Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Herders Conversations-Lexikon. Bd. 5. Freiburg im Breisgau, 1857.

Bild:
<< vorherige Seite

welches von der holländ. Regierung als Norm vorgeschrieben wurde.


Siegfried, altdeutsch: Sigufried, der nordische Sigurd, eine Heldengestalt, deren Ursprung sich im Dunkel der nordisch-germanischen Mythologie verliert, seit den Zeiten der Völkerwanderung als Mittelpunkt eines Sagenkreises besonders bei den Franken verherrlichet, endlich in engen Zusammenhang gebracht mit der burgundischen Sage vom König Gunther, der ostgothischen von Dietrich von Bern, der hunnischen vom König Etzel u. s. w. S. ist der Held des 1. Theiles der Nibelungen (s. Nibelungenlied), ein unbesiegbarer Kämpfer und dabei doch mild, arglos u. nachgiebig, ein Bild ritterlicher Tugend; ein Sohn König Sigmunds, erzogen zu Santen am Niederrhein, siegt S. früh im Kampf mit einem Drachen, mit dessen Blut er sich bestreicht, wodurch er mit Ausnahme einer Stelle zwischen den Schultern unverwundbar wird, erobert den Nibelungenhort und gewinnt die wundersame Tarnkappe, als Lohn glorreicher Kämpfe Kriemhilden, wird aber durch Hagen ein Opfer der Rache Brunhildens, nachdem Kriemhilde im arglosen Unverstand die verwundbare Körperstelle verrathen hat. Mehr oder minder umgestaltet erscheint S. im "Lied vom hürnin S.", das wahrscheinlich im 13. Jahrh. entstand, in der uns erhaltenen Form aber auf die Meistersänger des 15. Jahrh. hinweist (Hagen u. Primissers Heldenbuch, Berl. 1820); ebenso im "großen Rosengarten", einem Gedicht in der Heldenstrophe, nach Wilhelm Grimms Ansicht zwischen 1250-1300 entstanden. Bekanntlich ist S. auch der Held eines der besten jener Volksbücher, die im 15. und 16. Jahrh. aus der Auflösung alter Dichtungen hervorgingen, des um 1560 zum erstenmal gedruckten "gehörnten S. s." Vgl. W. Grimm: die deutsche Heldensage, Göttingen 1829.


Siena, Hauptstadt der gleichnamigen Provinz in Toscana, 61/2 Meil. südl. von Florenz, ist Sitz eines Erzbischofs, einer 1330 gestifteten Universität, hat eine prächtige, an mannigfachen Kunstschätzen reiche Kathedrale, mehre Paläste, 25000 E., Fabrikation von Seidezeugen, Hüten, Tuch, Leder. - S. ist die röm. Kolonie Sena Julia, erhielt sich während der Völkerwanderung, wurde unter der langobard. Herrschaft bedeutend u. machte sich im 12. Jahrh. von dem Kaiser völlig unabhängig; es war die letzte republik. Stadt Toscanas u. wurde erst 1557 nach tapferm Widerstande von Cosimo I. mit span.-deutscher Hilfe erobert.


Sierra, span., Säge; Gebirgskette.


Sierra Leone, Küstenstrich in Oberguinea, vom Cap Verga bis zum Cap Mensurado, mit einem Gebirgszweige, von dem der Name S. L. kommt, sonst eben, waldig, mit tropischer Wärme, für die Europäer verderblich; die E. sind Negerstämme. Die brit. Kolonie S. L., seit 1815 mit nordamerik. Negern, welche von England gegen die Vereinigten Staaten Waffen empfangen hatten u. mit denen es nach dem Friedensschlusse nichts anzufangen wußte, sowie mit auf Sklavenschiffen befreiten Negern bevölkert, ist einer der Versuche, freie Neger in die europ. Civilisation einzuführen und zugleich einen Punkt für den Verkehr mit dem innern Afrika zu gewinnen, der aber in jeder Beziehung mißlungen ist, da die Europäer vom Klima weggerafft werden und die freien Neger in den sog. Naturzustand zurückkehren. Die Hauptst. Freetown hat 16000 E., ist Sitz des brit. Gouverneurs; andere Orte sind: Regenttown, Kissey, Wellington, Waterloo.


Sierra Madre, Gebirge im mexik. Staate Queretaro.


