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Der allerneuesten Europäischen Welt- und Staats-Geschichte II. Theil. Nr. LXXIII, 38. Woche, Erfurt (Thüringen), 14. September 1744.

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Franckreich und Spanien.

Jhro allerchristlichste Majestät sind nun völlig wieder genesen, und
haben den 25. Aug. nach gehaltener Andacht in der Kirche, die
Glückwünschungen von der Königl. Familie, dem Hofe und Par-
lament empfangen.

Die von Carthagena ausgelauffene Spanische Flotte hat eben
wie die Brester, einen ansehnlichen Transport vor die Flotte des
Admiral Mathews aufgepasset, als es ihr aber ohnmöglich gefallen,
ihren Zweck zu erreichen, hat sie vor das rathsamste gehalten, wie-
der zu Carthagena einzulauffen.

England.

Nach einer zu Londen eingelauffenen Nachricht, haben die Engli-
schen Kriegs-Schiffe und Armateurs an verschiedenen Orten
bis 60. Frantzösische Schiffe, innerhalb kurtzer Zeit, eingebracht.
Die Frantzosen und Spanier sitzen hingegen auch nicht müßig, son-
dern sind bedacht, sich des Schadens wieder zu erhohlen, und ha-
ben seit einiger Zeit sich bis 50. Englischer Schiffe bemächtiget.

Die Chalouppe, der Faret, hat 2. Spanische Schiffe, die
Jungfrau Maria, und Magdalena, zu Port-Mahon aufgebracht,
welche auf 12000. Pfund Sterling geschätzet werden. Desglei-
chen sind denen Kriegs-Schiffen, Deptfort und Hampshire, 3.
Spanische Fahrzeuge mit Provision und Munition beladen, am
Werth 50000. Pf. Sterling, in die Hände gefallen.

Bey solchen Umständen mehren sich die gefangenen Frantzo-
sen sehr, und zehlet man in Pleymouth derselben 2000. Jn denen
Duyns sind wiederum 3. Holländische Kriegs-Schiffe angelanget.

Weil die Vereinigung der Frantzösischen Flotte zu Toulon,
mit der Spanischen zu Carthagena, durch den Admiral Mathews
beständig gehindert wird, und die Spanische wohl suchen möchte,
sich mit der von Brest zu vereinigen: so soll der Admiral Balchen
dieses hauptsächlich mit zu verhindern trachten.

Ein Kriegs-Schiff von der Brester Flotte, hat einen Engli-
schen Caper von 50. Stücken weggenommen.

Niederlande.

Zu Ostende sind 4. Englische Schiffe mit Recrouten und Remon-
te
-Pferden vor diese Nation, unter Bedeckung zweyer Kriegs-

Franckreich und Spanien.

Jhro allerchristlichste Majestät sind nun völlig wieder genesen, und
haben den 25. Aug. nach gehaltener Andacht in der Kirche, die
Glückwünschungen von der Königl. Familie, dem Hofe und Par-
lament empfangen.

Die von Carthagena ausgelauffene Spanische Flotte hat eben
wie die Brester, einen ansehnlichen Transport vor die Flotte des
Admiral Mathews aufgepasset, als es ihr aber ohnmöglich gefallen,
ihren Zweck zu erreichen, hat sie vor das rathsamste gehalten, wie-
der zu Carthagena einzulauffen.

England.

Nach einer zu Londen eingelauffenen Nachricht, haben die Engli-
schen Kriegs-Schiffe und Armateurs an verschiedenen Orten
bis 60. Frantzösische Schiffe, innerhalb kurtzer Zeit, eingebracht.
Die Frantzosen und Spanier sitzen hingegen auch nicht müßig, son-
dern sind bedacht, sich des Schadens wieder zu erhohlen, und ha-
ben seit einiger Zeit sich bis 50. Englischer Schiffe bemächtiget.

