Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Pufendorf, Samuel von: Einleitung zu der Historie der Vornehmsten Reiche und Staaten. Frankfurt (Main), 1682.

Bild:
<< vorherige Seite
von Franckreich.
§. 2.

Wie dem sey/ so stimmen die
Scribenten darin überein/ daß diePharamun
dus.

Frantzische Nation umb das Jahr 424.
Pharamundum zu ihrem König erweh-
let/ der auch selbigem Volcke solle Ge-
setze gegeben/ und gute Ordnung un-
ter ihnen eingeführet haben/ wiewohl
man nicht dafür hält/ daß dieser Phara-
mund
in Gallien soll eingefallen seyn;
sondern man schreibet solches dessen
Sohn Clodion, mit dem ZunahmenClodien.
dem Langhärigen zu; welcher doch
von dem Römischen Feld-Obristen Ae-
tio
ein und andermahl zurück getrieben
worden. Soll doch endlich Artois, Cam-
bray, Tournay,
und andere Plätze biß
an die Somme behauptet/ auch zu A-
miens
seine Residentz gesetzet haben.
Starb Anno 447. Aber sein Nachfol-
ger und Verwandter Merovaeus hulffMerovaeus
nebenst dem Römer Aetio, und West-
gothen König Theodorico, der Hunnen
König Attilam auß Franckreich hin-
aus schlagen/ und erweiterte sein Reich
auff der einen Seite biß gegen Meyntz/
auff der andern Seite bezwang er Pi-
cardie, Normandie,
und fast die gan-
tze Isle de France/ worzu ihm nicht
wenig Anlaß gab/ daß der Römer
Kräffte in der Schlacht mit Attila

sehr
X jv
von Franckreich.
§. 2.

Wie dem ſey/ ſo ſtimmen die
Scribenten darin uͤberein/ daß diePharamun
dus.

Frantziſche Nation umb das Jahr 424.
Pharamundum zu ihrem Koͤnig erweh-
let/ der auch ſelbigem Volcke ſolle Ge-
ſetze gegeben/ und gute Ordnung un-
ter ihnen eingefuͤhret haben/ wiewohl
man nicht dafuͤr haͤlt/ daß dieſer Phara-
mund
in Gallien ſoll eingefallen ſeyn;
ſondern man ſchreibet ſolches deſſen
Sohn Clodion, mit dem ZunahmenClodien.
dem Langhaͤrigen zu; welcher doch
von dem Roͤmiſchen Feld-Obriſten Aë-
tio
ein und andermahl zuruͤck getrieben
worden. Soll doch endlich Artois, Cam-
bray, Tournay,
und andere Plaͤtze biß
an die Somme behauptet/ auch zu A-
miens
ſeine Reſidentz geſetzet haben.
Starb Anno 447. Aber ſein Nachfol-
ger und Verwandter Merovæus hulffMerovæus
nebenſt dem Roͤmer Aëtio, und Weſt-
gothen Koͤnig Theodorico, der Hunnen
Koͤnig Attilam auß Franckreich hin-
aus ſchlagen/ und erweiterte ſein Reich
auff der einen Seite biß gegen Meyntz/
auff der andern Seite bezwang er Pi-
cardie, Normandie,
und faſt die gan-
tze Isle de France/ worzu ihm nicht
wenig Anlaß gab/ daß der Roͤmer
Kraͤffte in der Schlacht mit Attila

