Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Herders Conversations-Lexikon. Bd. 5. Freiburg im Breisgau, 1857.

Bild:
<< vorherige Seite

vorkommt u. epidemisch verheerend auftritt, hat seine volle Richtigkeit, nur wurden in früheren Zeiten dem Scharbok eine größere Häufigkeit u. Ausdehnung zugeschrieben als er wirklich hat, denn septische Zustände, wie dieselben bei jedem Individuum vorkommen können, dürfen nicht hieher gerechnet werden. Das beste Heilmittel gegen S. ist Wechsel des Klimas in Verbindung mit dem Genuß von frischen, kräftigen Nahrungsmitteln. Besonderen Ruf haben auch die Nahrungs- u. Arzneimittel aus der Pflanzenfamilie der Cruciferen: Löffelkraut, Meerrettig, die Kohlarten, diese sämmtlich aber im frischen Zustande.


Score, in England Zahl von 20 Stück; Steinkohlenmaß = 21 Chaldrons.


Scorso, ital., was passato, der verflossene Monat; Verfallzeit eines Wechsels.


Scortation, lat.-deutsch, außereheliche fleischliche Vermischung.


Scorzo, als röm. Getreidemaß = 918 etc., als Salzmaß = 12401/3 Par. Kubikfuß.


Scossion, ital.-dtsch., Empfang; Bezahlung einer Anweisung od. Wechsels.


Scotatio, mittelalt.-lat., Salung, die Eigenthumsübertragung von Grundstücken, wobei als Symbol eine Erdscholle aus denselben überreicht wurde.


Scoten, s. Schottland.


Scott, Walter, einer der bekanntesten Romanenschreiber Großbritanniens, der Vater des in allen Ländern gepflegten historischen Romans in seiner kunstmäßigsten Gestalt, geb. 1771 zu Edinburgh aus einem alten schottischen Geschlechte, wurde 1792 Advokat, beschäftigte sich aber weit lieber mit der schönen Literatur als mit Processen, betrat die Schriftstellerbahn mit Uebersetzungen aus dem Deutschen (Bürgers Lenore und wilder Jäger; Göthes Götz von Berlichingen), dichtete Balladen (Glenfinlas; der Abend des hl. Johannes) u. sammelte Balladen, namentlich bei den Bewohnern des romantischen und von der übrigen Welt abgeschlossenen Thales Liddesdale, deren Herausgabe ihm wesentlich nützte (the minstrelsy of the Scotish borders). Während er einträgliche und ziemlich mühelose Aemter erhielt (er wurde 1800 Sheriff der Grafschaft Selkirk, 1806 erster Gerichtsschreiber bei dem schottischen Obergericht), erwarb er Ruhm u. Geld durch das "Lied des letzten Minnesängers" (1805), das stürmische Heldengedicht "Marmion a tale of Flotenfield" (1808) und durch das "Fräulein vom See" (the lady of the lake, 18101, besorgte zugleich Ausgaben der Werke von Dryden, Swift u. a. m. und wurde Mitarbeiter an Southey's "Annual register." 1811 kaufte er sich am Ufer des Tweed sein Landgut Abbotsford, beschäftigte sich angelegentlich mit der Verbesserung u. Verschönerung desselben und schien sich als Schriftsteller bereits überlebt zu haben, zumal Lord Byron als Stern erster Größe am Dichterhimmel Großbritanniens zu glänzen begann. Aber jetzt wurde S. Romanenschriftsteller u. zum "großen Unbekannten," der das neugierige Europa über ein Jahrzehnt auf seinen Namen warten ließ. Der früheste Roman "Wawerley, or 'tis sixty years since" (1814) erschien nämlich anonym, hatte außerordentlichen Erfolg und fortan nannte sich S. nur "author of the Wawerley" (Verfasser des Wawerley); er schrieb viel und seine Romane (Guy Mannering 1815; the antiquary 1816; the tales of my landbord in mehren Reihenfolgen; Rob Roy 1818; dann Romane, deren Schauplatz nicht mehr Schottland, sondern England war z. B. Ivanhoe (1820), Kenilworth (1821), Quentin Durward (1823 u. s. f.) flogen in Uebersetzungen sofort in alle civilisirten Länder, allein 1826 kam er durch den Bankerott seines Verlegers nicht nur um die pekuniären Früchte seiner Muse, sondern in Schulden und suchte sich durch doppelten Schreibeifer wieder emporzuarbeiten. Dem "Leben Napoleons", das S. schon 1827 in 9 Bänden fertig hatte, sieht man die Eile an, dabei hat es andere Fehler genug, doch trug es dem Verfasser nicht weniger als 12000 Louisdors ein. 1827 bekannte sich S. als den Verfasser der Wawerley-Romane, 1829 besorgte er eine Gesammtausgabe seiner Werke, strebte fortan, die Geschichte Schottlands zum Gemeingut des schottischen Volkes zu machen (Erzählungen eines Großvaters 1828-1830;

