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Neue Rheinische Zeitung. Nr. 44. Köln, 14. Juli 1848.

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Neue Rheinische Zeitung.
Organ der Demokratie.
No. 44. Köln, Freitag 14. Juli 1848.

Die "Neue Rheinische Zeitung" erscheint vom 1. Juni an täglich. Bestellungen für dies Quartal, Juli bis September, wolle man baldigst machen. Alle Postämter Deutschlands nehmen Bestellungen an. Für Frankreich übernehmen Abonnements Herr G. A. Alexander, Nr. 28, Brandgasse in Straßburg, und 23, rue Notre Dame de Nazareth in Paris; so wie das königliche Ober-Post-Amt in Aachen. Für England die HH. J. J. Ewer & Comp. 72, Newgate Street in London. Für Belgien und Holland die respekt. königlichen Briefpost-Aemter und das Postbüreau zu Lüttich.

Abonnementspreis in Köln vierteljährlich 1 Thlr. 15 Sgr., in allen übrigen Orten Preußens 2 Thlr. 3 Sgr. 9 Pf. Inserate: die vierspaltige Petitzeile oder deren Raum 1 Sgr. 6 Pf. Anzeigen aller Art erlangen durch die großen Verbindungen der Zeitung die weiteste Verbreitung.

Deutschland.
** Köln, 13. Juli.

In der Vereinbarungssitzung vom 7. b. schlug Hr. Forstmann alle Zweifel

Der Inhalt dieses Artikels kann aus urheberrechtlichen Gründen nicht angezeigt werden.
** Köln, 12. Juli.

Erst gestern Abend spät ist uns der Bericht über die Vereinbarungssitzung vom 7. Juli zugekommen.

Der Inhalt dieses Artikels kann aus urheberrechtlichen Gründen nicht angezeigt werden.
[Feuilleton]
Heute Morgen fuhr ich nach Düsseldorf.
Heute Morgen fuhr ich nach Düsseldorf
In sehr honetter Begleitung:
Ein Regierungsrath - er schimpfte sehr
Auf die Neue Rheinische Zeitung.
"Die Redakteure dieses Blatt's -
So sprach er - sind sämmtlich Teufel;
Sie fürchten weder den lieben Gott,
Noch den Ober-Prokurator Zweiffel.
Für alles irdische Mißgeschick
Seh'n sie die einzige Heilung
In der rosenröthlichen Republik
Und vollkommener Gütertheilung.
Die ganze Welt wird eingetheilt
In tausend Millionen Parzellen;
In so viel Land, in so viel Sand,
Und in so viel Meereswellen.
Und alle Menschen bekommen ein Stück
Zu ihrer speziellen Erheiterung -
Die besten Brocken: die Redakteur'
Der Neuen Rheinischen Zeitung.
Auch nach Weibergemeinschaft steht ihr Sinn.
Abschaffen woll'n sie die Ehe:
Daß Alles in Zukunft ad libitum
Mit einander nach Bette gehe.
Tartar und Mongole mit Griechenfrau'n,
Cherusker mit gelben Chinesen,
Eisbären mit schwedischen Nachtigall'n,
Türkinnen mit Irokesen.
Thranduftende Samojedinnen soll'n
Zu Britten und Römern sich betten,
Plattnasige düstre Kaffern zu
Alabasterweißen Grisetten.
Ja, ändern wird sich die ganze Welt
Durch diese moderne Leitung, -
Doch die schönsten Weiber bekommen die
Redakteure der Rheinischen Zeitung!
Auflösen wollen sie Alles schier;
O Lästrer sind sie und Spötter!
Kein Mensch soll in Zukunft besitzen mehr
Privateigenthümliche Götter.
Die Religion wird abgeschafft,
Nicht glauben mehr soll man an Rhenus,
An den Nußlaub- und Reben-bekränzten, und nicht
An die medizäische Venus.
Nicht glauben an Kastor und Pollux - nicht
An Juno und Zeus Kronion;
An Isis nicht und Osiris nicht
Und an deine Mauern, o Zion!
Ja, weder an Odin glauben noch Thor,
An Allah nicht und an Brama -
Die Neue Rheinische Zeitung bleibt
Der einzige Dalai - Lama."
Da schwieg der Herr Regierungsrath
Und nicht wenig war ich verwundert:
Sie scheinen ein sebr gescheidter Mann
Für unser verrückt Jahrhundert!
Ich bin entzückt mein werther Herr
Von Ihrer honetten Begleitung -
Ich selber bin ein Redakteur
Von der Neuen Rheinischen Zeitung.
O fahren Sie fort, so unsern Ruhm
Zu tragen durch alle Lande -
Sie sind als Mensch und Regierungsrath
Von unbeschränktem Verstande.
O fahr' er fort mein guter Mann -
Ich will ihm ein Denkmal setzen
In unserm heitern Feuilleton -
Sie wissen die Ehre zu schätzen.
Ja wahrlich, nicht jeder Gimpel bekommt
Einen Tritt von unsern Füßen -
Ich habe, mein lieber Regierungsrath,
Die Ehre Sie höflich zu grüßen.
[#]. W.
Neue Rheinische Zeitung.
Organ der Demokratie.
No. 44. Köln, Freitag 14. Juli 1848.

