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Herders Conversations-Lexikon. Bd. 5. Freiburg im Breisgau, 1857.

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St. Simon (- Simong), altadelige franz. Familie. die ihr Geschlecht bis auf Karl d. Gr. zurückführte. Namhaft wurde Louis de Rouvroy. Herzog von S. S., geb. 1675; er focht bei Fleurus u. Neerwinden u. stieg unter Ludwig XIV. bis zum marechal de camp, widmete sich aber dem Hofleben und der diplomatischen Laufbahn, genoß die ganze Gunst des Regenten Herzogs von Orleans, zog sich nach dem Tode des selben vom Hofe zurück und st. 1755. Seine erst 1829 herausgekommenen "Memoires completes et authentiques sur le siecle de Louis XIV. et sur la Regence etc." sind sehr werthvoll, da der Verfasser in alle Hof- und Staatsgeheimnisse eingeweiht, dabei ein Menschenkenner war und die Gabe geistreicher Darstellung im hohen Grade besaß. - Sein Enkel war:


St. Simon, Claude Heinrich, Graf von, der Urheber des nach ihm benannten socialistischen Systems; geb. 1760, ein Schüler d'Alemberts, zeigte sich sein früh erwachter Ehrgeiz schon darin, daß er sich morgens mit den Worten wecken ließ: Herr Graf, stehen Sie auf. Sie haben noch große Dinge zu verrichten! Er focht in Amerika unter Washington, gerieth in engl. Kriegsgefangenschaft, wurde 1789 Oberst. Die beginnende Revolution fand ihn schon zu sehr in seine socialistischen Weltbeglückungsplane vertieft, als daß er sich um ihre Hauptfrage: ob constitutionelle Monarchie ob Republik, groß hätte kümmern sollen, auch war ihm die antireligiöse Tendenz derselben zuwider; er zog insofern Vortheil aus ihr, als er mit den Geldern eines preuß. Grafen von Redern glücklich in Nationalgütern speculirte, vergeudete aber das Erworbene in wenigen Jahren u. gerieth in bittere Dürftigkeit, da seine Schriftstellerei sehr wenig Anklang fand. Nachdem er 1823 einen Selbstmordsversuch gemacht, st. er 1825 voll des Glaubens an die weltgeschichtliche Zukunft seines Systems. Unter seinen vielen Schriften sind die wichtigsten: "Reorganisation de la societe europeenne" (1814) und "Nouveau christianisme" (1825 l. S. S. und sein System sind der Gegenstand vieler Schriften geworden; von französ. nennen wir die von Michaud und Ozanam, von deutschen die von Schiebler, Carove, Bretschneider, M. Veit. Vergl. Fourier.


St. Simonismus, das auf Grundlage der Träumereien des Grafen Saint- Simon weitergebildete socialistische System, das seit 1830 durch Zeitungen u. Vorlesungen in Paris sowie durch Proselytenmacherei in Belgien und anderorts Lärm machte. Dasselbe läuft auf eine Verzerrung der christlichen Idee vom Reiche Gottes auf Erden zu einem pantheistischen Fabrikstaat hinaus u. ist nach Art solcher Systeme in seinen Verneinungen keineswegs uninteressant, in seinem positiven Theil aber vorherrschend lächerlich. Das Verdienst an die Stelle der Geburt zu setzen, Brüderschaft aller Völker durch gegenseitigen Vortheil zu begründen, die Massenarmuth u. Concurrenz im Gebiete der Industrie unmöglich zu machen - hieß das anlockende Ziel, welches die Saint-Simonisten erreichen wollten, weil die katholische Kirche diese ihre Hauptaufgabe niemals begriffen habe. Um das 5. Weltalter, das der unendlichen Vollkommenheit zu begründen, erschien von Gott gesandt Graf Saint-Simon, der als erstes Weltgesetz proclamirte: allen ohne Ausnahme Erziehung, Beschäftigung u. Lohn, aber jedem nur nach seiner Fähigkeit u. seinen Leistungen! Der Erdball soll dereinst nur noch von Priestern mit einem "obersten Vater" an der Spitze, von Künstlern u. Industriellen bevölkert sein, die Priester sollen aus den Fähigsten u. Würdigsten erwählt und ihnen die Leitung des Ganzen sowie die unendliche Vervollkommnung des Einzelnen übertragen werden; der Einzelne aber wird sein Leben lang erzogen und beaufsichtiget; den Männern sind die Weiber rechtlich vollkommen gleichgestellt, niemand jedoch besitzt rechtlich den dauernden Genuß einer Sache, geschweige Privateigenthum oder Erbrecht. Die Predigt der saint-simonistischen Religion besteht vor allem im Unterricht im S. S., die Beichte in der Belehrung und Ermahnung des Einzelnen, die Communion in der Gemeinsamkeit des durch Musik u. andere Künste verherrlichten Gottesdienstes.


