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Herders Conversations-Lexikon. Bd. 5. Freiburg im Breisgau, 1857.

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viele Synagogen, 70000 E., darunter 1/3 Juden; Seideweberei, Fabrikation von Wollenteppichen, Maroquin, Metallwaaren, Türkischrothfärbereien, lebhaften Verkehr mit Triest, Marseille und London; S. ist die einzige türk. Stadt, die im Aufschwunge begriffen ist.


Salpen (Salpae), Familie der Weichthiere aus der Ordnung der Acephalen, mit ovalem oder cylindrischem, völlig durchsichtigem Körper, der mit einer knorpelig-gallertartigen, an beiden Enden offenen Hülle verwachsen ist. Sie haben ein 3theiliges Herz aber keine Gefäße. Die Bewegung der S. geschieht dadurch, daß sie das Wasser durch die hintere, mit einer Klappe versehene Oeffnung einziehen u. durch die vordere Oeffnung zur Seite des Mundes wieder herausgehen lassen, wodurch sie rückwärts gestoßen werden.


Salpeter (nitrum), sal petrinum d. h. Felsensalz, farbloses, glasglänzendes, durchsichtiges, in rhombischen gestreiften Säulen krystallisirendes neutrales Salz, aus S.säure und Kali bestehend. - Der S. findet sich in verschiedenen Gegenden fertig gebildet an der Erdoberfläche, in besonders großer Menge in einigen Höhlen in Apulien, Ostindien und Nordamerika. Man gewinnt ihn außerdem durch Auslaugen der s.haltigen Erde, welche in Kellern, Ställen u. andern Orten, wo Pflanzen und thierische Stoffe langsam verwesen, die oberste Bodenschichte bildet. Gewöhnlich jedoch wird er künstlich erzeugt, indem ein Gemenge von thierischen Stoffen mit kalkhaltiger Erde. Asche, Seifensiederlauge, Thonerde etc. längere Zeit der Einwirkung der Luft ausgesetzt und öfters mit Urin üb ergossen wird. Nach einigen Jahren werden die gebildeten s. sauren Salze mit heißem Wasser ausgelaugt und durch weitere Behandlung der S. daraus dargestellt. Als Arzneimittel wird der S. als kühlendes, entzündungswidriges und harntreibendes Mittel innerlich angewendet, äußerlich zu Kälte erregenden Umschlägen. Wichtigste technische Anwendung bei Bereitung des Schießpulvers, ferner der S.-säure, beim Einsalzen des Fleisches etc.


Salpetersäure (acidum nitricum, spiritus nitri acidus, aqua fortis), Scheidewasser. wird in der Natur sehr häufig gebildet, bei Gewittern durch die Electricität aus den Bestandtheilen der atmosphärischen Luft, beim Verwesen stickstoffhaltiger Substanzen, wenn diese, außer mit Luft auch mit einem basischen Oxyde in Berührung sind u. s. w.; findet sich aber niemals frei, sondern stets mit basischen Oxyden verbunden u. besonders in großen Massen mit Natron verbunden in Chili (als Chilisalpeter). Aus diesem oder auch aus Kalisalpeter wird die S. dargestellt, indem man den getrockneten Salpeter in einer Retorte mit Schwefelsäure übergießt u. der Destillation unterwirft, wobei sich die Schwefelsäure mit dem Natron oder Kali zu schwefelsaurem Natron oder Kali verbindet, während die S. frei wird und überdestillirt. Sie wirkt im concentrirten Zustand höchst giftig, ätzend, u. auf die organischen Körper zerstörend; für den medicinischen Gebrauch wird sie verdünnt als magenerwärmendes, die Haut-, Nieren- u. Speichelsecretion beförderndes Mittel angewendet. Sonst dient sie in verschiedenen Graden der Stärke zur Lösung vieler Metalle, zur Darstellung des Königswassers und zu chemischen Präparaten, die in der Pharmacie und in den Künsten benutzt werden, auch zum Gelbfärben der Federn, Seide etc.


Salpetersaures Silber, s. Höllenstein.


Salpetriere, frz., Salpetersiederei; Hospital für weibliche Irre u. altersschwache, krüppelhafte Weiber zu Paris.


Salsamenta, lat., eingesalzenes Fleisch.


Salsen, aus dem ital., Schlammvulkane (s. Maccaluba).


Salsette, 10 #M. große Insel, Bombay gegenüber; berühmt durch die Höhlentempel beim Dorfe Kennery, buddhistischen Ursprungs.


Salso, sicil. Küstenfluß, mündet bei Alicata. S., Dorf bei Piacenza, Saline.


Salsola, s. Chenopodeae.


