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Pufendorf, Samuel von: Einleitung zur Sitten- und Staats-Lehre. Leipzig, 1691.

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deryzehendes Capitel.
§. 20.

Jedoch ists nichts rares/ daß
eine fremde Schuld jemanden An-
laß gebe/
darüber er in Ungelegen-
heit gerathen/ oder eines sonst ge-
wärtigen Glückes verlustig gehen
muß. Als wenn z. Ex. unschuldige
Kinder zuweilen bey Confiscirung
ihres väterlichen Vermögens in Ar-
muth gerathen; oder ein Bürge bey
Außtretung des Selbst-Schuldners
die Geld-Busse erlegen muß/ nicht/
als ob er dergleichen vor seine Person
verwürcket/ sondern weil er sich auff
solchen Fall gutwillig darzu
verbunden.

Das
deryzehendes Capitel.
§. 20.

Jedoch iſts nichts rares/ daß
eine fremde Schuld jemanden An-
laß gebe/
daruͤber er in Ungelegen-
heit gerathen/ oder eines ſonſt ge-
waͤrtigen Gluͤckes verluſtig gehen
muß. Als wenn z. Ex. unſchuldige
Kinder zuweilen bey Confiſcirung
ihres vaͤterlichen Vermoͤgens in Ar-
muth gerathen; oder ein Buͤrge bey
Außtretung des Selbſt-Schuldners
die Geld-Buſſe erlegen muß/ nicht/
als ob er dergleichen vor ſeine Perſon
verwuͤrcket/ ſondern weil er ſich auff
ſolchen Fall gutwillig darzu
verbunden.

Das
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[557/0621] deryzehendes Capitel. §. 20. Jedoch iſts nichts rares/ daß eine fremde Schuld jemanden An- laß gebe/ daruͤber er in Ungelegen- heit gerathen/ oder eines ſonſt ge- waͤrtigen Gluͤckes verluſtig gehen muß. Als wenn z. Ex. unſchuldige Kinder zuweilen bey Confiſcirung ihres vaͤterlichen Vermoͤgens in Ar- muth gerathen; oder ein Buͤrge bey Außtretung des Selbſt-Schuldners die Geld-Buſſe erlegen muß/ nicht/ als ob er dergleichen vor ſeine Perſon verwuͤrcket/ ſondern weil er ſich auff ſolchen Fall gutwillig darzu verbunden. Das

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Zitationshilfe: Pufendorf, Samuel von: Einleitung zur Sitten- und Staats-Lehre. Leipzig, 1691, S. 557. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/pufendorf_einleitung_1691/621>, abgerufen am 18.08.2019.