Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Herders Conversations-Lexikon. Bd. 5. Freiburg im Breisgau, 1857.

Bild:
<< vorherige Seite

Der S. S. gedieh 1830 zu einer Gesellschaft, deren hervorragendste Mitglieder Bazard, Enfantin, Lechevalier, Duveprier, Rodriguez u. Barrault waren. Die erhitzte Einbildungskraft mehr als eines derselben sah mit der Vervollkommnung des Menschengeschlechtes den Erdball selber zum Paradiese werden. Allein schon im Spätherbst 1831 kam Zwietracht u. Trennung unter die Saint-Simonisten, indem Enfantin der Emancipation des Fleisches stark das Wort redete und seine Herrschsucht viele gegen ihn aufbrachte. Weil die Saint-Simonisten zudem unter den "ouvriers" bedenklichen Anhang fanden, wurde der Partei des Enfantin der Proceß gemacht und in Folge davon im Sommer 1832 die Gesellschaft aufgelöst, was die Partei Bazards vorher freiwillig gethan hatte. Die Häupter des S. S. zogen in alle Welt, namentlich nach Aegypten und verschollen; ihr Anhang verschwand unter den übrigen Socialisten.


St. Thomas, eine der Kleinen Antillen, dänisch, etwas über 1 #M. mit 13500 E; Hauptort S. T. mit 3000 E., Hafen; 2 Herrnhutercolonien.


St. Thomas, port. Insel im Meerbusen von Guinea, mit der nahen Prinzeninsel über 14600 E. zählend, ist gebirgig, waldig, in den Niederungen außerordentlich fruchtbar, aber ungesund; Hauptstadt S. Antonio mit 4600 E.


St. Vincent (Sennt Winßent), eine der Kleinen Antillen, engl. seit 1763. etwas über 6 #M. groß, mit 27000 E.; Hauptstadt: Kingston.


St. Vincent, John Jervis. Baron Meaford, Earl of, geb. 1734, engl. Admiral, schlug beim Cap Vincent 14. Febr. 1797 die weit überlegene span. Flotte vollständig, wovon er seinen Ehrennamen erhielt; st. 1823.


Sainte Aulaire (- Olähr), Francois Joseph de Beaupoil, Vicomte de, in der Jugend Soldat, später geistreicher Hof- u. Lebemann, gest. 1743 fast 100jährig, berühmt durch seine Impromptus und einige sehr gelungene Gedichte der leichteren Art. - S. A., Louis Beaupoil, Comte de. geb. 1779, nach 1815 doctrinärer Deputirter, nach 1830 frz. Gesandter in London und Wien, st. 1854, schrieb eine gute Geschichte der Fronde (Paris 1829).


Sainte Beuve (- Böw), Charles Augustin, geb. 1803 zu Boulogne, seit 1855 als Neophyt des Bonapartismus zum Professor der röm. Dichtkunst am College de France gemacht, ist geistreicher Kritiker, Literaturhistoriker u. auch Dichter. "Tableau historique et critique de la poesie francaise", Paris 1828; "Portraits litteraires et contemporains", 1852; "Histoire du Portroyal", 1840-43.


Saintine (Sängtihn), Xavier Boniface, geb. 1790 zu Paris, frz. Lustspiel-, Vaudeville u. Romanendichter.


Saintonge (Sängtongsch), Provinz des alten Frankreich, jetzt größtentheils Depart. der Nieder-Charente.


Sais, altägypt. Stadt (Trümmer am Nilarm von Rosette), Residenz der 24, 26. u. 28. Königsdynastie des Manethon.


Saisine (sesihn), frz., was Gewere.


Saison (sesong), frz., Jahreszeit; die vornehme Welt unterscheidet Sommersaison (für das Reise-, Bade- od. auch Landleben bestimmt) u. Wintersaison (die Zeit des Lebens in der Hauptstadt für Theater, Bälle, Gesellschaften etc.).


