Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

[N. N.]: Physikalische Geographie von Heinr. Alex. Freiherr v. Humboldt. [V]orgetragen im Wintersemester 1827/8. [Berlin], [1827/28]. [= Nachschrift der ‚Kosmos-Vorträge‛ Alexander von Humboldts in der Berliner Universität, 3.11.1827–26.4.1828.]

Bild:
<< vorherige Seite

Lichts auf, indem man diese Erscheinung mit
den Kreisen vergleicht, die im Wasser ent-
stehen, wenn man etwas hinein fallen läßt,
die nur vernichtet werden, wenn durch ein andrer
Körper ähnliche Kreise bewirkt werden,
die diese durchschneiden |: Ueber die Inter-
ferenz des Lichts S. Annalen der Chemie 1816| 1ter
Theil p. 199, 239. - Frenelle 1819 und die Defrac-
tion - Thomsons Chemie Franz. Uebersetzung
von Rifle - Fischers mechanische Naturlehre
2ter Band :|

[12. Vorlesung, 12.12.1827]

Aus dieser Erscheinung nun ließ sich das
Funkeln der Sterne erklären, indem ihr
Licht, daß durch Stralen zu uns kömmt, durch
einen andern Stral der in einer andern
Richtung und Entfernung diesen in der At-
mosphäre durch kreuzt aufgehoben wird, und
für uns daher verschwindet.

Alle Sterne funkeln mehr am Horizont, als
wenn sie weiter herauf gestiegen sind, weil
die Dünste hier weit stärker sich bewegen
und daher weit häufiger solche Stralen von
andern durchschnitten werden können. Auf Ber-
gen nimmt man deshalb auch das Funkeln nicht

so

Lichts auf, indem man dieſe Erſcheinung mit
den Kreiſen vergleicht, die im Waſser ent-
ſtehen, wenn man etwas hinein fallen läßt,
die nur vernichtet werden, wenn durch ein andrer
Körper ähnliche Kreiſe bewirkt werden,
die dieſe durchſchneiden |: Ueber die Inter-
ferenz des Lichts S. Annalen der Chemie 1816| 1ter
Theil p. 199, 239. – Frenelle 1819 und die Defrac-
tion – Thomſons Chemie Franz. Ueberſetzung
von RifleFiſchers mechaniſche Naturlehre
2ter Band :|

[12. Vorlesung, 12.12.1827]

Aus dieſer Erſcheinung nun ließ ſich das
Funkeln der Sterne erklären, indem ihr
Licht, daß durch Stralen zu uns kömmt, durch
einen andern Stral der in einer andern
Richtung und Entfernung dieſen in der At-
mosphäre durch kreuzt aufgehoben wird, und
für uns daher verſchwindet.

Alle Sterne funkeln mehr am Horizont, als
wenn ſie weiter herauf geſtiegen ſind, weil
die Dünſte hier weit ſtärker ſich bewegen
und daher weit häufiger ſolche Stralen von
andern durchſchnitten werden können. Auf Ber-
gen nim̃t man deshalb auch das Funkeln nicht