ſehr
X jv
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <pb facs="#f0357" n="327"/>
          <fw place="top" type="header"> <hi rendition="#b">von Franckreich.</hi> </fw><lb/>
          <div n="3">
            <head>§. 2.</head>
            <p>Wie dem &#x017F;ey/ &#x017F;o &#x017F;timmen die<lb/><hi rendition="#aq">Scribent</hi>en darin u&#x0364;berein/ daß die<note place="right"><hi rendition="#aq">Pharamun<lb/>
dus.</hi></note><lb/>
Frantzi&#x017F;che <hi rendition="#aq">Nation</hi> umb das Jahr 424.<lb/><hi rendition="#aq">Pharamundum</hi> zu ihrem Ko&#x0364;nig erweh-<lb/>
let/ der auch &#x017F;elbigem Volcke &#x017F;olle Ge-<lb/>
&#x017F;etze gegeben/ und gute Ordnung un-<lb/>
ter ihnen eingefu&#x0364;hret haben/ wiewohl<lb/>
man nicht dafu&#x0364;r ha&#x0364;lt/ daß die&#x017F;er <hi rendition="#aq">Phara-<lb/>
mund</hi> in Gallien &#x017F;oll eingefallen &#x017F;eyn;<lb/>
&#x017F;ondern man &#x017F;chreibet &#x017F;olches de&#x017F;&#x017F;en<lb/>
Sohn <hi rendition="#aq">Clodion,</hi> mit dem Zunahmen<note place="right"><hi rendition="#aq">Clodien.</hi></note><lb/>
dem Langha&#x0364;rigen zu; welcher doch<lb/>
von dem Ro&#x0364;mi&#x017F;chen Feld-Obri&#x017F;ten <hi rendition="#aq">Aë-<lb/>
tio</hi> ein und andermahl zuru&#x0364;ck getrieben<lb/>
worden. Soll doch endlich <hi rendition="#aq">Artois, Cam-<lb/>
bray, Tournay,</hi> und andere Pla&#x0364;tze biß<lb/>
an die <hi rendition="#aq">Somme</hi> behauptet/ auch zu <hi rendition="#aq">A-<lb/>
miens</hi> &#x017F;eine <hi rendition="#aq">Re&#x017F;iden</hi>tz ge&#x017F;etzet haben.<lb/>
Starb <hi rendition="#aq">Anno</hi> 447. Aber &#x017F;ein Nachfol-<lb/>
ger und Verwandter <hi rendition="#aq">Merovæus</hi> hulff<note place="right"><hi rendition="#aq">Merovæus</hi></note><lb/>
neben&#x017F;t dem Ro&#x0364;mer <hi rendition="#aq">Aëtio,</hi> und We&#x017F;t-<lb/>
gothen Ko&#x0364;nig <hi rendition="#aq">Theodorico,</hi> der Hunnen<lb/>
Ko&#x0364;nig <hi rendition="#aq">Attilam</hi> auß Franckreich hin-<lb/>
aus &#x017F;chlagen/ und erweiterte &#x017F;ein Reich<lb/>
auff der einen Seite biß gegen Meyntz/<lb/>
auff der andern Seite bezwang er <hi rendition="#aq">Pi-<lb/>
cardie, Normandie,</hi> und fa&#x017F;t die gan-<lb/>
tze <hi rendition="#aq">Isle de France/</hi> worzu ihm nicht<lb/>
wenig Anlaß gab/ daß der Ro&#x0364;mer<lb/>
Kra&#x0364;ffte in der Schlacht mit <hi rendition="#aq">Attila</hi><lb/>
<fw place="bottom" type="sig">X jv</fw><fw place="bottom" type="catch">&#x017F;ehr</fw><lb/></p>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[327/0357] von Franckreich. §. 2. Wie dem ſey/ ſo ſtimmen die Scribenten darin uͤberein/ daß die Frantziſche Nation umb das Jahr 424. Pharamundum zu ihrem Koͤnig erweh- let/ der auch ſelbigem Volcke ſolle Ge- ſetze gegeben/ und gute Ordnung un- ter ihnen eingefuͤhret haben/ wiewohl man nicht dafuͤr haͤlt/ daß dieſer Phara- mund in Gallien ſoll eingefallen ſeyn; ſondern man ſchreibet ſolches deſſen Sohn Clodion, mit dem Zunahmen dem Langhaͤrigen zu; welcher doch von dem Roͤmiſchen Feld-Obriſten Aë- tio ein und andermahl zuruͤck getrieben worden. Soll doch endlich Artois, Cam- bray, Tournay, und andere Plaͤtze biß an die Somme behauptet/ auch zu A- miens ſeine Reſidentz geſetzet haben. Starb Anno 447. Aber ſein Nachfol- ger und Verwandter Merovæus hulff nebenſt dem Roͤmer Aëtio, und Weſt- gothen Koͤnig Theodorico, der Hunnen Koͤnig Attilam auß Franckreich hin- aus ſchlagen/ und erweiterte ſein Reich auff der einen Seite biß gegen Meyntz/ auff der andern Seite bezwang er Pi- cardie, Normandie, und faſt die gan- tze Isle de France/ worzu ihm nicht wenig Anlaß gab/ daß der Roͤmer Kraͤffte in der Schlacht mit Attila ſehr Pharamun dus. Clodien. Merovæus X jv

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/pufendorf_einleitung_1682
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/pufendorf_einleitung_1682/357
Zitationshilfe: Pufendorf, Samuel von: Einleitung zu der Historie der Vornehmsten Reiche und Staaten. Frankfurt (Main), 1682, S. 327. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/pufendorf_einleitung_1682/357>, abgerufen am 22.04.2019.