Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

[N. N.]: Die physikalische Geographie von Herrn Alexander v. Humboldt, vorgetragen im Semestre 1827/28. [Berlin], [1827/28]. [= Nachschrift der ‚Kosmos-Vorträge‛ Alexander von Humboldts in der Berliner Universität, 3.11.1827–26.4.1828.]

Bild:
<< vorherige Seite

selben Thiere welche im südlichen Asien vorkommen.
An der Küste von Malacca hat man 2 neue Rhinoceros
entdeckt, die sich auch auf Sumatra finden. Diese Inseln
waren wahrscheinlich die Gipfel von zusammenhängenden Ge-
birgen, deren Thäler nun das Meer füllt.

Das höchste Ziel der Naturbeobachtungen ist die Ent-
wickelung der Menschheit selbst, und deren Verbreitung
auf der Oberfläche der Erde.

Man hat versucht verschiedene Menschenracen aufzustellen,
und zur Eintheilung haben Knochenbau, Haare und Farbe
gedient. Diese Merkmale sind aber sehr schwenkend
und unbestimmt, denn ihre Vereinigung findet sich nicht
bei allen Individuen einer Race, und auf der Lage der
Länder finden häufige Übergänge statt, wo keine Ver-
mischungen wahrscheinlich sind. Kielchen theilte sie zuerst
in die weisse, gelbe und schwarze Race, denen Blumenbach
noch die Malaien und Amerikaner hinzufügte. Die Neger-
völker wovon den Alten schon nach dem Knochenbau, den
aufgeworfenen Lippen und schwarzen wolligen Haaren be-
kannt. - Später hat man gesucht die Sprachen auf die
Eintheilung und Verwandschaft der Menschen anzuwenden,
doch Wilh. von Humboldt hat gefunden, daß sie bei den ver-
schiedensten Racen oft sehr übereinstimmend, bei ähnlichen

ſelben Thiere welche im ſüdlichen Aſien vorkommen.
An der Küſte von Malacca hat man 2 neue Rhinoceros
entdeckt, die ſich auch auf Sumatra finden. Dieſe Inſeln
waren wahrſcheinlich die Gipfel von zuſammenhängenden Ge-
birgen, deren Thäler nun das Meer füllt.

Das höchſte Ziel der Naturbeobachtungen iſt die Ent-
wickelung der Menſchheit ſelbſt, und deren Verbreitung
auf der Oberfläche der Erde.

Man hat verſucht verſchiedene Menſchenracen aufzuſtellen,
und zur Eintheilung haben Knochenbau, Haare und Farbe
gedient. Dieſe Merkmale ſind aber ſehr ſchwenkend
und unbeſtimmt, denn ihre Vereinigung findet ſich nicht
bei allen Individuen einer Race, und auf der Lage der
Länder finden häufige Übergänge ſtatt, wo keine Ver-
miſchungen wahrſcheinlich ſind. Kielchen theilte ſie zuerſt
in die weiſſe, gelbe und ſchwarze Race, denen Blumenbach
noch die Malaien und Amerikaner hinzufügte. Die Neger-
völker wovon den Alten ſchon nach dem Knochenbau, den
aufgeworfenen Lippen und ſchwarzen wolligen Haaren be-
kannt. – Später hat man geſucht die Sprachen auf die
Eintheilung und Verwandſchaft der Menſchen anzuwenden,
doch Wilh. von Humboldt hat gefunden, daß ſie bei den ver-
ſchiedenſten Racen oft ſehr übereinſtimmend, bei ähnlichen

