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St. Galler Volksblatt. Nr. 62, Uznach, 04. 08. 1897.

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[Spaltenumbruch] politiker.

Durch eine Zuschrift ladet Kanonikus Dr. C. Eberle
in Flums die kath. Soziologen aller Herren Länder, die sich am
wissenschaftlichen Kongresse in Freiburg beteiligen, zu einer inter-
nationalen Versammlung katholischer Soziologen ein.

Es wurde vom Organisationskomite des Kongresses zu diesem
Zwecke der Nachmittag des 19. August anberaumt.

Als Verhandlungsgegenstand wurde von den Petenten die
Besprechung der berufsgenossenschaftlichen Organisation gewünscht.
Um nun hierin bei dem kurzen Zeitraume etwas Ersprießliches
zu erzielen, werden den Interessenten gewisse Diskussionspunkte
über das zu behandelnde Thema unterbreitet, damit sie dieselben
schriftlich oder mündlich ergänzen möchten.

Jene Herren. welche sich für unsere Sache interessieren, auch
wenn sie am Kongresse nicht persönlich teilnehmen wollen, wohl
aber gesonnen wären, ihre Ansichten schriftlich mitzuteilen, sind
gebeten, sich an den genannten Herrn zu wenden, damit ihnen
die zu besprechenden Thesen zugesandt werden können.

-- Niedergang des Bauernstandes.

Die schweiz. landw.
Bevölkerung hat sich innert 40 Jahren um volle 10% ver-
mindert; die Verminderung ist nicht nur verhältnismäßig (mit
der übrigen Erwerbsbevölkerung verglichen), sondern absolut.
Im Jahre 1860 gab es 46%, 1870 noch 42%, 1880 bloß
40% und 1888 nur noch 39% Bewohner, die sich mit der
Urproduktion (Land-, Forst- und Gartenbau etc.) befassen. Als
eigentliche Landwirte, d. h. solche, die mehr als die Hälfte ihrer
Tätigkeit der Landwirtschaft zuwenden, darf man heute höchstens
noch 36% der Gesamtbevölkerung rechnen. Wenn die Statistik
in ihrer ganzen Strenge angewendet würde, so würde sich kaum
mehr als ein Drittel der Gesamtbevölkerung als Landwirte finden
lassen (33,3%. -- Für den Bestand und das Glück des Staates
ist dieser Niedergang ein schlechtes Zeichen. Die landwirtschaft-
treibende Bevölkerung war sonst immer ein breiter Grund einer
verhältnismäßigen Ruhe und friedsamen Existenz zwischen den
gehäuften Stätten bestimmungsloser Leidenschaften.

-- Schlechte Geschäfte.

Nach Erklärungen der Direktion
der schweizerischen Hagelversicherungsgesellschaft soll
infolge der schweren Gewitter in der zweiten Hälfte des Monats
Juli die diesjährigen Prämieneinnahmen -- bis jetzt 700 181 Fr.
bei 33 026 980 Fr. Versicherungssumme -- nicht zur Deckung
der Schäden ausreichen und der Reservefonds in Anspruch ge-
nommen werden müssen. Am 24. Juli betrug die Anzahl der
Policen 38 239 oder 835 mehr als im Vorjahr am Schlusse
der Saison.

-- Einseitiges Urteil

Unter der Marke: "Was kostet
ein Arbeiterglied", schreiben einige Blätter: "Aus den Berichten
der Kantonsregierungen über die Ausführung der Bundesgesetze
betreffend Haftpflicht ist auch zu ersehen, wie der Wert einzelner
Glieder berechnet wird. Der Venust des Ringfingers wurde in
Schaffhausen mit Fr. 2000 entschädigt, in dem gleichen Kanton
wurde für den Verlust von vier Fingern 4465 Fr. bezahlt, im
Kanton Freiburg nur Fr. 1600 und Fr 1800. Im Kanton
St. Gallen wurde bezahlt für zwei Mittelfinger Fr. 3200, im
gleichen Kanton für die Steifheit sämtlicher fünf Finger Fr. 4283.
Im Kanton Freiburg gilt der Daumen, der wichtigste von allen
Fingern nur Fr. 350. Im Kanton Schaffhausen ist der Verlust
des linken Auges mit Fr. 4000, im Kanton St. Gallen Be-
schädigung desselben mit 2900 Fr. entschädigt worden. Für
die Verrenkung eines Knies berechnete man in St. Gallen
Fr. 3000, in Schaffhausen für den Verlust des Vorderarmes
Fr. 2000, in St. Gallen für die Amputation eines Fußes
Fr. 5400, für Erblindung Fr. 5400. Man sieht, wie sehr die
Anschauungen über den Wert der Arbeiterglieder auseinander gehen.

Obige Darstellung, welche durch die Blätter wandert, ist
ebenso einseitig als ungerecht. Denn der Richter fragt sich bei
den Haftpflichtfällen, in welchem Verhältnis steht der Unfall zu
der Erwerbsfähigkeit des Betroffeneu. Dieses Verhältnis kann
ein Verschiedenes sein bei Verlust desgleichen Gliedes, indem das
gleiche Glied in den verschiedenen Berufsstellungen des Erwerbenden
nicht die gleiche Bedeutung und Wichtigkeit hat. Die obige
Zusammenstellung ist daherganz wertlos, solang sie nicht auch
die Berufsstellung des Betroffenen angibt.

-- Die größten Webereien der Schweiz besitzen Zürich
und Glarus, aber sie sind nicht so sehr in "großen Händen"
centralisiert wie die Spinnereien. 28 zürch. Firmen repräsentieren
6800, 12 glarn. Webereien 3953 Webstühle. St. Gallen
zählt deren bloß 2200. Die größte Zahl Webstühle (800) hat
die Firma Johannes Honegger in Wald. Die zweitgrößten
Etablissemente sind im Kanton St. Gallen, nämlich die Fabriken
von G. Wild in Neuhaus-Eschenbach mit 640 Stühlen,
und Schuler, Heer und Cie. in Mels mit 597 Stühlen. Dann
kommt in dritter Linie wieder Zürich an die Reihe mit drei
nahezu gleich großen, sehr bedeutenden Unternehmungen: Boller
und Syz, Zürich (550 Stühle), Spörri und Schaufelberger,
Wald (518), Ed. Bühler und Cie., Winterthur (515); hierauf
tritt Zürich den Rang an Glarus ab, wo Barth. Jenny und
Cie. in Ennenda 496 Webstühle vereinigen; dann tritt wieder
eine Zürcher-Firma, Ferdinand Oberholzer, Wald, mit 472
Stühlen in den Rang ein, und neben sie völlig gleichwertig tritt
wieder die Glarner Unternehmung I. Jenny-Zwicky in Ennenda,
und dieser folgt unmittelbar eine zweite Glarner Firma, Hefti
und Cie. in Hätzingen mit 450 Stühlen; dann greift die Rang-
liste über auf ein Zürcher Haus, Blumer und Bidermann, Rorbas-
Freienstein (Buntweberei) mit 408 Stühlen. Alle übrigen 54
selbständigen Betriebe, welche dem Verband Webereibesitzer an-
gehören, zählen weniger als 400 Betriebs-Einheiten.

-- Südostbahn.

Anknüpfend an die Tatsache, daß die
Konkurrenz der neueröffneten Nordostbahnlinie Thalweil-Zug einen
scharfen Rückgang der Einnahmen der Südostbahn hervorrief und
daher die Aktien dieser letztern bedeutend sanken, bespricht ein
Basler Finanzblatt, "der Ratgeber", die Aussichten der Südost-
bahnaktien also:

"Wenn man den im letzten Jahre erzielten Reinertrag den
Saldo aus 1895 in Abzug bringt, so ergibt sich, daß das Jahr
1896 einen eigentlichen Reingewinn von zirka 62,500 Franken
ergeben hat, wobei bemerkt werden muß, daß die Rechnungstellung
im übrigen als eine solide bezeichnet werden konnte. Da der
genannte Reinertrag hingereicht haben würde, um auf jede der
7000 Prioritätsaktien eine Dividende von 9 Fr. zur Auszahlung
zu bringen, so konnte man den Aktien ein ganz gutes Prognostikon
stellen und wären dieselben ohne die neuerstandene Konkurrenz
entschieden preiswürdig gewesen; heute aber liegen die Verhält-
nisse plötzlich ganz anders, seitdem es sich herausstellt, daß der
Güterverkehr in einem einzigen Monate eine Einbuße von 16,000
Franken hat, was, wenn man nach dem nämlichen Verhältnisse
rechnen will, per Jahr eine Einbuße von über 190,000 Fr. be-
deuten würde. Wenn man auch annimmt, daß es der Ver-
[Spaltenumbruch] waltung gelingen wird, einen großen Teil der Einbuße im Güter-
verkehr wieder einzuholen, so wird infolge der Konkurrenz doch
jahrelang ein Ausfall verbleiben, der selbst günstigenfalles die
Jahresrechnung so tangiert, daß nach Verzinsung der Obligationen
weder für das laufende, noch für die nächsten Jahre irgend ein
Ueberschuß mehr für die Aktionäre verbleiben dürfte. Dazu kommt,
daß sich keinerlei nennenswerte Ersparnisse im Betrieb erzielen
lassen, denn die Betriebsausgaben wurden bereits im Jahre 1896
auf das Allernotwendigste reduziert und kann also der große Aus-
fall an den Einnahmen in keiner Weise wettgemacht werden, so
daß die Aktionäre der Südostbahn für die nächsten Jahre jede
Hoffnung auf Auszahlung einer selbst bescheidenen Dividende be-
graben müssen. Unter Umständen sogar, d. h. wenn die Ein-
nahmen aus dem Güterverkehr dauernd so niedrig bleiben, wie
im Monat Juni, könnte der Fall eintreten, daß die Südostbahn
nicht einmal die Zinsen auf ihr Obligationenkapital ins Ver-
dienen bringt.

-- Käsehandel.

Im Emmental haben die Käseeinkäufe
begonnen, einen vollen Monat früher als letztes Jahr. Ein
Aufschlag von einigen Franken ist sicher, hingegen bleibt es bei
den bisherigen Bedingungen bezüglich der Eingewichtsprozente
entgegen den Vereinbarungen der Käseproduzenten. So viel man
hört, ist 80 Fr. bis jetzt der höchste Preis für 50 Kilogramm.

-- Schäbig.

Während die französischen und spanischen
Eisenbahnen den Besuchern des internationalen kath. Gelehrtencon-
gresses in Freiburg 50 Prozent Reduktion der Fahrtaxen gewährten,
haben die schweiz Eisenbahndirektionen ein bezügliches Gesuch ab-
schlägig beschieden.