Die „Neue Rheinische Zeitung“ erscheint vom 1. Juni an täglich. Bestellungen für dies Quartal, Juli bis September, wolle man baldigst machen. Alle Postämter Deutschlands nehmen Bestellungen an. Für Frankreich übernehmen Abonnements Herr G. A. Alexander, Nr. 28, Brandgasse in Straßburg, und 23, rue Notre Dame de Nazareth in Paris; so wie das königliche Ober-Post-Amt in Aachen. Für England die HH. J. J. Ewer & Comp. 72, Newgate Street in London. Für Belgien und Holland die respekt. königlichen Briefpost-Aemter und das Postbüreau zu Lüttich.

Abonnementspreis in Köln vierteljährlich 1 Thlr. 15 Sgr., in allen übrigen Orten Preußens 2 Thlr. 3 Sgr. 9 Pf. Inserate: die vierspaltige Petitzeile oder deren Raum 1 Sgr. 6 Pf. Anzeigen aller Art erlangen durch die großen Verbindungen der Zeitung die weiteste Verbreitung.

Deutschland.
** Köln, 13. Juli.

In der Vereinbarungssitzung vom 7. b. schlug Hr. Forstmann alle Zweifel

Der Inhalt dieses Artikels kann aus urheberrechtlichen Gründen nicht angezeigt werden.
** Köln, 12. Juli.

Erst gestern Abend spät ist uns der Bericht über die Vereinbarungssitzung vom 7. Juli zugekommen.

