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Herders Conversations-Lexikon. Bd. 5. Freiburg im Breisgau, 1857.

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Rückenmarkskrankheiten; s. L. heißt auch das höhnische, bittere Lachen überhaupt.


Sardonyx, die roth u. gelb gestreiften Abänderungen des Carneol.


Sarepta, phönicische Seestadt zwischen Tyrus und Sidon, durch Glasfabrikation berühmt. - S., Stadt im russ. Gouvern. Saratow, an der Wolga, mit 4000 E., Senffabrikation; 1765 von Herrnhutern gegründet.


Sarkasmus, griech.-deutsch, beißender Spott.


Sarkokele, griech., Fleischbruch, Hodenverhärtung; Sarkologie, die Lehre von dem Fleische; Sarkoma; Fleischgewächs; Sarkomphalus, Nabelgeschwulst; Sarkophaga, ätzende Heilmittel; Sarkophyia, wildes Fleisch; Sarkosis, Fleischbildung; Sarkostosis, Fleischverhärtung; sarkotisch, fleischerzeugend; Sarkotika, Fleisch erzeugende Mittel.


Sarkophag, griech.-deutsch, ursprünglich Kalksteinart (bei Assos in Mysien gebrochen), der man die Eigenschaft zuschrieb, die Leichname schnell zu zersetzen; S., soviel als Steinsarg, Sarg.


Sarmaten, Sauromaten, altes Volk im südl. Rußland, von den Scythen und Germanen unterschieden, treffliche Reiter und Bogenschützen, mit den Römern noch in den letzten Jahrhunderten des Reichs im Kampfe, vielleicht Slaven. - S., die Polen.


Sarmentiferae, lat., Gewächse, die sich durch Ranken fortpflanzen.


Sarnen, Marktflecken, Hauptort von Obwalden in der Schweiz, am lieblichen Sarnersee, mit 3400 E.; s. Unterwalden.


Saron, hieß die Küstenebene Palästinas südl. vom Karmel, ausgezeichnet durch üppige Vegetation.


Saronischer Meerbusen, jetzt von Engia (Aegina), Meerbusen zwischen der attischen u. argolischen Halbinsel.


Saros (-osch), ungar. Comitat im Distrikt Kaschau, 69 #M. groß mit 169000 meist slovak. u. ruthenischen E., die hauptsächlich Ackerbau u. Viehzucht, auch Leineweberei treiben. Hauptstadt Eperies. - Das Dorf Klein-S. Kis-S.) mit berühmtem Sauerbrunnen; der Markt Groß-S. (Nagy-S.) mit 3000 E.


Sarpi, Paolo, mit seinem Ordensnamen Fra Paolo genannt, der kenntnißreiche u. geistvolle aber von Leidenschaftlichkeit verblendete Geschichtsschreiber des Tridentinerconciles, geb. 1552 zu Venedig, trat 12jährig in den Servitenorden u. zeichnete sich so aus, daß er schon 1578 Provincial und bald darauf Generalprocurator des selben wurde. Vom Hochmuth beherrscht, litt er in Folge seiner Studien und Lebenserfahrungen Schiffbruch am religiösen Glauben, u. hierin liegt der eigentliche Grund seiner Antipathie nicht nur gegen die Jesuiten und die röm. Curie sondern gegen den Katholicismus überhaupt. Bei der Inquisition des Umgangs mit Ketzern und Juden angeklagt, begab er sich in seine Vaterstadt und als diese mit Rom einen ingrimmigen Kirchenstreit begann, nahm er die Stelle eines Staatsrathes und Theologen der Republik an und leistete ihr in der That vortreffliche Dienste. Das Genie eines Historikers im Dienste des Hasses mißbrauchend, verfaßte S. seine Istoria del concilio Tridentino, dessen Handschrift sein Gesinnungsgenosse Dominis (s. d.) 1619 zu London veröffentlichte und die seitdem als Handhabe des Protestantismus gegen die katholische Kirche viele Uebersetzungen und Auflagen erlebt hat. Gegen S. traten im Kirchenstreite mit Venedig namentlich Baronius und Bellarmin (s. d.) in die Schranken, den Verunglimpfungen des Tridenterconciles setzte der Cardinal Pallavicini (geb. 1607 zu Rom. gest. 1667) seine Geschichte desselben Conciles entgegen. S. st. 1623 als Servitenmönch zu Venedig, nachdem er eine Reihe von Jahren ganz zurückgezogen gelebt hatte. Schriften für und gegen ihn von Micanzio, Layritz, Nave, Griselini, Buonafede, Marocco, Bassaglia u. a., die jüngsten von Moschini (18281 und Bianchi-Giovini (Zurigo 1836. 1847, Firenz. 1850).


Sarraches (Sarrasch), Sardellenart im Mittelmeer, sogen. Strömlinge.


Sarsenet, leinenartig gewobener, gefärbter und stark geglätteter Baumwollestoff.


