Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Herders Conversations-Lexikon. Bd. 5. Freiburg im Breisgau, 1857.

Bild:
<< vorherige Seite

sowie die Art. Komödie, Oper, Tragödie, vgl. Moralitäten und Mysterien.


Schauspielkunst, die Kunst, eine bestimmte Rolle in einem dramatischen Kunstwerke auf der Bühne durch Declamation und Mimik zu verwirklichen und anschaulich zu machen. Mit der Theorie derselben beschäftiget sich die Dramaturgie, s. d.


Schebecke, engl. shebek, dreimastiges Schiff im Mittelmeer. scharf u. schmal gebaut, wie die Galeere aufgetakelt, führt auch Ruder.


Scheda, schedula, lat., Blatt Papier. Zettel; Erlaubnißschein.


Scheele, Karl Wilhelm. geb. 1742 zu Stralsund, gest. 1786 als Apotheker zu Köping, ein sehr verdienter Chemiker, entdeckte das Sauerstoffgas, viele organische Säuren, das Wolframmetall, das Chlor. den Baryt, zerlegte den Flußspath, das Berlinerblau etc. "S.s sämmtliche physik. u. chemische Werke", herausgegeben von Hermbstädt, Berlin 1792.


Scheeren, die Klippen und kleinen Felseninseln an der schwed. und finn. Küste; die S. flotte Schwedens und Rußlands zur Vertheidigung der Küste, besteht aus kleineren und größeren Kanonenbooten. die neben den Rudern auch Segel führen.


Schefer, Leop., ein durch Jean Pauls und F. Rückerts Leistungen angeregter Dichter, geb. 1784 zu Muskau in der Niederlausitz, machte bedeutende Reisen, lebt seit 1820 als General-Inspector und Freund des Fürsten Pückler-Muskau in seinem Geburtsorte. Von all seinen poetischen Arbeiten ist die berühmteste sein "Laienbrevier" (1834. 10. Aufl. 1855), fortgesetzt durch die "Hausreden" (Dessau 1855). als Dichtung mannigfach und namentlich durch sinnige Naturbetrachtung ausgezeichnet, als Andachtsbuch, wozu es bei den Protestanten häufig benutzt wird, höchst verwerflich, weil die Grundanschauung des Gedichtes durch und durch pantheistisch ist und "hinter scheinbar unschuldigem Gekose und poetischem Getändel ein tiefer Haß gegen das Christenthum und Jenseits sich versteckt". Außer dem Laienbrevier und jeanpaulisirenden Novellen lieferte S. Gedichte (3. Aufl. 1847), Hafis in Hellas (Hamb. 1853), einen "Koran der Liebe nebst kleiner Sunna" (ebendas. 1855) etc. Ausgewählte Werke, Berlin 1845-46, 12 Bde.


Scheffel (von Schaff), deutsches Getreidemaß von sehr verschiedenem Gehalte. z. B. in Preußen = 53,96. in Sachsen = 105,14. in Württemberg = 177,2 frz. Litres.


Scheffer, Ary, einer der berühmtesten Genre- und Historienmaler der neuesten franz. Schule, geb. 1795 im Haag, seit seiner Jugend in Paris; wo er sich in der Schule Pierre Guerins bildete. Außer seinen historischen und biblischen Darstellungen malte er, mit den deutschen Dichtern innig vertraut, mit besonderer Vorliebe Scenen aus deren Dichtungen, Gemälde, die sich mehr als seine andern durch poetische Auffassung, geistreiche Composition und prächtiges Colorit auszeichnen. - Sein Bruder. Henri. geb. 1799. hat als Genre- u. Porträtmaler Ruf.


Scheffler, s. Angelus Silesius.


Scheffner, Joh. Georg, geb. 1736 zu Königsberg in Preußen. Kriegs- u. Steuerrath. privatisirte seit 1775 auf dem Lande und widmete sich philantropischen Bestrebungen, namentlich der Verbesserung des Landschulwesens; st. 1820. Von seinen Schriften ist seine Selbstbiographie nicht ohne Interesse.


