Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Obrecht, Georg: Fünff Vnderschiedliche Secreta Politica. Straßburg, 1617.

Bild:
<< vorherige Seite
Von etlichensonderen
Ordnungen.
TITULUS II.

DEr andere Weg/ so in vorgemeltem titulo n.1
3. angedeut worden/ ist/ Wann ein Regent
vnd Oberherr in seinem Land vnd Gebiet/
in gewissen Fähllen
Constitutiones macht/
den Vnderthanen vnd der Oberkeit zum besten/ vnd
in denselben dem
Fisco etwas zugeben verordnet.
Dann hiedurch desselben Nutz auch nicht wenig kan befördert
werden.

Als zum Exempel: Man sihet an vielen Orthen/ daß2
die jenige/ welche sich in die Ehe begeben/ gleich zu Anfang mit
Schencken/ mit vberflüssigen Kleydungen/ mit prächtigen/
weitläuffigen/ vnd etlich Tag werenden Hochzeitten/ einsolche
namhaffte Summ Geldts hindurch bringen vnd verschwenden/
daß sie hernach die gantze Zeit jhres Ehestandts gewohnlich das
poenitere vnd miserere singen müssen. Nuptiae enim hodie
plerunque per biduum, aut triduum, omnia ea consumunt:
quibus in posterum Oeconomia instituenda, & reifamiliari
opera danda fuit, ut in prologo Sagato D. Loannes Sturmius, vir cla-
rißimus & eloquentiß loquitur.

Wann nun ein Oberkeit hierin seine Vnderthanen nicht3
will sich vertieffen vnnd verderben lassen/ so ist rahtsam/ daß ein

Ordnung
L
Von etlichenſonderen
Ordnungen.
TITULUS II.

DEr andere Weg/ ſo in vorgemeltem titulo n.1
3. angedeut worden/ iſt/ Wann ein Regent
vnd Oberherꝛ in ſeinem Land vnd Gebiet/
in gewiſſen Faͤhllen
Conſtitutiones macht/
den Vnderthanen vnd der Oberkeit zum beſten/ vnd
in denſelben dem
Fiſco etwas zugeben verordnet.
Dann hiedurch deſſelben Nutz auch nicht wenig kan befoͤrdert
werden.

Als zum Exempel: Man ſihet an vielen Orthen/ daß2
die jenige/ welche ſich in die Ehe begeben/ gleich zu Anfang mit
Schencken/ mit vberfluͤſſigen Kleydungen/ mit praͤchtigen/
weitlaͤuffigen/ vnd etlich Tag werenden Hochzeitten/ einſolche
namhaffte Summ Geldts hindurch bringen vnd verſchwenden/
daß ſie hernach die gantze Zeit jhres Eheſtandts gewohnlich das
pœnitere vnd miſerere ſingen muͤſſen. Nuptiæ enim hodie
plerunque per biduum, aut triduum, omnia ea conſumunt:
quibus in poſterum Oeconomia inſtituenda, & reifamiliari
opera danda fuit, ut in prologo Sagato D. Loannes Sturmius, vir cla-
rißimus & eloquentiß loquitur.

Wann nun ein Oberkeit hierin ſeine Vnderthanen nicht3
will ſich vertieffen vnnd verderben laſſen/ ſo iſt rahtſam/ daß ein

