Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Herders Conversations-Lexikon. Bd. 5. Freiburg im Breisgau, 1857.

Bild:
<< vorherige Seite


Schenkel, beim Menschen die Beine mit Ausnahme des eigentlichen Fußes. Unter- u. Ober-S. (Wade) sind mit einander durch das Knie verbunden; der Unter-S. (crus) besteht aus dem Schienbein (tibia) und dem Wadenbein (fibula), der Ober-S. (femur) aus einem einzigen Knochen. der mit einem halbkugelförmigen Gelenkknopf in die Hüftengelenkpfanne eingesenkt ist. - S., in der Mathematik die beiden Linien, die einen Winkel bilden.


Schenkendorf, Ferd. Gottfr. Max von, einer der vorzüglichsten Dichter der sogen. Befreiungskriege, welche zu den Ausläufern der romantischen Schule gehören, geb. 1784 zu Tilsit, gest. 1817 als Regierungsrath zu Koblenz, hinterließ "Christliche Gedichte" (1814), "Vaterlandslieder" (1815), außerdem einen poetischen Nachlaß (1832). Sämmtliche Gedichte Berl. 1837. Entschiedener als Arndt oder Körner wies S. auf Erhebung u. Läuterung der deutschen Gesinnung durch das Christenthum hin u. mahnt hierin wie durch den innigen Ton seiner Gedichte überhaupt an Novalis. Die Lieder auf die Kaiserin Maria Ludovica Beatrix von Oesterreich gelten als unvergänglich, viele z. B. Klaget nicht. daß ich gefallen; Wenn alle untreu werden; Freiheit die ich meine, sind noch heute allbekannt.


Schenkung (donatio) unter Lebenden (inter vivos), wobei das Eigenthum auf den Beschenkten (Donatar) zu Lebzeiten übergeht und ihm verbleibt, auch wenn er vor dem Schenker (Donator) stirbt. Große S.en sind an solenne Formen gebunden. Die S. geschieht einfach od. unter besondern Bestimmungen (d. sub modo). oder aus Erkenntlichkeit (d. remuneratoria). Unter Ehegatten sowie unter Eltern u. Kindern sind Geschenke an sich nichtig, doch wenn der Beschenkte den Schenker überlebt, können sie nicht mehr angefochten, wohl aber bis weilen wie ein Stück vorausempfangenen Erbtheils angerechnet werden. Die S. kann wiederrufen werden wegen groben Undanks. S en von Todeswegen (mortis causa) ruhen auf dem Grundgedanken, daß der Schenker um der Berücksichtigung seines Todes willen die S. gibt. so daß dieselbe, wenn der Beschenkte seinen Tod nicht überlebt, dahinfällt. Nach diesem Merkmal entscheidet sich bei mancherlei versteckten Rechtsgeschäften die Frage, ob die S. eine inter vivos oder mortis causa sei. Die Pflichttheilserben können bis auf den Betrag desselben jede Schenkung anfechten (querela inofficiosae d.). wenn der Pflichttheil, nach Maßgabe des Vermögensstandes zur Zeit der S., verletzt erscheint. Der Beschenkte hat nur die reine S.ssumme zu fordern, ohne Zinsen und Früchte; der Schenker besitzt das beneficium competentiae.


Schepeler, Andreas Daniel Berthold von, geb. 1780 in Göttingen, diente als Soldat Oesterreich von 1799-1808, hierauf Preußen, 1810-14 Spanien, 1814 wieder Preußen, war 1817-23 preuß. Geschäftsträger in Madrid, privatisirte seitdem in Aachen, st. 1849. Schrieb eine "Geschichte der Revolutionen Spaniens und Portugals", Berl. 1826; ferner eine "Geschichte der Revolution des span. Amerika", Aachen 1833.


Scheppenstädt, braunschweig. Stadt mit 2700 E.; im norddeutschen Volkswitze steht S. neben Schilda.


Scherbe, abgebrochenes Stück von einem Thon- od. Glasgeschirre; kleines Thongefäß, z. B. Milch-, Blumen-S.; Erzmaß von 3-4 Ctr.


Scherbengericht, s. Ostracismus.


Scherbet, s. Sorbet.


Scheremetjew, alte mit den Romanow verwandte, ungeheuer reiche russ. gräfl. Familie. Boris Petrowitsch, geb. 1652. gest. 1719, war Peters I. bester Feldherr und Staatsmann. Nikolai Petrowitsch, geb. 1751. gest. 1809, gründete 1803 zu Moskau ein Spital mit 75000 Rubeln jährlichen Einkommens. Dmitry Nikolajewitsch, des Vorigen Sohn. geb. 1803, ist wirklicher Staatsrath.


