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Pufendorf, Samuel von: Einleitung zur Sitten- und Staats-Lehre. Leipzig, 1691.

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Des ersten Buchs
in Schrancken eingeschlossen wird.
Wann eine Sache ihrer etzlichen un-
zertheilet und in gleicher Berechti-
gung zustehet/ so ist sie unter ihnen
vor gemeinschafftlich zu achten.

§. 4.

Gleich wie nun/ bisheriger
Anzeige nach/ nicht alle und iede
Sachen zugleich oder auf einmal/
sondern nach und nach/ wie es etwa
der Nutzen des menschlichen Ge-
schlechtes erfordert/ unter die eigen-
thümliche Beherrschung gebracht
worden; Also war es auch nicht ein-
mal vonnöthen/ daß alles und jedes
solcher Gestalt in den Stand der Ei-
genthümlikeit geriethe/ sondern es
konte/ ja es muste etzliches
gleichsam in der uhrsprüngli-
chen Gemeinschafft verbleiben.

Denn diejenigen Dinge/ derer sonst
nützliche Gebrauch gantz unerschöpf-
lich ist/ dermassen/ daß sie vor sämt-
liche zureichen können/ ohne jeman-

den

Des erſten Buchs
in Schrancken eingeſchloſſen wird.
Wann eine Sache ihrer etzlichen un-
zertheilet und in gleicher Berechti-
gung zuſtehet/ ſo iſt ſie unter ihnen
vor gemeinſchafftlich zu achten.

§. 4.

Gleich wie nun/ bisheriger
Anzeige nach/ nicht alle und iede
Sachen zugleich oder auf einmal/
ſondern nach und nach/ wie es etwa
der Nutzen des menſchlichen Ge-
ſchlechtes erfordert/ unter die eigen-
thuͤmliche Beherrſchung gebracht
worden; Alſo war es auch nicht ein-
mal vonnoͤthen/ daß alles und jedes
ſolcher Geſtalt in den Stand der Ei-
genthuͤmlikeit geriethe/ ſondern es
konte/ ja es muſte etzliches
gleichſam in der uhrſpruͤngli-
chen Gemeinſchafft verbleiben.

Denn diejenigen Dinge/ derer ſonſt
nuͤtzliche Gebrauch gantz unerſchoͤpf-
lich iſt/ dermaſſen/ daß ſie vor ſaͤmt-
liche zureichen koͤnnen/ ohne jeman-

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[280/0344] Des erſten Buchs in Schrancken eingeſchloſſen wird. Wann eine Sache ihrer etzlichen un- zertheilet und in gleicher Berechti- gung zuſtehet/ ſo iſt ſie unter ihnen vor gemeinſchafftlich zu achten. §. 4. Gleich wie nun/ bisheriger Anzeige nach/ nicht alle und iede Sachen zugleich oder auf einmal/ ſondern nach und nach/ wie es etwa der Nutzen des menſchlichen Ge- ſchlechtes erfordert/ unter die eigen- thuͤmliche Beherrſchung gebracht worden; Alſo war es auch nicht ein- mal vonnoͤthen/ daß alles und jedes ſolcher Geſtalt in den Stand der Ei- genthuͤmlikeit geriethe/ ſondern es konte/ ja es muſte etzliches gleichſam in der uhrſpruͤngli- chen Gemeinſchafft verbleiben. Denn diejenigen Dinge/ derer ſonſt nuͤtzliche Gebrauch gantz unerſchoͤpf- lich iſt/ dermaſſen/ daß ſie vor ſaͤmt- liche zureichen koͤnnen/ ohne jeman- den

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Zitationshilfe: Pufendorf, Samuel von: Einleitung zur Sitten- und Staats-Lehre. Leipzig, 1691, S. 280. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/pufendorf_einleitung_1691/344>, abgerufen am 21.11.2019.