Saiten, diejenigen elastischen Fäden oder Dräthe, welche bei vielen musikalischen Instrumenten, den sogen. S.instrumenten, zur Tonerzeugung benützt werden, indem man sie über dem Resonanzboden derselben aus spannt und durch Schlagen, Reißen oder Streichen zur Vibration (Schwingung) und dadurch zum Klingen bringt. Von ihrem Material und der Art ihrer Zubereitung hängt hauptsächlich die Qualität des Tones ab, von ihrer Dicke, ihrer Länge und dem Grade ihrer Spannung die Höhe, Tiefe u. Fülle des Tones. Sie sind entweder Darm-. od. Draht-, od. übersponnene S. (Seidenfäden mit dünnem Draht übersponnen); die ersten liefert am besten Italien (romanische S.).


Sakara, Dorf in Aegypten; unweit die Ruinen von Memphis (größtentheils verschüttet) mit Pyramiden und unzähligen Gräbern.


Sakuntala, s. Kalidasas.

Der S. S. gedieh 1830 zu einer Gesellschaft, deren hervorragendste Mitglieder Bazard, Enfantin, Lechevalier, Duveprier, Rodriguez u. Barrault waren. Die erhitzte Einbildungskraft mehr als eines derselben sah mit der Vervollkommnung des Menschengeschlechtes den Erdball selber zum Paradiese werden. Allein schon im Spätherbst 1831 kam Zwietracht u. Trennung unter die Saint-Simonisten, indem Enfantin der Emancipation des Fleisches stark das Wort redete und seine Herrschsucht viele gegen ihn aufbrachte. Weil die Saint-Simonisten zudem unter den „ouvriers“ bedenklichen Anhang fanden, wurde der Partei des Enfantin der Proceß gemacht und in Folge davon im Sommer 1832 die Gesellschaft aufgelöst, was die Partei Bazards vorher freiwillig gethan hatte. Die Häupter des S. S. zogen in alle Welt, namentlich nach Aegypten und verschollen; ihr Anhang verschwand unter den übrigen Socialisten.


St. Thomas, eine der Kleinen Antillen, dänisch, etwas über 1 □M. mit 13500 E; Hauptort S. T. mit 3000 E., Hafen; 2 Herrnhutercolonien.


St. Thomas, port. Insel im Meerbusen von Guinea, mit der nahen Prinzeninsel über 14600 E. zählend, ist gebirgig, waldig, in den Niederungen außerordentlich fruchtbar, aber ungesund; Hauptstadt S. Antonio mit 4600 E.


St. Vincent (Sennt Winßent), eine der Kleinen Antillen, engl. seit 1763. etwas über 6 □M. groß, mit 27000 E.; Hauptstadt: Kingston.


St. Vincent, John Jervis. Baron Meaford, Earl of, geb. 1734, engl. Admiral, schlug beim Cap Vincent 14. Febr. 1797 die weit überlegene span. Flotte vollständig, wovon er seinen Ehrennamen erhielt; st. 1823.


Sainte Aulaire (– Olähr), François Joseph de Beaupoil, Vicomte de, in der Jugend Soldat, später geistreicher Hof- u. Lebemann, gest. 1743 fast 100jährig, berühmt durch seine Impromptus und einige sehr gelungene Gedichte der leichteren Art. – S. A., Louis Beaupoil, Comte de. geb. 1779, nach 1815 doctrinärer Deputirter, nach 1830 frz. Gesandter in London und Wien, st. 1854, schrieb eine gute Geschichte der Fronde (Paris 1829).


Sainte Beuve (– Böw), Charles Augustin, geb. 1803 zu Boulogne, seit 1855 als Neophyt des Bonapartismus zum Professor der röm. Dichtkunst am Collège de France gemacht, ist geistreicher Kritiker, Literaturhistoriker u. auch Dichter. „Tableau historique et critique de la poésie française“, Paris 1828; „Portraits littéraires et contemporains“, 1852; „Histoire du Portroyal“, 1840–43.


Saintine (Sängtihn), Xavier Boniface, geb. 1790 zu Paris, frz. Lustspiel-, Vaudeville u. Romanendichter.


Saintonge (Sängtongsch), Provinz des alten Frankreich, jetzt größtentheils Depart. der Nieder-Charente.


Sais, altägypt. Stadt (Trümmer am Nilarm von Rosette), Residenz der 24, 26. u. 28. Königsdynastie des Manethon.


Saisine (sesihn), frz., was Gewere.


Saison (sesong), frz., Jahreszeit; die vornehme Welt unterscheidet Sommersaison (für das Reise-, Bade- od. auch Landleben bestimmt) u. Wintersaison (die Zeit des Lebens in der Hauptstadt für Theater, Bälle, Gesellschaften etc.).


