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Pasch, Johann Georg: Florilegium Fortificatorium Tripartitum Oder Anweisung zu der ietzigen Zeit üblichen Krieges-Bau-Kunst. Halle (Saale), 1662.

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oder Kriegs- Bau- Kunst.
7. Alte Bollwercke so forne stumpff und platt/ kan man an den Seiten ab-
schneiden/ oder auch forn eine Spitze anstossen.
8. Wenn hohe Oerter verhanden/ muß man dieselben allewege erst befesti-
gen/ die Thäle/ weil sie an sich selber starck/ sonderlich wenn sie zwischen zweyen
hohen Bergen/ kan man nur mit Zangen-Wercken versehen.
9. Vorstädte sein bey Vestungen nichts nütze/ da man sie aber nicht entra-
then kan/ muß man dieselbe mit einschliessen/ oder auffs wenigste mit einem Tren-
chement
und Reduiten umbgeben; Welches D. Rhymmelius besser hält/ als
daß man sie also fort bey annahenden Feinde abtrenne/ denn für diesen mannich-
mahl der Feind etwas stutzen muß/ und kan man wenn es nöthig zu dem abbren-
nen allzeit gelangen.

Von den Irregular-Feldschantzen/ als ungleichseitigen Trianguln/ Trape-
ziis,
und dergleichen figuren, weil sie doch ohne das selten fürfallen/ ist nichts
weiters zuerinnern/ denn daß man sie aus dem großen Royal/ wie sonst die Re-
gulier-Feldschantzen/ proportionire, und denn wie Irregulir fortificire.

CAPUT VI.
Von der Orthographia, Profilen, oder Standzeichen.

Wenn man nach voriger Anweisung ein Werck/ es sey Regular oder Irregu-
lar,
dem einfachen Grundrisse nach verzeichnet/ muß man ihm die gebührliche
Dickel und Höhe des Walles/ Tieffe und Breite des Grabens/ und was sonst

hier-
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oder Kriegs- Bau- Kunſt.
7. Alte Bollwercke ſo forne ſtumpff und platt/ kan man an den Seiten ab-
ſchneiden/ oder auch forn eine Spitze anſtoſſen.
8. Wenn hohe Oerter verhanden/ muß man dieſelben allewege erſt befeſti-
gen/ die Thaͤle/ weil ſie an ſich ſelber ſtarck/ ſonderlich wenn ſie zwiſchen zweyen
hohen Bergen/ kan man nur mit Zangen-Wercken verſehen.
9. Vorſtaͤdte ſein bey Veſtungen nichts nuͤtze/ da man ſie aber nicht entra-
thē kan/ muß man dieſelbe mit einſchlieſſen/ oder auffs wenigſte mit einem Tren-
chement
und Reduiten umbgeben; Welches D. Rhymmelius beſſer haͤlt/ als
daß man ſie alſo fort bey annahenden Feinde abtrenne/ denn fuͤr dieſen mannich-
mahl der Feind etwas ſtutzen muß/ und kan man wenn es noͤthig zu dem abbren-
nen allzeit gelangen.

Von den Irregular-Feldſchantzen/ als ungleichſeitigen Trianguln/ Trape-
ziis,
und dergleichen figuren, weil ſie doch ohne das ſelten fuͤrfallen/ iſt nichts
weiters zuerinnern/ denn daß man ſie aus dem großen Royal/ wie ſonſt die Re-
gulier-Feldſchantzen/ proportionire, und denn wie Irregulir fortificire.

CAPUT VI.
Von der Orthographia, Profilen, oder Standzeichen.

Wenn man nach voriger Anweiſung ein Werck/ es ſey Regular oder Irregu-
lar,
dem einfachen Grundriſſe nach verzeichnet/ muß man ihm die gebuͤhrliche
Dickel und Hoͤhe des Walles/ Tieffe und Breite des Grabens/ und was ſonſt

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[183/0195] oder Kriegs- Bau- Kunſt. 7. Alte Bollwercke ſo forne ſtumpff und platt/ kan man an den Seiten ab- ſchneiden/ oder auch forn eine Spitze anſtoſſen. 8. Wenn hohe Oerter verhanden/ muß man dieſelben allewege erſt befeſti- gen/ die Thaͤle/ weil ſie an ſich ſelber ſtarck/ ſonderlich wenn ſie zwiſchen zweyen hohen Bergen/ kan man nur mit Zangen-Wercken verſehen. 9. Vorſtaͤdte ſein bey Veſtungen nichts nuͤtze/ da man ſie aber nicht entra- thē kan/ muß man dieſelbe mit einſchlieſſen/ oder auffs wenigſte mit einem Tren- chement und Reduiten umbgeben; Welches D. Rhymmelius beſſer haͤlt/ als daß man ſie alſo fort bey annahenden Feinde abtrenne/ denn fuͤr dieſen mannich- mahl der Feind etwas ſtutzen muß/ und kan man wenn es noͤthig zu dem abbren- nen allzeit gelangen. Von den Irregular-Feldſchantzen/ als ungleichſeitigen Trianguln/ Trape- ziis, und dergleichen figuren, weil ſie doch ohne das ſelten fuͤrfallen/ iſt nichts weiters zuerinnern/ denn daß man ſie aus dem großen Royal/ wie ſonſt die Re- gulier-Feldſchantzen/ proportionire, und denn wie Irregulir fortificire. CAPUT VI. Von der Orthographia, Profilen, oder Standzeichen. Wenn man nach voriger Anweiſung ein Werck/ es ſey Regular oder Irregu- lar, dem einfachen Grundriſſe nach verzeichnet/ muß man ihm die gebuͤhrliche Dickel und Hoͤhe des Walles/ Tieffe und Breite des Grabens/ und was ſonſt hier- A a ij

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Zitationshilfe: Pasch, Johann Georg: Florilegium Fortificatorium Tripartitum Oder Anweisung zu der ietzigen Zeit üblichen Krieges-Bau-Kunst. Halle (Saale), 1662, S. 183. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/pascha_kriegsbaukunst_1662/195>, abgerufen am 06.08.2020.