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Reichardt, Christian: Land- und Garten-Schatzes. Bd. 6. 2. Aufl. Erfurt, 1765.

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Von den Auriculen und Primulen.
zu bereitetes Erdreich, wie oben gedacht wor-
den.

Haben aber die Pflänzlein auf dem Orte, al-
wo sie hingesäet worden Raum, so ist es besser,
daß sie bis in das andere Jahr daselbsten stehen
bleiben.

Sie bringen theils im zweyten, theils im drit-
ten Jahre ihre Blumen, wiewohl solche zum er-
stenmal nicht so groß werden als in den folgen-
den Jahren, wenn die Pflanzen ihre Stärke er-
reichet haben.

§. 7.

Hingegen andere bedienen sich der ScherbenWie man
den Samen
in Kasten u.
Scherben zu
saen, und
was dabey
zu merken u.
zu beden-
ken?

oder Kasten, füllen dieselben mit guter zubereite-
ter Erde an, drücken solche mit der Hand fein eben
nieder, und säen den Samen darein, welcher eben-
fals mit der flachen Hand sanfte aufgedrücket,
und mit einer klein-löcherichten Gieß-Kanne be-
gossen wird, damit die Erde von dem Wasser nicht
zu viel zusammen geschlagen, und der Same nicht
zu tief eingeschlemmet werde. Hierauf bleiben
die Scherben und Kasten beständig im Schatten
stehen, bis die Pflanzen zum Versetzen groß ge-
nung sind.

Es ist auch nicht undienlich, wenn unter die
Scherben und Kasten etwas geleget wird, daß sie
darauf zu stehen kommen, damit die Regen- und
andere Würmer nicht durch die Ablauf-Löcher hin-
ein schlupfen können; denn diese thun den jungen
aufgehenden Pflänzlein den grösten Schaden.

Bey

Von den Auriculen und Primulen.
zu bereitetes Erdreich, wie oben gedacht wor-
den.

Haben aber die Pflaͤnzlein auf dem Orte, al-
wo ſie hingeſaͤet worden Raum, ſo iſt es beſſer,
daß ſie bis in das andere Jahr daſelbſten ſtehen
bleiben.

Sie bringen theils im zweyten, theils im drit-
ten Jahre ihre Blumen, wiewohl ſolche zum er-
ſtenmal nicht ſo groß werden als in den folgen-
den Jahren, wenn die Pflanzen ihre Staͤrke er-
reichet haben.

§. 7.

Hingegen andere bedienen ſich der ScherbenWie man
den Samen
in Kaſten u.
Scherben zu
ſaen, und
was dabey
zu merken u.
zu beden-
ken?

oder Kaſten, fuͤllen dieſelben mit guter zubereite-
ter Erde an, druͤcken ſolche mit der Hand fein eben
nieder, und ſaͤen den Samen darein, welcher eben-
fals mit der flachen Hand ſanfte aufgedruͤcket,
und mit einer klein-loͤcherichten Gieß-Kanne be-
goſſen wird, damit die Erde von dem Waſſer nicht
zu viel zuſammen geſchlagen, und der Same nicht
zu tief eingeſchlemmet werde. Hierauf bleiben
die Scherben und Kaſten beſtaͤndig im Schatten
ſtehen, bis die Pflanzen zum Verſetzen groß ge-
nung ſind.

Es iſt auch nicht undienlich, wenn unter die
Scherben und Kaſten etwas geleget wird, daß ſie
darauf zu ſtehen kommen, damit die Regen- und
andere Wuͤrmer nicht durch die Ablauf-Loͤcher hin-
ein ſchlupfen koͤnnen; denn dieſe thun den jungen
aufgehenden Pflaͤnzlein den groͤſten Schaden.

Bey
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[93/0107] Von den Auriculen und Primulen. zu bereitetes Erdreich, wie oben gedacht wor- den. Haben aber die Pflaͤnzlein auf dem Orte, al- wo ſie hingeſaͤet worden Raum, ſo iſt es beſſer, daß ſie bis in das andere Jahr daſelbſten ſtehen bleiben. Sie bringen theils im zweyten, theils im drit- ten Jahre ihre Blumen, wiewohl ſolche zum er- ſtenmal nicht ſo groß werden als in den folgen- den Jahren, wenn die Pflanzen ihre Staͤrke er- reichet haben. §. 7. Hingegen andere bedienen ſich der Scherben oder Kaſten, fuͤllen dieſelben mit guter zubereite- ter Erde an, druͤcken ſolche mit der Hand fein eben nieder, und ſaͤen den Samen darein, welcher eben- fals mit der flachen Hand ſanfte aufgedruͤcket, und mit einer klein-loͤcherichten Gieß-Kanne be- goſſen wird, damit die Erde von dem Waſſer nicht zu viel zuſammen geſchlagen, und der Same nicht zu tief eingeſchlemmet werde. Hierauf bleiben die Scherben und Kaſten beſtaͤndig im Schatten ſtehen, bis die Pflanzen zum Verſetzen groß ge- nung ſind. Wie man den Samen in Kaſten u. Scherben zu ſaen, und was dabey zu merken u. zu beden- ken? Es iſt auch nicht undienlich, wenn unter die Scherben und Kaſten etwas geleget wird, daß ſie darauf zu ſtehen kommen, damit die Regen- und andere Wuͤrmer nicht durch die Ablauf-Loͤcher hin- ein ſchlupfen koͤnnen; denn dieſe thun den jungen aufgehenden Pflaͤnzlein den groͤſten Schaden. Bey

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Zitationshilfe: Reichardt, Christian: Land- und Garten-Schatzes. Bd. 6. 2. Aufl. Erfurt, 1765, S. 93. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/reichart_landschatz06_1755/107>, abgerufen am 22.09.2018.