Saiten, diejenigen elastischen Fäden oder Dräthe, welche bei vielen musikalischen Instrumenten, den sogen. S.instrumenten, zur Tonerzeugung benützt werden, indem man sie über dem Resonanzboden derselben aus spannt und durch Schlagen, Reißen oder Streichen zur Vibration (Schwingung) und dadurch zum Klingen bringt. Von ihrem Material und der Art ihrer Zubereitung hängt hauptsächlich die Qualität des Tones ab, von ihrer Dicke, ihrer Länge und dem Grade ihrer Spannung die Höhe, Tiefe u. Fülle des Tones. Sie sind entweder Darm-. od. Draht-, od. übersponnene S. (Seidenfäden mit dünnem Draht übersponnen); die ersten liefert am besten Italien (romanische S.).


Sakara, Dorf in Aegypten; unweit die Ruinen von Memphis (größtentheils verschüttet) mit Pyramiden und unzähligen Gräbern.


Sakuntala, s. Kalidasas.

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><pb facs="#f0024" n="23"/>
Der S. S. gedieh 1830 zu einer Gesellschaft, deren hervorragendste Mitglieder Bazard, Enfantin, Lechevalier, Duveprier, Rodriguez u. Barrault waren. Die erhitzte Einbildungskraft mehr als eines derselben sah mit der Vervollkommnung des Menschengeschlechtes den Erdball selber zum Paradiese werden. Allein schon im Spätherbst 1831 kam Zwietracht u. Trennung unter die Saint-Simonisten, indem Enfantin der Emancipation des Fleisches stark das Wort redete und seine Herrschsucht viele gegen ihn aufbrachte. Weil die Saint-Simonisten zudem unter den &#x201E;<hi rendition="#i">ouvriers</hi>&#x201C; bedenklichen Anhang fanden, wurde der Partei des Enfantin der Proceß gemacht und in Folge davon im Sommer 1832 die Gesellschaft aufgelöst, was die Partei Bazards vorher freiwillig gethan hatte. Die Häupter des S. S. zogen in alle Welt, namentlich nach Aegypten und verschollen; ihr Anhang verschwand unter den übrigen Socialisten.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">St. Thomas</hi>, eine der Kleinen Antillen, dänisch, etwas über 1 &#x25A1;M. mit 13500 E; Hauptort S. T. mit 3000 E., Hafen; 2 Herrnhutercolonien.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">St. Thomas</hi>, port. Insel im Meerbusen von Guinea, mit der nahen Prinzeninsel über 14600 E. zählend, ist gebirgig, waldig, in den Niederungen außerordentlich fruchtbar, aber ungesund; Hauptstadt S. <hi rendition="#g">Antonio</hi> mit 4600 E.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">St. Vincent</hi> (Sennt Winßent), eine der Kleinen Antillen, engl. seit 1763. etwas über 6 &#x25A1;M. groß, mit 27000 E.; Hauptstadt: Kingston.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">St. Vincent</hi>, John <hi rendition="#g">Jervis.</hi> Baron Meaford, Earl of, geb. 1734, engl. Admiral, schlug beim Cap Vincent 14. Febr. 1797 die weit überlegene span. Flotte vollständig, wovon er seinen Ehrennamen erhielt; st. 1823.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Sainte Aulaire</hi> (&#x2013; Olähr), François Joseph de Beaupoil, Vicomte de, in der Jugend Soldat, später geistreicher Hof- u. Lebemann, gest. 1743 fast 100jährig, berühmt durch seine Impromptus und einige sehr gelungene Gedichte der leichteren Art. &#x2013; S. A., <hi rendition="#g">Louis Beaupoil</hi>, Comte de. geb. 1779, nach 1815 doctrinärer Deputirter, nach 1830 frz. Gesandter in London und Wien, st. 1854, schrieb eine gute Geschichte der Fronde (Paris 1829).</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Sainte Beuve</hi> (&#x2013; Böw), Charles Augustin, geb. 1803 zu Boulogne, seit 1855 als Neophyt des Bonapartismus zum Professor der röm. Dichtkunst am Collège de France gemacht, ist geistreicher Kritiker, Literaturhistoriker u. auch Dichter. &#x201E;<hi rendition="#i">Tableau historique et critique de la poésie française</hi>&#x201C;, Paris 1828; &#x201E;<hi rendition="#i">Portraits littéraires et contemporains</hi>&#x201C;, 1852; &#x201E;<hi rendition="#i">Histoire du Portroyal</hi>&#x201C;, 1840&#x2013;43.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Saintine</hi> (Sängtihn), Xavier Boniface, geb. 1790 zu Paris, frz. Lustspiel-, Vaudeville u. Romanendichter.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Saintonge</hi> (Sängtongsch), Provinz des alten Frankreich, jetzt größtentheils Depart. der Nieder-Charente.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Sais</hi>, altägypt. Stadt (Trümmer am Nilarm von Rosette), Residenz der 24, 26. u. 28. Königsdynastie des Manethon.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Saisine</hi> (sesihn), frz., was Gewere.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Saison</hi> (sesong), frz., Jahreszeit; die vornehme Welt unterscheidet <hi rendition="#g">Sommersaison</hi> (für das Reise-, Bade- od. auch Landleben bestimmt) u. <hi rendition="#g">Wintersaison</hi> (die Zeit des Lebens in der Hauptstadt für Theater, Bälle, Gesellschaften etc.).