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Riemann, Johann Friedrich: Praktische Anweisung zum Teichbau. Für Förster, Oekonomen und solche Personen, die sich weniger mit Mathematik abgeben. Leipzig, 1798.

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Kleinere Wasserbehälter, vorzüglich zum Be-
hufe der Fischerei angelegt, nennt man Heller,
welcher Nahme durch Abkürzung des Worts, Be-
hälter, entstanden seyn mag. In Städten legt
man auch wol Bassins, Cisternen, oder
Archen an, um dem Wassermangel abzuhelfen,
welche sämtlich -- noch kleiner als die vorgenann-
ten zu seyn pflegen. So wol diese, als auch die
Heller, liegen zwar außer den Grenzen dieses Bu-
ches, demohnerachtet aber werden viele der unten
folgenden Regeln auch bei ihnen anwendbar seyn,
und dazu dienen, richtige Urtheile über solche An-
lagen fällen zu können.

§. 2.

Teiche dürfen keinesweges mit Deichen ver-
wechselt werden, von denen sie wesentlich verschie-
den sind. Man versteht nemlich im Niedersächsi-
schen unter Deichen, aufgeführte Wälle, welche
Wasserfluthen und Ueberschwemmungen abhalten
sollen. Deiche sind also nichts anders als Dämme,
und zwar von Teich-Dämmen in Ansehung ihrer
Zwecke verschieden. Jene nemlich sollen Wasser
nur abhalten, und gegen ihre Gewalt sichern,
diese hingegen sollen Wasser sammeln helfen. Den
Nahmen Dämme giebt man zwar auch Erhöhun-
gen, die in morastigen, sumpfigen, oder sonst
durch das Erdreich unwegsamen Gegenden gemacht
sind, (wohin die Chausseen gehören) um mittelst
ihrer bequemer und sicherer reisen zu können. In

dem

Kleinere Waſſerbehaͤlter, vorzuͤglich zum Be-
hufe der Fiſcherei angelegt, nennt man Heller,
welcher Nahme durch Abkuͤrzung des Worts, Be-
haͤlter, entſtanden ſeyn mag. In Staͤdten legt
man auch wol Baſſins, Ciſternen, oder
Archen an, um dem Waſſermangel abzuhelfen,
welche ſaͤmtlich — noch kleiner als die vorgenann-
ten zu ſeyn pflegen. So wol dieſe, als auch die
Heller, liegen zwar außer den Grenzen dieſes Bu-
ches, demohnerachtet aber werden viele der unten
folgenden Regeln auch bei ihnen anwendbar ſeyn,
und dazu dienen, richtige Urtheile uͤber ſolche An-
lagen faͤllen zu koͤnnen.

§. 2.

Teiche duͤrfen keinesweges mit Deichen ver-
wechſelt werden, von denen ſie weſentlich verſchie-
den ſind. Man verſteht nemlich im Niederſaͤchſi-
ſchen unter Deichen, aufgefuͤhrte Waͤlle, welche
Waſſerfluthen und Ueberſchwemmungen abhalten
ſollen. Deiche ſind alſo nichts anders als Daͤmme,
und zwar von Teich-Daͤmmen in Anſehung ihrer
Zwecke verſchieden. Jene nemlich ſollen Waſſer
nur abhalten, und gegen ihre Gewalt ſichern,
dieſe hingegen ſollen Waſſer ſammeln helfen. Den
Nahmen Daͤmme giebt man zwar auch Erhoͤhun-
gen, die in moraſtigen, ſumpfigen, oder ſonſt
durch das Erdreich unwegſamen Gegenden gemacht
ſind, (wohin die Chauſſeen gehoͤren) um mittelſt
ihrer bequemer und ſicherer reiſen zu koͤnnen. In

dem
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[4/0014] Kleinere Waſſerbehaͤlter, vorzuͤglich zum Be- hufe der Fiſcherei angelegt, nennt man Heller, welcher Nahme durch Abkuͤrzung des Worts, Be- haͤlter, entſtanden ſeyn mag. In Staͤdten legt man auch wol Baſſins, Ciſternen, oder Archen an, um dem Waſſermangel abzuhelfen, welche ſaͤmtlich — noch kleiner als die vorgenann- ten zu ſeyn pflegen. So wol dieſe, als auch die Heller, liegen zwar außer den Grenzen dieſes Bu- ches, demohnerachtet aber werden viele der unten folgenden Regeln auch bei ihnen anwendbar ſeyn, und dazu dienen, richtige Urtheile uͤber ſolche An- lagen faͤllen zu koͤnnen. §. 2. Teiche duͤrfen keinesweges mit Deichen ver- wechſelt werden, von denen ſie weſentlich verſchie- den ſind. Man verſteht nemlich im Niederſaͤchſi- ſchen unter Deichen, aufgefuͤhrte Waͤlle, welche Waſſerfluthen und Ueberſchwemmungen abhalten ſollen. Deiche ſind alſo nichts anders als Daͤmme, und zwar von Teich-Daͤmmen in Anſehung ihrer Zwecke verſchieden. Jene nemlich ſollen Waſſer nur abhalten, und gegen ihre Gewalt ſichern, dieſe hingegen ſollen Waſſer ſammeln helfen. Den Nahmen Daͤmme giebt man zwar auch Erhoͤhun- gen, die in moraſtigen, ſumpfigen, oder ſonſt durch das Erdreich unwegſamen Gegenden gemacht ſind, (wohin die Chauſſeen gehoͤren) um mittelſt ihrer bequemer und ſicherer reiſen zu koͤnnen. In dem

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Zitationshilfe: Riemann, Johann Friedrich: Praktische Anweisung zum Teichbau. Für Förster, Oekonomen und solche Personen, die sich weniger mit Mathematik abgeben. Leipzig, 1798, S. 4. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/riemann_teichbau_1798/14>, abgerufen am 15.11.2018.