vorkommt u. epidemisch verheerend auftritt, hat seine volle Richtigkeit, nur wurden in früheren Zeiten dem Scharbok eine größere Häufigkeit u. Ausdehnung zugeschrieben als er wirklich hat, denn septische Zustände, wie dieselben bei jedem Individuum vorkommen können, dürfen nicht hieher gerechnet werden. Das beste Heilmittel gegen S. ist Wechsel des Klimas in Verbindung mit dem Genuß von frischen, kräftigen Nahrungsmitteln. Besonderen Ruf haben auch die Nahrungs- u. Arzneimittel aus der Pflanzenfamilie der Cruciferen: Löffelkraut, Meerrettig, die Kohlarten, diese sämmtlich aber im frischen Zustande.


Score, in England Zahl von 20 Stück; Steinkohlenmaß = 21 Chaldrons.


Scorso, ital., was passato, der verflossene Monat; Verfallzeit eines Wechsels.


Scortation, lat.-deutsch, außereheliche fleischliche Vermischung.


Scorzo, als röm. Getreidemaß = 918 etc., als Salzmaß = 12401/3 Par. Kubikfuß.


Scossion, ital.-dtsch., Empfang; Bezahlung einer Anweisung od. Wechsels.


Scotatio, mittelalt.-lat., Salung, die Eigenthumsübertragung von Grundstücken, wobei als Symbol eine Erdscholle aus denselben überreicht wurde.


Scoten, s. Schottland.


Scott, Walter, einer der bekanntesten Romanenschreiber Großbritanniens, der Vater des in allen Ländern gepflegten historischen Romans in seiner kunstmäßigsten Gestalt, geb. 1771 zu Edinburgh aus einem alten schottischen Geschlechte, wurde 1792 Advokat, beschäftigte sich aber weit lieber mit der schönen Literatur als mit Processen, betrat die Schriftstellerbahn mit Uebersetzungen aus dem Deutschen (Bürgers Lenore und wilder Jäger; Göthes Götz von Berlichingen), dichtete Balladen (Glenfinlas; der Abend des hl. Johannes) u. sammelte Balladen, namentlich bei den Bewohnern des romantischen und von der übrigen Welt abgeschlossenen Thales Liddesdale, deren Herausgabe ihm wesentlich nützte (the minstrelsy of the Scotish borders). Während er einträgliche und ziemlich mühelose Aemter erhielt (er wurde 1800 Sheriff der Grafschaft Selkirk, 1806 erster Gerichtsschreiber bei dem schottischen Obergericht), erwarb er Ruhm u. Geld durch das „Lied des letzten Minnesängers“ (1805), das stürmische Heldengedicht „Marmion a tale of Flotenfield“ (1808) und durch das „Fräulein vom See“ (the lady of the lake, 18101, besorgte zugleich Ausgaben der Werke von Dryden, Swift u. a. m. und wurde Mitarbeiter an Southey's „Annual register.“ 1811 kaufte er sich am Ufer des Tweed sein Landgut Abbotsford, beschäftigte sich angelegentlich mit der Verbesserung u. Verschönerung desselben und schien sich als Schriftsteller bereits überlebt zu haben, zumal Lord Byron als Stern erster Größe am Dichterhimmel Großbritanniens zu glänzen begann. Aber jetzt wurde S. Romanenschriftsteller u. zum „großen Unbekannten,“ der das neugierige Europa über ein Jahrzehnt auf seinen Namen warten ließ. Der früheste Roman „Wawerley, or 'tis sixty years since“ (1814) erschien nämlich anonym, hatte außerordentlichen Erfolg und fortan nannte sich S. nur „author of the Wawerley“ (Verfasser des Wawerley); er schrieb viel und seine Romane (Guy Mannering 1815; the antiquary 1816; the tales of my landbord in mehren Reihenfolgen; Rob Roy 1818; dann Romane, deren Schauplatz nicht mehr Schottland, sondern England war z. B. Ivanhoë (1820), Kenilworth (1821), Quentin Durward (1823 u. s. f.) flogen in Uebersetzungen sofort in alle civilisirten Länder, allein 1826 kam er durch den Bankerott seines Verlegers nicht nur um die pekuniären Früchte seiner Muse, sondern in Schulden und suchte sich durch doppelten Schreibeifer wieder emporzuarbeiten. Dem „Leben Napoleons“, das S. schon 1827 in 9 Bänden fertig hatte, sieht man die Eile an, dabei hat es andere Fehler genug, doch trug es dem Verfasser nicht weniger als 12000 Louisdors ein. 1827 bekannte sich S. als den Verfasser der Wawerley-Romane, 1829 besorgte er eine Gesammtausgabe seiner Werke, strebte fortan, die Geschichte Schottlands zum Gemeingut des schottischen Volkes zu machen (Erzählungen eines Großvaters 1828–1830;

