Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Riemann, Johann Friedrich: Praktische Anweisung zum Teichbau. Für Förster, Oekonomen und solche Personen, die sich weniger mit Mathematik abgeben. Leipzig, 1798.

Bild:
<< vorherige Seite

zu bewirken, daß keiner, ohne Wissen und Willen
der Teichbesitzer, die Grundstriegel ziehen könne.
Allein dieß kann man auf andere, eben so sichere
und nützlichere Arten auch erhalten; diese Gewohn-
heit ist daher ganz irrig und keinesweges nachzu-
ahmen.

Bei jedem Striegel hat man insbesondere zu
bemerken, erstlich die Gerenne und den dazu gehö-
renden Wasserkasten; Zweitens den Zapfen oder
den eigentlichen Striegel; Drittens den Striegel-
schacht, oder Zapfenschacht; Viertens endlich
bei solchen Striegeln, die nicht vor dem Damme
liegen, die Striegelröschen. Jedes dieser Stücke
ist wichtig genug, daß ihm einige nähere Aufmerk-
samkeit gegönnet werde, und da alle diese Stücke
gleich von Anfange an, bei dem allmähligen Auf-
bauen und Erhöhen des Dammes, mit angelegt und
besorgt werden müssen, so folgen sie auch hier in
derjenigen Ordnung, wie man sie gewöhnlich an-
zulegen pflegt.

§. 110.
A. Hölzerne Gerenne, und zwar Grund- oder Teichgerenne.

Mit diesem Namen bezeichnet man diejenige
Rinne, die aus dem im Teichraum liegenden Was-
serkasten hinweg, bis in den Damm hinein geht.
Wenn also der Striegel im Damme liegt, ist sie
zwischen dem Wasserkasten und dem Striegel- oder
Zapfengerenne befindlich. Vermittelst des Grund-
gerennes sucht man das Wasser aus den tiefsten

Punc-

zu bewirken, daß keiner, ohne Wiſſen und Willen
der Teichbeſitzer, die Grundſtriegel ziehen koͤnne.
Allein dieß kann man auf andere, eben ſo ſichere
und nuͤtzlichere Arten auch erhalten; dieſe Gewohn-
heit iſt daher ganz irrig und keinesweges nachzu-
ahmen.

Bei jedem Striegel hat man insbeſondere zu
bemerken, erſtlich die Gerenne und den dazu gehoͤ-
renden Waſſerkaſten; Zweitens den Zapfen oder
den eigentlichen Striegel; Drittens den Striegel-
ſchacht, oder Zapfenſchacht; Viertens endlich
bei ſolchen Striegeln, die nicht vor dem Damme
liegen, die Striegelroͤſchen. Jedes dieſer Stuͤcke
iſt wichtig genug, daß ihm einige naͤhere Aufmerk-
ſamkeit gegoͤnnet werde, und da alle dieſe Stuͤcke
gleich von Anfange an, bei dem allmaͤhligen Auf-
bauen und Erhoͤhen des Dammes, mit angelegt und
beſorgt werden muͤſſen, ſo folgen ſie auch hier in
derjenigen Ordnung, wie man ſie gewoͤhnlich an-
zulegen pflegt.

§. 110.
A. Hoͤlzerne Gerenne, und zwar Grund- oder Teichgerenne.

Mit dieſem Namen bezeichnet man diejenige
Rinne, die aus dem im Teichraum liegenden Waſ-
ſerkaſten hinweg, bis in den Damm hinein geht.
Wenn alſo der Striegel im Damme liegt, iſt ſie
zwiſchen dem Waſſerkaſten und dem Striegel- oder
Zapfengerenne befindlich. Vermittelſt des Grund-
gerennes ſucht man das Waſſer aus den tiefſten

