 geistliche Stände, 31 Reichsstädte. Auf den Kreistagen, jährlich 2, in der Regel zu Ulm gehalten, theilten sie sich in 5 Bänke: geistliche u. weltliche Fürsten, Prälaten, Grafen und Herren, Städte.


Schwäbl, Franz Xaver, ein ausgezeichneter Theologe, geb. 1778 zu Reisbach in Niederbayern, zu Landshut Sailers Schüler u. Freund, 1801 Priester, dann viele Jahre Pfarrer in der Umgegend von Landshut, kam 1822 als Domcapitular nach München, wurde 1833 Bischof von Regensburg u. starb 1841. Unter seinen Jugend- und Erbauungsschriften erwähnen wir den Besten Rath für die studierende Jugend (1810), 2 Bände Geschichtspredigten (2. Aufl. München 1831), die kleine Hauslegende für den Bürger u. Landmann sowie Parabeln für die Jugend.


Schwächat, Schwechat, Marktflecken am gleichnamigen Bache unweit Wien, mit 2700 E., Kattundruckerei, Denksäule des Joh. Sobieski. Niederlage der ungarischen Insurgenten am 30. Oct. 1848.


Schwächung (lat. stuprum), außerrechtlicher Beischlaf, einfache Unzucht (freiwillige S.); Nothzucht od. Mißbrauch einer Schlafenden, Betrunkenen, Geistesschwachen (unfreiwillige S.).


Schwägerschaft (lat. affinitas), im engern Sinn das durch die Ehe begründete Verwandtschaftsverhältniß der Geschwister des einen Ehegatten mit dem andern Gatten; im weitern Sinn das Verhältniß des einen Ehegatten zu den Blutsfreunden des andern, analog im gleichen Grade wie diese unter sich. Die beiderseitigen Blutsfreunde z. B. zusammengebrachte Kinder sind unter sich nicht verschwägert. Die S. begründet eine ähnliche obwohl schwächere Pietätsverbindung, wie die Blutsverwandtschaft; sie hindert daher analog, aber in geringerem Maße die Ehe, immer (wie auch im mosaischen u. röm. Recht) für die in gerader Linie Verschwägerten, schon weniger in der Seitenlinie, wo heutzutage mehr und mehr Zugeständnisse erfolgen gegenüber den strengen Verboten im Mittelalter.


Schwämmchen, s. Aphten.


Schwämme, Thierschwämme (Spongiae), sind Organismen, die auf der Gränze des Thier- u. Pflanzenreichs stehen und von denen noch ungewiß ist, ob sie zu jenem oder diesem zu rechnen seien. Sie kommen nur im Wasser vor, sitzen fest und bestehen aus einer vielgestaltigen schwammigen Masse, die mit gallertartigem Schleim überzogen ist, welcher beim Trocknen verschwindet. Der gemeine Badeschwamm (s. Badeschwamm). Der gemeine See-