Scheibel, Joh. Gottfried, protest. Theolog u. entschiedener Altlutheraner, geb. 1783 zu Breslau, wurde daselbst Prediger, 1811 Professor der Kirchengeschichte an der von Frankfurt a. d. O. hieher verlegten Universität. Schon vorher als glaubenstreuer Lutheraner bekannt, trat S. seit 1817 der Union der Lutheraner mit den Reformirten eifrig entgegen, ließ sich weder durch die 1818 erfolgende Ernennung zum ordentlichen Professor der Theologie beschwichtigen, noch durch glänzende Anträge von seinen Anhängern in Breslau wegverlocken, sondern weigerte sich beharrlich, die neue Kirchenagende anzunehmen und ließ sich 1830 suspendiren, 1832 von all seinen Aemtern absetzen. Er zog sich nach Dresden zurück, mußte auch von da weg; weil er die sächs. Theologen so wenig schonte als die preuß., kämpfte

sowie die Art. Komödie, Oper, Tragödie, vgl. Moralitäten und Mysterien.


Schauspielkunst, die Kunst, eine bestimmte Rolle in einem dramatischen Kunstwerke auf der Bühne durch Declamation und Mimik zu verwirklichen und anschaulich zu machen. Mit der Theorie derselben beschäftiget sich die Dramaturgie, s. d.


Schebecke, engl. shebek, dreimastiges Schiff im Mittelmeer. scharf u. schmal gebaut, wie die Galeere aufgetakelt, führt auch Ruder.


Scheda, schedula, lat., Blatt Papier. Zettel; Erlaubnißschein.


Scheele, Karl Wilhelm. geb. 1742 zu Stralsund, gest. 1786 als Apotheker zu Köping, ein sehr verdienter Chemiker, entdeckte das Sauerstoffgas, viele organische Säuren, das Wolframmetall, das Chlor. den Baryt, zerlegte den Flußspath, das Berlinerblau etc. „S.s sämmtliche physik. u. chemische Werke“, herausgegeben von Hermbstädt, Berlin 1792.


Scheeren, die Klippen und kleinen Felseninseln an der schwed. und finn. Küste; die S. flotte Schwedens und Rußlands zur Vertheidigung der Küste, besteht aus kleineren und größeren Kanonenbooten. die neben den Rudern auch Segel führen.


Schefer, Leop., ein durch Jean Pauls und F. Rückerts Leistungen angeregter Dichter, geb. 1784 zu Muskau in der Niederlausitz, machte bedeutende Reisen, lebt seit 1820 als General-Inspector und Freund des Fürsten Pückler-Muskau in seinem Geburtsorte. Von all seinen poetischen Arbeiten ist die berühmteste sein „Laienbrevier“ (1834. 10. Aufl. 1855), fortgesetzt durch die „Hausreden“ (Dessau 1855). als Dichtung mannigfach und namentlich durch sinnige Naturbetrachtung ausgezeichnet, als Andachtsbuch, wozu es bei den Protestanten häufig benutzt wird, höchst verwerflich, weil die Grundanschauung des Gedichtes durch und durch pantheistisch ist und „hinter scheinbar unschuldigem Gekose und poetischem Getändel ein tiefer Haß gegen das Christenthum und Jenseits sich versteckt“. Außer dem Laienbrevier und jeanpaulisirenden Novellen lieferte S. Gedichte (3. Aufl. 1847), Hafis in Hellas (Hamb. 1853), einen „Koran der Liebe nebst kleiner Sunna“ (ebendas. 1855) etc. Ausgewählte Werke, Berlin 1845–46, 12 Bde.


Scheffel (von Schaff), deutsches Getreidemaß von sehr verschiedenem Gehalte. z. B. in Preußen = 53,96. in Sachsen = 105,14. in Württemberg = 177,2 frz. Litres.


Scheffer, Ary, einer der berühmtesten Genre- und Historienmaler der neuesten franz. Schule, geb. 1795 im Haag, seit seiner Jugend in Paris; wo er sich in der Schule Pierre Guérins bildete. Außer seinen historischen und biblischen Darstellungen malte er, mit den deutschen Dichtern innig vertraut, mit besonderer Vorliebe Scenen aus deren Dichtungen, Gemälde, die sich mehr als seine andern durch poetische Auffassung, geistreiche Composition und prächtiges Colorit auszeichnen. – Sein Bruder. Henri. geb. 1799. hat als Genre- u. Porträtmaler Ruf.


Scheffler, s. Angelus Silesius.