Scherer, Barthelemy Louis Joseph, geb. 1750 zu Delle bei Belfort, Fleischerssohn, entlief seinen Eltern und diente 12 Jahre als österr. Soldat, desertirte aus Mantua und trieb sich zu Paris herum. Die Revolution hob ihn schnell; er focht unter Pichegru, Jourdan und Moreau, commandirte 1795 gegen Spanien, 1796 die Alpenarmee gegen


Schenkel, beim Menschen die Beine mit Ausnahme des eigentlichen Fußes. Unter- u. Ober-S. (Wade) sind mit einander durch das Knie verbunden; der Unter-S. (crus) besteht aus dem Schienbein (tibia) und dem Wadenbein (fibula), der Ober-S. (femur) aus einem einzigen Knochen. der mit einem halbkugelförmigen Gelenkknopf in die Hüftengelenkpfanne eingesenkt ist. – S., in der Mathematik die beiden Linien, die einen Winkel bilden.


Schenkendorf, Ferd. Gottfr. Max von, einer der vorzüglichsten Dichter der sogen. Befreiungskriege, welche zu den Ausläufern der romantischen Schule gehören, geb. 1784 zu Tilsit, gest. 1817 als Regierungsrath zu Koblenz, hinterließ „Christliche Gedichte“ (1814), „Vaterlandslieder“ (1815), außerdem einen poetischen Nachlaß (1832). Sämmtliche Gedichte Berl. 1837. Entschiedener als Arndt oder Körner wies S. auf Erhebung u. Läuterung der deutschen Gesinnung durch das Christenthum hin u. mahnt hierin wie durch den innigen Ton seiner Gedichte überhaupt an Novalis. Die Lieder auf die Kaiserin Maria Ludovica Beatrix von Oesterreich gelten als unvergänglich, viele z. B. Klaget nicht. daß ich gefallen; Wenn alle untreu werden; Freiheit die ich meine, sind noch heute allbekannt.


Schenkung (donatio) unter Lebenden (inter vivos), wobei das Eigenthum auf den Beschenkten (Donatar) zu Lebzeiten übergeht und ihm verbleibt, auch wenn er vor dem Schenker (Donator) stirbt. Große S.en sind an solenne Formen gebunden. Die S. geschieht einfach od. unter besondern Bestimmungen (d. sub modo). oder aus Erkenntlichkeit (d. remuneratoria). Unter Ehegatten sowie unter Eltern u. Kindern sind Geschenke an sich nichtig, doch wenn der Beschenkte den Schenker überlebt, können sie nicht mehr angefochten, wohl aber bis weilen wie ein Stück vorausempfangenen Erbtheils angerechnet werden. Die S. kann wiederrufen werden wegen groben Undanks. S en von Todeswegen (mortis causa) ruhen auf dem Grundgedanken, daß der Schenker um der Berücksichtigung seines Todes willen die S. gibt. so daß dieselbe, wenn der Beschenkte seinen Tod nicht überlebt, dahinfällt. Nach diesem Merkmal entscheidet sich bei mancherlei versteckten Rechtsgeschäften die Frage, ob die S. eine inter vivos oder mortis causa sei. Die Pflichttheilserben können bis auf den Betrag desselben jede Schenkung anfechten (querela inofficiosae d.). wenn der Pflichttheil, nach Maßgabe des Vermögensstandes zur Zeit der S., verletzt erscheint. Der Beschenkte hat nur die reine S.ssumme zu fordern, ohne Zinsen und Früchte; der Schenker besitzt das beneficium competentiae.


Schepeler, Andreas Daniel Berthold von, geb. 1780 in Göttingen, diente als Soldat Oesterreich von 1799–1808, hierauf Preußen, 1810–14 Spanien, 1814 wieder Preußen, war 1817–23 preuß. Geschäftsträger in Madrid, privatisirte seitdem in Aachen, st. 1849. Schrieb eine „Geschichte der Revolutionen Spaniens und Portugals“, Berl. 1826; ferner eine „Geschichte der Revolution des span. Amerika“, Aachen 1833.


Scheppenstädt, braunschweig. Stadt mit 2700 E.; im norddeutschen Volkswitze steht S. neben Schilda.


Scherbe, abgebrochenes Stück von einem Thon- od. Glasgeschirre; kleines Thongefäß, z. B. Milch-, Blumen-S.; Erzmaß von 3–4 Ctr.