Sierra Morena (braune S.), der Name des mittleren Theiles von dem Gebirge, das am Mittelmeere mit Cap Martin beginnt, zwischen Guadiana u. Guadalquivir hinläuft u. im Cap Vincent am atlant. Ocean endet. Es übersteigt nie 3500' Höhe, wird durch die Straße von Estremadura nach Sevilla (Paß Puerto de Monasterio) und die Straße von Madrid nach Cordova (Paß Despenna-Perros) durchschnitten. Auf ihr eine deutsche Kolonie, 1767-76 angelegt, mit dem Flecken la Carolina als Mittelpunkt; die Kolonisten sind bereits hispanisirt.

welches von der holländ. Regierung als Norm vorgeschrieben wurde.


Siegfried, altdeutsch: Sigufried, der nordische Sigurd, eine Heldengestalt, deren Ursprung sich im Dunkel der nordisch-germanischen Mythologie verliert, seit den Zeiten der Völkerwanderung als Mittelpunkt eines Sagenkreises besonders bei den Franken verherrlichet, endlich in engen Zusammenhang gebracht mit der burgundischen Sage vom König Gunther, der ostgothischen von Dietrich von Bern, der hunnischen vom König Etzel u. s. w. S. ist der Held des 1. Theiles der Nibelungen (s. Nibelungenlied), ein unbesiegbarer Kämpfer und dabei doch mild, arglos u. nachgiebig, ein Bild ritterlicher Tugend; ein Sohn König Sigmunds, erzogen zu Santen am Niederrhein, siegt S. früh im Kampf mit einem Drachen, mit dessen Blut er sich bestreicht, wodurch er mit Ausnahme einer Stelle zwischen den Schultern unverwundbar wird, erobert den Nibelungenhort und gewinnt die wundersame Tarnkappe, als Lohn glorreicher Kämpfe Kriemhilden, wird aber durch Hagen ein Opfer der Rache Brunhildens, nachdem Kriemhilde im arglosen Unverstand die verwundbare Körperstelle verrathen hat. Mehr oder minder umgestaltet erscheint S. im „Lied vom hürnin S.“, das wahrscheinlich im 13. Jahrh. entstand, in der uns erhaltenen Form aber auf die Meistersänger des 15. Jahrh. hinweist (Hagen u. Primissers Heldenbuch, Berl. 1820); ebenso im „großen Rosengarten“, einem Gedicht in der Heldenstrophe, nach Wilhelm Grimms Ansicht zwischen 1250–1300 entstanden. Bekanntlich ist S. auch der Held eines der besten jener Volksbücher, die im 15. und 16. Jahrh. aus der Auflösung alter Dichtungen hervorgingen, des um 1560 zum erstenmal gedruckten „gehörnten S. s.“ Vgl. W. Grimm: die deutsche Heldensage, Göttingen 1829.


Siena, Hauptstadt der gleichnamigen Provinz in Toscana, 61/2 Meil. südl. von Florenz, ist Sitz eines Erzbischofs, einer 1330 gestifteten Universität, hat eine prächtige, an mannigfachen Kunstschätzen reiche Kathedrale, mehre Paläste, 25000 E., Fabrikation von Seidezeugen, Hüten, Tuch, Leder. – S. ist die röm. Kolonie Sena Julia, erhielt sich während der Völkerwanderung, wurde unter der langobard. Herrschaft bedeutend u. machte sich im 12. Jahrh. von dem Kaiser völlig unabhängig; es war die letzte republik. Stadt Toscanas u. wurde erst 1557 nach tapferm Widerstande von Cosimo I. mit span.-deutscher Hilfe erobert.


Sierra, span., Säge; Gebirgskette.


Sierra Leone, Küstenstrich in Oberguinea, vom Cap Verga bis zum Cap Mensurado, mit einem Gebirgszweige, von dem der Name S. L. kommt, sonst eben, waldig, mit tropischer Wärme, für die Europäer verderblich; die E. sind Negerstämme. Die brit. Kolonie S. L., seit 1815 mit nordamerik. Negern, welche von England gegen die Vereinigten Staaten Waffen empfangen hatten u. mit denen es nach dem Friedensschlusse nichts anzufangen wußte, sowie mit auf Sklavenschiffen befreiten Negern bevölkert, ist einer der Versuche, freie Neger in die europ. Civilisation einzuführen und zugleich einen Punkt für den Verkehr mit dem innern Afrika zu gewinnen, der aber in jeder Beziehung mißlungen ist, da die Europäer vom Klima weggerafft werden und die freien Neger in den sog. Naturzustand zurückkehren. Die Hauptst. Freetown hat 16000 E., ist Sitz des brit. Gouverneurs; andere Orte sind: Regenttown, Kissey, Wellington, Waterloo.