</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Saiten</hi>, diejenigen elastischen Fäden oder Dräthe, welche bei vielen musikalischen Instrumenten, den sogen. S.<hi rendition="#g">instrumenten</hi>, zur Tonerzeugung benützt werden, indem man sie über dem Resonanzboden derselben aus spannt und durch Schlagen, Reißen oder Streichen zur Vibration (Schwingung) und dadurch zum Klingen bringt. Von ihrem Material und der Art ihrer Zubereitung hängt hauptsächlich die Qualität des Tones ab, von ihrer Dicke, ihrer Länge und dem Grade ihrer Spannung die Höhe, Tiefe u. Fülle des Tones. Sie sind entweder <hi rendition="#g">Darm</hi>-. od. <hi rendition="#g">Draht</hi>-, od. <hi rendition="#g">übersponnene</hi> S. (Seidenfäden mit dünnem Draht übersponnen); die ersten liefert am besten Italien (romanische S.).</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Sakara</hi>, Dorf in Aegypten; unweit die Ruinen von Memphis (größtentheils verschüttet) mit Pyramiden und unzähligen Gräbern.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Sakuntala</hi>, s. Kalidasas.
</p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[23/0024] Der S. S. gedieh 1830 zu einer Gesellschaft, deren hervorragendste Mitglieder Bazard, Enfantin, Lechevalier, Duveprier, Rodriguez u. Barrault waren. Die erhitzte Einbildungskraft mehr als eines derselben sah mit der Vervollkommnung des Menschengeschlechtes den Erdball selber zum Paradiese werden. Allein schon im Spätherbst 1831 kam Zwietracht u. Trennung unter die Saint-Simonisten, indem Enfantin der Emancipation des Fleisches stark das Wort redete und seine Herrschsucht viele gegen ihn aufbrachte. Weil die Saint-Simonisten zudem unter den „ouvriers“ bedenklichen Anhang fanden, wurde der Partei des Enfantin der Proceß gemacht und in Folge davon im Sommer 1832 die Gesellschaft aufgelöst, was die Partei Bazards vorher freiwillig gethan hatte. Die Häupter des S. S. zogen in alle Welt, namentlich nach Aegypten und verschollen; ihr Anhang verschwand unter den übrigen Socialisten. St. Thomas, eine der Kleinen Antillen, dänisch, etwas über 1 □M. mit 13500 E; Hauptort S. T. mit 3000 E., Hafen; 2 Herrnhutercolonien. St. Thomas, port. Insel im Meerbusen von Guinea, mit der nahen Prinzeninsel über 14600 E. zählend, ist gebirgig, waldig, in den Niederungen außerordentlich fruchtbar, aber ungesund; Hauptstadt S. Antonio mit 4600 E. St. Vincent (Sennt Winßent), eine der Kleinen Antillen, engl. seit 1763. etwas über 6 □M. groß, mit 27000 E.; Hauptstadt: Kingston. St. Vincent, John Jervis. Baron Meaford, Earl of, geb. 1734, engl. Admiral, schlug beim Cap Vincent 14. Febr. 1797 die weit überlegene span. Flotte vollständig, wovon er seinen Ehrennamen erhielt; st. 1823. Sainte Aulaire (– Olähr), François Joseph de Beaupoil, Vicomte de, in der Jugend Soldat, später geistreicher Hof- u. Lebemann, gest. 1743 fast 100jährig, berühmt durch seine Impromptus und einige sehr gelungene Gedichte der leichteren Art. – S. A., Louis Beaupoil, Comte de. geb. 1779, nach 1815 doctrinärer Deputirter, nach 1830 frz. Gesandter in London und Wien, st. 1854, schrieb eine gute Geschichte der Fronde (Paris 1829). Sainte Beuve (– Böw), Charles Augustin, geb. 1803 zu Boulogne, seit 1855 als Neophyt des Bonapartismus zum Professor der röm. Dichtkunst am Collège de France gemacht, ist geistreicher Kritiker, Literaturhistoriker u. auch Dichter. „Tableau historique et critique de la poésie française“, Paris 1828; „Portraits littéraires et contemporains“, 1852; „Histoire du Portroyal“, 1840–43. Saintine (Sängtihn), Xavier Boniface, geb. 1790 zu Paris, frz. Lustspiel-, Vaudeville u. Romanendichter. Saintonge (Sängtongsch), Provinz des alten Frankreich, jetzt größtentheils Depart. der Nieder-Charente. Sais, altägypt. Stadt (Trümmer am Nilarm von Rosette), Residenz der 24, 26. u. 28. Königsdynastie des Manethon. Saisine (sesihn), frz., was Gewere. Saison (sesong), frz., Jahreszeit; die vornehme Welt unterscheidet Sommersaison (für das Reise-, Bade- od. auch Landleben bestimmt) u. Wintersaison (die Zeit des Lebens in der Hauptstadt für Theater, Bälle, Gesellschaften etc.). Saiten, diejenigen elastischen Fäden oder Dräthe, welche bei vielen musikalischen Instrumenten, den sogen. S.instrumenten, zur Tonerzeugung benützt werden, indem man sie über dem Resonanzboden derselben aus spannt und durch Schlagen, Reißen oder Streichen zur Vibration (Schwingung) und dadurch zum Klingen bringt. Von ihrem Material und der Art ihrer Zubereitung hängt hauptsächlich die Qualität des Tones ab, von ihrer Dicke, ihrer Länge und dem Grade ihrer Spannung die Höhe, Tiefe u. Fülle des Tones. Sie sind entweder Darm-. od. Draht-, od. übersponnene S. (Seidenfäden mit dünnem Draht übersponnen); die ersten liefert am besten Italien (romanische S.). Sakara, Dorf in Aegypten; unweit die Ruinen von Memphis (größtentheils verschüttet) mit Pyramiden und unzähligen Gräbern. Sakuntala, s. Kalidasas.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