Salt, Henry, geb. 1771 zu Lichfield, berühmter Reisender (in den Nilländern) und Alterthumsforscher, st. 1827 als engl. Consul in Aegypten; Hauptwerk: die Beschreibung der abyssinischen Reise (London 1814).

viele Synagogen, 70000 E., darunter 1/3 Juden; Seideweberei, Fabrikation von Wollenteppichen, Maroquin, Metallwaaren, Türkischrothfärbereien, lebhaften Verkehr mit Triest, Marseille und London; S. ist die einzige türk. Stadt, die im Aufschwunge begriffen ist.


Salpen (Salpae), Familie der Weichthiere aus der Ordnung der Acephalen, mit ovalem oder cylindrischem, völlig durchsichtigem Körper, der mit einer knorpelig-gallertartigen, an beiden Enden offenen Hülle verwachsen ist. Sie haben ein 3theiliges Herz aber keine Gefäße. Die Bewegung der S. geschieht dadurch, daß sie das Wasser durch die hintere, mit einer Klappe versehene Oeffnung einziehen u. durch die vordere Oeffnung zur Seite des Mundes wieder herausgehen lassen, wodurch sie rückwärts gestoßen werden.


Salpeter (nitrum), sal petrinum d. h. Felsensalz, farbloses, glasglänzendes, durchsichtiges, in rhombischen gestreiften Säulen krystallisirendes neutrales Salz, aus S.säure und Kali bestehend. – Der S. findet sich in verschiedenen Gegenden fertig gebildet an der Erdoberfläche, in besonders großer Menge in einigen Höhlen in Apulien, Ostindien und Nordamerika. Man gewinnt ihn außerdem durch Auslaugen der s.haltigen Erde, welche in Kellern, Ställen u. andern Orten, wo Pflanzen und thierische Stoffe langsam verwesen, die oberste Bodenschichte bildet. Gewöhnlich jedoch wird er künstlich erzeugt, indem ein Gemenge von thierischen Stoffen mit kalkhaltiger Erde. Asche, Seifensiederlauge, Thonerde etc. längere Zeit der Einwirkung der Luft ausgesetzt und öfters mit Urin üb ergossen wird. Nach einigen Jahren werden die gebildeten s. sauren Salze mit heißem Wasser ausgelaugt und durch weitere Behandlung der S. daraus dargestellt. Als Arzneimittel wird der S. als kühlendes, entzündungswidriges und harntreibendes Mittel innerlich angewendet, äußerlich zu Kälte erregenden Umschlägen. Wichtigste technische Anwendung bei Bereitung des Schießpulvers, ferner der S.-säure, beim Einsalzen des Fleisches etc.


Salpetersäure (acidum nitricum, spiritus nitri acidus, aqua fortis), Scheidewasser. wird in der Natur sehr häufig gebildet, bei Gewittern durch die Electricität aus den Bestandtheilen der atmosphärischen Luft, beim Verwesen stickstoffhaltiger Substanzen, wenn diese, außer mit Luft auch mit einem basischen Oxyde in Berührung sind u. s. w.; findet sich aber niemals frei, sondern stets mit basischen Oxyden verbunden u. besonders in großen Massen mit Natron verbunden in Chili (als Chilisalpeter). Aus diesem oder auch aus Kalisalpeter wird die S. dargestellt, indem man den getrockneten Salpeter in einer Retorte mit Schwefelsäure übergießt u. der Destillation unterwirft, wobei sich die Schwefelsäure mit dem Natron oder Kali zu schwefelsaurem Natron oder Kali verbindet, während die S. frei wird und überdestillirt. Sie wirkt im concentrirten Zustand höchst giftig, ätzend, u. auf die organischen Körper zerstörend; für den medicinischen Gebrauch wird sie verdünnt als magenerwärmendes, die Haut-, Nieren- u. Speichelsecretion beförderndes Mittel angewendet. Sonst dient sie in verschiedenen Graden der Stärke zur Lösung vieler Metalle, zur Darstellung des Königswassers und zu chemischen Präparaten, die in der Pharmacie und in den Künsten benutzt werden, auch zum Gelbfärben der Federn, Seide etc.


Salpetersaures Silber, s. Höllenstein.


Salpétrière, frz., Salpetersiederei; Hospital für weibliche Irre u. altersschwache, krüppelhafte Weiber zu Paris.


Salsamenta, lat., eingesalzenes Fleisch.


Salsen, aus dem ital., Schlammvulkane (s. Maccaluba).


Salsette, 10 □M. große Insel, Bombay gegenüber; berühmt durch die Höhlentempel beim Dorfe Kennery, buddhistischen Ursprungs.


Salso, sicil. Küstenfluß, mündet bei Alicata. S., Dorf bei Piacenza, Saline.


Salsola, s. Chenopodeae.


Salt, Henry, geb. 1771 zu Lichfield, berühmter Reisender (in den Nilländern) und Alterthumsforscher, st. 1827 als engl. Consul in Aegypten; Hauptwerk: die Beschreibung der abyssinischen Reise (London 1814).