Sarter, Zarter, engl. Charter, früher der Aufriß eines zu bauenden

Rückenmarkskrankheiten; s. L. heißt auch das höhnische, bittere Lachen überhaupt.


Sardonyx, die roth u. gelb gestreiften Abänderungen des Carneol.


Sarepta, phönicische Seestadt zwischen Tyrus und Sidon, durch Glasfabrikation berühmt. – S., Stadt im russ. Gouvern. Saratow, an der Wolga, mit 4000 E., Senffabrikation; 1765 von Herrnhutern gegründet.


Sarkasmus, griech.-deutsch, beißender Spott.


Sarkokele, griech., Fleischbruch, Hodenverhärtung; Sarkologie, die Lehre von dem Fleische; Sarkoma; Fleischgewächs; Sarkomphalus, Nabelgeschwulst; Sarkophaga, ätzende Heilmittel; Sarkophyia, wildes Fleisch; Sarkosis, Fleischbildung; Sarkostosis, Fleischverhärtung; sarkotisch, fleischerzeugend; Sarkotika, Fleisch erzeugende Mittel.


Sarkophag, griech.-deutsch, ursprünglich Kalksteinart (bei Assos in Mysien gebrochen), der man die Eigenschaft zuschrieb, die Leichname schnell zu zersetzen; S., soviel als Steinsarg, Sarg.


Sarmaten, Sauromaten, altes Volk im südl. Rußland, von den Scythen und Germanen unterschieden, treffliche Reiter und Bogenschützen, mit den Römern noch in den letzten Jahrhunderten des Reichs im Kampfe, vielleicht Slaven. – S., die Polen.


Sarmentiferae, lat., Gewächse, die sich durch Ranken fortpflanzen.


Sarnen, Marktflecken, Hauptort von Obwalden in der Schweiz, am lieblichen Sarnersee, mit 3400 E.; s. Unterwalden.


Saron, hieß die Küstenebene Palästinas südl. vom Karmel, ausgezeichnet durch üppige Vegetation.


Saronischer Meerbusen, jetzt von Engia (Aegina), Meerbusen zwischen der attischen u. argolischen Halbinsel.


Saros (–osch), ungar. Comitat im Distrikt Kaschau, 69 □M. groß mit 169000 meist slovak. u. ruthenischen E., die hauptsächlich Ackerbau u. Viehzucht, auch Leineweberei treiben. Hauptstadt Eperies. – Das Dorf Klein-S. Kis-S.) mit berühmtem Sauerbrunnen; der Markt Groß-S. (Nagy-S.) mit 3000 E.


Sarpi, Paolo, mit seinem Ordensnamen Fra Paolo genannt, der kenntnißreiche u. geistvolle aber von Leidenschaftlichkeit verblendete Geschichtsschreiber des Tridentinerconciles, geb. 1552 zu Venedig, trat 12jährig in den Servitenorden u. zeichnete sich so aus, daß er schon 1578 Provincial und bald darauf Generalprocurator des selben wurde. Vom Hochmuth beherrscht, litt er in Folge seiner Studien und Lebenserfahrungen Schiffbruch am religiösen Glauben, u. hierin liegt der eigentliche Grund seiner Antipathie nicht nur gegen die Jesuiten und die röm. Curie sondern gegen den Katholicismus überhaupt. Bei der Inquisition des Umgangs mit Ketzern und Juden angeklagt, begab er sich in seine Vaterstadt und als diese mit Rom einen ingrimmigen Kirchenstreit begann, nahm er die Stelle eines Staatsrathes und Theologen der Republik an und leistete ihr in der That vortreffliche Dienste. Das Genie eines Historikers im Dienste des Hasses mißbrauchend, verfaßte S. seine Istoria del concilio Tridentino, dessen Handschrift sein Gesinnungsgenosse Dominis (s. d.) 1619 zu London veröffentlichte und die seitdem als Handhabe des Protestantismus gegen die katholische Kirche viele Uebersetzungen und Auflagen erlebt hat. Gegen S. traten im Kirchenstreite mit Venedig namentlich Baronius und Bellarmin (s. d.) in die Schranken, den Verunglimpfungen des Tridenterconciles setzte der Cardinal Pallavicini (geb. 1607 zu Rom. gest. 1667) seine Geschichte desselben Conciles entgegen. S. st. 1623 als Servitenmönch zu Venedig, nachdem er eine Reihe von Jahren ganz zurückgezogen gelebt hatte. Schriften für und gegen ihn von Micanzio, Layritz, Nave, Griselini, Buonafede, Marocco, Bassaglia u. a., die jüngsten von Moschini (18281 und Bianchi-Giovini (Zurigo 1836. 1847, Firenz. 1850).


Sarraches (Sarrasch), Sardellenart im Mittelmeer, sogen. Strömlinge.


Sarsenet, leinenartig gewobener, gefärbter und stark geglätteter Baumwollestoff.