Sierra Madre, Gebirge im mexik. Staate Queretaro.


Sierra Morena (braune S.), der Name des mittleren Theiles von dem Gebirge, das am Mittelmeere mit Cap Martin beginnt, zwischen Guadiana u. Guadalquivir hinläuft u. im Cap Vincent am atlant. Ocean endet. Es übersteigt nie 3500' Höhe, wird durch die Straße von Estremadura nach Sevilla (Paß Puerto de Monasterio) und die Straße von Madrid nach Cordova (Paß Despenna-Perros) durchschnitten. Auf ihr eine deutsche Kolonie, 1767–76 angelegt, mit dem Flecken la Carolina als Mittelpunkt; die Kolonisten sind bereits hispanisirt.

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><pb facs="#f0214" n="213"/>
welches von der holländ. Regierung als Norm vorgeschrieben wurde.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Siegfried</hi>, altdeutsch: <hi rendition="#g">Sigufried</hi>, der nordische <hi rendition="#g">Sigurd</hi>, eine Heldengestalt, deren Ursprung sich im Dunkel der nordisch-germanischen Mythologie verliert, seit den Zeiten der Völkerwanderung als Mittelpunkt eines Sagenkreises besonders bei den Franken verherrlichet, endlich in engen Zusammenhang gebracht mit der burgundischen Sage vom König Gunther, der ostgothischen von Dietrich von Bern, der hunnischen vom König Etzel u. s. w. S. ist der Held des 1. Theiles der Nibelungen (s. Nibelungenlied), ein unbesiegbarer Kämpfer und dabei doch mild, arglos u. nachgiebig, ein Bild ritterlicher Tugend; ein Sohn König Sigmunds, erzogen zu Santen am Niederrhein, siegt S. früh im Kampf mit einem Drachen, mit dessen Blut er sich bestreicht, wodurch er mit Ausnahme einer Stelle zwischen den Schultern unverwundbar wird, erobert den Nibelungenhort und gewinnt die wundersame Tarnkappe, als Lohn glorreicher Kämpfe Kriemhilden, wird aber durch Hagen ein Opfer der Rache Brunhildens, nachdem Kriemhilde im arglosen Unverstand die verwundbare Körperstelle verrathen hat. Mehr oder minder umgestaltet erscheint S. im &#x201E;Lied vom hürnin S.&#x201C;, das wahrscheinlich im 13. Jahrh. entstand, in der uns erhaltenen Form aber auf die Meistersänger des 15. Jahrh. hinweist (Hagen u. Primissers Heldenbuch, Berl. 1820); ebenso im &#x201E;großen Rosengarten&#x201C;, einem Gedicht in der Heldenstrophe, nach Wilhelm Grimms Ansicht zwischen 1250&#x2013;1300 entstanden. Bekanntlich ist S. auch der Held eines der besten jener Volksbücher, die im 15. und 16. Jahrh. aus der Auflösung alter Dichtungen hervorgingen, des um 1560 zum erstenmal gedruckten &#x201E;gehörnten S. s.&#x201C; Vgl. W. Grimm: die deutsche Heldensage, Göttingen 1829.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Siena</hi>, Hauptstadt der gleichnamigen Provinz in Toscana, 6<hi rendition="#sup">1</hi>/<hi rendition="#sub">2</hi> Meil. südl. von Florenz, ist Sitz eines Erzbischofs, einer 1330 gestifteten Universität, hat eine prächtige, an mannigfachen Kunstschätzen reiche Kathedrale, mehre Paläste, 25000 E., Fabrikation von Seidezeugen, Hüten, Tuch, Leder. &#x2013; S. ist die röm. Kolonie <hi rendition="#i">Sena Julia</hi>, erhielt sich während der Völkerwanderung, wurde unter der langobard. Herrschaft bedeutend u. machte sich im 12. Jahrh. von dem Kaiser völlig unabhängig; es war die letzte republik. Stadt Toscanas u. wurde erst 1557 nach tapferm Widerstande von Cosimo I. mit span.-deutscher Hilfe erobert.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Sierra</hi>, span., Säge; Gebirgskette.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Sierra Leone</hi>, Küstenstrich in Oberguinea, vom Cap Verga bis zum Cap Mensurado, mit einem Gebirgszweige, von dem der Name S. L. kommt, sonst eben, waldig, mit tropischer Wärme, für die Europäer verderblich; die E. sind Negerstämme. Die brit. Kolonie S. L., seit 1815 mit nordamerik. Negern, welche von England gegen die Vereinigten Staaten Waffen empfangen hatten u. mit denen es nach dem Friedensschlusse nichts anzufangen wußte, sowie mit auf Sklavenschiffen befreiten Negern bevölkert, ist einer der Versuche, freie Neger in die europ. Civilisation einzuführen und zugleich einen Punkt für den Verkehr mit dem innern Afrika zu gewinnen, der aber in jeder Beziehung mißlungen ist, da die Europäer vom Klima weggerafft werden und die freien Neger in den sog. Naturzustand zurückkehren. Die Hauptst. <hi rendition="#g">Freetown</hi> hat 16000 E., ist Sitz des brit. Gouverneurs; andere Orte sind: Regenttown, Kissey, Wellington, Waterloo.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Sierra Madre</hi>, Gebirge im mexik. Staate Queretaro.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Sierra Morena</hi> (braune S.), der Name des mittleren Theiles von dem Gebirge, das am Mittelmeere mit Cap Martin beginnt, zwischen Guadiana u. Guadalquivir hinläuft u. im Cap Vincent am atlant. Ocean endet. Es übersteigt nie 3500' Höhe, wird durch die Straße von Estremadura nach Sevilla (Paß Puerto de Monasterio) und die Straße von Madrid nach Cordova (Paß Despenna-Perros) durchschnitten. Auf ihr eine deutsche Kolonie, 1767&#x2013;76 angelegt, mit dem Flecken la Carolina als Mittelpunkt; die Kolonisten sind bereits hispanisirt.