Scheffner, Joh. Georg, geb. 1736 zu Königsberg in Preußen. Kriegs- u. Steuerrath. privatisirte seit 1775 auf dem Lande und widmete sich philantropischen Bestrebungen, namentlich der Verbesserung des Landschulwesens; st. 1820. Von seinen Schriften ist seine Selbstbiographie nicht ohne Interesse.


Scheibel, Joh. Gottfried, protest. Theolog u. entschiedener Altlutheraner, geb. 1783 zu Breslau, wurde daselbst Prediger, 1811 Professor der Kirchengeschichte an der von Frankfurt a. d. O. hieher verlegten Universität. Schon vorher als glaubenstreuer Lutheraner bekannt, trat S. seit 1817 der Union der Lutheraner mit den Reformirten eifrig entgegen, ließ sich weder durch die 1818 erfolgende Ernennung zum ordentlichen Professor der Theologie beschwichtigen, noch durch glänzende Anträge von seinen Anhängern in Breslau wegverlocken, sondern weigerte sich beharrlich, die neue Kirchenagende anzunehmen und ließ sich 1830 suspendiren, 1832 von all seinen Aemtern absetzen. Er zog sich nach Dresden zurück, mußte auch von da weg; weil er die sächs. Theologen so wenig schonte als die preuß., kämpfte