Punc-
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <div n="4">
              <p><pb facs="#f0244" n="234"/>
zu bewirken, daß keiner, ohne Wi&#x017F;&#x017F;en und Willen<lb/>
der Teichbe&#x017F;itzer, die Grund&#x017F;triegel ziehen ko&#x0364;nne.<lb/>
Allein dieß kann man auf andere, eben &#x017F;o &#x017F;ichere<lb/>
und nu&#x0364;tzlichere Arten auch erhalten; die&#x017F;e Gewohn-<lb/>
heit i&#x017F;t daher ganz irrig und keinesweges nachzu-<lb/>
ahmen.</p><lb/>
              <p>Bei jedem Striegel hat man insbe&#x017F;ondere zu<lb/>
bemerken, er&#x017F;tlich die Gerenne und den dazu geho&#x0364;-<lb/>
renden Wa&#x017F;&#x017F;erka&#x017F;ten; Zweitens den Zapfen oder<lb/>
den eigentlichen Striegel; Drittens den Striegel-<lb/>
&#x017F;chacht, oder Zapfen&#x017F;chacht; Viertens endlich<lb/>
bei &#x017F;olchen Striegeln, die nicht vor dem Damme<lb/>
liegen, die Striegelro&#x0364;&#x017F;chen. Jedes die&#x017F;er Stu&#x0364;cke<lb/>
i&#x017F;t wichtig genug, daß ihm einige na&#x0364;here Aufmerk-<lb/>
&#x017F;amkeit gego&#x0364;nnet werde, und da alle die&#x017F;e Stu&#x0364;cke<lb/>
gleich von Anfange an, bei dem allma&#x0364;hligen Auf-<lb/>
bauen und Erho&#x0364;hen des Dammes, mit angelegt und<lb/>
be&#x017F;orgt werden mu&#x0364;&#x017F;&#x017F;en, &#x017F;o folgen &#x017F;ie auch hier in<lb/>
derjenigen Ordnung, wie man &#x017F;ie gewo&#x0364;hnlich an-<lb/>
zulegen pflegt.</p>
            </div><lb/>
            <div n="4">
              <head>§. 110.<lb/><hi rendition="#aq">A.</hi> Ho&#x0364;lzerne Gerenne, und zwar Grund- oder Teichgerenne.</head><lb/>
              <p>Mit die&#x017F;em Namen bezeichnet man diejenige<lb/>
Rinne, die aus dem im Teichraum liegenden Wa&#x017F;-<lb/>
&#x017F;erka&#x017F;ten hinweg, bis in den Damm hinein geht.<lb/>
Wenn al&#x017F;o der Striegel im Damme liegt, i&#x017F;t &#x017F;ie<lb/>
zwi&#x017F;chen dem Wa&#x017F;&#x017F;erka&#x017F;ten und dem Striegel- oder<lb/>
Zapfengerenne befindlich. Vermittel&#x017F;t des Grund-<lb/>
gerennes &#x017F;ucht man das Wa&#x017F;&#x017F;er aus den tief&#x017F;ten<lb/>
<fw place="bottom" type="catch">Punc-</fw><lb/></p>
            </div>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[234/0244] zu bewirken, daß keiner, ohne Wiſſen und Willen der Teichbeſitzer, die Grundſtriegel ziehen koͤnne. Allein dieß kann man auf andere, eben ſo ſichere und nuͤtzlichere Arten auch erhalten; dieſe Gewohn- heit iſt daher ganz irrig und keinesweges nachzu- ahmen. Bei jedem Striegel hat man insbeſondere zu bemerken, erſtlich die Gerenne und den dazu gehoͤ- renden Waſſerkaſten; Zweitens den Zapfen oder den eigentlichen Striegel; Drittens den Striegel- ſchacht, oder Zapfenſchacht; Viertens endlich bei ſolchen Striegeln, die nicht vor dem Damme liegen, die Striegelroͤſchen. Jedes dieſer Stuͤcke iſt wichtig genug, daß ihm einige naͤhere Aufmerk- ſamkeit gegoͤnnet werde, und da alle dieſe Stuͤcke gleich von Anfange an, bei dem allmaͤhligen Auf- bauen und Erhoͤhen des Dammes, mit angelegt und beſorgt werden muͤſſen, ſo folgen ſie auch hier in derjenigen Ordnung, wie man ſie gewoͤhnlich an- zulegen pflegt. §. 110. A. Hoͤlzerne Gerenne, und zwar Grund- oder Teichgerenne. Mit dieſem Namen bezeichnet man diejenige Rinne, die aus dem im Teichraum liegenden Waſ- ſerkaſten hinweg, bis in den Damm hinein geht. Wenn alſo der Striegel im Damme liegt, iſt ſie zwiſchen dem Waſſerkaſten und dem Striegel- oder Zapfengerenne befindlich. Vermittelſt des Grund- gerennes ſucht man das Waſſer aus den tiefſten Punc-

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/riemann_teichbau_1798
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/riemann_teichbau_1798/244
Zitationshilfe: Riemann, Johann Friedrich: Praktische Anweisung zum Teichbau. Für Förster, Oekonomen und solche Personen, die sich weniger mit Mathematik abgeben. Leipzig, 1798, S. 234. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/riemann_teichbau_1798/244>, abgerufen am 18.11.2018.