Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Pufendorf, Samuel von: Einleitung zur Sitten- und Staats-Lehre. Leipzig, 1691.

Bild:
<< vorherige Seite

achzehendes Capitel.
glauben/ und ihm beyfallen/ weil sie
es von ihnen also gehöret; sondern
sie sollen dieselben vielmehr auff die
gründlichen Ursachen führen/ und
darnach zu forschen anweisen; aller
zur Beunruhigung des Staats ge-
reichender Lehren sich enthalten/ und
alle die jenige menschliche Wissen-
schafft vor eitel achten/ von welcher
dem gemeinen Leben und der Repu-
bli
que kein Nutzen zufliesset.

§. 10.

Die zum Justitz-Wesen
bestellet
sind/ sollen jederman gerne
freyen Zutritt vergönnen/ dem ge-
meinen Volcke wider derer Mächti-
gern Unterdrückung Schutz leisten/
den Armen und Niedern so wohl/ als
den Reichen und Hohen Recht ver-
schaffen/ die Processe ohne Noth nicht
verschleiffen/ durch Geschencke sich
nicht verblenden lassen/ in Erkäntniß
derer Streit-Händel Fleiß anwen-
den/ alle Affecten/ die den Verstand

ver-

achzehendes Capitel.
glauben/ und ihm beyfallen/ weil ſie
es von ihnen alſo gehoͤret; ſondern
ſie ſollen dieſelben vielmehr auff die
gruͤndlichen Urſachen fuͤhren/ und
darnach zu forſchen anweiſen; aller
zur Beunruhigung des Staats ge-
reichender Lehren ſich enthalten/ und
alle die jenige menſchliche Wiſſen-
ſchafft vor eitel achten/ von welcher
dem gemeinen Leben und der Repu-
bli
que kein Nutzen zuflieſſet.

§. 10.

Die zum Juſtitz-Weſen
beſtellet
ſind/ ſollen jederman gerne
freyen Zutritt vergoͤnnen/ dem ge-
meinen Volcke wider derer Maͤchti-
gern Unterdruͤckung Schutz leiſten/
den Armen und Niedern ſo wohl/ als
den Reichen und Hohen Recht ver-
ſchaffen/ die Proceſſe ohne Noth nicht
verſchleiffen/ durch Geſchencke ſich
nicht verblenden laſſen/ in Erkaͤntniß
derer Streit-Haͤndel Fleiß anwen-
den/ alle Affecten/ die den Verſtand

ver-
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <p><pb facs="#f0669" n="605"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#b">achzehendes Capitel.</hi></fw><lb/>
glauben/ und ihm beyfallen/ weil &#x017F;ie<lb/>
es von ihnen al&#x017F;o geho&#x0364;ret; &#x017F;ondern<lb/>
&#x017F;ie &#x017F;ollen die&#x017F;elben vielmehr auff die<lb/>
gru&#x0364;ndlichen Ur&#x017F;achen fu&#x0364;hren/ und<lb/>
darnach zu for&#x017F;chen anwei&#x017F;en; aller<lb/>
zur Beunruhigung des Staats ge-<lb/>
reichender Lehren &#x017F;ich enthalten/ und<lb/>
alle die jenige men&#x017F;chliche Wi&#x017F;&#x017F;en-<lb/>
&#x017F;chafft vor eitel achten/ von welcher<lb/>
dem gemeinen Leben und der <hi rendition="#aq">Repu-<lb/>
bli</hi>que kein Nutzen zuflie&#x017F;&#x017F;et.</p>
          </div><lb/>
          <div n="3">
            <head>§. 10.</head>
            <p><hi rendition="#fr">Die zum Ju&#x017F;titz-We&#x017F;en<lb/>
be&#x017F;tellet</hi> &#x017F;ind/ &#x017F;ollen jederman gerne<lb/>
freyen Zutritt vergo&#x0364;nnen/ dem ge-<lb/>
meinen Volcke wider derer Ma&#x0364;chti-<lb/>
gern Unterdru&#x0364;ckung Schutz lei&#x017F;ten/<lb/>
den Armen und Niedern &#x017F;o wohl/ als<lb/>
den Reichen und Hohen Recht ver-<lb/>
&#x017F;chaffen/ die Proce&#x017F;&#x017F;e ohne Noth nicht<lb/>
ver&#x017F;chleiffen/ durch Ge&#x017F;chencke &#x017F;ich<lb/>
nicht verblenden la&#x017F;&#x017F;en/ in Erka&#x0364;ntniß<lb/>
derer Streit-Ha&#x0364;ndel Fleiß anwen-<lb/>
den/ alle <hi rendition="#aq">Affect</hi>en/ die den Ver&#x017F;tand<lb/>
<fw place="bottom" type="catch">ver-</fw><lb/></p>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[605/0669] achzehendes Capitel. glauben/ und ihm beyfallen/ weil ſie es von ihnen alſo gehoͤret; ſondern ſie ſollen dieſelben vielmehr auff die gruͤndlichen Urſachen fuͤhren/ und darnach zu forſchen anweiſen; aller zur Beunruhigung des Staats ge- reichender Lehren ſich enthalten/ und alle die jenige menſchliche Wiſſen- ſchafft vor eitel achten/ von welcher dem gemeinen Leben und der Repu- blique kein Nutzen zuflieſſet. §. 10. Die zum Juſtitz-Weſen beſtellet ſind/ ſollen jederman gerne freyen Zutritt vergoͤnnen/ dem ge- meinen Volcke wider derer Maͤchti- gern Unterdruͤckung Schutz leiſten/ den Armen und Niedern ſo wohl/ als den Reichen und Hohen Recht ver- ſchaffen/ die Proceſſe ohne Noth nicht verſchleiffen/ durch Geſchencke ſich nicht verblenden laſſen/ in Erkaͤntniß derer Streit-Haͤndel Fleiß anwen- den/ alle Affecten/ die den Verſtand ver-

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/pufendorf_einleitung_1691
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/pufendorf_einleitung_1691/669
Zitationshilfe: Pufendorf, Samuel von: Einleitung zur Sitten- und Staats-Lehre. Leipzig, 1691, S. 605. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/pufendorf_einleitung_1691/669>, abgerufen am 21.11.2019.