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[29/0030] viele Synagogen, 70000 E., darunter 1/3 Juden; Seideweberei, Fabrikation von Wollenteppichen, Maroquin, Metallwaaren, Türkischrothfärbereien, lebhaften Verkehr mit Triest, Marseille und London; S. ist die einzige türk. Stadt, die im Aufschwunge begriffen ist. Salpen (Salpae), Familie der Weichthiere aus der Ordnung der Acephalen, mit ovalem oder cylindrischem, völlig durchsichtigem Körper, der mit einer knorpelig-gallertartigen, an beiden Enden offenen Hülle verwachsen ist. Sie haben ein 3theiliges Herz aber keine Gefäße. Die Bewegung der S. geschieht dadurch, daß sie das Wasser durch die hintere, mit einer Klappe versehene Oeffnung einziehen u. durch die vordere Oeffnung zur Seite des Mundes wieder herausgehen lassen, wodurch sie rückwärts gestoßen werden. Salpeter (nitrum), sal petrinum d. h. Felsensalz, farbloses, glasglänzendes, durchsichtiges, in rhombischen gestreiften Säulen krystallisirendes neutrales Salz, aus S.säure und Kali bestehend. – Der S. findet sich in verschiedenen Gegenden fertig gebildet an der Erdoberfläche, in besonders großer Menge in einigen Höhlen in Apulien, Ostindien und Nordamerika. Man gewinnt ihn außerdem durch Auslaugen der s.haltigen Erde, welche in Kellern, Ställen u. andern Orten, wo Pflanzen und thierische Stoffe langsam verwesen, die oberste Bodenschichte bildet. Gewöhnlich jedoch wird er künstlich erzeugt, indem ein Gemenge von thierischen Stoffen mit kalkhaltiger Erde. Asche, Seifensiederlauge, Thonerde etc. längere Zeit der Einwirkung der Luft ausgesetzt und öfters mit Urin üb ergossen wird. Nach einigen Jahren werden die gebildeten s. sauren Salze mit heißem Wasser ausgelaugt und durch weitere Behandlung der S. daraus dargestellt. Als Arzneimittel wird der S. als kühlendes, entzündungswidriges und harntreibendes Mittel innerlich angewendet, äußerlich zu Kälte erregenden Umschlägen. Wichtigste technische Anwendung bei Bereitung des Schießpulvers, ferner der S.-säure, beim Einsalzen des Fleisches etc. Salpetersäure (acidum nitricum, spiritus nitri acidus, aqua fortis), Scheidewasser. wird in der Natur sehr häufig gebildet, bei Gewittern durch die Electricität aus den Bestandtheilen der atmosphärischen Luft, beim Verwesen stickstoffhaltiger Substanzen, wenn diese, außer mit Luft auch mit einem basischen Oxyde in Berührung sind u. s. w.; findet sich aber niemals frei, sondern stets mit basischen Oxyden verbunden u. besonders in großen Massen mit Natron verbunden in Chili (als Chilisalpeter). Aus diesem oder auch aus Kalisalpeter wird die S. dargestellt, indem man den getrockneten Salpeter in einer Retorte mit Schwefelsäure übergießt u. der Destillation unterwirft, wobei sich die Schwefelsäure mit dem Natron oder Kali zu schwefelsaurem Natron oder Kali verbindet, während die S. frei wird und überdestillirt. Sie wirkt im concentrirten Zustand höchst giftig, ätzend, u. auf die organischen Körper zerstörend; für den medicinischen Gebrauch wird sie verdünnt als magenerwärmendes, die Haut-, Nieren- u. Speichelsecretion beförderndes Mittel angewendet. Sonst dient sie in verschiedenen Graden der Stärke zur Lösung vieler Metalle, zur Darstellung des Königswassers und zu chemischen Präparaten, die in der Pharmacie und in den Künsten benutzt werden, auch zum Gelbfärben der Federn, Seide etc. Salpetersaures Silber, s. Höllenstein. Salpétrière, frz., Salpetersiederei; Hospital für weibliche Irre u. altersschwache, krüppelhafte Weiber zu Paris. Salsamenta, lat., eingesalzenes Fleisch. Salsen, aus dem ital., Schlammvulkane (s. Maccaluba). Salsette, 10 □M. große Insel, Bombay gegenüber; berühmt durch die Höhlentempel beim Dorfe Kennery, buddhistischen Ursprungs. Salso, sicil. Küstenfluß, mündet bei Alicata. S., Dorf bei Piacenza, Saline. Salsola, s. Chenopodeae. Salt, Henry, geb. 1771 zu Lichfield, berühmter Reisender (in den Nilländern) und Alterthumsforscher, st. 1827 als engl. Consul in Aegypten; Hauptwerk: die Beschreibung der abyssinischen Reise (London 1814).

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Zitationshilfe: Herders Conversations-Lexikon. Bd. 5. Freiburg im Breisgau, 1857, S. 29. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/nn_conversationslexikon05_1857/30>, abgerufen am 03.12.2020.