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><pb facs="#f0161" n="160"/>
vorkommt u. epidemisch verheerend auftritt, hat seine volle Richtigkeit, nur wurden in früheren Zeiten dem Scharbok eine größere Häufigkeit u. Ausdehnung zugeschrieben als er wirklich hat, denn septische Zustände, wie dieselben bei jedem Individuum vorkommen können, dürfen nicht hieher gerechnet werden. Das beste Heilmittel gegen S. ist Wechsel des Klimas in Verbindung mit dem Genuß von frischen, kräftigen Nahrungsmitteln. Besonderen Ruf haben auch die Nahrungs- u. Arzneimittel aus der Pflanzenfamilie der Cruciferen: Löffelkraut, Meerrettig, die Kohlarten, diese sämmtlich aber im frischen Zustande.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Score</hi>, in England Zahl von 20 Stück; Steinkohlenmaß = 21 Chaldrons.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Scorso</hi>, ital., was <hi rendition="#i">passato</hi>, der verflossene Monat; Verfallzeit eines Wechsels.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Scortation</hi>, lat.-deutsch, außereheliche fleischliche Vermischung.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Scorzo</hi>, als röm. Getreidemaß = 918 etc., als Salzmaß = 1240<hi rendition="#sup">1</hi>/<hi rendition="#sub">3</hi> Par. Kubikfuß.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Scossion</hi>, ital.-dtsch., Empfang; Bezahlung einer Anweisung od. Wechsels.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Scotatio</hi>, mittelalt.-lat., <hi rendition="#g">Salung</hi>, die Eigenthumsübertragung von Grundstücken, wobei als Symbol eine Erdscholle aus denselben überreicht wurde.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Scoten</hi>, s. Schottland.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Scott</hi>, Walter, einer der bekanntesten Romanenschreiber Großbritanniens, der Vater des in allen Ländern gepflegten historischen Romans in seiner kunstmäßigsten Gestalt, geb. 1771 zu Edinburgh aus einem alten schottischen Geschlechte, wurde 1792 Advokat, beschäftigte sich aber weit lieber mit der schönen Literatur als mit Processen, betrat die Schriftstellerbahn mit Uebersetzungen aus dem Deutschen (Bürgers Lenore und wilder Jäger; Göthes Götz von Berlichingen), dichtete Balladen <hi rendition="#i">(Glenfinlas;</hi> der Abend des hl. Johannes) u. sammelte Balladen, namentlich bei den Bewohnern des romantischen und von der übrigen Welt abgeschlossenen Thales Liddesdale, deren Herausgabe ihm wesentlich nützte <hi rendition="#i">(the minstrelsy of the Scotish borders)</hi>. Während er einträgliche und ziemlich mühelose Aemter erhielt (er wurde 1800 Sheriff der Grafschaft Selkirk, 1806 erster Gerichtsschreiber bei dem schottischen Obergericht), erwarb er Ruhm u. Geld durch das &#x201E;Lied des letzten Minnesängers&#x201C; (1805), das stürmische Heldengedicht &#x201E;<hi rendition="#i">Marmion a tale of Flotenfield</hi>&#x201C; (1808) und durch das &#x201E;Fräulein vom See&#x201C; (<hi rendition="#i">the lady of the lake</hi>, 18101, besorgte zugleich Ausgaben der Werke von Dryden, Swift u. a. m. und wurde Mitarbeiter an Southey's &#x201E;<hi rendition="#i">Annual register.</hi>&#x201C; 1811 kaufte er sich am Ufer des Tweed sein Landgut Abbotsford, beschäftigte sich angelegentlich mit der Verbesserung u. Verschönerung desselben und schien sich als Schriftsteller bereits überlebt zu haben, zumal Lord Byron als Stern erster Größe am Dichterhimmel Großbritanniens zu glänzen begann. Aber jetzt wurde S. Romanenschriftsteller u. zum &#x201E;großen Unbekannten,&#x201C; der das neugierige Europa über ein Jahrzehnt auf seinen Namen warten ließ. Der früheste Roman &#x201E;<hi rendition="#i">Wawerley, or 'tis sixty years since</hi>&#x201C; (1814) erschien nämlich anonym, hatte außerordentlichen Erfolg und fortan nannte sich S. nur &#x201E;<hi rendition="#i">author of the Wawerley</hi>&#x201C; (Verfasser des Wawerley); er schrieb viel und seine Romane (<hi rendition="#i">Guy Mannering</hi> 1815; <hi rendition="#i">the antiquary</hi> 1816; <hi rendition="#i">the tales of my landbord</hi> in mehren Reihenfolgen; <hi rendition="#i">Rob Roy</hi> 1818; dann Romane, deren Schauplatz nicht mehr Schottland, sondern England war z. B. <hi rendition="#i">Ivanhoë</hi> (1820), <hi rendition="#i">Kenilworth</hi> (1821), <hi rendition="#i">Quentin Durward</hi> (1823 u. s. f.) flogen in Uebersetzungen sofort in alle civilisirten Länder, allein 1826 kam er durch den Bankerott seines Verlegers nicht nur um die pekuniären Früchte seiner Muse, sondern in Schulden und suchte sich durch doppelten Schreibeifer wieder emporzuarbeiten. Dem &#x201E;Leben Napoleons&#x201C;, das S. schon 1827 in 9 Bänden fertig hatte, sieht man die Eile an, dabei hat es andere Fehler genug, doch trug es dem Verfasser nicht weniger als 12000 Louisdors ein. 1827 bekannte sich S. als den Verfasser der Wawerley-Romane, 1829 besorgte er eine Gesammtausgabe seiner Werke, strebte fortan, die Geschichte Schottlands zum Gemeingut des schottischen Volkes zu machen (Erzählungen eines Großvaters 1828&#x2013;1830;