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[49/0050] Rückenmarkskrankheiten; s. L. heißt auch das höhnische, bittere Lachen überhaupt. Sardonyx, die roth u. gelb gestreiften Abänderungen des Carneol. Sarepta, phönicische Seestadt zwischen Tyrus und Sidon, durch Glasfabrikation berühmt. – S., Stadt im russ. Gouvern. Saratow, an der Wolga, mit 4000 E., Senffabrikation; 1765 von Herrnhutern gegründet. Sarkasmus, griech.-deutsch, beißender Spott. Sarkokele, griech., Fleischbruch, Hodenverhärtung; Sarkologie, die Lehre von dem Fleische; Sarkoma; Fleischgewächs; Sarkomphalus, Nabelgeschwulst; Sarkophaga, ätzende Heilmittel; Sarkophyia, wildes Fleisch; Sarkosis, Fleischbildung; Sarkostosis, Fleischverhärtung; sarkotisch, fleischerzeugend; Sarkotika, Fleisch erzeugende Mittel. Sarkophag, griech.-deutsch, ursprünglich Kalksteinart (bei Assos in Mysien gebrochen), der man die Eigenschaft zuschrieb, die Leichname schnell zu zersetzen; S., soviel als Steinsarg, Sarg. Sarmaten, Sauromaten, altes Volk im südl. Rußland, von den Scythen und Germanen unterschieden, treffliche Reiter und Bogenschützen, mit den Römern noch in den letzten Jahrhunderten des Reichs im Kampfe, vielleicht Slaven. – S., die Polen. Sarmentiferae, lat., Gewächse, die sich durch Ranken fortpflanzen. Sarnen, Marktflecken, Hauptort von Obwalden in der Schweiz, am lieblichen Sarnersee, mit 3400 E.; s. Unterwalden. Saron, hieß die Küstenebene Palästinas südl. vom Karmel, ausgezeichnet durch üppige Vegetation. Saronischer Meerbusen, jetzt von Engia (Aegina), Meerbusen zwischen der attischen u. argolischen Halbinsel. Saros (–osch), ungar. Comitat im Distrikt Kaschau, 69 □M. groß mit 169000 meist slovak. u. ruthenischen E., die hauptsächlich Ackerbau u. Viehzucht, auch Leineweberei treiben. Hauptstadt Eperies. – Das Dorf Klein-S. Kis-S.) mit berühmtem Sauerbrunnen; der Markt Groß-S. (Nagy-S.) mit 3000 E. Sarpi, Paolo, mit seinem Ordensnamen Fra Paolo genannt, der kenntnißreiche u. geistvolle aber von Leidenschaftlichkeit verblendete Geschichtsschreiber des Tridentinerconciles, geb. 1552 zu Venedig, trat 12jährig in den Servitenorden u. zeichnete sich so aus, daß er schon 1578 Provincial und bald darauf Generalprocurator des selben wurde. Vom Hochmuth beherrscht, litt er in Folge seiner Studien und Lebenserfahrungen Schiffbruch am religiösen Glauben, u. hierin liegt der eigentliche Grund seiner Antipathie nicht nur gegen die Jesuiten und die röm. Curie sondern gegen den Katholicismus überhaupt. Bei der Inquisition des Umgangs mit Ketzern und Juden angeklagt, begab er sich in seine Vaterstadt und als diese mit Rom einen ingrimmigen Kirchenstreit begann, nahm er die Stelle eines Staatsrathes und Theologen der Republik an und leistete ihr in der That vortreffliche Dienste. Das Genie eines Historikers im Dienste des Hasses mißbrauchend, verfaßte S. seine Istoria del concilio Tridentino, dessen Handschrift sein Gesinnungsgenosse Dominis (s. d.) 1619 zu London veröffentlichte und die seitdem als Handhabe des Protestantismus gegen die katholische Kirche viele Uebersetzungen und Auflagen erlebt hat. Gegen S. traten im Kirchenstreite mit Venedig namentlich Baronius und Bellarmin (s. d.) in die Schranken, den Verunglimpfungen des Tridenterconciles setzte der Cardinal Pallavicini (geb. 1607 zu Rom. gest. 1667) seine Geschichte desselben Conciles entgegen. S. st. 1623 als Servitenmönch zu Venedig, nachdem er eine Reihe von Jahren ganz zurückgezogen gelebt hatte. Schriften für und gegen ihn von Micanzio, Layritz, Nave, Griselini, Buonafede, Marocco, Bassaglia u. a., die jüngsten von Moschini (18281 und Bianchi-Giovini (Zurigo 1836. 1847, Firenz. 1850). Sarraches (Sarrasch), Sardellenart im Mittelmeer, sogen. Strömlinge. Sarsenet, leinenartig gewobener, gefärbter und stark geglätteter Baumwollestoff. Sarter, Zarter, engl. Charter, früher der Aufriß eines zu bauenden

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Zitationshilfe: Herders Conversations-Lexikon. Bd. 5. Freiburg im Breisgau, 1857, S. 49. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/nn_conversationslexikon05_1857/50>, abgerufen am 27.10.2020.