zeno.org – Contumax GmbH & Co. KG: Bereitstellung der Texttranskription. (2020-08-19T11:47:14Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.
Andreas Nolda: Bearbeitung der digitalen Edition. (2020-08-19T11:47:14Z)

Weitere Informationen:

Bogensignaturen: nicht übernommen; Druckfehler: keine Angabe; fremdsprachliches Material: keine Angabe; Geminations-/Abkürzungsstriche: keine Angabe; Hervorhebungen (Antiqua, Sperrschrift, Kursive etc.): gekennzeichnet; Hervorhebungen I/J in Fraktur: keine Angabe; i/j in Fraktur: keine Angabe; Kolumnentitel: nicht übernommen; Kustoden: keine Angabe; langes s (ſ): als s transkribiert; Normalisierungen: keine Angabe; rundes r (ꝛ): keine Angabe; Seitenumbrüche markiert: ja; Silbentrennung: aufgelöst; u/v bzw. U/V: keine Angabe; Vokale mit übergest. e: keine Angabe; Vollständigkeit: keine Angabe; Zeichensetzung: keine Angabe; Zeilenumbrüche markiert: nein;




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/nn_conversationslexikon05_1857
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/nn_conversationslexikon05_1857/24
Zitationshilfe: Herders Conversations-Lexikon. Bd. 5. Freiburg im Breisgau, 1857, S. 23. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/nn_conversationslexikon05_1857/24>, abgerufen am 19.10.2020.