-- Saubere Gäste!

Der Prinz Henri von Orleans hat
die Herausforderung des italienischen Generals Albertone, dem
er Feigheit vorgeworfen, angenommen. Das Duell soll auf
Schweizerboden zum Austrag kommen.

-- Militärisches.

Die "Aargauer Nachr." schlagen vor,
der Bund solle, natürlich in Aarau, eine ständige Kriegsschule
für Offiziere errichten. Wie weit ist dann noch der Schritt zur
Schaffung eines stehenden Heeres?




St. Gallisches.



-- Brandschatzung und Volksaussangerei.

Unser Steuer-
system verschlingt die Hälfte der Kapitalrente. Man hat be-
rechnet, daß an einigen Orten der Fiskus aber noch mehr an
sich zieht. Eine Witwe, deren Kapitaleinkommen 1000 beträgt,
zahlt bei 14--15 pro Mille Steuertaxe die Summe von 435
Franken. Libingen aber forderte letztes Jahr 23 pro Mille,
Mühlrütti 21--22, Bichwil 25, Henau 23, Flawil 18--25.
Der "Toggenburger Volksfreund" teilt noch folgende erbauliche
Tatsache mit, wie ein Waisenkind in einer toggenburgischen Ge-
meinde auf dem Steuerwege geplündert wurde:

[Tabelle]

In vier Jahren somit von Fr. 5092.86 Einnahmen besteuert
mit Fr. 2122.30! Dabei ist jedoch noch zu erwähnen, daß das
Kind als Waise besondere Steuervergünstigung "genoß"!

-- Die kantonale Lehrerkonferenz vom 2. d. ersucht den
Erziehungsrat, die Bildung der schwachsinnigen Kinder auf
gesetzlichem oder administrativem Wege zu regeln. Er möge
die Initiative zur Gründung einer kantonalen Anstalt für Schwach-
sinnige ergreifen und für die Unterstützung derjenigen bedürftigen
Gemeinden sorgen, welche von sich aus für die Erziehung
ihrer Zurückgebliebenen. Schwachbegabten und Schwachsinnigen in
Nachhülfs- und Spezialklassen Anstalten treffen. Ferner soll die
Regierung ersucht werden. dem Großen Rate noch rechtzeitig vor
der nächsten Sitzung die Verwendung des Broderschen Vermächt-
nisses zur Gründung eines Institutes für Schwachsinnige zu
empfehlen.

Endlich wurde der Erziehungsrat ersucht, Schritte zu tun
für eine Revision des Erziehungsgesetzes im Sinne der Schaffung
einer kantonalen Schulsynode.

-- Stickerei.

Die Schifflistickerei soll sich von der
Krisis jetzt wieder erholen und sei im Aufschwung begriffen. Es
wird auch optimistisch zu dieser Meldung hinzugefügt, die Hand-
maschine habe noch ein großes Feld vor sich; die Spezialitäten
seien noch lange nicht erschöpft; vielmehr sei dieses Gebiet der
größten Ausdehnung fähig.

-- St. Gallen.

Die Jahresversammlung des ostschweiz.
Bäckereiverbandes findet am 2. September statt.

-- Die diesjährige ordentliche Delegiertenversammlung des
Schweizerischen Grütlivereins findet am 2. und 3. Oktober
in St. Gallen statt.

-- St. Iddaburg.

(Einges.)

Am nächsten Montag,
den 9. d. M., wird hier das feierliche Jahresgedächtnis gehalten
für den Hochw. Herrn Wallfahrtspriester Johann Alois Widmer sel.
Beginn des Gottesdienstes vormittags 8 Uhr.

Nach Beendigung dieses Trauergottesdienstes versammeln sich
die Mitglieder der "St. Iddaburg-Gesellschaft" im hiesigen
Wirtshaussaale zur ordentlichen Jahresversammlung.

-- Ein sonderbarer Antrag!

Letzter Tage ver-
sammelten sich die Gesundheitskommissionen des Bezirkes Wil
und Alttoggenburg. Herr Bezirksarzt Dr. Jung von Zuzwil be-
antragte, es sollen die Gesundheitskommissionen je zweier Ge-
meinden ihren Wirkungskreis tauschen, indem die Befürchtung,
die Leute der eigenen Gemeinde vor den Kopf zu stoßen, die
Gesundheitskommissionen abhalte, ihrer Pflicht nachzukommen;
auf diese Weise könnte die Tätigkeit der letztern eine regere
werden. Nach lebhafter Diskussion wurde dem Antrage zugestimmt
und es werden nun die Tit. Gemeinderäte mit der Angelegenheit
begrüßt werden. Dieser ganz ungesetzliche Antrag beweist, wie
weit heutzutage die Furcht, niemanden wehe zu tun, das Be-
amtentum ergriffen hat und alle Zweige der Verwaltung darunter
leiden. Lieber will man ein ungesetzliches Auskunftsmittel, als
die Axt an die Wurzel legen.

-- Landwirtschaftlicher Produktenhandel.

Behufs
Erleichterung und Hebung des Verkehrs zwischen Produzenten
und Konsumenten hat der landwirtschaftliche Verein Quarten
eine landw. Produkten-Vermittlungsstelle errichtet, bei welcher gegen
eine Gebühr von 20 Rp. der Bauer seine Produkte zum Ver-
kaufe anmelden kann.

-- Schmerikon

(Eings.)

Als Seltenheit mag wohl
verzeichnet werden, daß in diesem Jahre "St. Urban", dessen Fest
jeweilen am 1. Sonntag August feierlich begangen wird, von den
Herren Schreinermeister Mächler, in der Kürze, und Bäcker Bernet
in Uznach mit zwei bereits ausgereiften Trauben beehrt wurde.


[Spaltenumbruch]
-- Rapperswil.

Am 1. d. wäre der Bahnhof bald
der Schauplatz eines Unglückes geworden. Der Zug 216 von
Chur, hier 3 Uhr 46 fällig, war eingefahren, viele Passagiere
stiegen aus und waren im Begriffe, die Perrons zum Bahnhof
zu überschreiten, als plötzlich eine leere Lokomotive auf einem
dieser Perrons rückwärts in das Publikum fuhr. Letzteres konnte
sich mit größter Not zurückziehen, bei zwei größern Kindern hat
es um ein Haar gefehlt, so wären sie überfahren worden.

* Rapperswil.

Nächsten Samstag den 7. August
kommen die Pilger aus dem Rheintal-Vorarlberg in zwei Extra-
zügen 11 und 12 Uhr mittags nach Rapperswil. Am Montag
Mittag wieder zurück.

St. Gallisches Kantonalschützenfest in Lichtensteig.
Gesamt-Schießresultate.

I. Sektionswettschießen. a) Lorbeerkränze: 1. Schützen-Ges.
"Glärnisch", Glarus; 2. Feldschützengesellschaft Grabs; 3. Feldschützenges.
"Freiberg", Nitfurn; 4. Feldschützengesellschaft Dicken; 5. Schütz.-Gesellsch.
Mürtschen-Kerenzen; 6. Feldschützen Alt St. Johann; 7. Feldschützen
St. Gallen; Stadtschützen Zürich (auß. Konkurrenz, weil 2 Schützen nicht
erschienen); 8. Feldschützengesellsch. Flawil; 9. Feldschützenges. Winterthur;
10. Feldschützenges. St. Fiden; 11. Feldschützen Ebnat-Kappel; 12. Schützen-
gesellschaft Sevelen; 13. Feldschützenges. Degersheim; 14. Feldschützenges.
Neßlau-Krummenau; 15. Feldschützenges. Rorschach; 16. Schützenges. Gais.
b) Diplome: 17. Feldschützenges. Buchs-Werdenberg; 18. Infant.-Schützen-
gesellsch. "Säntis", Appenzell; 19. Feldschützenges. Tübach; 20. Feldschützen-
Ges. Wattwil; 21. Feldschützenges. Kirchberg; 22. Feldschützenges. Ober-
uzwil; 23. Feldschützenges. Wittenbach; 24. Scharfschützenges. Ebnat-Kappel;
25. Feldschützenges. Berneck; 26. Schützenges. Dübendorf; 27. Schützenges.
Wigoltingen; 28. Militärschützenverein Wildhaus; 29. Feldschützenges. Töß;
30. Feldschützenges. Wülflingen; 31. Schützenges. Stein-Obertoggenburg;
32. Zimmerschützengesellsch. Bühler; 33. Feldschützenges. Herisau; 34. Feld-
schützenges. Rheineck; 35. Feldschützenges. Oberhelfenswil; 36. Feldschüßen-
Ges. Krummenau-Wintersberg; 37. Feldschützenges. Muolen; 38. Militär-
schützengesellsch. Wattwil; 39. Militärschützengesellschaft Bächle-Hemberg.
Ohne Diplome: 40. Feldschützenges. Mosnang; 41. Schützengesellsch. "Uli
Rotach", Schwendi; 42. Feldschützenges. Benken; 43. Militärschützenverein
Ebnat-Kappel; 44. Militärschützenverein "Wilhelm Tell", St. Peterzell;
45. Feldschützenges. Wil; 46. Feldschützenges. Räfis-Burgerau; 47. Feld-
schützenges. Goldach; 48. Standschützengesellschaft Urnäsch; 49. Militär-
schützenverein Lachen-Vonwil; 50 Militärschützenverein Hoffeld; 51. Militär-
schützenverein Uznach; 52. Militärschützenverein Lichtensteig; 53. Militär-
schützenverein Straubenzell; 54. Militärschützenverein Hemberg-Dorf;
55. Feldschützenges. Schänis; 56. Militärschützenverein Tablat; 57. Feld-
schützenges. Niederuzwil; 58. Militärschützenverein St. Gallen; 59. Militär-
schützenverein Mühlrüti; 60. Militärschützenverein Blomberg; 61. Militär-
schützenverein Krinau; 62. Schützengesellschaft St. Georgen; 63. Militär-
schützenver. Brunnadern; 64. Militärschützenver. Kaltbrunn; 65. Schützenges.
Algentshausen; 66. Grütlischützenverein Niederuzwil; 67. Militärschützenver.
Schmidberg; 68. Militärschützenverein Weesen; 69. Militärschützenverein
Henau-Niederuzwil; 70. Miltärschützenver. Krummbach; 71. Militärschützen-
verein Neckertal; 72. Militärschützenverein Oberhelfenswil; 73. Militär-
schützenverein Bütschwil; 74. Militärschützenverein Flawil; 75. Militär-
schützenver. Wil; 76. Militärschützenver. Häusleberg; 77. Militärschützenver.
Dietschwil; 78. Militärschützenverein Zuzwil.