ſo
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div type="session" n="11">
        <div n="1">
          <div n="2">
            <p><pb facs="#f0087" n="79"/>
Lichts auf, indem man die&#x017F;e Er&#x017F;cheinung mit<lb/>
den Krei&#x017F;en vergleicht, die im Wa&#x017F;ser ent-<lb/>
&#x017F;tehen, wenn man etwas hinein fallen läßt,<lb/>
die nur vernichtet werden, wenn durch <add place="intralinear">ein </add>andrer<lb/>
Körper ähnliche Krei&#x017F;e bewirkt werden,<lb/>
die die&#x017F;e durch&#x017F;chneiden <metamark>|:</metamark> Ueber die Inter-<lb/>
ferenz des Lichts <hi rendition="#aq">S. Annalen der Chemie</hi> 1816<metamark>|</metamark> 1<hi rendition="#u">ter</hi><lb/>
Theil p. 199, 239. &#x2013; <persName resp="#SB" ref="http://d-nb.info/gnd/118587544">Frenelle</persName> 1819 und die Defrac-<lb/>
tion &#x2013; <persName resp="#SB" ref="http://d-nb.info/gnd/117351970">Thom&#x017F;on</persName>s Chemie Franz. Ueber&#x017F;etzung<lb/>
von <hi rendition="#aq"><persName resp="#SB" ref="http://d-nb.info/gnd/117532800">Rifle</persName></hi> &#x2013; <hi rendition="#aq"><persName resp="#SB" ref="http://d-nb.info/gnd/116551445">Fi&#x017F;cher</persName>s</hi> mechani&#x017F;che Naturlehre<lb/>
2ter Band <metamark>:|</metamark></p><lb/>
          </div>
        </div>
      </div>
      <div type="session" n="12">
        <head>
          <supplied resp="#BF">12. Vorlesung, 12.12.1827</supplied>
        </head><lb/>
        <div n="1">
          <div n="2">
            <p>Aus die&#x017F;er Er&#x017F;cheinung nun ließ &#x017F;ich das<lb/>
Funkeln der Sterne erklären, indem ihr<lb/>
Licht, daß durch Stralen zu uns kömmt, durch<lb/>
einen andern Stral der in einer andern<lb/>
Richtung und Entfernung die&#x017F;en in der At-<lb/>
mosphäre durch kreuzt aufgehoben wird, und<lb/>
für uns daher ver&#x017F;chwindet.</p><lb/>
            <p>Alle Sterne funkeln mehr am Horizont, als<lb/>
wenn &#x017F;ie weiter herauf ge&#x017F;tiegen &#x017F;ind, weil<lb/>
die Dün&#x017F;te hier weit &#x017F;tärker &#x017F;ich bewegen<lb/>
und daher weit häufiger &#x017F;olche Stralen von<lb/>
andern durch&#x017F;chnitten werden können. Auf Ber-<lb/>
gen nim&#x0303;t man deshalb auch das Funkeln nicht<lb/>
<fw place="bottom" type="catch"><hi rendition="#u">&#x017F;o</hi></fw><lb/></p>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[79/0087] Lichts auf, indem man dieſe Erſcheinung mit den Kreiſen vergleicht, die im Waſser ent- ſtehen, wenn man etwas hinein fallen läßt, die nur vernichtet werden, wenn durch ein andrer Körper ähnliche Kreiſe bewirkt werden, die dieſe durchſchneiden |: Ueber die Inter- ferenz des Lichts S. Annalen der Chemie 1816| 1ter Theil p. 199, 239. – Frenelle 1819 und die Defrac- tion – Thomſons Chemie Franz. Ueberſetzung von Rifle – Fiſchers mechaniſche Naturlehre 2ter Band :| 12. Vorlesung, 12.12.1827 Aus dieſer Erſcheinung nun ließ ſich das Funkeln der Sterne erklären, indem ihr Licht, daß durch Stralen zu uns kömmt, durch einen andern Stral der in einer andern Richtung und Entfernung dieſen in der At- mosphäre durch kreuzt aufgehoben wird, und für uns daher verſchwindet. Alle Sterne funkeln mehr am Horizont, als wenn ſie weiter herauf geſtiegen ſind, weil die Dünſte hier weit ſtärker ſich bewegen und daher weit häufiger ſolche Stralen von andern durchſchnitten werden können. Auf Ber- gen nim̃t man deshalb auch das Funkeln nicht ſo

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Christian Thomas: Herausgeber
Sandra Balck, Benjamin Fiechter, Christian Thomas: Bearbeiter
Ibero-Amerikanisches Institut Berlin – Preußischer Kulturbesitz: Bereitstellen der Digitalisierungsvorlage; Bilddigitalisierung

Weitere Informationen:

Anmerkungen zur Edition: Im Manuskript fehlt ein Blatt (S. 359–360), aus technischen Gründen wurde auf die Einschaltung von zwei Leerseiten im Digitalisat verzichtet. Ein entsprechendes Tag weist an der betreffenden Stelle darauf hin.

Zwei Blätter sind vom Schreiber falsch paginiert und falsch gebunden (S. 291–294). Die Reihenfolge der Bilder wurde korrigiert, die dementsprechend korrigierten Seitenzahlen wurden durch eckige Klammern gekennzeichnet.

Vom Schreiber selbst berichtigte Seitenzahlen wurden ebenfalls durch eckige Klammern gekennzeichnet.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/nn_n0171w1_1828
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/nn_n0171w1_1828/87
Zitationshilfe: [N. N.]: Physikalische Geographie von Heinr. Alex. Freiherr v. Humboldt. [V]orgetragen im Wintersemester 1827/8. [Berlin], [1827/28]. [= Nachschrift der ‚Kosmos-Vorträge‛ Alexander von Humboldts in der Berliner Universität, 3.11.1827–26.4.1828.], S. 79. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/nn_n0171w1_1828/87>, abgerufen am 24.03.2019.