Die Chalouppe, der Faret, hat 2. Spanische Schiffe, die
Jungfrau Maria, und Magdalena, zu Port-Mahon aufgebracht,
welche auf 12000. Pfund Sterling geschätzet werden. Desglei-
chen sind denen Kriegs-Schiffen, Deptfort und Hampshire, 3.
Spanische Fahrzeuge mit Proviſion und Munition beladen, am
Werth 50000. Pf. Sterling, in die Hände gefallen.

Bey solchen Umständen mehren sich die gefangenen Frantzo-
sen sehr, und zehlet man in Pleymouth derselben 2000. Jn denen
Duyns sind wiederum 3. Holländische Kriegs-Schiffe angelanget.

Weil die Vereinigung der Frantzösischen Flotte zu Toulon,
mit der Spanischen zu Carthagena, durch den Admiral Mathews
beständig gehindert wird, und die Spanische wohl suchen möchte,
sich mit der von Brest zu vereinigen: so soll der Admiral Balchen
dieses hauptsächlich mit zu verhindern trachten.

Ein Kriegs-Schiff von der Brester Flotte, hat einen Engli-
schen Caper von 50. Stücken weggenommen.

Niederlande.

Zu Ostende sind 4. Englische Schiffe mit Recrouten und Remon-
te
-Pferden vor diese Nation, unter Bedeckung zweyer Kriegs-

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[581/0005] Franckreich und Spanien. Jhro allerchristlichste Majestät sind nun völlig wieder genesen, und haben den 25. Aug. nach gehaltener Andacht in der Kirche, die Glückwünschungen von der Königl. Familie, dem Hofe und Par- lament empfangen. Die von Carthagena ausgelauffene Spanische Flotte hat eben wie die Brester, einen ansehnlichen Transport vor die Flotte des Admiral Mathews aufgepasset, als es ihr aber ohnmöglich gefallen, ihren Zweck zu erreichen, hat sie vor das rathsamste gehalten, wie- der zu Carthagena einzulauffen. England. Nach einer zu Londen eingelauffenen Nachricht, haben die Engli- schen Kriegs-Schiffe und Armateurs an verschiedenen Orten bis 60. Frantzösische Schiffe, innerhalb kurtzer Zeit, eingebracht. Die Frantzosen und Spanier sitzen hingegen auch nicht müßig, son- dern sind bedacht, sich des Schadens wieder zu erhohlen, und ha- ben seit einiger Zeit sich bis 50. Englischer Schiffe bemächtiget. Die Chalouppe, der Faret, hat 2. Spanische Schiffe, die Jungfrau Maria, und Magdalena, zu Port-Mahon aufgebracht, welche auf 12000. Pfund Sterling geschätzet werden. Desglei- chen sind denen Kriegs-Schiffen, Deptfort und Hampshire, 3. Spanische Fahrzeuge mit Proviſion und Munition beladen, am Werth 50000. Pf. Sterling, in die Hände gefallen. Bey solchen Umständen mehren sich die gefangenen Frantzo- sen sehr, und zehlet man in Pleymouth derselben 2000. Jn denen Duyns sind wiederum 3. Holländische Kriegs-Schiffe angelanget. Weil die Vereinigung der Frantzösischen Flotte zu Toulon, mit der Spanischen zu Carthagena, durch den Admiral Mathews beständig gehindert wird, und die Spanische wohl suchen möchte, sich mit der von Brest zu vereinigen: so soll der Admiral Balchen dieses hauptsächlich mit zu verhindern trachten. Ein Kriegs-Schiff von der Brester Flotte, hat einen Engli- schen Caper von 50. Stücken weggenommen. Niederlande. Zu Ostende sind 4. Englische Schiffe mit Recrouten und Remon- te-Pferden vor diese Nation, unter Bedeckung zweyer Kriegs-

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Zitationshilfe: Der allerneuesten Europäischen Welt- und Staats-Geschichte II. Theil. Nr. LXXIII, 38. Woche, Erfurt (Thüringen), 14. September 1744, S. 581. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/nn_weltgeschichte0273_1744/5>, abgerufen am 21.07.2019.