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><pb facs="#f0068" n="67"/>
sowie die Art. Komödie, Oper, Tragödie, vgl. Moralitäten und Mysterien.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Schauspielkunst</hi>, die Kunst, eine bestimmte Rolle in einem dramatischen Kunstwerke auf der Bühne durch Declamation und Mimik zu verwirklichen und anschaulich zu machen. Mit der Theorie derselben beschäftiget sich die Dramaturgie, s. d.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Schebecke</hi>, engl. <hi rendition="#i">shebek</hi>, dreimastiges Schiff im Mittelmeer. scharf u. schmal gebaut, wie die Galeere aufgetakelt, führt auch Ruder.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Scheda</hi>, <hi rendition="#i"><hi rendition="#g">schedula</hi></hi>, lat., Blatt Papier. Zettel; Erlaubnißschein.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Scheele</hi>, Karl Wilhelm. geb. 1742 zu Stralsund, gest. 1786 als Apotheker zu Köping, ein sehr verdienter Chemiker, entdeckte das Sauerstoffgas, viele organische Säuren, das Wolframmetall, das Chlor. den Baryt, zerlegte den Flußspath, das Berlinerblau etc. &#x201E;S.s sämmtliche physik. u. chemische Werke&#x201C;, herausgegeben von Hermbstädt, Berlin 1792.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Scheeren</hi>, die Klippen und kleinen Felseninseln an der schwed. und finn. Küste; die S. <hi rendition="#g">flotte</hi> Schwedens und Rußlands zur Vertheidigung der Küste, besteht aus kleineren und größeren Kanonenbooten. die neben den Rudern auch Segel führen.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Schefer</hi>, Leop., ein durch Jean Pauls und F. Rückerts Leistungen angeregter Dichter, geb. 1784 zu Muskau in der Niederlausitz, machte bedeutende Reisen, lebt seit 1820 als General-Inspector und Freund des Fürsten Pückler-Muskau in seinem Geburtsorte. Von all seinen poetischen Arbeiten ist die berühmteste sein &#x201E;Laienbrevier&#x201C; (1834. 10. Aufl. 1855), fortgesetzt durch die &#x201E;Hausreden&#x201C; (Dessau 1855). als Dichtung mannigfach und namentlich durch sinnige Naturbetrachtung ausgezeichnet, als Andachtsbuch, wozu es bei den Protestanten häufig benutzt wird, höchst verwerflich, weil die Grundanschauung des Gedichtes durch und durch pantheistisch ist und &#x201E;hinter scheinbar unschuldigem Gekose und poetischem Getändel ein tiefer Haß gegen das Christenthum und Jenseits sich versteckt&#x201C;. Außer dem Laienbrevier und jeanpaulisirenden Novellen lieferte S. Gedichte (3. Aufl. 1847), Hafis in Hellas (Hamb. 1853), einen &#x201E;Koran der Liebe nebst kleiner Sunna&#x201C; (ebendas. 1855) etc. Ausgewählte Werke, Berlin 1845&#x2013;46, 12 Bde.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Scheffel</hi> (von Schaff), deutsches Getreidemaß von sehr verschiedenem Gehalte. z. B. in Preußen = 53,96. in Sachsen = 105,14. in Württemberg = 177,2 frz. Litres.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Scheffer</hi>, Ary, einer der berühmtesten Genre- und Historienmaler der neuesten franz. Schule, geb. 1795 im Haag, seit seiner Jugend in Paris; wo er sich in der Schule Pierre Guérins bildete. Außer seinen historischen und biblischen Darstellungen malte er, mit den deutschen Dichtern innig vertraut, mit besonderer Vorliebe Scenen aus deren Dichtungen, Gemälde, die sich mehr als seine andern durch poetische Auffassung, geistreiche Composition und prächtiges Colorit auszeichnen. &#x2013; Sein Bruder. <hi rendition="#g">Henri.</hi> geb. 1799. hat als Genre- u. Porträtmaler Ruf.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Scheffler</hi>, s. Angelus Silesius.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Scheffner</hi>, Joh. Georg, geb. 1736 zu Königsberg in Preußen. Kriegs- u. Steuerrath. privatisirte seit 1775 auf dem Lande und widmete sich philantropischen Bestrebungen, namentlich der Verbesserung des Landschulwesens; st. 1820. Von seinen Schriften ist seine Selbstbiographie nicht ohne Interesse.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Scheibel</hi>, Joh. Gottfried, protest. Theolog u. entschiedener Altlutheraner, geb. 1783 zu Breslau, wurde daselbst Prediger, 1811 Professor der Kirchengeschichte an der von Frankfurt a. d. O. hieher verlegten Universität. Schon vorher als glaubenstreuer Lutheraner bekannt, trat S. seit 1817 der Union der Lutheraner mit den Reformirten eifrig entgegen, ließ sich weder durch die 1818 erfolgende Ernennung zum ordentlichen Professor der Theologie beschwichtigen, noch durch glänzende Anträge von seinen Anhängern in Breslau wegverlocken, sondern weigerte sich beharrlich, die neue Kirchenagende anzunehmen und ließ sich 1830 suspendiren, 1832 von all seinen Aemtern absetzen. Er zog sich nach Dresden zurück, mußte auch von da weg; weil er die sächs. Theologen so wenig schonte als die preuß., kämpfte
</p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[67/0068] sowie die Art. Komödie, Oper, Tragödie, vgl. Moralitäten und Mysterien. Schauspielkunst, die Kunst, eine bestimmte Rolle in einem dramatischen Kunstwerke auf der Bühne durch Declamation und Mimik zu verwirklichen und anschaulich zu machen. Mit der Theorie derselben beschäftiget sich die Dramaturgie, s. d. Schebecke, engl. shebek, dreimastiges Schiff im Mittelmeer. scharf u. schmal gebaut, wie die Galeere aufgetakelt, führt auch Ruder. Scheda, schedula, lat., Blatt Papier. Zettel; Erlaubnißschein. Scheele, Karl Wilhelm. geb. 1742 zu Stralsund, gest. 1786 als Apotheker zu Köping, ein sehr verdienter Chemiker, entdeckte das Sauerstoffgas, viele organische Säuren, das Wolframmetall, das Chlor. den Baryt, zerlegte den Flußspath, das Berlinerblau etc. „S.s sämmtliche physik. u. chemische Werke“, herausgegeben von Hermbstädt, Berlin 1792. Scheeren, die Klippen und kleinen Felseninseln an der schwed. und finn. Küste; die S. flotte Schwedens und Rußlands zur Vertheidigung der Küste, besteht aus kleineren und größeren Kanonenbooten. die neben den Rudern auch Segel führen. Schefer, Leop., ein durch Jean Pauls und F. Rückerts Leistungen angeregter Dichter, geb. 1784 zu Muskau in der Niederlausitz, machte bedeutende Reisen, lebt seit 1820 als General-Inspector und Freund des Fürsten Pückler-Muskau in seinem Geburtsorte. Von all seinen poetischen Arbeiten ist die berühmteste sein „Laienbrevier“ (1834. 10. Aufl. 1855), fortgesetzt durch die „Hausreden“ (Dessau 1855). als Dichtung mannigfach und namentlich durch sinnige Naturbetrachtung ausgezeichnet, als Andachtsbuch, wozu es bei den Protestanten häufig benutzt wird, höchst verwerflich, weil die Grundanschauung des Gedichtes durch und durch pantheistisch ist und „hinter scheinbar unschuldigem Gekose und poetischem Getändel ein tiefer Haß gegen das Christenthum und Jenseits sich versteckt“. Außer dem Laienbrevier und jeanpaulisirenden Novellen lieferte S. Gedichte (3. Aufl. 1847), Hafis in Hellas (Hamb. 1853), einen „Koran der Liebe nebst kleiner Sunna“ (ebendas. 1855) etc. Ausgewählte Werke, Berlin 1845–46, 12 Bde. Scheffel (von Schaff), deutsches Getreidemaß von sehr verschiedenem Gehalte. z. B. in Preußen = 53,96. in Sachsen = 105,14. in Württemberg = 177,2 frz. Litres. Scheffer, Ary, einer der berühmtesten Genre- und Historienmaler der neuesten franz. Schule, geb. 1795 im Haag, seit seiner Jugend in Paris; wo er sich in der Schule Pierre Guérins bildete. Außer seinen historischen und biblischen Darstellungen malte er, mit den deutschen Dichtern innig vertraut, mit besonderer Vorliebe Scenen aus deren Dichtungen, Gemälde, die sich mehr als seine andern durch poetische Auffassung, geistreiche Composition und prächtiges Colorit auszeichnen. – Sein Bruder. Henri. geb. 1799. hat als Genre- u. Porträtmaler Ruf. Scheffler, s. Angelus Silesius. Scheffner, Joh. Georg, geb. 1736 zu Königsberg in Preußen. Kriegs- u. Steuerrath. privatisirte seit 1775 auf dem Lande und widmete sich philantropischen Bestrebungen, namentlich der Verbesserung des Landschulwesens; st. 1820. Von seinen Schriften ist seine Selbstbiographie nicht ohne Interesse. Scheibel, Joh. Gottfried, protest. Theolog u. entschiedener Altlutheraner, geb. 1783 zu Breslau, wurde daselbst Prediger, 1811 Professor der Kirchengeschichte an der von Frankfurt a. d. O. hieher verlegten Universität. Schon vorher als glaubenstreuer Lutheraner bekannt, trat S. seit 1817 der Union der Lutheraner mit den Reformirten eifrig entgegen, ließ sich weder durch die 1818 erfolgende Ernennung zum ordentlichen Professor der Theologie beschwichtigen, noch durch glänzende Anträge von seinen Anhängern in Breslau wegverlocken, sondern weigerte sich beharrlich, die neue Kirchenagende anzunehmen und ließ sich 1830 suspendiren, 1832 von all seinen Aemtern absetzen. Er zog sich nach Dresden zurück, mußte auch von da weg; weil er die sächs. Theologen so wenig schonte als die preuß., kämpfte