II. Beste Kehrserien. Meisterschützen mit Lorbeerkranz. 1. Kühne
Alois, Metzger, Kaltbrunn
90 Nummern; 2. Staehelin A.,
Dessinateur, St. Gallen (90); 3. Gähler Christ., Schreiner, Glarus (88);
4. Perret James, Chaux-de-Fonds (88); 5. Frei Rud., Fabrikant,
Bubikon (84).

III. Sektionsstich. (Lorbeerkranz). 1. Looser Jos., Handlung,
Dietfurt; 2. Fenner Rud., Bäcker, Zollikon; 3. Streif Peter, Fabr., Glarus;
4. Angehrn Alois, Amrisweil; 5. Enz Emil, Zeichner, St. Gallen je
30 Punkte.

IV. Stich "Glück". 1. Schubiger Hermann, Uznach
50/40 Punkte; 2. Blank G., Montreux (50/32); 3 Egli Joh., Gähwil
(50/26); 4. Bannwart Theod., Bichelsee (50/26); 5. Vetsch Joh., Schreiner,
Grabs (50/24).

V. Stich "Kunst". 1. Troyon Charles, Lausanne 214 Punkte;
2. Hoffmann-Landur, Seen (212); 3. Wagner Wilh., Lichtensteig (209);
4. Thalmann I., Wietzikon, Sirnach (209); 5. Marti Joh., Frauen-
feld (208).

VI. Militärstich. 1. Petont H., Ponts-Martel 223 Punkte;
2. Hofer G., St. Gallen (220); 3. Landolt E., Enge (214); 4.a. Roth
Kaspar, Buchs (210); b. Bercher Friedr., Winterthur (210); 5.a. Baum-
gartner I., Zürich V (208); 5.b. Wegmann Alb., Thundorf (208).

VI. Scheibe Toggenburg (I. Kategorie). 1. Tobler Alfred,
Wolfhalden 416 Punkte; 2. Stäheli Konrad, St. Fiden (410); 3. Huguenin
H., Ponts-Martel (408); 4. Kellenberger Emil, Walzenhausen (406);
5. Boesch Christian, Bruggen (403). II. Kategorie (Schußnähe.) 1. Hu-
guenin H., Ponts-Martel; 2. Troyon Charles, Lausanne; 3. Hirzel Edwin,
Meilen; 4.a. Egloff Jean, St. Gallen; 4.b. Stäheli Konrad, St. Fiden;
5. Burkhard E., St. Fiden je 50 Punkte.




Kantone.



Zürich.

Bei der Quaibrücke stürzte sich Dienstag 1/28 Uhr
ein 10jähriger Knabe aus Liebesgram (!) in selbstmörderischer Ab-
sicht in den See. Einem in der Nähe mit Fischen beschäftigten
Manne gelang es, denselben zu fassen und in sein Schiff zu
ziehen. Nach längerer Anstrengung der Sanität erholte sich der
Lebensmüde wieder.

-- Der katholische und sozialdemokratische Abstinenzverein,
sowie derjenige der Freitempler verlangen zusammen von der
Alkoholzentelkommission 800 Fr. für das Jahr 1896 und be-
halten sich im Verweigerungsfalle weitere Maßnahmen vor Gleich-
zeitig richten sie an die Alkoholzentelkommission das Gesuch, die
Abstinenzvereine anzuhalten, darüber Rechenschaft abzulegen, wofür
die Beträge, die aus dem Alkoholzentel verabfolgt werden, Ver-
wendung finden.

-- Einer Lotterie-Kollekteurin am Predigerplatz in Zürich
wurden in der Nacht vom 28. auf 29. Juli mittelst gewaltsamen
Erbrechens einer Kommode 800 Fr. Barschaft gestohlen.

-- Die "Bül. Ztg." meldet: Das arme Außersihl, dessen
Existenz bekanntlich zur Stadtverinigung Anlaß gab, strebt die
Erstellung eines Volkstheaters mit 1500 Sitzplätzen im Voran-
schlage von 930 000 Fr. an. Als ständige Konzertnummer für
den Vergnügungspalast wird wahrscheinlich die sozialdemokratische
Drehorgelmelodie vom Zürcher Proletarierkreis figurieren.

-- Mitten im prächtigen Rebberg östlich des Dorfes Höngg,
oberhalb der "alten Trotte" ist letzter Tage auläßlich der amt-
lichen Rebenuntersuchung ein kleiner Phyloxeraherd entdeckt worden.

Bern.

Das Reinvermögen des Kt. Berns beträgt 56
Millionen. Im Vorjahr hat dasselbe um 1/4 Million zugenommen.

-- Bern.

Im Chemiegebäude an der Langgasse erfolgte
am Samstag beim Aufräumen eine gewaltige Explosion,
welche ziemlichen Materialschaden verursachte, indes niemand verletzte.

-- Im Alter von 70 Jahren starb Fürsprech Dr. Joh.
Paul Lindt, ehemaliger Gerichtspräsident von Bern. Dürrenmatt
widmet dem Hingeschiedenen als einem treuen Freunde der Konser-
vativen, charakterfesten Anwalt und praktischen Christen einen
ehrenden Nachruf.

Schwyz.

Um der "Nachtbubenzüchterei" ein Ende zu machen
beschloß der Handwerker- und Gewerbeverein Lachen, den Unter-
richt für die Fortbildungsschule auf die Tageszeit zu verlegen.

-- Am centralschweizerischen Aelplerfeste auf Rigiklösterli
beteiligten sich über 100 Sennen und 30 Turner aus allen
Kantonen. Im Schwingen errangen die Sennen einen fast voll-
ständigen Sieg über die Turner, die durch vorzügliche Kräfte
vertreten waren.


[Spaltenumbruch] politiker.

Durch eine Zuſchrift ladet Kanonikus Dr. C. Eberle
in Flums die kath. Soziologen aller Herren Länder, die ſich am
wiſſenſchaftlichen Kongreſſe in Freiburg beteiligen, zu einer inter-
nationalen Verſammlung katholiſcher Soziologen ein.

Es wurde vom Organiſationskomite des Kongreſſes zu dieſem
Zwecke der Nachmittag des 19. Auguſt anberaumt.

Als Verhandlungsgegenſtand wurde von den Petenten die
Beſprechung der berufsgenoſſenſchaftlichen Organiſation gewünſcht.
Um nun hierin bei dem kurzen Zeitraume etwas Erſprießliches
zu erzielen, werden den Intereſſenten gewiſſe Diskuſſionspunkte
über das zu behandelnde Thema unterbreitet, damit ſie dieſelben
ſchriftlich oder mündlich ergänzen möchten.

Jene Herren. welche ſich für unſere Sache intereſſieren, auch
wenn ſie am Kongreſſe nicht perſönlich teilnehmen wollen, wohl
aber geſonnen wären, ihre Anſichten ſchriftlich mitzuteilen, ſind
gebeten, ſich an den genannten Herrn zu wenden, damit ihnen
die zu beſprechenden Theſen zugeſandt werden können.

Niedergang des Bauernſtandes.

Die ſchweiz. landw.
Bevölkerung hat ſich innert 40 Jahren um volle 10% ver-
mindert; die Verminderung iſt nicht nur verhältnismäßig (mit
der übrigen Erwerbsbevölkerung verglichen), ſondern abſolut.
Im Jahre 1860 gab es 46%, 1870 noch 42%, 1880 bloß
40% und 1888 nur noch 39% Bewohner, die ſich mit der
Urproduktion (Land-, Forſt- und Gartenbau ꝛc.) befaſſen. Als
eigentliche Landwirte, d. h. ſolche, die mehr als die Hälfte ihrer
Tätigkeit der Landwirtſchaft zuwenden, darf man heute höchſtens
noch 36% der Geſamtbevölkerung rechnen. Wenn die Statiſtik
in ihrer ganzen Strenge angewendet würde, ſo würde ſich kaum
mehr als ein Drittel der Geſamtbevölkerung als Landwirte finden
laſſen (33,3%. — Für den Beſtand und das Glück des Staates
iſt dieſer Niedergang ein ſchlechtes Zeichen. Die landwirtſchaft-
treibende Bevölkerung war ſonſt immer ein breiter Grund einer
verhältnismäßigen Ruhe und friedſamen Exiſtenz zwiſchen den
gehäuften Stätten beſtimmungsloſer Leidenſchaften.

Schlechte Geſchäfte.

Nach Erklärungen der Direktion
der ſchweizeriſchen Hagelverſicherungsgeſellſchaft ſoll
infolge der ſchweren Gewitter in der zweiten Hälfte des Monats
Juli die diesjährigen Prämieneinnahmen — bis jetzt 700 181 Fr.
bei 33 026 980 Fr. Verſicherungsſumme — nicht zur Deckung
der Schäden ausreichen und der Reſervefonds in Anſpruch ge-
nommen werden müſſen. Am 24. Juli betrug die Anzahl der
Policen 38 239 oder 835 mehr als im Vorjahr am Schluſſe
der Saiſon.

Einſeitiges Urteil

Unter der Marke: „Was koſtet
ein Arbeıterglied“, ſchreiben einige Blätter: „Aus den Berichten
der Kantonsregierungen über die Ausführung der Bundesgeſetze
betreffend Haftpflicht iſt auch zu erſehen, wie der Wert einzelner
Glieder berechnet wird. Der Venuſt des Ringfingers wurde in
Schaffhauſen mit Fr. 2000 entſchädigt, in dem gleichen Kanton
wurde für den Verluſt von vier Fingern 4465 Fr. bezahlt, im
Kanton Freiburg nur Fr. 1600 und Fr 1800. Im Kanton
St. Gallen wurde bezahlt für zwei Mittelfinger Fr. 3200, im
gleichen Kanton für die Steifheit ſämtlicher fünf Finger Fr. 4283.
Im Kanton Freiburg gilt der Daumen, der wichtigſte von allen
Fingern nur Fr. 350. Im Kanton Schaffhauſen iſt der Verluſt
des linken Auges mit Fr. 4000, im Kanton St. Gallen Be-
ſchädigung desſelben mit 2900 Fr. entſchädigt worden. Für
die Verrenkung eines Knies berechnete man in St. Gallen
Fr. 3000, in Schaffhauſen für den Verluſt des Vorderarmes
Fr. 2000, in St. Gallen für die Amputation eines Fußes
Fr. 5400, für Erblindung Fr. 5400. Man ſieht, wie ſehr die
Anſchauungen über den Wert der Arbeiterglieder auseinander gehen.

