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[Reuter, Christian]: Graf Ehrenfried. 1700.

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lein Sie entschuldigten sich und sagten: Sie wüsten
keinen Bescheid um die Ladung/ hätten auch ihr leb-
tage keines loßbrennen sehen.
Vierzehnder Aufftritt.
Damastor, und die Vorigen.
Dam. Wo bleibst du denn so lange/ hastu es dennn dem Hn.
Capit. Lieut. noch nicht gesagt wegen der Stücken?
Fort. Ja/ ich weiß es schon.
Dam. Ey er soll geschwinde geschwinde kommen/ seine neue
Braut ist angekommen.
Fort. Wenn dieses ist/ so muß ich doch wohl gehen.
Funffzehnder Aufftritt.
Kilian, Damastor.
Kil. Je Bruder/ werden wir auf der Hochziit nicht fressen?
Dam. Narre/ heiß es doch keine Hochzeit/ bey vornehmen
Leuten nennt man es ein Beylager.
Kil. Ey es mag heissen wie es will/ wenn ich mich nur ein-
mahl recht satt fresse.
Dam. Ey ich wills auch nicht schonen.
Kil. Komm laß uns gehen/ damit wir nichts bey der Auf-
wartung versäumen.
Dam. Es ist wahr/ sonst kriegen wir bey der Braut keine
Hochzeit-Krausen.
(gehen ab.)
Sechzehnder Aufftritt.
Courag. Grete/(beyde in ihren Hochzeitkleidern.)
Greth. Nun es ist auch eine Liebe unter den beyden Leu-
ten/ ich kan dirs nicht sagen.
Courag. Wer hätte das Ding dencken sollen/ daß so ge-
schwinde was aus dem Beylager werden solte?
Grethe. Ja/ mein Schatz/ das macht der König/ und ehe der
Graf sich den König hätte zum Feinde gemacht/ er
hätte eher nocheine dazu genommen/ die 6. mahl hätte
tauffen lassen.
Courag. Wenn soll denn das Beylgger angehen?
Greth. Morgen gleich/ und ietzo wird die Zusage geschehu.
Courag.
lein Sie entſchuldigten ſich und ſagten: Sie wuͤſten
keinen Beſcheid um die Ladung/ haͤtten auch ihr leb-
tage keines loßbrennen ſehen.
Vierzehnder Aufftritt.
Damaſtor, und die Vorigen.
Dam. Wo bleibſt du denn ſo lange/ haſtu es denñ dem Hn.
Capit. Lieut. noch nicht geſagt wegen der Stuͤcken?
Fort. Ja/ ich weiß es ſchon.
Dam. Ey er ſoll geſchwinde geſchwinde kommen/ ſeine neue
Braut iſt angekommen.
Fort. Wenn dieſes iſt/ ſo muß ich doch wohl gehen.
Funffzehnder Aufftritt.
Kilian, Damaſtor.
Kil. Je Bruder/ werden wir auf der Hochziit nicht freſſen?
Dam. Narre/ heiß es doch keine Hochzeit/ bey vornehmen
Leuten nennt man es ein Beylager.
Kil. Ey es mag heiſſen wie es will/ wenn ich mich nur ein-
mahl recht ſatt freſſe.
Dam. Ey ich wills auch nicht ſchonen.
Kil. Komm laß uns gehen/ damit wir nichts bey der Auf-
wartung verſaͤumen.
Dam. Es iſt wahr/ ſonſt kriegen wir bey der Braut keine
Hochzeit-Krauſen.
(gehen ab.)
Sechzehnder Aufftritt.
Courag. Grete/(beyde in ihren Hochzeitkleidern.)
Greth. Nun es iſt auch eine Liebe unter den beyden Leu-
ten/ ich kan dirs nicht ſagen.
Courag. Wer haͤtte das Ding dencken ſollen/ daß ſo ge-
ſchwinde was aus dem Beylager werden ſolte?
Grethe. Ja/ mein Schatz/ das macht der Koͤnig/ und ehe der
Graf ſich den Koͤnig haͤtte zum Feinde gemacht/ er
haͤtte eher nocheine dazu genom̃en/ die 6. mahl haͤtte
tauffen laſſen.
Courag. Wenn ſoll denn das Beylgger angehen?
Greth. Morgen gleich/ und ietzo wird die Zuſage geſchehu.
Courag.
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[124/0135] lein Sie entſchuldigten ſich und ſagten: Sie wuͤſten keinen Beſcheid um die Ladung/ haͤtten auch ihr leb- tage keines loßbrennen ſehen. Vierzehnder Aufftritt. Damaſtor, und die Vorigen. Dam. Wo bleibſt du denn ſo lange/ haſtu es denñ dem Hn. Capit. Lieut. noch nicht geſagt wegen der Stuͤcken? Fort. Ja/ ich weiß es ſchon. Dam. Ey er ſoll geſchwinde geſchwinde kommen/ ſeine neue Braut iſt angekommen. Fort. Wenn dieſes iſt/ ſo muß ich doch wohl gehen. Funffzehnder Aufftritt. Kilian, Damaſtor. Kil. Je Bruder/ werden wir auf der Hochziit nicht freſſen? Dam. Narre/ heiß es doch keine Hochzeit/ bey vornehmen Leuten nennt man es ein Beylager. Kil. Ey es mag heiſſen wie es will/ wenn ich mich nur ein- mahl recht ſatt freſſe. Dam. Ey ich wills auch nicht ſchonen. Kil. Komm laß uns gehen/ damit wir nichts bey der Auf- wartung verſaͤumen. Dam. Es iſt wahr/ ſonſt kriegen wir bey der Braut keine Hochzeit-Krauſen. (gehen ab.) Sechzehnder Aufftritt. Courag. Grete/(beyde in ihren Hochzeitkleidern.) Greth. Nun es iſt auch eine Liebe unter den beyden Leu- ten/ ich kan dirs nicht ſagen. Courag. Wer haͤtte das Ding dencken ſollen/ daß ſo ge- ſchwinde was aus dem Beylager werden ſolte? Grethe. Ja/ mein Schatz/ das macht der Koͤnig/ und ehe der Graf ſich den Koͤnig haͤtte zum Feinde gemacht/ er haͤtte eher nocheine dazu genom̃en/ die 6. mahl haͤtte tauffen laſſen. Courag. Wenn ſoll denn das Beylgger angehen? Greth. Morgen gleich/ und ietzo wird die Zuſage geſchehu. Courag.

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Zitationshilfe: [Reuter, Christian]: Graf Ehrenfried. 1700, S. 124. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/reuter_ehrenfried_1700/135>, abgerufen am 20.03.2019.