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div type="session" n="4">
        <div n="1">
          <div n="2">
            <p><pb facs="#f0031" n="25."/>
&#x017F;elben Thiere welche im &#x017F;üdlichen A&#x017F;ien vorkommen.<lb/>
An der Kü&#x017F;te von Malacca hat man 2 neue Rhinoceros<lb/>
entdeckt, die &#x017F;ich auch auf Sumatra finden. Die&#x017F;e In&#x017F;eln<lb/>
waren wahr&#x017F;cheinlich die Gipfel von zu&#x017F;ammenhängenden Ge-<lb/>
birgen, deren Thäler nun das Meer füllt.</p><lb/>
            <p>Das höch&#x017F;te Ziel der Naturbeobachtungen i&#x017F;t die Ent-<lb/>
wickelung der Men&#x017F;chheit &#x017F;elb&#x017F;t, und deren Verbreitung<lb/>
auf der Oberfläche der Erde.</p><lb/>
            <p>Man hat ver&#x017F;ucht ver&#x017F;chiedene Men&#x017F;chenracen aufzu&#x017F;tellen,<lb/>
und zur Eintheilung haben Knochenbau, Haare und Farbe<lb/>
gedient. Die&#x017F;e Merkmale &#x017F;ind aber &#x017F;ehr &#x017F;chwenkend<lb/>
und unbe&#x017F;timmt, denn ihre Vereinigung findet &#x017F;ich nicht<lb/>
bei allen Individuen einer Race, und auf der Lage der<lb/>
Länder finden häufige Übergänge &#x017F;tatt, wo keine Ver-<lb/>
mi&#x017F;chungen wahr&#x017F;cheinlich &#x017F;ind. <hi rendition="#aq"><persName resp="#SB" ref="http://www.deutschestextarchiv.de/kosmos/person#gnd-118677578 http://d-nb.info/gnd/118677578">Kielchen</persName></hi> theilte &#x017F;ie zuer&#x017F;t<lb/>
in die wei&#x017F;&#x017F;e, gelbe und &#x017F;chwarze Race, denen <hi rendition="#aq"><persName resp="#CT" ref="http://www.deutschestextarchiv.de/kosmos/person#gnd-116208503 http://d-nb.info/gnd/116208503">Blumenbach</persName></hi><lb/>
noch die Malaien und Amerikaner hinzufügte. Die Neger-<lb/>
völker wovon den Alten &#x017F;chon nach dem Knochenbau, den<lb/>
aufgeworfenen Lippen und &#x017F;chwarzen wolligen Haaren be-<lb/>
kannt. &#x2013; Später hat man ge&#x017F;ucht die Sprachen auf die<lb/>
Eintheilung und Verwand&#x017F;chaft der Men&#x017F;chen anzuwenden,<lb/>
doch <hi rendition="#aq"><persName resp="#BF" ref="http://www.deutschestextarchiv.de/kosmos/person#gnd-118554727 http://d-nb.info/gnd/118554727">Wilh. von Humboldt</persName></hi> hat gefunden, daß &#x017F;ie bei den ver-<lb/>
&#x017F;chieden&#x017F;ten Racen oft &#x017F;ehr überein&#x017F;timmend, bei ähnlichen<lb/></p>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[25./0031] ſelben Thiere welche im ſüdlichen Aſien vorkommen. An der Küſte von Malacca hat man 2 neue Rhinoceros entdeckt, die ſich auch auf Sumatra finden. Dieſe Inſeln waren wahrſcheinlich die Gipfel von zuſammenhängenden Ge- birgen, deren Thäler nun das Meer füllt. Das höchſte Ziel der Naturbeobachtungen iſt die Ent- wickelung der Menſchheit ſelbſt, und deren Verbreitung auf der Oberfläche der Erde. Man hat verſucht verſchiedene Menſchenracen aufzuſtellen, und zur Eintheilung haben Knochenbau, Haare und Farbe gedient. Dieſe Merkmale ſind aber ſehr ſchwenkend und unbeſtimmt, denn ihre Vereinigung findet ſich nicht bei allen Individuen einer Race, und auf der Lage der Länder finden häufige Übergänge ſtatt, wo keine Ver- miſchungen wahrſcheinlich ſind. Kielchen theilte ſie zuerſt in die weiſſe, gelbe und ſchwarze Race, denen Blumenbach noch die Malaien und Amerikaner hinzufügte. Die Neger- völker wovon den Alten ſchon nach dem Knochenbau, den aufgeworfenen Lippen und ſchwarzen wolligen Haaren be- kannt. – Später hat man geſucht die Sprachen auf die Eintheilung und Verwandſchaft der Menſchen anzuwenden, doch Wilh. von Humboldt hat gefunden, daß ſie bei den ver- ſchiedenſten Racen oft ſehr übereinſtimmend, bei ähnlichen

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Anmerkungen

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Christian Thomas: Herausgeber
Sandra Balck, Benjamin Fiechter, Christian Thomas: Bearbeiter
Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz: Bereitstellen der Digitalisierungsvorlage; Bilddigitalisierung

Weitere Informationen:

Abweichungen von den DTA-Richtlinien:

  • I/J: Lautwert transkribiert



Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/nn_oktavgfeo79_1828
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/nn_oktavgfeo79_1828/31
Zitationshilfe: [N. N.]: Die physikalische Geographie von Herrn Alexander v. Humboldt, vorgetragen im Semestre 1827/28. [Berlin], [1827/28]. [= Nachschrift der ‚Kosmos-Vorträge‛ Alexander von Humboldts in der Berliner Universität, 3.11.1827–26.4.1828.], S. 25.. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/nn_oktavgfeo79_1828/31>, abgerufen am 09.08.2020.