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p>
            <pb facs="#f0137" n="136"/>
          </p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Schwaden</hi>, nicht athembare Luftarten, die sich in Gruben entwickeln, namentlich Kohlensäure u. Schwefeldünste; verbinden sie sich mit Wasserstoffgas, so entstehen die sog. <hi rendition="#g">schlagenden Wetter</hi>, wenn sie mit dem Grubenlichte in Berührung kommen.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Schwadron</hi>, s. Escadron.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Schwäbische Dichter</hi>, nennt man zuweilen die Minnesänger des 13. Jahrh., weil die ausgezeichnetsten derselben in Süddeutschland u. namentlich in Schwaben daheim waren u. fast alle in schwäbischer (oberdeutscher) Mundart dichteten; s. Minnesang. Gegenwärtig heißen s. D. eine Reihe von Dichtern, die in Württemberg geboren sind und noch fast Alle wirken, als Dichter auf den Schultern der Romantik stehen, von gewissen Fehlern derselben frei blieben und dafür Vorzüge beibehielten. Unter ihnen steht den Romantikern am nächsten <hi rendition="#g">Justinus Kerner</hi>, sind gefeierte Meister des Liedes und der Ballade I. <hi rendition="#g">Ludwig Uhland</hi> u. <hi rendition="#g">Gustav Schwab</hi>, welchen dreien sich E. Mörike, Gustav u. Paul Achaz Pfizer, Karl Hartmann Mayer, Niclas Müller aus Langenau bei Ulm, W. Fr. Waiblinger (gest. 1830 zu Rom), A. Knapp, W. Hauff, W. Zimmermann, K. Kurtz u. a. anschlossen, namentlich auch die Schweizer Martin Usteri, Karl Rud. Tanner (gest. 1849) u. Abraham Eman. Fröhlich.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Schwäbische Kaiser</hi>, die Hohenstaufen.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Schwäbischer Kreis</hi>, das ehemalige Herzogthum Schwaben (mit Ausnahme der Schweiz, Rhätiens u. des Elsasses, also der Hälfte des ehemaligen Umfangs) hatte etwa 630 &#x25A1;M. mit 2200000 E., 31 weltliche Herren, 28 geistliche Stände, 31 Reichsstädte. Auf den Kreistagen, jährlich 2, in der Regel zu Ulm gehalten, theilten sie sich in 5 Bänke: geistliche u. weltliche Fürsten, Prälaten, Grafen und Herren, Städte.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Schwäbl</hi>, Franz Xaver, ein ausgezeichneter Theologe, geb. 1778 zu Reisbach in Niederbayern, zu Landshut Sailers Schüler u. Freund, 1801 Priester, dann viele Jahre Pfarrer in der Umgegend von Landshut, kam 1822 als Domcapitular nach München, wurde 1833 Bischof von Regensburg u. starb 1841. Unter seinen Jugend- und Erbauungsschriften erwähnen wir den Besten Rath für die studierende Jugend (1810), 2 Bände Geschichtspredigten (2. Aufl. München 1831), die kleine Hauslegende für den Bürger u. Landmann sowie Parabeln für die Jugend.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Schwächat</hi>, <hi rendition="#g">Schwechat</hi>, Marktflecken am gleichnamigen Bache unweit Wien, mit 2700 E., Kattundruckerei, Denksäule des Joh. Sobieski. Niederlage der ungarischen Insurgenten am 30. Oct. 1848.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Schwächung</hi> (lat. <hi rendition="#i">stuprum</hi>), außerrechtlicher Beischlaf, einfache Unzucht (<hi rendition="#g">freiwillige</hi> S.); Nothzucht od. Mißbrauch einer Schlafenden, Betrunkenen, Geistesschwachen (<hi rendition="#g">unfreiwillige</hi> S.).</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Schwägerschaft</hi> (lat. <hi rendition="#i">affinitas),</hi> im engern Sinn das durch die Ehe begründete Verwandtschaftsverhältniß der Geschwister des einen Ehegatten mit dem andern Gatten; im weitern Sinn das Verhältniß des einen Ehegatten zu den Blutsfreunden des andern, analog im gleichen Grade wie diese unter sich. Die beiderseitigen Blutsfreunde z. B. zusammengebrachte Kinder sind unter sich nicht verschwägert. Die S. begründet eine ähnliche obwohl schwächere Pietätsverbindung, wie die Blutsverwandtschaft; sie hindert daher analog, aber in geringerem Maße die Ehe, immer (wie auch im mosaischen u. röm. Recht) für die in gerader Linie Verschwägerten, schon weniger in der Seitenlinie, wo heutzutage mehr und mehr Zugeständnisse erfolgen gegenüber den strengen Verboten im Mittelalter.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Schwämmchen</hi>, s. Aphten.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Schwämme</hi>, <hi rendition="#g">Thierschwämme</hi><hi rendition="#i">(Spongiae)</hi>, sind Organismen, die auf der Gränze des Thier- u. Pflanzenreichs stehen und von denen noch ungewiß ist, ob sie zu jenem oder diesem zu rechnen seien. Sie kommen nur im Wasser vor, sitzen fest und bestehen aus einer vielgestaltigen schwammigen Masse, die mit gallertartigem Schleim überzogen ist, welcher beim Trocknen verschwindet. Der <hi rendition="#g">gemeine Badeschwamm</hi> (s. Badeschwamm). Der <hi rendition="#g">gemeine See-
</hi></p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[136/0137] Schwaden, nicht athembare Luftarten, die sich in Gruben entwickeln, namentlich Kohlensäure u. Schwefeldünste; verbinden sie sich mit Wasserstoffgas, so entstehen die sog. schlagenden Wetter, wenn sie mit dem Grubenlichte in Berührung kommen. Schwadron, s. Escadron. Schwäbische Dichter, nennt man zuweilen die Minnesänger des 13. Jahrh., weil die ausgezeichnetsten derselben in Süddeutschland u. namentlich in Schwaben daheim waren u. fast alle in schwäbischer (oberdeutscher) Mundart dichteten; s. Minnesang. Gegenwärtig heißen s. D. eine Reihe von Dichtern, die in Württemberg geboren sind und noch fast Alle wirken, als Dichter auf den Schultern der Romantik stehen, von gewissen Fehlern derselben frei blieben und dafür Vorzüge beibehielten. Unter ihnen steht den Romantikern am nächsten Justinus Kerner, sind gefeierte Meister des Liedes und der Ballade I. Ludwig Uhland u. Gustav Schwab, welchen dreien sich E. Mörike, Gustav u. Paul Achaz Pfizer, Karl Hartmann Mayer, Niclas Müller aus Langenau bei Ulm, W. Fr. Waiblinger (gest. 1830 zu Rom), A. Knapp, W. Hauff, W. Zimmermann, K. Kurtz u. a. anschlossen, namentlich auch die Schweizer Martin Usteri, Karl Rud. Tanner (gest. 1849) u. Abraham Eman. Fröhlich. Schwäbische Kaiser, die Hohenstaufen. Schwäbischer Kreis, das ehemalige Herzogthum Schwaben (mit Ausnahme der Schweiz, Rhätiens u. des Elsasses, also der Hälfte des ehemaligen Umfangs) hatte etwa 630 □M. mit 2200000 E., 31 weltliche Herren, 28 geistliche Stände, 31 Reichsstädte. Auf den Kreistagen, jährlich 2, in der Regel zu Ulm gehalten, theilten sie sich in 5 Bänke: geistliche u. weltliche Fürsten, Prälaten, Grafen und Herren, Städte. Schwäbl, Franz Xaver, ein ausgezeichneter Theologe, geb. 1778 zu Reisbach in Niederbayern, zu Landshut Sailers Schüler u. Freund, 1801 Priester, dann viele Jahre Pfarrer in der Umgegend von Landshut, kam 1822 als Domcapitular nach München, wurde 1833 Bischof von Regensburg u. starb 1841. Unter seinen Jugend- und Erbauungsschriften erwähnen wir den Besten Rath für die studierende Jugend (1810), 2 Bände Geschichtspredigten (2. Aufl. München 1831), die kleine Hauslegende für den Bürger u. Landmann sowie Parabeln für die Jugend. Schwächat, Schwechat, Marktflecken am gleichnamigen Bache unweit Wien, mit 2700 E., Kattundruckerei, Denksäule des Joh. Sobieski. Niederlage der ungarischen Insurgenten am 30. Oct. 1848. Schwächung (lat. stuprum), außerrechtlicher Beischlaf, einfache Unzucht (freiwillige S.); Nothzucht od. Mißbrauch einer Schlafenden, Betrunkenen, Geistesschwachen (unfreiwillige S.). Schwägerschaft (lat. affinitas), im engern Sinn das durch die Ehe begründete Verwandtschaftsverhältniß der Geschwister des einen Ehegatten mit dem andern Gatten; im weitern Sinn das Verhältniß des einen Ehegatten zu den Blutsfreunden des andern, analog im gleichen Grade wie diese unter sich. Die beiderseitigen Blutsfreunde z. B. zusammengebrachte Kinder sind unter sich nicht verschwägert. Die S. begründet eine ähnliche obwohl schwächere Pietätsverbindung, wie die Blutsverwandtschaft; sie hindert daher analog, aber in geringerem Maße die Ehe, immer (wie auch im mosaischen u. röm. Recht) für die in gerader Linie Verschwägerten, schon weniger in der Seitenlinie, wo heutzutage mehr und mehr Zugeständnisse erfolgen gegenüber den strengen Verboten im Mittelalter. Schwämmchen, s. Aphten. Schwämme, Thierschwämme (Spongiae), sind Organismen, die auf der Gränze des Thier- u. Pflanzenreichs stehen und von denen noch ungewiß ist, ob sie zu jenem oder diesem zu rechnen seien. Sie kommen nur im Wasser vor, sitzen fest und bestehen aus einer vielgestaltigen schwammigen Masse, die mit gallertartigem Schleim überzogen ist, welcher beim Trocknen verschwindet. Der gemeine Badeschwamm (s. Badeschwamm). Der gemeine See-