Scherbengericht, s. Ostracismus.


Scherbet, s. Sorbet.


Scheremetjew, alte mit den Romanow verwandte, ungeheuer reiche russ. gräfl. Familie. Boris Petrowitsch, geb. 1652. gest. 1719, war Peters I. bester Feldherr und Staatsmann. Nikolai Petrowitsch, geb. 1751. gest. 1809, gründete 1803 zu Moskau ein Spital mit 75000 Rubeln jährlichen Einkommens. Dmitry Nikolajewitsch, des Vorigen Sohn. geb. 1803, ist wirklicher Staatsrath.


Scherer, Barthélemy Louis Joseph, geb. 1750 zu Delle bei Belfort, Fleischerssohn, entlief seinen Eltern und diente 12 Jahre als österr. Soldat, desertirte aus Mantua und trieb sich zu Paris herum. Die Revolution hob ihn schnell; er focht unter Pichegru, Jourdan und Moreau, commandirte 1795 gegen Spanien, 1796 die Alpenarmee gegen

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p>
            <pb facs="#f0074" n="73"/>
          </p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Schenkel</hi>, beim Menschen die Beine mit Ausnahme des eigentlichen Fußes. <hi rendition="#g">Unter- u. Ober-S.</hi> (Wade) sind mit einander durch das Knie verbunden; der <hi rendition="#g">Unter</hi>-S. <hi rendition="#i">(crus)</hi> besteht aus dem Schienbein <hi rendition="#i">(tibia)</hi> und dem Wadenbein <hi rendition="#i">(fibula),</hi> der Ober-S. <hi rendition="#i">(femur)</hi> aus einem einzigen Knochen. der mit einem halbkugelförmigen Gelenkknopf in die Hüftengelenkpfanne eingesenkt ist. &#x2013; S., in der Mathematik die beiden Linien, die einen Winkel bilden.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Schenkendorf</hi>, Ferd. Gottfr. Max von, einer der vorzüglichsten Dichter der sogen. Befreiungskriege, welche zu den Ausläufern der romantischen Schule gehören, geb. 1784 zu Tilsit, gest. 1817 als Regierungsrath zu Koblenz, hinterließ &#x201E;Christliche Gedichte&#x201C; (1814), &#x201E;Vaterlandslieder&#x201C; (1815), außerdem einen poetischen Nachlaß (1832). Sämmtliche Gedichte Berl. 1837. Entschiedener als Arndt oder Körner wies S. auf Erhebung u. Läuterung der deutschen Gesinnung durch das Christenthum hin u. mahnt hierin wie durch den innigen Ton seiner Gedichte überhaupt an Novalis. Die Lieder auf die Kaiserin Maria Ludovica Beatrix von Oesterreich gelten als unvergänglich, viele z. B. Klaget nicht. daß ich gefallen; Wenn alle untreu werden; Freiheit die ich meine, sind noch heute allbekannt.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Schenkung</hi><hi rendition="#i">(donatio)</hi> unter Lebenden <hi rendition="#i">(inter vivos)</hi>, wobei das Eigenthum auf den Beschenkten (Donatar) zu Lebzeiten übergeht und ihm verbleibt, auch wenn er vor dem Schenker (Donator) stirbt. Große S.en sind an solenne Formen gebunden. Die S. geschieht einfach od. unter besondern Bestimmungen <hi rendition="#i">(d. sub modo)</hi>. oder aus Erkenntlichkeit <hi rendition="#i">(d. remuneratoria)</hi>. Unter Ehegatten sowie unter Eltern u. Kindern sind Geschenke an sich nichtig, doch wenn der Beschenkte den Schenker überlebt, können sie nicht mehr angefochten, wohl aber bis weilen wie ein Stück vorausempfangenen Erbtheils angerechnet werden. Die S. kann wiederrufen werden wegen groben Undanks. S en von Todeswegen <hi rendition="#i">(mortis causa)</hi> ruhen auf dem Grundgedanken, daß der Schenker um der Berücksichtigung seines Todes willen die S. gibt. so daß dieselbe, wenn der Beschenkte seinen Tod nicht überlebt, dahinfällt. Nach diesem Merkmal entscheidet sich bei mancherlei versteckten Rechtsgeschäften die Frage, ob die S. eine <hi rendition="#i">inter vivos</hi> oder <hi rendition="#i">mortis causa</hi> sei. Die Pflichttheilserben können bis auf den Betrag desselben jede Schenkung anfechten <hi rendition="#i">(querela inofficiosae d.)</hi>. wenn der Pflichttheil, nach Maßgabe des Vermögensstandes zur Zeit der S., verletzt erscheint. Der Beschenkte hat nur die reine S.ssumme zu fordern, ohne Zinsen und Früchte; der Schenker besitzt das <hi rendition="#i">beneficium competentiae.</hi></p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Schepeler</hi>, Andreas Daniel Berthold von, geb. 1780 in Göttingen, diente als Soldat Oesterreich von 1799&#x2013;1808, hierauf Preußen, 1810&#x2013;14 Spanien, 1814 wieder Preußen, war 1817&#x2013;23 preuß. Geschäftsträger in Madrid, privatisirte seitdem in Aachen, st. 1849. Schrieb eine &#x201E;Geschichte der Revolutionen Spaniens und Portugals&#x201C;, Berl. 1826; ferner eine &#x201E;Geschichte der Revolution des span. Amerika&#x201C;, Aachen 1833.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Scheppenstädt</hi>, braunschweig. Stadt mit 2700 E.; im norddeutschen Volkswitze steht S. neben Schilda.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Scherbe</hi>, abgebrochenes Stück von einem Thon- od. Glasgeschirre; kleines Thongefäß, z. B. Milch-, Blumen-S.; Erzmaß von 3&#x2013;4 Ctr.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Scherbengericht</hi>, s. Ostracismus.