Obige Darſtellung, welche durch die Blätter wandert, iſt
ebenſo einſeitig als ungerecht. Denn der Richter fragt ſich bei
den Haftpflichtfällen, in welchem Verhältnis ſteht der Unfall zu
der Erwerbsfähigkeit des Betroffeneu. Dieſes Verhältnis kann
ein Verſchiedenes ſein bei Verluſt desgleichen Gliedes, indem das
gleiche Glied in den verſchiedenen Berufsſtellungen des Erwerbenden
nicht die gleiche Bedeutung und Wichtigkeit hat. Die obige
Zuſammenſtellung iſt daherganz wertlos, ſolang ſie nicht auch
die Berufsſtellung des Betroffenen angibt.

Die größten Webereien der Schweiz beſitzen Zürich
und Glarus, aber ſie ſind nicht ſo ſehr in „großen Händen“
centraliſiert wie die Spinnereien. 28 zürch. Firmen repräſentieren
6800, 12 glarn. Webereien 3953 Webſtühle. St. Gallen
zählt deren bloß 2200. Die größte Zahl Webſtühle (800) hat
die Firma Johannes Honegger in Wald. Die zweitgrößten
Etabliſſemente ſind im Kanton St. Gallen, nämlich die Fabriken
von G. Wild in Neuhaus-Eſchenbach mit 640 Stühlen,
und Schuler, Heer und Cie. in Mels mit 597 Stühlen. Dann
kommt in dritter Linie wieder Zürich an die Reihe mit drei
nahezu gleich großen, ſehr bedeutenden Unternehmungen: Boller
und Syz, Zürich (550 Stühle), Spörri und Schaufelberger,
Wald (518), Ed. Bühler und Cie., Winterthur (515); hierauf
tritt Zürich den Rang an Glarus ab, wo Barth. Jenny und
Cie. in Ennenda 496 Webſtühle vereinigen; dann tritt wieder
eine Zürcher-Firma, Ferdinand Oberholzer, Wald, mit 472
Stühlen in den Rang ein, und neben ſie völlig gleichwertig tritt
wieder die Glarner Unternehmung I. Jenny-Zwicky in Ennenda,
und dieſer folgt unmittelbar eine zweite Glarner Firma, Hefti
und Cie. in Hätzingen mit 450 Stühlen; dann greift die Rang-
liſte über auf ein Zürcher Haus, Blumer und Bidermann, Rorbas-
Freienſtein (Buntweberei) mit 408 Stühlen. Alle übrigen 54
ſelbſtändigen Betriebe, welche dem Verband Webereibeſitzer an-
gehören, zählen weniger als 400 Betriebs-Einheiten.

Südoſtbahn.

Anknüpfend an die Tatſache, daß die
Konkurrenz der neueröffneten Nordoſtbahnlinie Thalweil-Zug einen
ſcharfen Rückgang der Einnahmen der Südoſtbahn hervorrief und
daher die Aktien dieſer letztern bedeutend ſanken, beſpricht ein
Basler Finanzblatt, „der Ratgeber“, die Ausſichten der Südoſt-
bahnaktien alſo:

„Wenn man den im letzten Jahre erzielten Reinertrag den
Saldo aus 1895 in Abzug bringt, ſo ergibt ſich, daß das Jahr
1896 einen eigentlichen Reingewinn von zirka 62,500 Franken
ergeben hat, wobei bemerkt werden muß, daß die Rechnungſtellung
im übrigen als eine ſolide bezeichnet werden konnte. Da der
genannte Reinertrag hingereicht haben würde, um auf jede der
7000 Prioritätsaktien eine Dividende von 9 Fr. zur Auszahlung
zu bringen, ſo konnte man den Aktien ein ganz gutes Prognoſtikon
ſtellen und wären dieſelben ohne die neuerſtandene Konkurrenz
entſchieden preiswürdig geweſen; heute aber liegen die Verhält-
niſſe plötzlich ganz anders, ſeitdem es ſich herausſtellt, daß der
Güterverkehr in einem einzigen Monate eine Einbuße von 16,000
Franken hat, was, wenn man nach dem nämlichen Verhältniſſe
rechnen will, per Jahr eine Einbuße von über 190,000 Fr. be-
deuten würde. Wenn man auch annimmt, daß es der Ver-
[Spaltenumbruch] waltung gelingen wird, einen großen Teil der Einbuße im Güter-
verkehr wieder einzuholen, ſo wird infolge der Konkurrenz doch
jahrelang ein Ausfall verbleiben, der ſelbſt günſtigenfalles die
Jahresrechnung ſo tangiert, daß nach Verzinſung der Obligationen
weder für das laufende, noch für die nächſten Jahre irgend ein
Ueberſchuß mehr für die Aktionäre verbleiben dürfte. Dazu kommt,
daß ſich keinerlei nennenswerte Erſparniſſe im Betrieb erzielen
laſſen, denn die Betriebsausgaben wurden bereits im Jahre 1896
auf das Allernotwendigſte reduziert und kann alſo der große Aus-
fall an den Einnahmen in keiner Weiſe wettgemacht werden, ſo
daß die Aktionäre der Südoſtbahn für die nächſten Jahre jede
Hoffnung auf Auszahlung einer ſelbſt beſcheidenen Dividende be-
graben müſſen. Unter Umſtänden ſogar, d. h. wenn die Ein-
nahmen aus dem Güterverkehr dauernd ſo niedrig bleiben, wie
im Monat Juni, könnte der Fall eintreten, daß die Südoſtbahn
nicht einmal die Zinſen auf ihr Obligationenkapital ins Ver-
dienen bringt.

Käſehandel.

Im Emmental haben die Käſeeinkäufe
begonnen, einen vollen Monat früher als letztes Jahr. Ein
Aufſchlag von einigen Franken iſt ſicher, hingegen bleibt es bei
den bisherigen Bedingungen bezüglich der Eingewichtsprozente
entgegen den Vereinbarungen der Käſeproduzenten. So viel man
hört, iſt 80 Fr. bis jetzt der höchſte Preis für 50 Kilogramm.

Schäbig.

Während die franzöſiſchen und ſpaniſchen
Eiſenbahnen den Beſuchern des internationalen kath. Gelehrtencon-
greſſes in Freiburg 50 Prozent Reduktion der Fahrtaxen gewährten,
haben die ſchweiz Eiſenbahndirektionen ein bezüglıches Geſuch ab-
ſchlägig beſchieden.

Saubere Gäſte!

Der Prinz Henri von Orleans hat
die Herausforderung des italieniſchen Generals Albertone, dem
er Feigheit vorgeworfen, angenommen. Das Duell ſoll auf
Schweizerboden zum Austrag kommen.

Militäriſches.

Die „Aargauer Nachr.“ ſchlagen vor,
der Bund ſolle, natürlich in Aarau, eine ſtändige Kriegsſchule
für Offiziere errichten. Wie weit iſt dann noch der Schritt zur
Schaffung eines ſtehenden Heeres?




St. Galliſches.



Brandſchatzung und Volksausſangerei.

Unſer Steuer-
ſyſtem verſchlingt die Hälfte der Kapitalrente. Man hat be-
rechnet, daß an einigen Orten der Fiskus aber noch mehr an
ſich zieht. Eine Witwe, deren Kapitaleinkommen 1000 beträgt,
zahlt bei 14—15 pro Mille Steuertaxe die Summe von 435
Franken. Libingen aber forderte letztes Jahr 23 pro Mille,
Mühlrütti 21—22, Bichwil 25, Henau 23, Flawil 18—25.
Der „Toggenburger Volksfreund“ teilt noch folgende erbauliche
Tatſache mit, wie ein Waiſenkind in einer toggenburgiſchen Ge-
meinde auf dem Steuerwege geplündert wurde:

[Tabelle]

In vier Jahren ſomit von Fr. 5092.86 Einnahmen beſteuert
mit Fr. 2122.30! Dabei iſt jedoch noch zu erwähnen, daß das
Kind als Waiſe beſondere Steuervergünſtigung „genoß“!

Die kantonale Lehrerkonferenz vom 2. d. erſucht den
Erziehungsrat, die Bildung der ſchwachſinnigen Kinder auf
geſetzlichem oder adminiſtrativem Wege zu regeln. Er möge
die Initiative zur Gründung einer kantonalen Anſtalt für Schwach-
ſinnige ergreifen und für die Unterſtützung derjenigen bedürftigen
Gemeinden ſorgen, welche von ſich aus für die Erziehung
ihrer Zurückgebliebenen. Schwachbegabten und Schwachſinnigen in
Nachhülfs- und Spezialklaſſen Anſtalten treffen. Ferner ſoll die
Regierung erſucht werden. dem Großen Rate noch rechtzeitig vor
der nächſten Sitzung die Verwendung des Broderſchen Vermächt-
niſſes zur Gründung eines Inſtitutes für Schwachſinnige zu
empfehlen.

Endlich wurde der Erziehungsrat erſucht, Schritte zu tun
für eine Reviſion des Erziehungsgeſetzes im Sinne der Schaffung
einer kantonalen Schulſynode.

Stickerei.

Die Schiffliſtickerei ſoll ſich von der
Kriſis jetzt wieder erholen und ſei im Aufſchwung begriffen. Es
wird auch optimiſtiſch zu dieſer Meldung hinzugefügt, die Hand-
maſchine habe noch ein großes Feld vor ſich; die Spezialitäten
ſeien noch lange nicht erſchöpft; vielmehr ſei dieſes Gebiet der
größten Ausdehnung fähig.

St. Gallen.

Die Jahresverſammlung des oſtſchweiz.
Bäckereiverbandes findet am 2. September ſtatt.

— Die diesjährige ordentliche Delegiertenverſammlung des
Schweizeriſchen Grütlivereins findet am 2. und 3. Oktober
in St. Gallen ſtatt.

St. Iddaburg.

(Eingeſ.)

Am nächſten Montag,
den 9. d. M., wird hier das feierliche Jahresgedächtnis gehalten
für den Hochw. Herrn Wallfahrtsprieſter Johann Alois Widmer ſel.
Beginn des Gottesdienſtes vormittags 8 Uhr.

Nach Beendigung dieſes Trauergottesdienſtes verſammeln ſich
die Mitglieder der „St. Iddaburg-Geſellſchaft“ im hieſigen
Wirtshausſaale zur ordentlichen Jahresverſammlung.

Ein ſonderbarer Antrag!

