Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Ohm, Georg Simon: Die galvanische Kette. Berlin, 1827.

Bild:
<< vorherige Seite
B) Elektroskopische Erscheinungen.

15) In unsern vorangegangenen allgemeinen
Bestimmungen haben wir stets prismatische
Körper vor Augen gehabt, deren Achse, auf wel-
cher die Abscissen genommen worden sind, eine
gerade Linie bildete. Es bleiben aber alle dorti-
gen Betrachtungen noch ganz dieselben, wenn
man sich den Leiter irgend wie stetig gekrümmt
vorstellt und die Abscissen immer noch auf der
nun gebogenen Achse des Leiters nimmt. Durch
diese Bemerkung erhalten obige Formeln erst
ihre volle Anwendbarkeit, weil galvanische Ketten
ihrer Natur nach nur selten in gerader Linie
ausgestreckt sein können. Dieses vorausgeschickt
gehen wir nun gleich zu dem einfachsten Falle
über, wo der prismatische Leiter seiner ganzen
Länge nach aus derselben Materie gebildet und in
sich selbst zurück gebogen ist und denken uns da,
wo seine beiden Enden sich einander berühren,
den Sitz der elektrischen Spannung. Obgleich
diesem gedachten Falle kein ähnlicher in der Na-
tur entspricht, so wird er uns demungeachtet bei

B) Elektroskopische Erscheinungen.

15) In unsern vorangegangenen allgemeinen
Bestimmungen haben wir stets prismatische
Körper vor Augen gehabt, deren Achse, auf wel-
cher die Abscissen genommen worden sind, eine
gerade Linie bildete. Es bleiben aber alle dorti-
gen Betrachtungen noch ganz dieselben, wenn
man sich den Leiter irgend wie stetig gekrümmt
vorstellt und die Abscissen immer noch auf der
nun gebogenen Achse des Leiters nimmt. Durch
diese Bemerkung erhalten obige Formeln erst
ihre volle Anwendbarkeit, weil galvanische Ketten
ihrer Natur nach nur selten in gerader Linie
ausgestreckt sein können. Dieses vorausgeschickt
gehen wir nun gleich zu dem einfachsten Falle
über, wo der prismatische Leiter seiner ganzen
Länge nach aus derselben Materie gebildet und in
sich selbst zurück gebogen ist und denken uns da,
wo seine beiden Enden sich einander berühren,
den Sitz der elektrischen Spannung. Obgleich
diesem gedachten Falle kein ähnlicher in der Na-
tur entspricht, so wird er uns demungeachtet bei

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <pb facs="#f0140" n="130"/>
        <div n="2">
          <head>B) <hi rendition="#i">Elektroskopische Erscheinungen.</hi></head><lb/>
          <p>15) In unsern vorangegangenen allgemeinen<lb/>
Bestimmungen haben wir stets prismatische<lb/>
Körper vor Augen gehabt, deren Achse, auf wel-<lb/>
cher die Abscissen genommen worden sind, eine<lb/>
gerade Linie bildete. Es bleiben aber alle dorti-<lb/>
gen Betrachtungen noch ganz dieselben, wenn<lb/>
man sich den Leiter irgend wie stetig gekrümmt<lb/>
vorstellt und die Abscissen immer noch auf der<lb/>
nun gebogenen Achse des Leiters nimmt. Durch<lb/>
diese Bemerkung erhalten obige Formeln erst<lb/>
ihre volle Anwendbarkeit, weil galvanische Ketten<lb/>
ihrer Natur nach nur selten in gerader Linie<lb/>
ausgestreckt sein können. Dieses vorausgeschickt<lb/>
gehen wir nun gleich zu dem einfachsten Falle<lb/>
über, wo der prismatische Leiter seiner ganzen<lb/>
Länge nach aus derselben Materie gebildet und in<lb/>
sich selbst zurück gebogen ist und denken uns da,<lb/>
wo seine beiden Enden sich einander berühren,<lb/>
den Sitz der elektrischen Spannung. Obgleich<lb/>
diesem gedachten Falle kein ähnlicher in der Na-<lb/>
tur entspricht, so wird er uns demungeachtet bei<lb/></p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[130/0140] B) Elektroskopische Erscheinungen. 15) In unsern vorangegangenen allgemeinen Bestimmungen haben wir stets prismatische Körper vor Augen gehabt, deren Achse, auf wel- cher die Abscissen genommen worden sind, eine gerade Linie bildete. Es bleiben aber alle dorti- gen Betrachtungen noch ganz dieselben, wenn man sich den Leiter irgend wie stetig gekrümmt vorstellt und die Abscissen immer noch auf der nun gebogenen Achse des Leiters nimmt. Durch diese Bemerkung erhalten obige Formeln erst ihre volle Anwendbarkeit, weil galvanische Ketten ihrer Natur nach nur selten in gerader Linie ausgestreckt sein können. Dieses vorausgeschickt gehen wir nun gleich zu dem einfachsten Falle über, wo der prismatische Leiter seiner ganzen Länge nach aus derselben Materie gebildet und in sich selbst zurück gebogen ist und denken uns da, wo seine beiden Enden sich einander berühren, den Sitz der elektrischen Spannung. Obgleich diesem gedachten Falle kein ähnlicher in der Na- tur entspricht, so wird er uns demungeachtet bei

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/ohm_galvanische_1827
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/ohm_galvanische_1827/140
Zitationshilfe: Ohm, Georg Simon: Die galvanische Kette. Berlin, 1827, S. 130. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/ohm_galvanische_1827/140>, abgerufen am 22.04.2019.