St. Simon (– Simong), altadelige franz. Familie. die ihr Geschlecht bis auf Karl d. Gr. zurückführte. Namhaft wurde Louis de Rouvroy. Herzog von S. S., geb. 1675; er focht bei Fleurus u. Neerwinden u. stieg unter Ludwig XIV. bis zum maréchal de camp, widmete sich aber dem Hofleben und der diplomatischen Laufbahn, genoß die ganze Gunst des Regenten Herzogs von Orleans, zog sich nach dem Tode des selben vom Hofe zurück und st. 1755. Seine erst 1829 herausgekommenen „Mémoires complètes et authentiques sur le siècle de Louis XIV. et sur la Régence etc.“ sind sehr werthvoll, da der Verfasser in alle Hof- und Staatsgeheimnisse eingeweiht, dabei ein Menschenkenner war und die Gabe geistreicher Darstellung im hohen Grade besaß. – Sein Enkel war:


St. Simon, Claude Heinrich, Graf von, der Urheber des nach ihm benannten socialistischen Systems; geb. 1760, ein Schüler dʼAlemberts, zeigte sich sein früh erwachter Ehrgeiz schon darin, daß er sich morgens mit den Worten wecken ließ: Herr Graf, stehen Sie auf. Sie haben noch große Dinge zu verrichten! Er focht in Amerika unter Washington, gerieth in engl. Kriegsgefangenschaft, wurde 1789 Oberst. Die beginnende Revolution fand ihn schon zu sehr in seine socialistischen Weltbeglückungsplane vertieft, als daß er sich um ihre Hauptfrage: ob constitutionelle Monarchie ob Republik, groß hätte kümmern sollen, auch war ihm die antireligiöse Tendenz derselben zuwider; er zog insofern Vortheil aus ihr, als er mit den Geldern eines preuß. Grafen von Redern glücklich in Nationalgütern speculirte, vergeudete aber das Erworbene in wenigen Jahren u. gerieth in bittere Dürftigkeit, da seine Schriftstellerei sehr wenig Anklang fand. Nachdem er 1823 einen Selbstmordsversuch gemacht, st. er 1825 voll des Glaubens an die weltgeschichtliche Zukunft seines Systems. Unter seinen vielen Schriften sind die wichtigsten: „Réorganisation de la société européenne“ (1814) und „Nouveau christianisme“ (1825 l. S. S. und sein System sind der Gegenstand vieler Schriften geworden; von französ. nennen wir die von Michaud und Ozanam, von deutschen die von Schiebler, Carové, Bretschneider, M. Veit. Vergl. Fourier.


St. Simonismus, das auf Grundlage der Träumereien des Grafen Saint- Simon weitergebildete socialistische System, das seit 1830 durch Zeitungen u. Vorlesungen in Paris sowie durch Proselytenmacherei in Belgien und anderorts Lärm machte. Dasselbe läuft auf eine Verzerrung der christlichen Idee vom Reiche Gottes auf Erden zu einem pantheistischen Fabrikstaat hinaus u. ist nach Art solcher Systeme in seinen Verneinungen keineswegs uninteressant, in seinem positiven Theil aber vorherrschend lächerlich. Das Verdienst an die Stelle der Geburt zu setzen, Brüderschaft aller Völker durch gegenseitigen Vortheil zu begründen, die Massenarmuth u. Concurrenz im Gebiete der Industrie unmöglich zu machen – hieß das anlockende Ziel, welches die Saint-Simonisten erreichen wollten, weil die katholische Kirche diese ihre Hauptaufgabe niemals begriffen habe. Um das 5. Weltalter, das der unendlichen Vollkommenheit zu begründen, erschien von Gott gesandt Graf Saint-Simon, der als erstes Weltgesetz proclamirte: allen ohne Ausnahme Erziehung, Beschäftigung u. Lohn, aber jedem nur nach seiner Fähigkeit u. seinen Leistungen! Der Erdball soll dereinst nur noch von Priestern mit einem „obersten Vater“ an der Spitze, von Künstlern u. Industriellen bevölkert sein, die Priester sollen aus den Fähigsten u. Würdigsten erwählt und ihnen die Leitung des Ganzen sowie die unendliche Vervollkommnung des Einzelnen übertragen werden; der Einzelne aber wird sein Leben lang erzogen und beaufsichtiget; den Männern sind die Weiber rechtlich vollkommen gleichgestellt, niemand jedoch besitzt rechtlich den dauernden Genuß einer Sache, geschweige Privateigenthum oder Erbrecht. Die Predigt der saint-simonistischen Religion besteht vor allem im Unterricht im S. S., die Beichte in der Belehrung und Ermahnung des Einzelnen, die Communion in der Gemeinsamkeit des durch Musik u. andere Künste verherrlichten Gottesdienstes.