Der Inhalt dieses Artikels kann aus urheberrechtlichen Gründen nicht angezeigt werden.
[Feuilleton]
Heute Morgen fuhr ich nach Düsseldorf.
Heute Morgen fuhr ich nach Düsseldorf
In sehr honetter Begleitung:
Ein Regierungsrath ‒ er schimpfte sehr
Auf die Neue Rheinische Zeitung.
„Die Redakteure dieses Blatt's ‒
So sprach er ‒ sind sämmtlich Teufel;
Sie fürchten weder den lieben Gott,
Noch den Ober-Prokurator Zweiffel.
Für alles irdische Mißgeschick
Seh'n sie die einzige Heilung
In der rosenröthlichen Republik
Und vollkommener Gütertheilung.
Die ganze Welt wird eingetheilt
In tausend Millionen Parzellen;
In so viel Land, in so viel Sand,
Und in so viel Meereswellen.
Und alle Menschen bekommen ein Stück
Zu ihrer speziellen Erheiterung ‒
Die besten Brocken: die Redakteur'
Der Neuen Rheinischen Zeitung.
Auch nach Weibergemeinschaft steht ihr Sinn.
Abschaffen woll'n sie die Ehe:
Daß Alles in Zukunft ad libitum
Mit einander nach Bette gehe.
Tartar und Mongole mit Griechenfrau'n,
Cherusker mit gelben Chinesen,
Eisbären mit schwedischen Nachtigall'n,
Türkinnen mit Irokesen.
Thranduftende Samojedinnen soll'n
Zu Britten und Römern sich betten,
Plattnasige düstre Kaffern zu
Alabasterweißen Grisetten.
Ja, ändern wird sich die ganze Welt
Durch diese moderne Leitung, ‒
Doch die schönsten Weiber bekommen die
Redakteure der Rheinischen Zeitung!
Auflösen wollen sie Alles schier;
O Lästrer sind sie und Spötter!
Kein Mensch soll in Zukunft besitzen mehr
Privateigenthümliche Götter.
Die Religion wird abgeschafft,
Nicht glauben mehr soll man an Rhenus,
An den Nußlaub- und Reben-bekränzten, und nicht
An die medizäische Venus.
Nicht glauben an Kastor und Pollux ‒ nicht
An Juno und Zeus Kronion;
An Isis nicht und Osiris nicht
Und an deine Mauern, o Zion!
Ja, weder an Odin glauben noch Thor,
An Allah nicht und an Brama ‒
Die Neue Rheinische Zeitung bleibt
Der einzige Dalai ‒ Lama.“
Da schwieg der Herr Regierungsrath
Und nicht wenig war ich verwundert:
Sie scheinen ein sebr gescheidter Mann
Für unser verrückt Jahrhundert!
Ich bin entzückt mein werther Herr
Von Ihrer honetten Begleitung ‒
Ich selber bin ein Redakteur
Von der Neuen Rheinischen Zeitung.
O fahren Sie fort, so unsern Ruhm
Zu tragen durch alle Lande ‒
Sie sind als Mensch und Regierungsrath
Von unbeschränktem Verstande.
O fahr' er fort mein guter Mann ‒
Ich will ihm ein Denkmal setzen
In unserm heitern Feuilleton ‒
Sie wissen die Ehre zu schätzen.
Ja wahrlich, nicht jeder Gimpel bekommt
Einen Tritt von unsern Füßen ‒
Ich habe, mein lieber Regierungsrath,
Die Ehre Sie höflich zu grüßen.
[#]. W.
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[0215/0001] Neue Rheinische Zeitung.Organ der Demokratie.No. 44. Köln, Freitag 14. Juli 1848. Die „Neue Rheinische Zeitung“ erscheint vom 1. Juni an täglich. Bestellungen für dies Quartal, Juli bis September, wolle man baldigst machen. Alle Postämter Deutschlands nehmen Bestellungen an. Für Frankreich übernehmen Abonnements Herr G. A. Alexander, Nr. 28, Brandgasse in Straßburg, und 23, rue Notre Dame de Nazareth in Paris; so wie das königliche Ober-Post-Amt in Aachen. Für England die HH. J. J. Ewer & Comp. 72, Newgate Street in London. Für Belgien und Holland die respekt. königlichen Briefpost-Aemter und das Postbüreau zu Lüttich. Abonnementspreis in Köln vierteljährlich 1 Thlr. 15 Sgr., in allen übrigen Orten Preußens 2 Thlr. 3 Sgr. 9 Pf. Inserate: die vierspaltige Petitzeile oder deren Raum 1 Sgr. 6 Pf. Anzeigen aller Art erlangen durch die großen Verbindungen der Zeitung die weiteste Verbreitung. Deutschland. ** Köln, 13. Juli. In der Vereinbarungssitzung vom 7. b. schlug Hr. Forstmann alle Zweifel _ ** Köln, 12. Juli. Erst gestern Abend spät ist uns der Bericht über die Vereinbarungssitzung vom 7. Juli zugekommen. _ [Feuilleton] Heute Morgen fuhr ich nach Düsseldorf. Heute Morgen fuhr ich nach Düsseldorf In sehr honetter Begleitung: Ein Regierungsrath ‒ er schimpfte sehr Auf die Neue Rheinische Zeitung. „Die Redakteure dieses Blatt's ‒ So sprach er ‒ sind sämmtlich Teufel; Sie fürchten weder den lieben Gott, Noch den Ober-Prokurator Zweiffel. Für alles irdische Mißgeschick Seh'n sie die einzige Heilung In der rosenröthlichen Republik Und vollkommener Gütertheilung. Die ganze Welt wird eingetheilt In tausend Millionen Parzellen; In so viel Land, in so viel Sand, Und in so viel Meereswellen. Und alle Menschen bekommen ein Stück Zu ihrer speziellen Erheiterung ‒ Die besten Brocken: die Redakteur' Der Neuen Rheinischen Zeitung. Auch nach Weibergemeinschaft steht ihr Sinn. Abschaffen woll'n sie die Ehe: Daß Alles in Zukunft ad libitum Mit einander nach Bette gehe. Tartar und Mongole mit Griechenfrau'n, Cherusker mit gelben Chinesen, Eisbären mit schwedischen Nachtigall'n, Türkinnen mit Irokesen. Thranduftende Samojedinnen soll'n Zu Britten und Römern sich betten, Plattnasige düstre Kaffern zu Alabasterweißen Grisetten. Ja, ändern wird sich die ganze Welt Durch diese moderne Leitung, ‒ Doch die schönsten Weiber bekommen die Redakteure der Rheinischen Zeitung! Auflösen wollen sie Alles schier; O Lästrer sind sie und Spötter! Kein Mensch soll in Zukunft besitzen mehr Privateigenthümliche Götter. Die Religion wird abgeschafft, Nicht glauben mehr soll man an Rhenus, An den Nußlaub- und Reben-bekränzten, und nicht An die medizäische Venus. Nicht glauben an Kastor und Pollux ‒ nicht An Juno und Zeus Kronion; An Isis nicht und Osiris nicht Und an deine Mauern, o Zion! Ja, weder an Odin glauben noch Thor, An Allah nicht und an Brama ‒ Die Neue Rheinische Zeitung bleibt Der einzige Dalai ‒ Lama.“ Da schwieg der Herr Regierungsrath Und nicht wenig war ich verwundert: Sie scheinen ein sebr gescheidter Mann Für unser verrückt Jahrhundert! Ich bin entzückt mein werther Herr Von Ihrer honetten Begleitung ‒ Ich selber bin ein Redakteur Von der Neuen Rheinischen Zeitung. O fahren Sie fort, so unsern Ruhm Zu tragen durch alle Lande ‒ Sie sind als Mensch und Regierungsrath Von unbeschränktem Verstande. O fahr' er fort mein guter Mann ‒ Ich will ihm ein Denkmal setzen In unserm heitern Feuilleton ‒ Sie wissen die Ehre zu schätzen. Ja wahrlich, nicht jeder Gimpel bekommt Einen Tritt von unsern Füßen ‒ Ich habe, mein lieber Regierungsrath, Die Ehre Sie höflich zu grüßen. [#]. W.

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Die angegebenen Seitenzahlen beziehen sich auf die Ausgabe: Neue Rheinische Zeitung. Organ der Demokratie. Bd. 1 (Nummer 1 bis Nummer 183) Köln, 1. Juni 1848 bis 31. Dezember 1848. Glashütten im Taunus, Verlag Detlev Auvermann KG 1973.




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Zitationshilfe: Neue Rheinische Zeitung. Nr. 44. Köln, 14. Juli 1848, S. 0215. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/nn_nrhz044_1848/1>, abgerufen am 25.08.2019.