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Pütter, Johann Stephan: Historische Entwickelung der heutigen Staatsverfassung des Teutschen Reichs. Bd. 3: Von 1740 bis 1786. Göttingen, 1787.

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4) Carls d. VII. Regierung 1742-1745.
lich bey einer jeden Gelegenheit, da das geschehen
ist, nachholen laßen.



IV.
Merkwürdigkeiten der Regierung Kaiser Carls
des VII. 1742. Jan. 24. -- 1745. Jan. 20.


I. So kurz diese Regierung war, so fruchtbar war sie
doch an wichtigen Begebenheiten. -- II. III. Insonderheit
bekam die Preussische Macht einen beträchtlichen Zuwachs
an Schlesien -- und Ostfriesland; -- IV. Dem Hause
Sachsen-Weimar fiel Eisenach zu, -- V. und dem Hause
Nassau-Oranien Siegen, -- wiewohl auf letzteres noch
ein Prätendent Anspruch machte. -- VI. Das Haus Hol-
stein-Gottorp bekam nahe Aussichten zur Thronfolge in
Schweden und Rußland. -- VII. Das Haus Hessencassel
erhielt einen günstigen Reichsschluß zu Befestigung seines
Besitzes in der Grafschaft Hanau, -- wie auch ein unbe-
schränktes Appellations-Privilegium. -- VIII. Durch kai-
serliche Standeserhöhungen wurden verschiedene neue Für-
sten gemacht. -- IX. Manche Veränderungen, die sonst
noch in der Reichsverfassung zu erwarten gewesen seyn möch-
ten, unterbrach noch der Tod des Kaisers.



Die kaiserliche Regierung Carls des VII. währ-I.
te kaum drey Jahre; war aber doch voll
merkwürdiger Begebenheiten, die selbst auf die
Verfassung des Teutschen Reichs im Ganzen nicht
geringen Einfluß hatten.

Das Schicksal der pragmatischen SanctionII.
ward zwar noch nicht ganz entschieden. Doch
schien das Glück der Waffen der Hoffnung, die
sich das Haus Baiern von der Unterstützung so

zahl-

4) Carls d. VII. Regierung 1742-1745.
lich bey einer jeden Gelegenheit, da das geſchehen
iſt, nachholen laßen.



IV.
Merkwuͤrdigkeiten der Regierung Kaiſer Carls
des VII. 1742. Jan. 24. — 1745. Jan. 20.


I. So kurz dieſe Regierung war, ſo fruchtbar war ſie
doch an wichtigen Begebenheiten. — II. III. Inſonderheit
bekam die Preuſſiſche Macht einen betraͤchtlichen Zuwachs
an Schleſien — und Oſtfriesland; — IV. Dem Hauſe
Sachſen-Weimar fiel Eiſenach zu, — V. und dem Hauſe
Naſſau-Oranien Siegen, — wiewohl auf letzteres noch
ein Praͤtendent Anſpruch machte. — VI. Das Haus Hol-
ſtein-Gottorp bekam nahe Ausſichten zur Thronfolge in
Schweden und Rußland. — VII. Das Haus Heſſencaſſel
erhielt einen guͤnſtigen Reichsſchluß zu Befeſtigung ſeines
Beſitzes in der Grafſchaft Hanau, — wie auch ein unbe-
ſchraͤnktes Appellations-Privilegium. — VIII. Durch kai-
ſerliche Standeserhoͤhungen wurden verſchiedene neue Fuͤr-
ſten gemacht. — IX. Manche Veraͤnderungen, die ſonſt
noch in der Reichsverfaſſung zu erwarten geweſen ſeyn moͤch-
ten, unterbrach noch der Tod des Kaiſers.



Die kaiſerliche Regierung Carls des VII. waͤhr-I.
te kaum drey Jahre; war aber doch voll
merkwuͤrdiger Begebenheiten, die ſelbſt auf die
Verfaſſung des Teutſchen Reichs im Ganzen nicht
geringen Einfluß hatten.

Das Schickſal der pragmatiſchen SanctionII.
ward zwar noch nicht ganz entſchieden. Doch
ſchien das Gluͤck der Waffen der Hoffnung, die
ſich das Haus Baiern von der Unterſtuͤtzung ſo

zahl-
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[31/0065] 4) Carls d. VII. Regierung 1742-1745. lich bey einer jeden Gelegenheit, da das geſchehen iſt, nachholen laßen. IV. Merkwuͤrdigkeiten der Regierung Kaiſer Carls des VII. 1742. Jan. 24. — 1745. Jan. 20. I. So kurz dieſe Regierung war, ſo fruchtbar war ſie doch an wichtigen Begebenheiten. — II. III. Inſonderheit bekam die Preuſſiſche Macht einen betraͤchtlichen Zuwachs an Schleſien — und Oſtfriesland; — IV. Dem Hauſe Sachſen-Weimar fiel Eiſenach zu, — V. und dem Hauſe Naſſau-Oranien Siegen, — wiewohl auf letzteres noch ein Praͤtendent Anſpruch machte. — VI. Das Haus Hol- ſtein-Gottorp bekam nahe Ausſichten zur Thronfolge in Schweden und Rußland. — VII. Das Haus Heſſencaſſel erhielt einen guͤnſtigen Reichsſchluß zu Befeſtigung ſeines Beſitzes in der Grafſchaft Hanau, — wie auch ein unbe- ſchraͤnktes Appellations-Privilegium. — VIII. Durch kai- ſerliche Standeserhoͤhungen wurden verſchiedene neue Fuͤr- ſten gemacht. — IX. Manche Veraͤnderungen, die ſonſt noch in der Reichsverfaſſung zu erwarten geweſen ſeyn moͤch- ten, unterbrach noch der Tod des Kaiſers. Die kaiſerliche Regierung Carls des VII. waͤhr- te kaum drey Jahre; war aber doch voll merkwuͤrdiger Begebenheiten, die ſelbſt auf die Verfaſſung des Teutſchen Reichs im Ganzen nicht geringen Einfluß hatten. I. Das Schickſal der pragmatiſchen Sanction ward zwar noch nicht ganz entſchieden. Doch ſchien das Gluͤck der Waffen der Hoffnung, die ſich das Haus Baiern von der Unterſtuͤtzung ſo zahl- II.

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Zitationshilfe: Pütter, Johann Stephan: Historische Entwickelung der heutigen Staatsverfassung des Teutschen Reichs. Bd. 3: Von 1740 bis 1786. Göttingen, 1787, S. 31. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/puetter_staatsverfassung03_1787/65>, abgerufen am 19.05.2019.