</p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[213/0214] welches von der holländ. Regierung als Norm vorgeschrieben wurde. Siegfried, altdeutsch: Sigufried, der nordische Sigurd, eine Heldengestalt, deren Ursprung sich im Dunkel der nordisch-germanischen Mythologie verliert, seit den Zeiten der Völkerwanderung als Mittelpunkt eines Sagenkreises besonders bei den Franken verherrlichet, endlich in engen Zusammenhang gebracht mit der burgundischen Sage vom König Gunther, der ostgothischen von Dietrich von Bern, der hunnischen vom König Etzel u. s. w. S. ist der Held des 1. Theiles der Nibelungen (s. Nibelungenlied), ein unbesiegbarer Kämpfer und dabei doch mild, arglos u. nachgiebig, ein Bild ritterlicher Tugend; ein Sohn König Sigmunds, erzogen zu Santen am Niederrhein, siegt S. früh im Kampf mit einem Drachen, mit dessen Blut er sich bestreicht, wodurch er mit Ausnahme einer Stelle zwischen den Schultern unverwundbar wird, erobert den Nibelungenhort und gewinnt die wundersame Tarnkappe, als Lohn glorreicher Kämpfe Kriemhilden, wird aber durch Hagen ein Opfer der Rache Brunhildens, nachdem Kriemhilde im arglosen Unverstand die verwundbare Körperstelle verrathen hat. Mehr oder minder umgestaltet erscheint S. im „Lied vom hürnin S.“, das wahrscheinlich im 13. Jahrh. entstand, in der uns erhaltenen Form aber auf die Meistersänger des 15. Jahrh. hinweist (Hagen u. Primissers Heldenbuch, Berl. 1820); ebenso im „großen Rosengarten“, einem Gedicht in der Heldenstrophe, nach Wilhelm Grimms Ansicht zwischen 1250–1300 entstanden. Bekanntlich ist S. auch der Held eines der besten jener Volksbücher, die im 15. und 16. Jahrh. aus der Auflösung alter Dichtungen hervorgingen, des um 1560 zum erstenmal gedruckten „gehörnten S. s.“ Vgl. W. Grimm: die deutsche Heldensage, Göttingen 1829. Siena, Hauptstadt der gleichnamigen Provinz in Toscana, 61/2 Meil. südl. von Florenz, ist Sitz eines Erzbischofs, einer 1330 gestifteten Universität, hat eine prächtige, an mannigfachen Kunstschätzen reiche Kathedrale, mehre Paläste, 25000 E., Fabrikation von Seidezeugen, Hüten, Tuch, Leder. – S. ist die röm. Kolonie Sena Julia, erhielt sich während der Völkerwanderung, wurde unter der langobard. Herrschaft bedeutend u. machte sich im 12. Jahrh. von dem Kaiser völlig unabhängig; es war die letzte republik. Stadt Toscanas u. wurde erst 1557 nach tapferm Widerstande von Cosimo I. mit span.-deutscher Hilfe erobert. Sierra, span., Säge; Gebirgskette. Sierra Leone, Küstenstrich in Oberguinea, vom Cap Verga bis zum Cap Mensurado, mit einem Gebirgszweige, von dem der Name S. L. kommt, sonst eben, waldig, mit tropischer Wärme, für die Europäer verderblich; die E. sind Negerstämme. Die brit. Kolonie S. L., seit 1815 mit nordamerik. Negern, welche von England gegen die Vereinigten Staaten Waffen empfangen hatten u. mit denen es nach dem Friedensschlusse nichts anzufangen wußte, sowie mit auf Sklavenschiffen befreiten Negern bevölkert, ist einer der Versuche, freie Neger in die europ. Civilisation einzuführen und zugleich einen Punkt für den Verkehr mit dem innern Afrika zu gewinnen, der aber in jeder Beziehung mißlungen ist, da die Europäer vom Klima weggerafft werden und die freien Neger in den sog. Naturzustand zurückkehren. Die Hauptst. Freetown hat 16000 E., ist Sitz des brit. Gouverneurs; andere Orte sind: Regenttown, Kissey, Wellington, Waterloo. Sierra Madre, Gebirge im mexik. Staate Queretaro. Sierra Morena (braune S.), der Name des mittleren Theiles von dem Gebirge, das am Mittelmeere mit Cap Martin beginnt, zwischen Guadiana u. Guadalquivir hinläuft u. im Cap Vincent am atlant. Ocean endet. Es übersteigt nie 3500' Höhe, wird durch die Straße von Estremadura nach Sevilla (Paß Puerto de Monasterio) und die Straße von Madrid nach Cordova (Paß Despenna-Perros) durchschnitten. Auf ihr eine deutsche Kolonie, 1767–76 angelegt, mit dem Flecken la Carolina als Mittelpunkt; die Kolonisten sind bereits hispanisirt.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