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Scherbet</hi>, s. Sorbet.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Scheremetjew</hi>, alte mit den Romanow verwandte, ungeheuer reiche russ. gräfl. Familie. <hi rendition="#g">Boris Petrowitsch</hi>, geb. 1652. gest. 1719, war Peters I. bester Feldherr und Staatsmann. <hi rendition="#g">Nikolai Petrowitsch</hi>, geb. 1751. gest. 1809, gründete 1803 zu Moskau ein Spital mit 75000 Rubeln jährlichen Einkommens. <hi rendition="#g">Dmitry Nikolajewitsch</hi>, des Vorigen Sohn. geb. 1803, ist wirklicher Staatsrath.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Scherer</hi>, Barthélemy Louis Joseph, geb. 1750 zu Delle bei Belfort, Fleischerssohn, entlief seinen Eltern und diente 12 Jahre als österr. Soldat, desertirte aus Mantua und trieb sich zu Paris herum. Die Revolution hob ihn schnell; er focht unter Pichegru, Jourdan und Moreau, commandirte 1795 gegen Spanien, 1796 die Alpenarmee gegen
</p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[73/0074] Schenkel, beim Menschen die Beine mit Ausnahme des eigentlichen Fußes. Unter- u. Ober-S. (Wade) sind mit einander durch das Knie verbunden; der Unter-S. (crus) besteht aus dem Schienbein (tibia) und dem Wadenbein (fibula), der Ober-S. (femur) aus einem einzigen Knochen. der mit einem halbkugelförmigen Gelenkknopf in die Hüftengelenkpfanne eingesenkt ist. – S., in der Mathematik die beiden Linien, die einen Winkel bilden. Schenkendorf, Ferd. Gottfr. Max von, einer der vorzüglichsten Dichter der sogen. Befreiungskriege, welche zu den Ausläufern der romantischen Schule gehören, geb. 1784 zu Tilsit, gest. 1817 als Regierungsrath zu Koblenz, hinterließ „Christliche Gedichte“ (1814), „Vaterlandslieder“ (1815), außerdem einen poetischen Nachlaß (1832). Sämmtliche Gedichte Berl. 1837. Entschiedener als Arndt oder Körner wies S. auf Erhebung u. Läuterung der deutschen Gesinnung durch das Christenthum hin u. mahnt hierin wie durch den innigen Ton seiner Gedichte überhaupt an Novalis. Die Lieder auf die Kaiserin Maria Ludovica Beatrix von Oesterreich gelten als unvergänglich, viele z. B. Klaget nicht. daß ich gefallen; Wenn alle untreu werden; Freiheit die ich meine, sind noch heute allbekannt. Schenkung (donatio) unter Lebenden (inter vivos), wobei das Eigenthum auf den Beschenkten (Donatar) zu Lebzeiten übergeht und ihm verbleibt, auch wenn er vor dem Schenker (Donator) stirbt. Große S.en sind an solenne Formen gebunden. Die S. geschieht einfach od. unter besondern Bestimmungen (d. sub modo). oder aus Erkenntlichkeit (d. remuneratoria). Unter Ehegatten sowie unter Eltern u. Kindern sind Geschenke an sich nichtig, doch wenn der Beschenkte den Schenker überlebt, können sie nicht mehr angefochten, wohl aber bis weilen wie ein Stück vorausempfangenen Erbtheils angerechnet werden. Die S. kann wiederrufen werden wegen groben Undanks. S en von Todeswegen (mortis causa) ruhen auf dem Grundgedanken, daß der Schenker um der Berücksichtigung seines Todes willen die S. gibt. so daß dieselbe, wenn der Beschenkte seinen Tod nicht überlebt, dahinfällt. Nach diesem Merkmal entscheidet sich bei mancherlei versteckten Rechtsgeschäften die Frage, ob die S. eine inter vivos oder mortis causa sei. Die Pflichttheilserben können bis auf den Betrag desselben jede Schenkung anfechten (querela inofficiosae d.). wenn der Pflichttheil, nach Maßgabe des Vermögensstandes zur Zeit der S., verletzt erscheint. Der Beschenkte hat nur die reine S.ssumme zu fordern, ohne Zinsen und Früchte; der Schenker besitzt das beneficium competentiae. Schepeler, Andreas Daniel Berthold von, geb. 1780 in Göttingen, diente als Soldat Oesterreich von 1799–1808, hierauf Preußen, 1810–14 Spanien, 1814 wieder Preußen, war 1817–23 preuß. Geschäftsträger in Madrid, privatisirte seitdem in Aachen, st. 1849. Schrieb eine „Geschichte der Revolutionen Spaniens und Portugals“, Berl. 1826; ferner eine „Geschichte der Revolution des span. Amerika“, Aachen 1833. Scheppenstädt, braunschweig. Stadt mit 2700 E.; im norddeutschen Volkswitze steht S. neben Schilda. Scherbe, abgebrochenes Stück von einem Thon- od. Glasgeschirre; kleines Thongefäß, z. B. Milch-, Blumen-S.; Erzmaß von 3–4 Ctr. Scherbengericht, s. Ostracismus. Scherbet, s. Sorbet. Scheremetjew, alte mit den Romanow verwandte, ungeheuer reiche russ. gräfl. Familie. Boris Petrowitsch, geb. 1652. gest. 1719, war Peters I. bester Feldherr und Staatsmann. Nikolai Petrowitsch, geb. 1751. gest. 1809, gründete 1803 zu Moskau ein Spital mit 75000 Rubeln jährlichen Einkommens. Dmitry Nikolajewitsch, des Vorigen Sohn. geb. 1803, ist wirklicher Staatsrath. Scherer, Barthélemy Louis Joseph, geb. 1750 zu Delle bei Belfort, Fleischerssohn, entlief seinen Eltern und diente 12 Jahre als österr. Soldat, desertirte aus Mantua und trieb sich zu Paris herum. Die Revolution hob ihn schnell; er focht unter Pichegru, Jourdan und Moreau, commandirte 1795 gegen Spanien, 1796 die Alpenarmee gegen