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

zeno.org – Contumax GmbH & Co. KG: Bereitstellung der Texttranskription. (2020-08-19T11:47:14Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.
Andreas Nolda: Bearbeitung der digitalen Edition. (2020-08-19T11:47:14Z)

Weitere Informationen:

Bogensignaturen: nicht übernommen; Druckfehler: keine Angabe; fremdsprachliches Material: keine Angabe; Geminations-/Abkürzungsstriche: keine Angabe; Hervorhebungen (Antiqua, Sperrschrift, Kursive etc.): gekennzeichnet; Hervorhebungen I/J in Fraktur: keine Angabe; i/j in Fraktur: keine Angabe; Kolumnentitel: nicht übernommen; Kustoden: keine Angabe; langes s (ſ): als s transkribiert; Normalisierungen: keine Angabe; rundes r (ꝛ): keine Angabe; Seitenumbrüche markiert: ja; Silbentrennung: aufgelöst; u/v bzw. U/V: keine Angabe; Vokale mit übergest. e: keine Angabe; Vollständigkeit: keine Angabe; Zeichensetzung: keine Angabe; Zeilenumbrüche markiert: nein;




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/nn_conversationslexikon05_1857
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/nn_conversationslexikon05_1857/137
Zitationshilfe: Herders Conversations-Lexikon. Bd. 5. Freiburg im Breisgau, 1857, S. 136. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/nn_conversationslexikon05_1857/137>, abgerufen am 25.10.2020.