Letzter Tage ver-
ſammelten ſich die Geſundheitskommiſſionen des Bezirkes Wil
und Alttoggenburg. Herr Bezirksarzt Dr. Jung von Zuzwil be-
antragte, es ſollen die Geſundheitskommiſſionen je zweier Ge-
meinden ihren Wirkungskreis tauſchen, indem die Befürchtung,
die Leute der eigenen Gemeinde vor den Kopf zu ſtoßen, die
Geſundheitskommiſſionen abhalte, ihrer Pflicht nachzukommen;
auf dieſe Weiſe könnte die Tätigkeit der letztern eine regere
werden. Nach lebhafter Diskuſſion wurde dem Antrage zugeſtimmt
und es werden nun die Tit. Gemeinderäte mit der Angelegenheit
begrüßt werden. Dieſer ganz ungeſetzliche Antrag beweist, wie
weit heutzutage die Furcht, niemanden wehe zu tun, das Be-
amtentum ergriffen hat und alle Zweige der Verwaltung darunter
leiden. Lieber will man ein ungeſetzliches Auskunftsmittel, als
die Axt an die Wurzel legen.

Landwirtſchaftlicher Produktenhandel.

Behufs
Erleichterung und Hebung des Verkehrs zwiſchen Produzenten
und Konſumenten hat der landwirtſchaftliche Verein Quarten
eine landw. Produkten-Vermittlungsſtelle errichtet, bei welcher gegen
eine Gebühr von 20 Rp. der Bauer ſeine Produkte zum Ver-
kaufe anmelden kann.

Schmerikon

(Eingſ.)

Als Seltenheit mag wohl
verzeichnet werden, daß in dieſem Jahre „St. Urban“, deſſen Feſt
jeweilen am 1. Sonntag Auguſt feierlich begangen wird, von den
Herren Schreinermeiſter Mächler, in der Kürze, und Bäcker Bernet
in Uznach mit zwei bereits ausgereiften Trauben beehrt wurde.


[Spaltenumbruch]
Rapperswil.

Am 1. d. wäre der Bahnhof bald
der Schauplatz eines Unglückes geworden. Der Zug 216 von
Chur, hier 3 Uhr 46 fällig, war eingefahren, viele Paſſagiere
ſtiegen aus und waren im Begriffe, die Perrons zum Bahnhof
zu überſchreiten, als plötzlich eine leere Lokomotive auf einem
dieſer Perrons rückwärts in das Publikum fuhr. Letzteres konnte
ſich mit größter Not zurückziehen, bei zwei größern Kindern hat
es um ein Haar gefehlt, ſo wären ſie überfahren worden.

* Rapperswil.

Nächſten Samſtag den 7. Auguſt
kommen die Pilger aus dem Rheintal-Vorarlberg in zwei Extra-
zügen 11 und 12 Uhr mittags nach Rapperswil. Am Montag
Mittag wieder zurück.

St. Galliſches Kantonalſchützenfeſt in Lichtenſteig.
Geſamt-Schießreſultate.

I. Sektionswettſchießen. a) Lorbeerkränze: 1. Schützen-Geſ.
„Glärniſch“, Glarus; 2. Feldſchützengeſellſchaft Grabs; 3. Feldſchützengeſ.
„Freiberg“, Nitfurn; 4. Feldſchützengeſellſchaft Dicken; 5. Schütz.-Geſellſch.
Mürtſchen-Kerenzen; 6. Feldſchützen Alt St. Johann; 7. Feldſchützen
St. Gallen; Stadtſchützen Zürich (auß. Konkurrenz, weil 2 Schützen nicht
erſchienen); 8. Feldſchützengeſellſch. Flawil; 9. Feldſchützengeſ. Winterthur;
10. Feldſchützengeſ. St. Fıden; 11. Feldſchützen Ebnat-Kappel; 12. Schützen-
geſellſchaft Sevelen; 13. Feldſchützengeſ. Degersheim; 14. Feldſchützengeſ.
Neßlau-Krummenau; 15. Feldſchützengeſ. Rorſchach; 16. Schützengeſ. Gais.
b) Diplome: 17. Feldſchützengeſ. Buchs-Werdenberg; 18. Infant.-Schützen-
geſellſch. „Säntis“, Appenzell; 19. Feldſchützengeſ. Tübach; 20. Feldſchützen-
Geſ. Wattwil; 21. Feldſchützengeſ. Kirchberg; 22. Feldſchützengeſ. Ober-
uzwil; 23. Feldſchützengeſ. Wittenbach; 24. Scharfſchützengeſ. Ebnat-Kappel;
25. Feldſchützengeſ. Berneck; 26. Schützengeſ. Dübendorf; 27. Schützengeſ.
Wigoltingen; 28. Militärſchützenverein Wildhaus; 29. Feldſchützengeſ. Töß;
30. Feldſchützengeſ. Wülflingen; 31. Schützengeſ. Stein-Obertoggenburg;
32. Zimmerſchützengeſellſch. Bühler; 33. Feldſchützengeſ. Herisau; 34. Feld-
ſchützengeſ. Rheineck; 35. Feldſchützengeſ. Oberhelfenswil; 36. Feldſchüßen-
Geſ. Krummenau-Wintersberg; 37. Feldſchützengeſ. Muolen; 38. Militär-
ſchützengeſellſch. Wattwil; 39. Militärſchützengeſellſchaft Bächle-Hemberg.
Ohne Diplome: 40. Feldſchützengeſ. Mosnang; 41. Schützengeſellſch. „Uli
Rotach“, Schwendi; 42. Feldſchützengeſ. Benken; 43. Militärſchützenverein
Ebnat-Kappel; 44. Militärſchützenverein „Wilhelm Tell“, St. Peterzell;
45. Feldſchützengeſ. Wil; 46. Feldſchützengeſ. Räfis-Burgerau; 47. Feld-
ſchützengeſ. Goldach; 48. Standſchützengeſellſchaft Urnäſch; 49. Militär-
ſchützenverein Lachen-Vonwil; 50 Militärſchützenverein Hoffeld; 51. Militär-
ſchützenverein Uznach; 52. Militärſchützenverein Lichtenſteig; 53. Militär-
ſchützenverein Straubenzell; 54. Militärſchützenverein Hemberg-Dorf;
55. Feldſchützengeſ. Schänis; 56. Militärſchützenverein Tablat; 57. Feld-
ſchützengeſ. Niederuzwil; 58. Militärſchützenverein St. Gallen; 59. Militär-
ſchützenverein Mühlrüti; 60. Militärſchützenverein Blomberg; 61. Militär-
ſchützenverein Krinau; 62. Schützengeſellſchaft St. Georgen; 63. Militär-
ſchützenver. Brunnadern; 64. Militärſchützenver. Kaltbrunn; 65. Schützengeſ.
Algentshauſen; 66. Grütliſchützenverein Niederuzwil; 67. Militärſchützenver.
Schmidberg; 68. Militärſchützenverein Weeſen; 69. Militärſchützenverein
Henau-Niederuzwil; 70. Miltärſchützenver. Krummbach; 71. Militärſchützen-
verein Neckertal; 72. Militärſchützenverein Oberhelfenswil; 73. Militär-
ſchützenverein Bütſchwil; 74. Militärſchützenverein Flawil; 75. Militär-
ſchützenver. Wil; 76. Militärſchützenver. Häusleberg; 77. Militärſchützenver.
Dietſchwil; 78. Militärſchützenverein Zuzwil.

II. Beſte Kehrſerien. Meiſterſchützen mit Lorbeerkranz. 1. Kühne
Alois, Metzger, Kaltbrunn
90 Nummern; 2. Staehelin A.,
Deſſinateur, St. Gallen (90); 3. Gähler Chriſt., Schreiner, Glarus (88);
4. Perret James, Chaux-de-Fonds (88); 5. Frei Rud., Fabrikant,
Bubikon (84).

III. Sektionsſtich. (Lorbeerkranz). 1. Looſer Joſ., Handlung,
Dietfurt; 2. Fenner Rud., Bäcker, Zollikon; 3. Streif Peter, Fabr., Glarus;
4. Angehrn Alois, Amrisweil; 5. Enz Emil, Zeichner, St. Gallen je
30 Punkte.

IV. Stich „Glück“. 1. Schubiger Hermann, Uznach
50/40 Punkte; 2. Blank G., Montreux (50/32); 3 Egli Joh., Gähwil
(50/26); 4. Bannwart Theod., Bichelſee (50/26); 5. Vetſch Joh., Schreiner,
Grabs (50/24).

V. Stich „Kunſt“. 1. Troyon Charles, Lauſanne 214 Punkte;
2. Hoffmann-Landur, Seen (212); 3. Wagner Wilh., Lichtenſteig (209);
4. Thalmann I., Wietzikon, Sirnach (209); 5. Marti Joh., Frauen-
feld (208).

VI. Militärſtich. 1. Petont H., Ponts-Martel 223 Punkte;
2. Hofer G., St. Gallen (220); 3. Landolt E., Enge (214); 4.a. Roth
Kaſpar, Buchs (210); b. Bercher Friedr., Winterthur (210); 5.a. Baum-
gartner I., Zürich V (208); 5.b. Wegmann Alb., Thundorf (208).

VI. Scheibe Toggenburg (I. Kategorie). 1. Tobler Alfred,
Wolfhalden 416 Punkte; 2. Stäheli Konrad, St. Fiden (410); 3. Huguenin
H., Ponts-Martel (408); 4. Kellenberger Emil, Walzenhauſen (406);
5. Boeſch Chriſtian, Bruggen (403). II. Kategorie (Schußnähe.) 1. Hu-
guenin H., Ponts-Martel; 2. Troyon Charles, Lauſanne; 3. Hirzel Edwin,
Meilen; 4.a. Egloff Jean, St. Gallen; 4.b. Stäheli Konrad, St. Fiden;
5. Burkhard E., St. Fiden je 50 Punkte.




Kantone.



Zürich.

Bei der Quaibrücke ſtürzte ſich Dienstag ½8 Uhr
ein 10jähriger Knabe aus Liebesgram (!) in ſelbſtmörderiſcher Ab-
ſicht in den See. Einem in der Nähe mit Fiſchen beſchäftigten
Manne gelang es, denſelben zu faſſen und in ſein Schiff zu
ziehen. Nach längerer Anſtrengung der Sanität erholte ſich der
Lebensmüde wieder.

— Der katholiſche und ſozialdemokratiſche Abſtinenzverein,
ſowie derjenige der Freitempler verlangen zuſammen von der
Alkoholzentelkommiſſion 800 Fr. für das Jahr 1896 und be-
halten ſich im Verweigerungsfalle weitere Maßnahmen vor Gleich-
zeitig richten ſie an die Alkoholzentelkommiſſion das Geſuch, die
Abſtinenzvereine anzuhalten, darüber Rechenſchaft abzulegen, wofür
die Beträge, die aus dem Alkoholzentel verabfolgt werden, Ver-
wendung finden.