zeno.org – Contumax GmbH & Co. KG: Bereitstellung der Texttranskription. (2020-08-19T11:47:14Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.
Andreas Nolda: Bearbeitung der digitalen Edition. (2020-08-19T11:47:14Z)

Weitere Informationen:

Bogensignaturen: nicht übernommen; Druckfehler: keine Angabe; fremdsprachliches Material: keine Angabe; Geminations-/Abkürzungsstriche: keine Angabe; Hervorhebungen (Antiqua, Sperrschrift, Kursive etc.): gekennzeichnet; Hervorhebungen I/J in Fraktur: keine Angabe; i/j in Fraktur: keine Angabe; Kolumnentitel: nicht übernommen; Kustoden: keine Angabe; langes s (ſ): als s transkribiert; Normalisierungen: keine Angabe; rundes r (ꝛ): keine Angabe; Seitenumbrüche markiert: ja; Silbentrennung: aufgelöst; u/v bzw. U/V: keine Angabe; Vokale mit übergest. e: keine Angabe; Vollständigkeit: keine Angabe; Zeichensetzung: keine Angabe; Zeilenumbrüche markiert: nein;




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/nn_conversationslexikon05_1857
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/nn_conversationslexikon05_1857/214
Zitationshilfe: Herders Conversations-Lexikon. Bd. 5. Freiburg im Breisgau, 1857, S. 213. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/nn_conversationslexikon05_1857/214>, abgerufen am 24.10.2020.