Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Ranke, Leopold von: Deutsche Geschichte im Zeitalter der Reformation. Bd. 2. Berlin, 1839.

Bild:
<< vorherige Seite

Ligue zu Cognac.
Datario Giberti, der sich nun endlich in einer Stellung
sah wie er sie immer gewünscht hatte, athmen die Ent-
schlossenheit die ein großartiges Unternehmen einflößt. Im
Juni 1526 ließ der Kaiser dem Papst noch einmal die
glimpflichsten Bedingungen vorschlagen: 1 Clemens VII wies
sie, weil er bereits gebunden sey, völlig von der Hand.

Noch einmal brach der offene Krieg zwischen den bei-
den höchsten Gewalten aus.

Dießmal aber, in der Lage der Dinge, in welcher die
Weltentwickelung nunmehr angekommen, sollte sich zeigen,
daß dem Kaiser noch andre Waffen zu Gebote standen als
bisher. Er entschloß sich sie zu brauchen.


gedachte: in Siena mit Hülfe der Ausgewanderten: in Neapel mit
Hülfe der Orsini: keine Zusammenkünfte der Spanier in der Stadt,
keine Correspondenz mit Spanien wollte man dulden. Den Antrag
des Herzogs von Savoyen solle man annehmen, damit die Sache
um so mehr als eine allgemein italienische erscheine.
1 Sanga an Gambara 19 Juni. Ibid. 210.

Ligue zu Cognac.
Datario Giberti, der ſich nun endlich in einer Stellung
ſah wie er ſie immer gewünſcht hatte, athmen die Ent-
ſchloſſenheit die ein großartiges Unternehmen einflößt. Im
Juni 1526 ließ der Kaiſer dem Papſt noch einmal die
glimpflichſten Bedingungen vorſchlagen: 1 Clemens VII wies
ſie, weil er bereits gebunden ſey, völlig von der Hand.

Noch einmal brach der offene Krieg zwiſchen den bei-
den höchſten Gewalten aus.

Dießmal aber, in der Lage der Dinge, in welcher die
Weltentwickelung nunmehr angekommen, ſollte ſich zeigen,
daß dem Kaiſer noch andre Waffen zu Gebote ſtanden als
bisher. Er entſchloß ſich ſie zu brauchen.


gedachte: in Siena mit Huͤlfe der Ausgewanderten: in Neapel mit
Huͤlfe der Orſini: keine Zuſammenkuͤnfte der Spanier in der Stadt,
keine Correſpondenz mit Spanien wollte man dulden. Den Antrag
des Herzogs von Savoyen ſolle man annehmen, damit die Sache
um ſo mehr als eine allgemein italieniſche erſcheine.
1 Sanga an Gambara 19 Juni. Ibid. 210.
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <p><pb facs="#f0355" n="345"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#g">Ligue zu Cognac</hi>.</fw><lb/>
Datario Giberti, der &#x017F;ich nun endlich in einer Stellung<lb/>
&#x017F;ah wie er &#x017F;ie immer gewün&#x017F;cht hatte, athmen die Ent-<lb/>
&#x017F;chlo&#x017F;&#x017F;enheit die ein großartiges Unternehmen einflößt. Im<lb/>
Juni 1526 ließ der Kai&#x017F;er dem Pap&#x017F;t noch einmal die<lb/>
glimpflich&#x017F;ten Bedingungen vor&#x017F;chlagen: <note place="foot" n="1">Sanga an Gambara 19 Juni. <hi rendition="#aq">Ibid.</hi> 210.</note> Clemens <hi rendition="#aq">VII</hi> wies<lb/>
&#x017F;ie, weil er bereits gebunden &#x017F;ey, völlig von der Hand.</p><lb/>
            <p>Noch einmal brach der offene Krieg zwi&#x017F;chen den bei-<lb/>
den höch&#x017F;ten Gewalten aus.</p><lb/>
            <p>Dießmal aber, in der Lage der Dinge, in welcher die<lb/>
Weltentwickelung nunmehr angekommen, &#x017F;ollte &#x017F;ich zeigen,<lb/>
daß dem Kai&#x017F;er noch andre Waffen zu Gebote &#x017F;tanden als<lb/>
bisher. Er ent&#x017F;chloß &#x017F;ich &#x017F;ie zu brauchen.</p><lb/>
            <p>
              <note xml:id="seg2pn_32_2" prev="#seg2pn_32_1" place="foot" n="1">gedachte: in Siena mit Hu&#x0364;lfe der Ausgewanderten: in Neapel mit<lb/>
Hu&#x0364;lfe der Or&#x017F;ini: keine Zu&#x017F;ammenku&#x0364;nfte der Spanier in der Stadt,<lb/>
keine Corre&#x017F;pondenz mit Spanien wollte man dulden. Den Antrag<lb/>
des Herzogs von Savoyen &#x017F;olle man annehmen, damit die Sache<lb/>
um &#x017F;o mehr als eine allgemein italieni&#x017F;che er&#x017F;cheine.</note>
            </p>
          </div>
        </div><lb/>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[345/0355] Ligue zu Cognac. Datario Giberti, der ſich nun endlich in einer Stellung ſah wie er ſie immer gewünſcht hatte, athmen die Ent- ſchloſſenheit die ein großartiges Unternehmen einflößt. Im Juni 1526 ließ der Kaiſer dem Papſt noch einmal die glimpflichſten Bedingungen vorſchlagen: 1 Clemens VII wies ſie, weil er bereits gebunden ſey, völlig von der Hand. Noch einmal brach der offene Krieg zwiſchen den bei- den höchſten Gewalten aus. Dießmal aber, in der Lage der Dinge, in welcher die Weltentwickelung nunmehr angekommen, ſollte ſich zeigen, daß dem Kaiſer noch andre Waffen zu Gebote ſtanden als bisher. Er entſchloß ſich ſie zu brauchen. 1 1 Sanga an Gambara 19 Juni. Ibid. 210. 1 gedachte: in Siena mit Huͤlfe der Ausgewanderten: in Neapel mit Huͤlfe der Orſini: keine Zuſammenkuͤnfte der Spanier in der Stadt, keine Correſpondenz mit Spanien wollte man dulden. Den Antrag des Herzogs von Savoyen ſolle man annehmen, damit die Sache um ſo mehr als eine allgemein italieniſche erſcheine.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/ranke_reformation02_1839
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/ranke_reformation02_1839/355
Zitationshilfe: Ranke, Leopold von: Deutsche Geschichte im Zeitalter der Reformation. Bd. 2. Berlin, 1839, S. 345. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/ranke_reformation02_1839/355>, abgerufen am 04.06.2020.