— Einer Lotterie-Kollekteurin am Predigerplatz in Zürich
wurden in der Nacht vom 28. auf 29. Juli mittelſt gewaltſamen
Erbrechens einer Kommode 800 Fr. Barſchaft geſtohlen.

— Die „Bül. Ztg.“ meldet: Das arme Außerſihl, deſſen
Exiſtenz bekanntlich zur Stadtverinigung Anlaß gab, ſtrebt die
Erſtellung eines Volkstheaters mit 1500 Sitzplätzen im Voran-
ſchlage von 930 000 Fr. an. Als ſtändige Konzertnummer für
den Vergnügungspalaſt wird wahrſcheinlich die ſozialdemokratiſche
Drehorgelmelodie vom Zürcher Proletarierkreis figurieren.

— Mitten im prächtigen Rebberg öſtlich des Dorfes Höngg,
oberhalb der „alten Trotte“ iſt letzter Tage auläßlich der amt-
lichen Rebenunterſuchung ein kleiner Phyloxeraherd entdeckt worden.

Bern.

Das Reinvermögen des Kt. Berns beträgt 56
Millionen. Im Vorjahr hat dasſelbe um ¼ Million zugenommen.

Bern.

Im Chemiegebäude an der Langgaſſe erfolgte
am Samstag beim Aufräumen eine gewaltige Exploſion,
welche ziemlichen Materialſchaden verurſachte, indes niemand verletzte.

— Im Alter von 70 Jahren ſtarb Fürſprech Dr. Joh.
Paul Lındt, ehemaliger Gerichtspräſident von Bern. Dürrenmatt
widmet dem Hingeſchiedenen als einem treuen Freunde der Konſer-
vativen, charakterfeſten Anwalt und praktiſchen Chriſten einen
ehrenden Nachruf.

Schwyz.

Um der „Nachtbubenzüchterei“ ein Ende zu machen
beſchloß der Handwerker- und Gewerbeverein Lachen, den Unter-
richt für die Fortbildungsſchule auf die Tageszeit zu verlegen.

— Am centralſchweizeriſchen Aelplerfeſte auf Rigiklöſterli
beteiligten ſich über 100 Sennen und 30 Turner aus allen
Kantonen. Im Schwingen errangen die Sennen einen faſt voll-
ſtändigen Sieg über die Turner, die durch vorzügliche Kräfte
vertreten waren.