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

zeno.org – Contumax GmbH & Co. KG: Bereitstellung der Texttranskription. (2020-08-19T11:47:14Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.
Andreas Nolda: Bearbeitung der digitalen Edition. (2020-08-19T11:47:14Z)

Weitere Informationen:

Bogensignaturen: nicht übernommen; Druckfehler: keine Angabe; fremdsprachliches Material: keine Angabe; Geminations-/Abkürzungsstriche: keine Angabe; Hervorhebungen (Antiqua, Sperrschrift, Kursive etc.): gekennzeichnet; Hervorhebungen I/J in Fraktur: keine Angabe; i/j in Fraktur: keine Angabe; Kolumnentitel: nicht übernommen; Kustoden: keine Angabe; langes s (ſ): als s transkribiert; Normalisierungen: keine Angabe; rundes r (ꝛ): keine Angabe; Seitenumbrüche markiert: ja; Silbentrennung: aufgelöst; u/v bzw. U/V: keine Angabe; Vokale mit übergest. e: keine Angabe; Vollständigkeit: keine Angabe; Zeichensetzung: keine Angabe; Zeilenumbrüche markiert: nein;




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/nn_conversationslexikon05_1857
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/nn_conversationslexikon05_1857/68
Zitationshilfe: Herders Conversations-Lexikon. Bd. 5. Freiburg im Breisgau, 1857, S. 67. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/nn_conversationslexikon05_1857/68>, abgerufen am 25.10.2020.