</p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[160/0161] vorkommt u. epidemisch verheerend auftritt, hat seine volle Richtigkeit, nur wurden in früheren Zeiten dem Scharbok eine größere Häufigkeit u. Ausdehnung zugeschrieben als er wirklich hat, denn septische Zustände, wie dieselben bei jedem Individuum vorkommen können, dürfen nicht hieher gerechnet werden. Das beste Heilmittel gegen S. ist Wechsel des Klimas in Verbindung mit dem Genuß von frischen, kräftigen Nahrungsmitteln. Besonderen Ruf haben auch die Nahrungs- u. Arzneimittel aus der Pflanzenfamilie der Cruciferen: Löffelkraut, Meerrettig, die Kohlarten, diese sämmtlich aber im frischen Zustande. Score, in England Zahl von 20 Stück; Steinkohlenmaß = 21 Chaldrons. Scorso, ital., was passato, der verflossene Monat; Verfallzeit eines Wechsels. Scortation, lat.-deutsch, außereheliche fleischliche Vermischung. Scorzo, als röm. Getreidemaß = 918 etc., als Salzmaß = 12401/3 Par. Kubikfuß. Scossion, ital.-dtsch., Empfang; Bezahlung einer Anweisung od. Wechsels. Scotatio, mittelalt.-lat., Salung, die Eigenthumsübertragung von Grundstücken, wobei als Symbol eine Erdscholle aus denselben überreicht wurde. Scoten, s. Schottland. Scott, Walter, einer der bekanntesten Romanenschreiber Großbritanniens, der Vater des in allen Ländern gepflegten historischen Romans in seiner kunstmäßigsten Gestalt, geb. 1771 zu Edinburgh aus einem alten schottischen Geschlechte, wurde 1792 Advokat, beschäftigte sich aber weit lieber mit der schönen Literatur als mit Processen, betrat die Schriftstellerbahn mit Uebersetzungen aus dem Deutschen (Bürgers Lenore und wilder Jäger; Göthes Götz von Berlichingen), dichtete Balladen (Glenfinlas; der Abend des hl. Johannes) u. sammelte Balladen, namentlich bei den Bewohnern des romantischen und von der übrigen Welt abgeschlossenen Thales Liddesdale, deren Herausgabe ihm wesentlich nützte (the minstrelsy of the Scotish borders). Während er einträgliche und ziemlich mühelose Aemter erhielt (er wurde 1800 Sheriff der Grafschaft Selkirk, 1806 erster Gerichtsschreiber bei dem schottischen Obergericht), erwarb er Ruhm u. Geld durch das „Lied des letzten Minnesängers“ (1805), das stürmische Heldengedicht „Marmion a tale of Flotenfield“ (1808) und durch das „Fräulein vom See“ (the lady of the lake, 18101, besorgte zugleich Ausgaben der Werke von Dryden, Swift u. a. m. und wurde Mitarbeiter an Southey's „Annual register.“ 1811 kaufte er sich am Ufer des Tweed sein Landgut Abbotsford, beschäftigte sich angelegentlich mit der Verbesserung u. Verschönerung desselben und schien sich als Schriftsteller bereits überlebt zu haben, zumal Lord Byron als Stern erster Größe am Dichterhimmel Großbritanniens zu glänzen begann. Aber jetzt wurde S. Romanenschriftsteller u. zum „großen Unbekannten,“ der das neugierige Europa über ein Jahrzehnt auf seinen Namen warten ließ. Der früheste Roman „Wawerley, or 'tis sixty years since“ (1814) erschien nämlich anonym, hatte außerordentlichen Erfolg und fortan nannte sich S. nur „author of the Wawerley“ (Verfasser des Wawerley); er schrieb viel und seine Romane (Guy Mannering 1815; the antiquary 1816; the tales of my landbord in mehren Reihenfolgen; Rob Roy 1818; dann Romane, deren Schauplatz nicht mehr Schottland, sondern England war z. B. Ivanhoë (1820), Kenilworth (1821), Quentin Durward (1823 u. s. f.) flogen in Uebersetzungen sofort in alle civilisirten Länder, allein 1826 kam er durch den Bankerott seines Verlegers nicht nur um die pekuniären Früchte seiner Muse, sondern in Schulden und suchte sich durch doppelten Schreibeifer wieder emporzuarbeiten. Dem „Leben Napoleons“, das S. schon 1827 in 9 Bänden fertig hatte, sieht man die Eile an, dabei hat es andere Fehler genug, doch trug es dem Verfasser nicht weniger als 12000 Louisdors ein. 1827 bekannte sich S. als den Verfasser der Wawerley-Romane, 1829 besorgte er eine Gesammtausgabe seiner Werke, strebte fortan, die Geschichte Schottlands zum Gemeingut des schottischen Volkes zu machen (Erzählungen eines Großvaters 1828–1830;