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tritt Zürich den Rang an Glarus ab, wo Barth. Jenny und<lb/>
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          <p>Anknüpfend an die Tat&#x017F;ache, daß die<lb/>
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Der &#x201E;Toggenburger Volksfreund&#x201C; teilt noch folgende erbauliche<lb/>
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&#x017F;chützenge&#x017F;ell&#x017F;ch. Wattwil; 39. Militär&#x017F;chützenge&#x017F;ell&#x017F;chaft Bächle-Hemberg.<lb/>
Ohne Diplome: 40. Feld&#x017F;chützenge&#x017F;. Mosnang; 41. Schützenge&#x017F;ell&#x017F;ch. &#x201E;Uli<lb/>
Rotach&#x201C;, Schwendi; 42. Feld&#x017F;chützenge&#x017F;. Benken; 43. Militär&#x017F;chützenverein<lb/>
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&#x017F;chützenge&#x017F;. Goldach; 48. Stand&#x017F;chützenge&#x017F;ell&#x017F;chaft Urnä&#x017F;ch; 49. Militär-<lb/>
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&#x017F;icht in den See. Einem in der Nähe mit Fi&#x017F;chen be&#x017F;chäftigten<lb/>
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&#x017F;chlage von 930 000 Fr. an. Als &#x017F;tändige Konzertnummer für<lb/>
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[2/0002] politiker. Durch eine Zuſchrift ladet Kanonikus Dr. C. Eberle in Flums die kath. Soziologen aller Herren Länder, die ſich am wiſſenſchaftlichen Kongreſſe in Freiburg beteiligen, zu einer inter- nationalen Verſammlung katholiſcher Soziologen ein. Es wurde vom Organiſationskomite des Kongreſſes zu dieſem Zwecke der Nachmittag des 19. Auguſt anberaumt. Als Verhandlungsgegenſtand wurde von den Petenten die Beſprechung der berufsgenoſſenſchaftlichen Organiſation gewünſcht. Um nun hierin bei dem kurzen Zeitraume etwas Erſprießliches zu erzielen, werden den Intereſſenten gewiſſe Diskuſſionspunkte über das zu behandelnde Thema unterbreitet, damit ſie dieſelben ſchriftlich oder mündlich ergänzen möchten. Jene Herren. welche ſich für unſere Sache intereſſieren, auch wenn ſie am Kongreſſe nicht perſönlich teilnehmen wollen, wohl aber geſonnen wären, ihre Anſichten ſchriftlich mitzuteilen, ſind gebeten, ſich an den genannten Herrn zu wenden, damit ihnen die zu beſprechenden Theſen zugeſandt werden können. — Niedergang des Bauernſtandes. Die ſchweiz. landw. Bevölkerung hat ſich innert 40 Jahren um volle 10% ver- mindert; die Verminderung iſt nicht nur verhältnismäßig (mit der übrigen Erwerbsbevölkerung verglichen), ſondern abſolut. Im Jahre 1860 gab es 46%, 1870 noch 42%, 1880 bloß 40% und 1888 nur noch 39% Bewohner, die ſich mit der Urproduktion (Land-, Forſt- und Gartenbau ꝛc.) befaſſen. Als eigentliche Landwirte, d. h. ſolche, die mehr als die Hälfte ihrer Tätigkeit der Landwirtſchaft zuwenden, darf man heute höchſtens noch 36% der Geſamtbevölkerung rechnen. Wenn die Statiſtik in ihrer ganzen Strenge angewendet würde, ſo würde ſich kaum mehr als ein Drittel der Geſamtbevölkerung als Landwirte finden laſſen (33,3%. — Für den Beſtand und das Glück des Staates iſt dieſer Niedergang ein ſchlechtes Zeichen. Die landwirtſchaft- treibende Bevölkerung war ſonſt immer ein breiter Grund einer verhältnismäßigen Ruhe und friedſamen Exiſtenz zwiſchen den gehäuften Stätten beſtimmungsloſer Leidenſchaften. — Schlechte Geſchäfte. Nach Erklärungen der Direktion der ſchweizeriſchen Hagelverſicherungsgeſellſchaft ſoll infolge der ſchweren Gewitter in der zweiten Hälfte des Monats Juli die diesjährigen Prämieneinnahmen — bis jetzt 700 181 Fr. bei 33 026 980 Fr. Verſicherungsſumme — nicht zur Deckung der Schäden ausreichen und der Reſervefonds in Anſpruch ge- nommen werden müſſen. Am 24. Juli betrug die Anzahl der Policen 38 239 oder 835 mehr als im Vorjahr am Schluſſe der Saiſon. — Einſeitiges Urteil Unter der Marke: „Was koſtet ein Arbeıterglied“, ſchreiben einige Blätter: „Aus den Berichten der Kantonsregierungen über die Ausführung der Bundesgeſetze betreffend Haftpflicht iſt auch zu erſehen, wie der Wert einzelner Glieder berechnet wird. Der Venuſt des Ringfingers wurde in Schaffhauſen mit Fr. 2000 entſchädigt, in dem gleichen Kanton wurde für den Verluſt von vier Fingern 4465 Fr. bezahlt, im Kanton Freiburg nur Fr. 1600 und Fr 1800. Im Kanton St. Gallen wurde bezahlt für zwei Mittelfinger Fr. 3200, im gleichen Kanton für die Steifheit ſämtlicher fünf Finger Fr. 4283. Im Kanton Freiburg gilt der Daumen, der wichtigſte von allen Fingern nur Fr. 350. Im Kanton Schaffhauſen iſt der Verluſt des linken Auges mit Fr. 4000, im Kanton St. Gallen Be- ſchädigung desſelben mit 2900 Fr. entſchädigt worden. Für die Verrenkung eines Knies berechnete man in St. Gallen Fr. 3000, in Schaffhauſen für den Verluſt des Vorderarmes Fr. 2000, in St. Gallen für die Amputation eines Fußes Fr. 5400, für Erblindung Fr. 5400. Man ſieht, wie ſehr die Anſchauungen über den Wert der Arbeiterglieder auseinander gehen. Obige Darſtellung, welche durch die Blätter wandert, iſt ebenſo einſeitig als ungerecht. Denn der Richter fragt ſich bei den Haftpflichtfällen, in welchem Verhältnis ſteht der Unfall zu der Erwerbsfähigkeit des Betroffeneu. Dieſes Verhältnis kann ein Verſchiedenes ſein bei Verluſt desgleichen Gliedes, indem das gleiche Glied in den verſchiedenen Berufsſtellungen des Erwerbenden nicht die gleiche Bedeutung und Wichtigkeit hat. Die obige Zuſammenſtellung iſt daherganz wertlos, ſolang ſie nicht auch die Berufsſtellung des Betroffenen angibt. — Die größten Webereien der Schweiz beſitzen Zürich und Glarus, aber ſie ſind nicht ſo ſehr in „großen Händen“ centraliſiert wie die Spinnereien. 28 zürch. Firmen repräſentieren 6800, 12 glarn. Webereien 3953 Webſtühle. St. Gallen zählt deren bloß 2200. Die größte Zahl Webſtühle (800) hat die Firma Johannes Honegger in Wald. Die zweitgrößten Etabliſſemente ſind im Kanton St. Gallen, nämlich die Fabriken von G. Wild in Neuhaus-Eſchenbach mit 640 Stühlen, und Schuler, Heer und Cie. in Mels mit 597 Stühlen. Dann kommt in dritter Linie wieder Zürich an die Reihe mit drei nahezu gleich großen, ſehr bedeutenden Unternehmungen: Boller und Syz, Zürich (550 Stühle), Spörri und Schaufelberger, Wald (518), Ed. Bühler und Cie., Winterthur (515); hierauf tritt Zürich den Rang an Glarus ab, wo Barth. Jenny und Cie. in Ennenda 496 Webſtühle vereinigen; dann tritt wieder eine Zürcher-Firma, Ferdinand Oberholzer, Wald, mit 472 Stühlen in den Rang ein, und neben ſie völlig gleichwertig tritt wieder die Glarner Unternehmung I. Jenny-Zwicky in Ennenda, und dieſer folgt unmittelbar eine zweite Glarner Firma, Hefti und Cie. in Hätzingen mit 450 Stühlen; dann greift die Rang- liſte über auf ein Zürcher Haus, Blumer und Bidermann, Rorbas- Freienſtein (Buntweberei) mit 408 Stühlen. Alle übrigen 54 ſelbſtändigen Betriebe, welche dem Verband Webereibeſitzer an- gehören, zählen weniger als 400 Betriebs-Einheiten. — Südoſtbahn. Anknüpfend an die Tatſache, daß die Konkurrenz der neueröffneten Nordoſtbahnlinie Thalweil-Zug einen ſcharfen Rückgang der Einnahmen der Südoſtbahn hervorrief und daher die Aktien dieſer letztern bedeutend ſanken, beſpricht ein Basler Finanzblatt, „der Ratgeber“, die Ausſichten der Südoſt- bahnaktien alſo: „Wenn man den im letzten Jahre erzielten Reinertrag den Saldo aus 1895 in Abzug bringt, ſo ergibt ſich, daß das Jahr 1896 einen eigentlichen Reingewinn von zirka 62,500 Franken ergeben hat, wobei bemerkt werden muß, daß die Rechnungſtellung im übrigen als eine ſolide bezeichnet werden konnte. Da der genannte Reinertrag hingereicht haben würde, um auf jede der 7000 Prioritätsaktien eine Dividende von 9 Fr. zur Auszahlung zu bringen, ſo konnte man den Aktien ein ganz gutes Prognoſtikon ſtellen und wären dieſelben ohne die neuerſtandene Konkurrenz entſchieden preiswürdig geweſen; heute aber liegen die Verhält- niſſe plötzlich ganz anders, ſeitdem es ſich herausſtellt, daß der Güterverkehr in einem einzigen Monate eine Einbuße von 16,000 Franken hat, was, wenn man nach dem nämlichen Verhältniſſe rechnen will, per Jahr eine Einbuße von über 190,000 Fr. be- deuten würde. Wenn man auch annimmt, daß es der Ver- waltung gelingen wird, einen großen Teil der Einbuße im Güter- verkehr wieder einzuholen, ſo wird infolge der Konkurrenz doch jahrelang ein Ausfall verbleiben, der ſelbſt günſtigenfalles die Jahresrechnung ſo tangiert, daß nach Verzinſung der Obligationen weder für das laufende, noch für die nächſten Jahre irgend ein Ueberſchuß mehr für die Aktionäre verbleiben dürfte. Dazu kommt, daß ſich keinerlei nennenswerte Erſparniſſe im Betrieb erzielen laſſen, denn die Betriebsausgaben wurden bereits im Jahre 1896 auf das Allernotwendigſte reduziert und kann alſo der große Aus- fall an den Einnahmen in keiner Weiſe wettgemacht werden, ſo daß die Aktionäre der Südoſtbahn für die nächſten Jahre jede Hoffnung auf Auszahlung einer ſelbſt beſcheidenen Dividende be- graben müſſen. Unter Umſtänden ſogar, d. h. wenn die Ein- nahmen aus dem Güterverkehr dauernd ſo niedrig bleiben, wie im Monat Juni, könnte der Fall eintreten, daß die Südoſtbahn nicht einmal die Zinſen auf ihr Obligationenkapital ins Ver- dienen bringt. — Käſehandel. Im Emmental haben die Käſeeinkäufe begonnen, einen vollen Monat früher als letztes Jahr. Ein Aufſchlag von einigen Franken iſt ſicher, hingegen bleibt es bei den bisherigen Bedingungen bezüglich der Eingewichtsprozente entgegen den Vereinbarungen der Käſeproduzenten. So viel man hört, iſt 80 Fr. bis jetzt der höchſte Preis für 50 Kilogramm. — Schäbig. Während die franzöſiſchen und ſpaniſchen Eiſenbahnen den Beſuchern des internationalen kath. Gelehrtencon- greſſes in Freiburg 50 Prozent Reduktion der Fahrtaxen gewährten, haben die ſchweiz Eiſenbahndirektionen ein bezüglıches Geſuch ab- ſchlägig beſchieden. — Saubere Gäſte! Der Prinz Henri von Orleans hat die Herausforderung des italieniſchen Generals Albertone, dem er Feigheit vorgeworfen, angenommen. Das Duell ſoll auf Schweizerboden zum Austrag kommen. — Militäriſches. Die „Aargauer Nachr.