Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Pufendorf, Samuel von: Einleitung zu der Historie der Vornehmsten Reiche und Staaten. Frankfurt (Main), 1682.

Bild:
<< vorherige Seite

von Spanien.
nen Anfall zu befahren/ nachden der Mau-
rische sauerteig gantz außgefeget ist. Die
Raubereyen aber/ so auß dem Barbari-
schen Hafen geschehen/ schaden nicht so
viel Spanien/ als andern Nationen/ die
auf Spanien/ Jtalien/ oder Türckey han-
deln/ weil die Spanier nit gewohnet sind
ihre Wahren selbst durch Europa zu ver-
führen/ sondern andere holen sie bey ihnenTürckey.
ab. Der Türcke scheinet zwar Sicilien und
Sardinien/ wie auch dem Königreich Na-
poli sehr nahe zu seyn. Jedoch ist er deß-
wegen den Spaniern nicht sonderlich for-
midabel,
weil nicht allein die See darzwi-
schen ist/ über welche man eine grosse Ar-
mee beschwerlich kan überbringen/ und
ans Land setzen: sondern auch weil der
feindlichen Armee/ im Fall sie gleich posto
gefasset hätte/ die Zufuhr zu Wasser leicht
könte abgeschnitten werden. Zumahl
auff solchen Fall alle Staaten von Jta-
lien sich mit Spanien zusammen setzen
musten/ diesen grausamen Feind weit von
ihren Gräntzen zu halten. Welche wenn
sie ihre Flotten zusammen thun der Tür-
ckischen Seemacht überlegen sind. FürJtaliäni-
sche Sta-
ten.

den Staaten in Jtalien hat sich Spa-
nien wenig zu befahren/ weilen dieses
für eine Regel hält den Frieden in J-
talien zu erhalten/ damit Franckreich

nicht

von Spanien.
nen Anfall zu befahren/ nachdẽ der Mau-
riſche ſauerteig gantz außgefeget iſt. Die
Raubereyen aber/ ſo auß dem Barbari-
ſchen Hafen geſchehen/ ſchaden nicht ſo
viel Spanien/ als andern Nationen/ die
auf Spanien/ Jtalien/ odeꝛ Tuͤrckey han-
deln/ weil die Spanier nit gewohnet ſind
ihre Wahren ſelbſt durch Europa zu ver-
fuͤhren/ ſondern andeꝛe holen ſie bey ihnenTuͤrckey.
ab. Der Tuͤrcke ſcheinet zwar Sicilien uñ
Sardinien/ wie auch dem Koͤnigreich Na-
poli ſehr nahe zu ſeyn. Jedoch iſt er deß-
wegen den Spanieꝛn nicht ſonderlich for-
midabel,
weil nicht allein die See darzwi-
ſchen iſt/ uͤber welche man eine groſſe Ar-
mee beſchwerlich kan uͤberbringen/ und
ans Land ſetzen: ſondern auch weil der
feindlichen Armee/ im Fall ſie gleich poſto
gefaſſet haͤtte/ die Zufuhꝛ zu Waſſer leicht
koͤnte abgeſchnitten werden. Zumahl
auff ſolchen Fall alle Staaten von Jta-
lien ſich mit Spanien zuſammen ſetzen
muſten/ dieſen grauſamen Feind weit von
ihren Graͤntzen zu halten. Welche wenn
ſie ihre Flotten zuſammen thun der Tuͤr-
ckiſchen Seemacht uͤberlegen ſind. FuͤrJtaliaͤni-
ſche Sta-
ten.

den Staaten in Jtalien hat ſich Spa-
nien wenig zu befahren/ weilen dieſes
fuͤr eine Regel haͤlt den Frieden in J-
talien zu erhalten/ damit Franckreich

