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Pütter, Johann Stephan: Historische Entwickelung der heutigen Staatsverfassung des Teutschen Reichs. Bd. 1: Bis 1558. Göttingen, 1786.

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4) Aufklärung, America etc.


IV.
Andere Merkwürdigkeiten der Regierung Max
des I.


I. Unvollkommenheit, worin die Studien auf Universi-
täten noch waren; besonders für das juristische Fach. -- II.
Schwierigkeit, die Laien zum Studieren, und den Adel zu
besseren Sitten zu bringen. -- III. Vermehrter Geldumlauf,
und dessen Wirkung. -- IV. Veränderungen im Kriegswe-
sen. -- V. VI. Verunglückte Kriege Max des I. gegen die
Schweizer, und in der Lige von Cambray. -- VII. Ein-
führung des Titels: erwehlter Römischer Kaiser, ohne zu
Rom gekrönt zu seyn. -- VIII. Zweyerley glückliche Wech-
selheirathen, die dem Hause Oesterreich die Thronfolge in
Spanien und Ungarn und Böhmen zuwege bringen.



Was ich von der mit Errichtung des Cammer-I.
gerichts überhand genommenen unrichtigen
Anwendung des Römischen Rechts und der damit
verbundenen gänzlichen Zurücksetzung unserer ein-
heimisch vaterländischen Rechte gesagt habe, war
beides unstreitig eine Folge des damaligen Zustan-
des der Gelehrsamkeit
. Denn so sehr sich auch
schon die Anzahl Teutscher Universitäten vermehret
hatte (y), so war doch für die, welche sich den

Rech-
(y) Mit Inbegriff der beiden neuesten Univer-
sitäten zu Wittenberg und Frankfurt an der Oder
konnte man damals schon 13. Teutsche Universitä-
ten zehlen. S. oben S. 278. Anm. c. Wie ein
sonderbarer Streit über die venerische Krankheit
zu Stiftung gedachter beiden neuen Universitäten
den ersten Anlaß gegeben, und wie die zu Witten-
berg 1502. nach dem Muster der Tübingischen, so
wie diese nach der Bononischen, die zu Frankfurt
hingegen 1506. nach der Leipziger und also nach
der
4) Aufklaͤrung, America ꝛc.


IV.
Andere Merkwuͤrdigkeiten der Regierung Max
des I.


I. Unvollkommenheit, worin die Studien auf Univerſi-
taͤten noch waren; beſonders fuͤr das juriſtiſche Fach. — II.
Schwierigkeit, die Laien zum Studieren, und den Adel zu
beſſeren Sitten zu bringen. — III. Vermehrter Geldumlauf,
und deſſen Wirkung. — IV. Veraͤnderungen im Kriegswe-
ſen. — V. VI. Verungluͤckte Kriege Max des I. gegen die
Schweizer, und in der Lige von Cambray. — VII. Ein-
fuͤhrung des Titels: erwehlter Roͤmiſcher Kaiſer, ohne zu
Rom gekroͤnt zu ſeyn. — VIII. Zweyerley gluͤckliche Wech-
ſelheirathen, die dem Hauſe Oeſterreich die Thronfolge in
Spanien und Ungarn und Boͤhmen zuwege bringen.



Was ich von der mit Errichtung des Cammer-I.
gerichts uͤberhand genommenen unrichtigen
Anwendung des Roͤmiſchen Rechts und der damit
verbundenen gaͤnzlichen Zuruͤckſetzung unſerer ein-
heimiſch vaterlaͤndiſchen Rechte geſagt habe, war
beides unſtreitig eine Folge des damaligen Zuſtan-
des der Gelehrſamkeit
. Denn ſo ſehr ſich auch
ſchon die Anzahl Teutſcher Univerſitaͤten vermehret
hatte (y), ſo war doch fuͤr die, welche ſich den

Rech-
(y) Mit Inbegriff der beiden neueſten Univer-
ſitaͤten zu Wittenberg und Frankfurt an der Oder
konnte man damals ſchon 13. Teutſche Univerſitaͤ-
ten zehlen. S. oben S. 278. Anm. c. Wie ein
ſonderbarer Streit uͤber die veneriſche Krankheit
zu Stiftung gedachter beiden neuen Univerſitaͤten
den erſten Anlaß gegeben, und wie die zu Witten-
berg 1502. nach dem Muſter der Tuͤbingiſchen, ſo
wie dieſe nach der Bononiſchen, die zu Frankfurt
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[333/0367] 4) Aufklaͤrung, America ꝛc. IV. Andere Merkwuͤrdigkeiten der Regierung Max des I. I. Unvollkommenheit, worin die Studien auf Univerſi- taͤten noch waren; beſonders fuͤr das juriſtiſche Fach. — II. Schwierigkeit, die Laien zum Studieren, und den Adel zu beſſeren Sitten zu bringen. — III. Vermehrter Geldumlauf, und deſſen Wirkung. — IV. Veraͤnderungen im Kriegswe- ſen. — V. VI. Verungluͤckte Kriege Max des I. gegen die Schweizer, und in der Lige von Cambray. — VII. Ein- fuͤhrung des Titels: erwehlter Roͤmiſcher Kaiſer, ohne zu Rom gekroͤnt zu ſeyn. — VIII. Zweyerley gluͤckliche Wech- ſelheirathen, die dem Hauſe Oeſterreich die Thronfolge in Spanien und Ungarn und Boͤhmen zuwege bringen. Was ich von der mit Errichtung des Cammer- gerichts uͤberhand genommenen unrichtigen Anwendung des Roͤmiſchen Rechts und der damit verbundenen gaͤnzlichen Zuruͤckſetzung unſerer ein- heimiſch vaterlaͤndiſchen Rechte geſagt habe, war beides unſtreitig eine Folge des damaligen Zuſtan- des der Gelehrſamkeit. Denn ſo ſehr ſich auch ſchon die Anzahl Teutſcher Univerſitaͤten vermehret hatte (y), ſo war doch fuͤr die, welche ſich den Rech- I. (y) Mit Inbegriff der beiden neueſten Univer- ſitaͤten zu Wittenberg und Frankfurt an der Oder konnte man damals ſchon 13. Teutſche Univerſitaͤ- ten zehlen. S. oben S. 278. Anm. c. Wie ein ſonderbarer Streit uͤber die veneriſche Krankheit zu Stiftung gedachter beiden neuen Univerſitaͤten den erſten Anlaß gegeben, und wie die zu Witten- berg 1502. nach dem Muſter der Tuͤbingiſchen, ſo wie dieſe nach der Bononiſchen, die zu Frankfurt hingegen 1506. nach der Leipziger und alſo nach der

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Zitationshilfe: Pütter, Johann Stephan: Historische Entwickelung der heutigen Staatsverfassung des Teutschen Reichs. Bd. 1: Bis 1558. Göttingen, 1786, S. 333. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/puetter_staatsverfassung01_1786/367>, abgerufen am 19.10.2019.