“ ſchlagen vor, der Bund ſolle, natürlich in Aarau, eine ſtändige Kriegsſchule für Offiziere errichten. Wie weit iſt dann noch der Schritt zur Schaffung eines ſtehenden Heeres? St. Galliſches. — Brandſchatzung und Volksausſangerei. Unſer Steuer- ſyſtem verſchlingt die Hälfte der Kapitalrente. Man hat be- rechnet, daß an einigen Orten der Fiskus aber noch mehr an ſich zieht. Eine Witwe, deren Kapitaleinkommen 1000 beträgt, zahlt bei 14—15 pro Mille Steuertaxe die Summe von 435 Franken. Libingen aber forderte letztes Jahr 23 pro Mille, Mühlrütti 21—22, Bichwil 25, Henau 23, Flawil 18—25. Der „Toggenburger Volksfreund“ teilt noch folgende erbauliche Tatſache mit, wie ein Waiſenkind in einer toggenburgiſchen Ge- meinde auf dem Steuerwege geplündert wurde: In vier Jahren ſomit von Fr. 5092.86 Einnahmen beſteuert mit Fr. 2122.30! Dabei iſt jedoch noch zu erwähnen, daß das Kind als Waiſe beſondere Steuervergünſtigung „genoß“! — Die kantonale Lehrerkonferenz vom 2. d. erſucht den Erziehungsrat, die Bildung der ſchwachſinnigen Kinder auf geſetzlichem oder adminiſtrativem Wege zu regeln. Er möge die Initiative zur Gründung einer kantonalen Anſtalt für Schwach- ſinnige ergreifen und für die Unterſtützung derjenigen bedürftigen Gemeinden ſorgen, welche von ſich aus für die Erziehung ihrer Zurückgebliebenen. Schwachbegabten und Schwachſinnigen in Nachhülfs- und Spezialklaſſen Anſtalten treffen. Ferner ſoll die Regierung erſucht werden. dem Großen Rate noch rechtzeitig vor der nächſten Sitzung die Verwendung des Broderſchen Vermächt- niſſes zur Gründung eines Inſtitutes für Schwachſinnige zu empfehlen. Endlich wurde der Erziehungsrat erſucht, Schritte zu tun für eine Reviſion des Erziehungsgeſetzes im Sinne der Schaffung einer kantonalen Schulſynode. — Stickerei. Die Schiffliſtickerei ſoll ſich von der Kriſis jetzt wieder erholen und ſei im Aufſchwung begriffen. Es wird auch optimiſtiſch zu dieſer Meldung hinzugefügt, die Hand- maſchine habe noch ein großes Feld vor ſich; die Spezialitäten ſeien noch lange nicht erſchöpft; vielmehr ſei dieſes Gebiet der größten Ausdehnung fähig. — St. Gallen. Die Jahresverſammlung des oſtſchweiz. Bäckereiverbandes findet am 2. September ſtatt. — Die diesjährige ordentliche Delegiertenverſammlung des Schweizeriſchen Grütlivereins findet am 2. und 3. Oktober in St. Gallen ſtatt. — St. Iddaburg. (Eingeſ.) Am nächſten Montag, den 9. d. M., wird hier das feierliche Jahresgedächtnis gehalten für den Hochw. Herrn Wallfahrtsprieſter Johann Alois Widmer ſel. Beginn des Gottesdienſtes vormittags 8 Uhr. Nach Beendigung dieſes Trauergottesdienſtes verſammeln ſich die Mitglieder der „St. Iddaburg-Geſellſchaft“ im hieſigen Wirtshausſaale zur ordentlichen Jahresverſammlung. — Ein ſonderbarer Antrag! Letzter Tage ver- ſammelten ſich die Geſundheitskommiſſionen des Bezirkes Wil und Alttoggenburg. Herr Bezirksarzt Dr. Jung von Zuzwil be- antragte, es ſollen die Geſundheitskommiſſionen je zweier Ge- meinden ihren Wirkungskreis tauſchen, indem die Befürchtung, die Leute der eigenen Gemeinde vor den Kopf zu ſtoßen, die Geſundheitskommiſſionen abhalte, ihrer Pflicht nachzukommen; auf dieſe Weiſe könnte die Tätigkeit der letztern eine regere werden. Nach lebhafter Diskuſſion wurde dem Antrage zugeſtimmt und es werden nun die Tit. Gemeinderäte mit der Angelegenheit begrüßt werden. Dieſer ganz ungeſetzliche Antrag beweist, wie weit heutzutage die Furcht, niemanden wehe zu tun, das Be- amtentum ergriffen hat und alle Zweige der Verwaltung darunter leiden. Lieber will man ein ungeſetzliches Auskunftsmittel, als die Axt an die Wurzel legen. — Landwirtſchaftlicher Produktenhandel. Behufs Erleichterung und Hebung des Verkehrs zwiſchen Produzenten und Konſumenten hat der landwirtſchaftliche Verein Quarten eine landw. Produkten-Vermittlungsſtelle errichtet, bei welcher gegen eine Gebühr von 20 Rp. der Bauer ſeine Produkte zum Ver- kaufe anmelden kann. — Schmerikon (Eingſ.) Als Seltenheit mag wohl verzeichnet werden, daß in dieſem Jahre „St. Urban“, deſſen Feſt jeweilen am 1. Sonntag Auguſt feierlich begangen wird, von den Herren Schreinermeiſter Mächler, in der Kürze, und Bäcker Bernet in Uznach mit zwei bereits ausgereiften Trauben beehrt wurde. — Rapperswil. Am 1. d. wäre der Bahnhof bald der Schauplatz eines Unglückes geworden. Der Zug 216 von Chur, hier 3 Uhr 46 fällig, war eingefahren, viele Paſſagiere ſtiegen aus und waren im Begriffe, die Perrons zum Bahnhof zu überſchreiten, als plötzlich eine leere Lokomotive auf einem dieſer Perrons rückwärts in das Publikum fuhr. Letzteres konnte ſich mit größter Not zurückziehen, bei zwei größern Kindern hat es um ein Haar gefehlt, ſo wären ſie überfahren worden. * Rapperswil. Nächſten Samſtag den 7. Auguſt kommen die Pilger aus dem Rheintal-Vorarlberg in zwei Extra- zügen 11 und 12 Uhr mittags nach Rapperswil. Am Montag Mittag wieder zurück. St. Galliſches Kantonalſchützenfeſt in Lichtenſteig. Geſamt-Schießreſultate. I. Sektionswettſchießen. a) Lorbeerkränze: 1. Schützen-Geſ. „Glärniſch“, Glarus; 2. Feldſchützengeſellſchaft Grabs; 3. Feldſchützengeſ. „Freiberg“, Nitfurn; 4. Feldſchützengeſellſchaft Dicken; 5. Schütz.-Geſellſch. Mürtſchen-Kerenzen; 6. Feldſchützen Alt St. Johann; 7. Feldſchützen St. Gallen; Stadtſchützen Zürich (auß. Konkurrenz, weil 2 Schützen nicht erſchienen); 8. Feldſchützengeſellſch. Flawil; 9. Feldſchützengeſ. Winterthur; 10. Feldſchützengeſ. St. Fıden; 11. Feldſchützen Ebnat-Kappel; 12. Schützen- geſellſchaft Sevelen; 13. Feldſchützengeſ. Degersheim; 14. Feldſchützengeſ. Neßlau-Krummenau; 15. Feldſchützengeſ. Rorſchach; 16. Schützengeſ. Gais. b) Diplome: 17. Feldſchützengeſ. Buchs-Werdenberg; 18. Infant.-Schützen- geſellſch. „Säntis“, Appenzell; 19. Feldſchützengeſ. Tübach; 20. Feldſchützen- Geſ. Wattwil; 21. Feldſchützengeſ. Kirchberg; 22. Feldſchützengeſ. Ober- uzwil; 23. Feldſchützengeſ. Wittenbach; 24. Scharfſchützengeſ. Ebnat-Kappel; 25. Feldſchützengeſ. Berneck; 26. Schützengeſ. Dübendorf; 27. Schützengeſ. Wigoltingen; 28. Militärſchützenverein Wildhaus; 29. Feldſchützengeſ. Töß; 30. Feldſchützengeſ. Wülflingen; 31. Schützengeſ. Stein-Obertoggenburg; 32. Zimmerſchützengeſellſch. Bühler; 33. Feldſchützengeſ. Herisau; 34. Feld- ſchützengeſ. Rheineck; 35. Feldſchützengeſ. Oberhelfenswil; 36. Feldſchüßen- Geſ. Krummenau-Wintersberg; 37. Feldſchützengeſ. Muolen; 38. Militär- ſchützengeſellſch. Wattwil; 39. Militärſchützengeſellſchaft Bächle-Hemberg. Ohne Diplome: 40. Feldſchützengeſ. Mosnang; 41. Schützengeſellſch. „Uli Rotach“, Schwendi; 42. Feldſchützengeſ. Benken; 43. Militärſchützenverein Ebnat-Kappel; 44. Militärſchützenverein „Wilhelm Tell“, St. Peterzell; 45. Feldſchützengeſ. Wil; 46. Feldſchützengeſ. Räfis-Burgerau; 47. Feld- ſchützengeſ. Goldach; 48. Standſchützengeſellſchaft Urnäſch; 49. Militär- ſchützenverein Lachen-Vonwil; 50 Militärſchützenverein Hoffeld; 51. Militär- ſchützenverein Uznach; 52. Militärſchützenverein Lichtenſteig; 53. Militär- ſchützenverein Straubenzell; 54. Militärſchützenverein Hemberg-Dorf; 55. Feldſchützengeſ. Schänis; 56. Militärſchützenverein Tablat; 57. Feld- ſchützengeſ. Niederuzwil; 58. Militärſchützenverein St. Gallen; 59. Militär- ſchützenverein Mühlrüti; 60. Militärſchützenverein Blomberg; 61. Militär- ſchützenverein Krinau; 62. Schützengeſellſchaft St. Georgen; 63. Militär- ſchützenver. Brunnadern; 64. Militärſchützenver. Kaltbrunn; 65. Schützengeſ. Algentshauſen; 66. Grütliſchützenverein Niederuzwil; 67. Militärſchützenver. Schmidberg; 68. Militärſchützenverein Weeſen; 69. Militärſchützenverein Henau-Niederuzwil; 70. Miltärſchützenver. Krummbach; 71. Militärſchützen- verein Neckertal; 72. Militärſchützenverein Oberhelfenswil; 73. Militär- ſchützenverein Bütſchwil; 74. Militärſchützenverein Flawil; 75. Militär- ſchützenver. Wil; 76. Militärſchützenver. Häusleberg; 77. Militärſchützenver. Dietſchwil; 78. Militärſchützenverein Zuzwil. II. Beſte Kehrſerien. Meiſterſchützen mit Lorbeerkranz. 1. Kühne Alois, Metzger, Kaltbrunn 90 Nummern; 2. Staehelin A., Deſſinateur, St. Gallen (90); 3. Gähler Chriſt., Schreiner, Glarus (88); 4. Perret James, Chaux-de-Fonds (88); 5. Frei Rud., Fabrikant, Bubikon (84). III. Sektionsſtich. (Lorbeerkranz). 1. Looſer Joſ., Handlung, Dietfurt; 2. Fenner Rud., Bäcker, Zollikon; 3. Streif Peter, Fabr., Glarus; 4. Angehrn Alois, Amrisweil; 5. Enz Emil, Zeichner, St. Gallen je 30 Punkte. IV. Stich „Glück“. 1. Schubiger Hermann, Uznach 50/40 Punkte; 2. Blank G., Montreux (50/32); 3 Egli Joh., Gähwil (50/26); 4. Bannwart Theod., Bichelſee (50/26); 5. Vetſch Joh., Schreiner, Grabs (50/24). V. Stich „Kunſt“. 1. Troyon Charles, Lauſanne 214 Punkte; 2. Hoffmann-Landur, Seen (212); 3. Wagner Wilh., Lichtenſteig (209); 4. Thalmann I., Wietzikon, Sirnach (209); 5. Marti Joh., Frauen- feld (208). VI. Militärſtich. 1. Petont H., Ponts-Martel 223 Punkte; 2. Hofer G., St. Gallen (220); 3. Landolt E., Enge (214); 4.a. Roth Kaſpar, Buchs (210); b. Bercher Friedr., Winterthur (210); 5.a. Baum- gartner I., Zürich V (208); 5.b. Wegmann Alb., Thundorf (208). VI. Scheibe Toggenburg (I. Kategorie). 1. Tobler Alfred, Wolfhalden 416 Punkte; 2. Stäheli Konrad, St. Fiden (410); 3. Huguenin H., Ponts-Martel (408); 4. Kellenberger Emil, Walzenhauſen (406); 5. Boeſch Chriſtian, Bruggen (403). II. Kategorie (Schußnähe.) 1. Hu- guenin H., Ponts-Martel; 2. Troyon Charles, Lauſanne; 3. Hirzel Edwin, Meilen; 4.a. Egloff Jean, St. Gallen; 4.b. Stäheli Konrad, St. Fiden; 5. Burkhard E., St. Fiden je 50 Punkte. Kantone. Zürich. Bei der Quaibrücke ſtürzte ſich Dienstag ½8 Uhr ein 10jähriger Knabe aus Liebesgram (!) in ſelbſtmörderiſcher Ab- ſicht in den See. Einem in der Nähe mit Fiſchen beſchäftigten Manne gelang es, denſelben zu faſſen und in ſein Schiff zu ziehen. Nach längerer Anſtrengung der Sanität erholte ſich der Lebensmüde wieder. — Der katholiſche und ſozialdemokratiſche Abſtinenzverein, ſowie derjenige der Freitempler verlangen zuſammen von der Alkoholzentelkommiſſion 800 Fr. für das Jahr 1896 und be- halten ſich im Verweigerungsfalle weitere Maßnahmen vor Gleich- zeitig richten ſie an die Alkoholzentelkommiſſion das Geſuch, die Abſtinenzvereine anzuhalten, darüber Rechenſchaft abzulegen, wofür die Beträge, die aus dem Alkoholzentel verabfolgt werden, Ver- wendung finden. — Einer Lotterie-Kollekteurin am Predigerplatz in Zürich wurden in der Nacht vom 28. auf 29. Juli mittelſt gewaltſamen Erbrechens einer Kommode 800 Fr. Barſchaft geſtohlen. — Die „Bül. Ztg.“ meldet: Das arme Außerſihl, deſſen Exiſtenz bekanntlich zur Stadtverinigung Anlaß gab, ſtrebt die Erſtellung eines Volkstheaters mit 1500 Sitzplätzen im Voran- ſchlage von 930 000 Fr. an. Als ſtändige Konzertnummer für den Vergnügungspalaſt wird wahrſcheinlich die ſozialdemokratiſche Drehorgelmelodie vom Zürcher Proletarierkreis figurieren. — Mitten im prächtigen Rebberg öſtlich des Dorfes Höngg, oberhalb der „alten Trotte“ iſt letzter Tage auläßlich der amt- lichen Rebenunterſuchung ein kleiner Phyloxeraherd entdeckt worden. Bern. Das Reinvermögen des Kt. Berns beträgt 56 Millionen. Im Vorjahr hat dasſelbe um ¼ Million zugenommen. — Bern. Im Chemiegebäude an der Langgaſſe erfolgte am Samstag beim Aufräumen eine gewaltige Exploſion, welche ziemlichen Materialſchaden verurſachte, indes niemand verletzte. — Im Alter von 70 Jahren ſtarb Fürſprech Dr. Joh. Paul Lındt, ehemaliger Gerichtspräſident von Bern. Dürrenmatt widmet dem Hingeſchiedenen als einem treuen Freunde der Konſer- vativen, charakterfeſten Anwalt und praktiſchen Chriſten einen ehrenden Nachruf. Schwyz. Um der „Nachtbubenzüchterei“ ein Ende zu machen beſchloß der Handwerker- und Gewerbeverein Lachen, den Unter- richt für die Fortbildungsſchule auf die Tageszeit zu verlegen. — Am centralſchweizeriſchen Aelplerfeſte auf Rigiklöſterli beteiligten ſich über 100 Sennen und 30 Turner aus allen Kantonen. Im Schwingen errangen die Sennen einen faſt voll- ſtändigen Sieg über die Turner, die durch vorzügliche Kräfte vertreten waren.

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Benjamin Fiechter, Susanne Haaf: Bereitstellung der digitalen Textausgabe (Konvertierung in das DTA-Basisformat). (2018-01-26T13:38:42Z)
grepect GmbH: Bereitstellung der Texttranskription und Textauszeichnung. (2018-01-26T13:38:42Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.
Amelie Meister: Vorbereitung der Texttranskription und Textauszeichnung. (2018-01-26T13:38:42Z)

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Zitationshilfe: St. Galler Volksblatt. Nr. 62, Uznach, 04. 08. 1897, S. 2. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/nn_stgaller62_1897/2>, abgerufen am 17.07.2019.