nicht
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <p><pb facs="#f0173" n="143"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#b">von Spanien.</hi></fw><lb/>
nen Anfall zu befahren/ nachde&#x0303; der Mau-<lb/>
ri&#x017F;che &#x017F;auerteig gantz außgefeget i&#x017F;t. Die<lb/>
Raubereyen aber/ &#x017F;o auß dem Barbari-<lb/>
&#x017F;chen Hafen ge&#x017F;chehen/ &#x017F;chaden nicht &#x017F;o<lb/>
viel Spanien/ als andern Nationen/ die<lb/>
auf Spanien/ Jtalien/ ode&#xA75B; Tu&#x0364;rckey han-<lb/>
deln/ weil die Spanier nit gewohnet &#x017F;ind<lb/>
ihre Wahren &#x017F;elb&#x017F;t durch Europa zu ver-<lb/>
fu&#x0364;hren/ &#x017F;ondern ande&#xA75B;e holen &#x017F;ie bey ihnen<note place="right">Tu&#x0364;rckey.</note><lb/>
ab. Der Tu&#x0364;rcke &#x017F;cheinet zwar Sicilien un&#x0303;<lb/>
Sardinien/ wie auch dem Ko&#x0364;nigreich Na-<lb/>
poli &#x017F;ehr nahe zu &#x017F;eyn. Jedoch i&#x017F;t er deß-<lb/>
wegen den Spanie&#xA75B;n nicht &#x017F;onderlich <hi rendition="#aq">for-<lb/>
midabel,</hi> weil nicht allein die See darzwi-<lb/>
&#x017F;chen i&#x017F;t/ u&#x0364;ber welche man eine gro&#x017F;&#x017F;e Ar-<lb/>
mee be&#x017F;chwerlich kan u&#x0364;berbringen/ und<lb/>
ans Land &#x017F;etzen: &#x017F;ondern auch weil der<lb/>
feindlichen Armee/ im Fall &#x017F;ie gleich po&#x017F;to<lb/>
gefa&#x017F;&#x017F;et ha&#x0364;tte/ die Zufuh&#xA75B; zu Wa&#x017F;&#x017F;er leicht<lb/>
ko&#x0364;nte abge&#x017F;chnitten werden. Zumahl<lb/>
auff &#x017F;olchen Fall alle Staaten von Jta-<lb/>
lien &#x017F;ich mit Spanien zu&#x017F;ammen &#x017F;etzen<lb/>
mu&#x017F;ten/ die&#x017F;en grau&#x017F;amen Feind weit von<lb/>
ihren Gra&#x0364;ntzen zu halten. Welche wenn<lb/>
&#x017F;ie ihre Flotten zu&#x017F;ammen thun der Tu&#x0364;r-<lb/>
cki&#x017F;chen Seemacht u&#x0364;berlegen &#x017F;ind. Fu&#x0364;r<note place="right">Jtalia&#x0364;ni-<lb/>
&#x017F;che Sta-<lb/>
ten.</note><lb/>
den Staaten in Jtalien hat &#x017F;ich Spa-<lb/>
nien wenig zu befahren/ weilen die&#x017F;es<lb/>
fu&#x0364;r eine Regel ha&#x0364;lt den Frieden in J-<lb/>
talien zu erhalten/ damit Franckreich<lb/>
<fw place="bottom" type="catch">nicht</fw><lb/></p>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[143/0173] von Spanien. nen Anfall zu befahren/ nachdẽ der Mau- riſche ſauerteig gantz außgefeget iſt. Die Raubereyen aber/ ſo auß dem Barbari- ſchen Hafen geſchehen/ ſchaden nicht ſo viel Spanien/ als andern Nationen/ die auf Spanien/ Jtalien/ odeꝛ Tuͤrckey han- deln/ weil die Spanier nit gewohnet ſind ihre Wahren ſelbſt durch Europa zu ver- fuͤhren/ ſondern andeꝛe holen ſie bey ihnen ab. Der Tuͤrcke ſcheinet zwar Sicilien uñ Sardinien/ wie auch dem Koͤnigreich Na- poli ſehr nahe zu ſeyn. Jedoch iſt er deß- wegen den Spanieꝛn nicht ſonderlich for- midabel, weil nicht allein die See darzwi- ſchen iſt/ uͤber welche man eine groſſe Ar- mee beſchwerlich kan uͤberbringen/ und ans Land ſetzen: ſondern auch weil der feindlichen Armee/ im Fall ſie gleich poſto gefaſſet haͤtte/ die Zufuhꝛ zu Waſſer leicht koͤnte abgeſchnitten werden. Zumahl auff ſolchen Fall alle Staaten von Jta- lien ſich mit Spanien zuſammen ſetzen muſten/ dieſen grauſamen Feind weit von ihren Graͤntzen zu halten. Welche wenn ſie ihre Flotten zuſammen thun der Tuͤr- ckiſchen Seemacht uͤberlegen ſind. Fuͤr den Staaten in Jtalien hat ſich Spa- nien wenig zu befahren/ weilen dieſes fuͤr eine Regel haͤlt den Frieden in J- talien zu erhalten/ damit Franckreich nicht Tuͤrckey. Jtaliaͤni- ſche Sta- ten.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/pufendorf_einleitung_1682
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/pufendorf_einleitung_1682/173
Zitationshilfe: Pufendorf, Samuel von: Einleitung zu der Historie der Vornehmsten Reiche und Staaten. Frankfurt (Main), 1682, S. 143. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/pufendorf_einleitung_1682/173>, abgerufen am 20.05.2019.