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[22/0023] St. Simon (– Simong), altadelige franz. Familie. die ihr Geschlecht bis auf Karl d. Gr. zurückführte. Namhaft wurde Louis de Rouvroy. Herzog von S. S., geb. 1675; er focht bei Fleurus u. Neerwinden u. stieg unter Ludwig XIV. bis zum maréchal de camp, widmete sich aber dem Hofleben und der diplomatischen Laufbahn, genoß die ganze Gunst des Regenten Herzogs von Orleans, zog sich nach dem Tode des selben vom Hofe zurück und st. 1755. Seine erst 1829 herausgekommenen „Mémoires complètes et authentiques sur le siècle de Louis XIV. et sur la Régence etc.“ sind sehr werthvoll, da der Verfasser in alle Hof- und Staatsgeheimnisse eingeweiht, dabei ein Menschenkenner war und die Gabe geistreicher Darstellung im hohen Grade besaß. – Sein Enkel war: St. Simon, Claude Heinrich, Graf von, der Urheber des nach ihm benannten socialistischen Systems; geb. 1760, ein Schüler dʼAlemberts, zeigte sich sein früh erwachter Ehrgeiz schon darin, daß er sich morgens mit den Worten wecken ließ: Herr Graf, stehen Sie auf. Sie haben noch große Dinge zu verrichten! Er focht in Amerika unter Washington, gerieth in engl. Kriegsgefangenschaft, wurde 1789 Oberst. Die beginnende Revolution fand ihn schon zu sehr in seine socialistischen Weltbeglückungsplane vertieft, als daß er sich um ihre Hauptfrage: ob constitutionelle Monarchie ob Republik, groß hätte kümmern sollen, auch war ihm die antireligiöse Tendenz derselben zuwider; er zog insofern Vortheil aus ihr, als er mit den Geldern eines preuß. Grafen von Redern glücklich in Nationalgütern speculirte, vergeudete aber das Erworbene in wenigen Jahren u. gerieth in bittere Dürftigkeit, da seine Schriftstellerei sehr wenig Anklang fand. Nachdem er 1823 einen Selbstmordsversuch gemacht, st. er 1825 voll des Glaubens an die weltgeschichtliche Zukunft seines Systems. Unter seinen vielen Schriften sind die wichtigsten: „Réorganisation de la société européenne“ (1814) und „Nouveau christianisme“ (1825 l. S. S. und sein System sind der Gegenstand vieler Schriften geworden; von französ. nennen wir die von Michaud und Ozanam, von deutschen die von Schiebler, Carové, Bretschneider, M. Veit. Vergl. Fourier. St. Simonismus, das auf Grundlage der Träumereien des Grafen Saint- Simon weitergebildete socialistische System, das seit 1830 durch Zeitungen u. Vorlesungen in Paris sowie durch Proselytenmacherei in Belgien und anderorts Lärm machte. Dasselbe läuft auf eine Verzerrung der christlichen Idee vom Reiche Gottes auf Erden zu einem pantheistischen Fabrikstaat hinaus u. ist nach Art solcher Systeme in seinen Verneinungen keineswegs uninteressant, in seinem positiven Theil aber vorherrschend lächerlich. Das Verdienst an die Stelle der Geburt zu setzen, Brüderschaft aller Völker durch gegenseitigen Vortheil zu begründen, die Massenarmuth u. Concurrenz im Gebiete der Industrie unmöglich zu machen – hieß das anlockende Ziel, welches die Saint-Simonisten erreichen wollten, weil die katholische Kirche diese ihre Hauptaufgabe niemals begriffen habe. Um das 5. Weltalter, das der unendlichen Vollkommenheit zu begründen, erschien von Gott gesandt Graf Saint-Simon, der als erstes Weltgesetz proclamirte: allen ohne Ausnahme Erziehung, Beschäftigung u. Lohn, aber jedem nur nach seiner Fähigkeit u. seinen Leistungen! Der Erdball soll dereinst nur noch von Priestern mit einem „obersten Vater“ an der Spitze, von Künstlern u. Industriellen bevölkert sein, die Priester sollen aus den Fähigsten u. Würdigsten erwählt und ihnen die Leitung des Ganzen sowie die unendliche Vervollkommnung des Einzelnen übertragen werden; der Einzelne aber wird sein Leben lang erzogen und beaufsichtiget; den Männern sind die Weiber rechtlich vollkommen gleichgestellt, niemand jedoch besitzt rechtlich den dauernden Genuß einer Sache, geschweige Privateigenthum oder Erbrecht. Die Predigt der saint-simonistischen Religion besteht vor allem im Unterricht im S. S., die Beichte in der Belehrung und Ermahnung des Einzelnen, die Communion in der Gemeinsamkeit des durch Musik u. andere Künste verherrlichten Gottesdienstes.

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Zitationshilfe: Herders Conversations-Lexikon. Bd. 5. Freiburg im Breisgau, 1857, S. 22. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/nn_conversationslexikon05_1857/23>, abgerufen am 01.12.2020.