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[N. N.]: Physikalische Geographie von Heinr. Alex. Freiherr v. Humboldt. [V]orgetragen im Wintersemester 1827/8. [Berlin], [1827/28]. [= Nachschrift der ‚Kosmos-Vorträge‛ Alexander von Humboldts in der Berliner Universität, 3.11.1827–26.4.1828.]

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Freilich war auch der Plan zu diesem Wer-
ke theoretischer als die Ausführung.

Es fehlte ihm die Erfahrung; immeer war ein gro-
ßer Mann, der wenig selbst arbeitete und
sich auf die Erfahrungen anderer verließ. -
Er hatte eine solche Menge von Materialien
daß er sie selbst nicht übersehen konnte. -
Sein Werk fängt mit allgemeinen Betrachtun-
gen über die Welt an, und geht dann das
Einzelne speziell durch: metrologische Erschei-
nungen - Producte - Geographie; Menschenracen,
geistige, Entwickelung des Menschen. Den
Schluß macht eine vergleichende Naturbe-
schreibung; und eine Betrachtung undüber die
Gestalt der Länder.

Dieser ernste, strenge Weg, wurde nicht
lange befolgt; die morgenländische Phyilosophie
drang in Italien ein, und führte hier zur
Schwärmerei |: zur Zeit Hadrians :| - Es entstan-
den die Schulen der Neupytha[unleserliches Material - 3 Zeichen fehlen]gorä[unleserliches Material]er, Neupla-
toniker und der Gnostiker.

Daheroch hatte auch diese Schwärmerei ihre Vor-
theile, da man jetzt anfing sich zu sehr mit dem

Spec-
Physikalische Geographie d.

Freilich war auch der Plan zu dieſem Wer-
ke theoretiſcher als die Ausführung.

Es fehlte ihm die Erfahrung; immeer war ein gro-
ßer Mann, der wenig ſelbſt arbeitete und
ſich auf die Erfahrungen anderer verließ. –
Er hatte eine ſolche Menge von Materialien
daß er ſie ſelbſt nicht überſehen konnte. –
Sein Werk fängt mit allgemeinen Betrachtun-
gen über die Welt an, und geht dann das
Einzelne ſpeziell durch: metrologiſche Erſchei-
nungen – Producte – Geographie; Menſchenracen,
geiſtige, Entwickelung des Menſchen. Den
Schluß macht eine vergleichende Naturbe-
ſchreibung; und eine Betrachtung undüber die
Geſtalt der Länder.

Dieſer ernſte, ſtrenge Weg, wurde nicht
lange befolgt; die morgenländiſche Phyiloſophie
drang in Italien ein, und führte hier zur
Schwärmerei |: zur Zeit Hadrians :| – Es entſtan-
den die Schulen der Neupytha[unleserliches Material – 3 Zeichen fehlen]gorä[unleserliches Material]er, Neupla-
toniker und der Gnoſtiker.

Daheroch hatte auch dieſe Schwärmerei ihre Vor-
theile, da man jetzt anfing ſich zu ſehr mit dem

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Phyſikaliſche Geographie d.
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[25/0033] Freilich war auch der Plan zu dieſem Wer- ke theoretiſcher als die Ausführung. Es fehlte ihm die Erfahrung; er war ein gro- ßer Mann, der wenig ſelbſt arbeitete und ſich auf die Erfahrungen anderer verließ. – Er hatte eine ſolche Menge von Materialien daß er ſie ſelbſt nicht überſehen konnte. – Sein Werk fängt mit allgemeinen Betrachtun- gen über die Welt an, und geht dann das Einzelne ſpeziell durch: metrologiſche Erſchei- nungen – Producte – Geographie; Menſchenracen, geiſtige, Entwickelung des Menſchen. Den Schluß macht eine vergleichende Naturbe- ſchreibung; und eine Betrachtung über die Geſtalt der Länder. Dieſer ernſte, ſtrenge Weg, wurde nicht lange befolgt; die morgenländiſche Philoſophie drang in Italien ein, und führte hier zur Schwärmerei |: zur Zeit Hadrians :| – Es entſtan- den die Schulen der Neupythagoräer, Neupla- toniker und der Gnoſtiker. Doch hatte auch dieſe Schwärmerei ihre Vor- theile, da man jetzt anfing ſich zu ſehr mit dem Spec- Phyſikaliſche Geographie d.

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Zitationshilfe: [N. N.]: Physikalische Geographie von Heinr. Alex. Freiherr v. Humboldt. [V]orgetragen im Wintersemester 1827/8. [Berlin], [1827/28]. [= Nachschrift der ‚Kosmos-Vorträge‛ Alexander von Humboldts in der Berliner Universität, 3.11.1827–26.4.1828.], S. 25. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/nn_n0171w1_1828/33>, abgerufen am 21.03.2019.