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

zeno.org – Contumax GmbH & Co. KG: Bereitstellung der Texttranskription. (2020-08-19T11:47:14Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.
Andreas Nolda: Bearbeitung der digitalen Edition. (2020-08-19T11:47:14Z)

Weitere Informationen:

Bogensignaturen: nicht übernommen; Druckfehler: keine Angabe; fremdsprachliches Material: keine Angabe; Geminations-/Abkürzungsstriche: keine Angabe; Hervorhebungen (Antiqua, Sperrschrift, Kursive etc.): gekennzeichnet; Hervorhebungen I/J in Fraktur: keine Angabe; i/j in Fraktur: keine Angabe; Kolumnentitel: nicht übernommen; Kustoden: keine Angabe; langes s (ſ): als s transkribiert; Normalisierungen: keine Angabe; rundes r (ꝛ): keine Angabe; Seitenumbrüche markiert: ja; Silbentrennung: aufgelöst; u/v bzw. U/V: keine Angabe; Vokale mit übergest. e: keine Angabe; Vollständigkeit: keine Angabe; Zeichensetzung: keine Angabe; Zeilenumbrüche markiert: nein;




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/nn_conversationslexikon05_1857
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/nn_conversationslexikon05_1857/161
Zitationshilfe: Herders Conversations-Lexikon. Bd. 5. Freiburg im Breisgau, 1857, S. 160. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/nn_conversationslexikon05_1857/161>, abgerufen am 28.10.2020.