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

zeno.org – Contumax GmbH & Co. KG: Bereitstellung der Texttranskription. (2020-08-19T11:47:14Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.
Andreas Nolda: Bearbeitung der digitalen Edition. (2020-08-19T11:47:14Z)

Weitere Informationen:

Bogensignaturen: nicht übernommen; Druckfehler: keine Angabe; fremdsprachliches Material: keine Angabe; Geminations-/Abkürzungsstriche: keine Angabe; Hervorhebungen (Antiqua, Sperrschrift, Kursive etc.): gekennzeichnet; Hervorhebungen I/J in Fraktur: keine Angabe; i/j in Fraktur: keine Angabe; Kolumnentitel: nicht übernommen; Kustoden: keine Angabe; langes s (ſ): als s transkribiert; Normalisierungen: keine Angabe; rundes r (ꝛ): keine Angabe; Seitenumbrüche markiert: ja; Silbentrennung: aufgelöst; u/v bzw. U/V: keine Angabe; Vokale mit übergest. e: keine Angabe; Vollständigkeit: keine Angabe; Zeichensetzung: keine Angabe; Zeilenumbrüche markiert: nein;




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/nn_conversationslexikon05_1857
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/nn_conversationslexikon05_1857/74
Zitationshilfe: Herders Conversations-Lexikon. Bd. 5. Freiburg im Breisgau, 1857, S. 73. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/nn_conversationslexikon05_1857/74>, abgerufen am 04.12.2020.