Ordnung
L
<TEI xml:id="dtabf">
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <pb facs="#f0095" n="17"/>
          <div n="2">
            <head> <hi rendition="#b">Von etlichen&#x017F;onderen<lb/>
Ordnungen.</hi> </head><lb/>
            <head> <hi rendition="#aq"> <hi rendition="#g">TITULUS II.</hi> </hi> </head><lb/>
            <p><hi rendition="#in">D</hi>Er andere Weg/ &#x017F;o in vorgemeltem <hi rendition="#aq">titulo n.</hi><note place="right">1</note><lb/>
3. angedeut worden/ i&#x017F;t/ <hi rendition="#fr">Wann ein Regent<lb/>
vnd Oberher&#xA75B; in &#x017F;einem Land vnd Gebiet/<lb/>
in gewi&#x017F;&#x017F;en Fa&#x0364;hllen</hi> <hi rendition="#aq"><hi rendition="#i">Con&#x017F;titutiones</hi></hi> <hi rendition="#fr">macht/<lb/>
den Vnderthanen vnd der Oberkeit zum be&#x017F;ten/ vnd<lb/>
in den&#x017F;elben dem</hi> <hi rendition="#aq"><hi rendition="#i">Fi&#x017F;co</hi></hi> <hi rendition="#fr">etwas zugeben verordnet.</hi><lb/>
Dann hiedurch de&#x017F;&#x017F;elben Nutz auch nicht wenig kan befo&#x0364;rdert<lb/>
werden.</p><lb/>
            <p><hi rendition="#fr">Als zum Exempel:</hi> Man &#x017F;ihet an vielen Orthen/ daß<note place="right">2</note><lb/>
die jenige/ welche &#x017F;ich in die Ehe begeben/ gleich zu Anfang mit<lb/>
Schencken/ mit vberflu&#x0364;&#x017F;&#x017F;igen Kleydungen/ mit pra&#x0364;chtigen/<lb/>
weitla&#x0364;uffigen/ vnd etlich Tag werenden Hochzeitten/ ein&#x017F;olche<lb/>
namhaffte Summ Geldts hindurch bringen vnd ver&#x017F;chwenden/<lb/>
daß &#x017F;ie hernach die gantze Zeit jhres Ehe&#x017F;tandts gewohnlich das<lb/><hi rendition="#aq">p&#x0153;nitere</hi> vnd <hi rendition="#aq">mi&#x017F;erere</hi> &#x017F;ingen mu&#x0364;&#x017F;&#x017F;en. <hi rendition="#aq"><hi rendition="#i">Nuptiæ enim hodie<lb/>
plerunque per biduum, aut triduum, omnia ea con&#x017F;umunt:<lb/>
quibus in po&#x017F;terum Oeconomia in&#x017F;tituenda, &amp; reifamiliari<lb/>
opera danda fuit, ut in prologo Sagato D. Loannes Sturmius, vir cla-<lb/>
rißimus &amp; eloquentiß loquitur.</hi></hi></p><lb/>
            <p>Wann nun ein <hi rendition="#fr">Oberkeit</hi> hierin &#x017F;eine Vnderthanen nicht<note place="right">3</note><lb/>
will &#x017F;ich vertieffen vnnd verderben la&#x017F;&#x017F;en/ &#x017F;o i&#x017F;t raht&#x017F;am/ daß ein<lb/>
<fw place="bottom" type="sig">L</fw><fw place="bottom" type="catch">Ordnung</fw><lb/></p>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[17/0095] Von etlichenſonderen Ordnungen. TITULUS II. DEr andere Weg/ ſo in vorgemeltem titulo n. 3. angedeut worden/ iſt/ Wann ein Regent vnd Oberherꝛ in ſeinem Land vnd Gebiet/ in gewiſſen Faͤhllen Conſtitutiones macht/ den Vnderthanen vnd der Oberkeit zum beſten/ vnd in denſelben dem Fiſco etwas zugeben verordnet. Dann hiedurch deſſelben Nutz auch nicht wenig kan befoͤrdert werden. 1 Als zum Exempel: Man ſihet an vielen Orthen/ daß die jenige/ welche ſich in die Ehe begeben/ gleich zu Anfang mit Schencken/ mit vberfluͤſſigen Kleydungen/ mit praͤchtigen/ weitlaͤuffigen/ vnd etlich Tag werenden Hochzeitten/ einſolche namhaffte Summ Geldts hindurch bringen vnd verſchwenden/ daß ſie hernach die gantze Zeit jhres Eheſtandts gewohnlich das pœnitere vnd miſerere ſingen muͤſſen. Nuptiæ enim hodie plerunque per biduum, aut triduum, omnia ea conſumunt: quibus in poſterum Oeconomia inſtituenda, & reifamiliari opera danda fuit, ut in prologo Sagato D. Loannes Sturmius, vir cla- rißimus & eloquentiß loquitur. 2 Wann nun ein Oberkeit hierin ſeine Vnderthanen nicht will ſich vertieffen vnnd verderben laſſen/ ſo iſt rahtſam/ daß ein Ordnung 3 L

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/obrecht_secreta_1617
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/obrecht_secreta_1617/95
Zitationshilfe: Obrecht, Georg: Fünff Vnderschiedliche Secreta Politica. Straßburg, 1617, S. 17. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/obrecht_secreta_1617/95>, abgerufen am 21.04.2019.