Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Rössig, Carl Gottlob: Versuch einer pragmatischen Geschichte der Ökonomie- Polizey- und Cameralwissenschaften. Deutschland. Bd. 2,1. Leipzig, 1782.

Bild:
<< vorherige Seite

Geschichte
des Floßwesens
im sechzehnten Jahrhunderte.

Das Floßwesen auf Flüssen, Holzverflös-
sung, ist nicht so alt, als vielleicht die
Flößen zum Transport anderer Dinge auf dem
Wasser sind. Die Ursachen liegen in dem na-
türlichen und physischen Zustande Deutsch-
lands. Da Deutschland in den ältern Zeiten
mit Wäldern überdeckt war, wozu wären die
Flößen nöthig gewesen, wodurch man Länder
und Städte, denen es am Holze mangelte, auf
eine wohlfeile und leichte Art mit Holz versor-
get? Die Bevölkerung war nicht so nahe an
einander gedrängt; also merkte man auch den
Holzverbrauch in einzelnen Gegenden weniger.
Doch wozu hier die nähere Untersuchung des
Ursprungs der Flößen, da schon Schöttgen
und Herr Klotsch a) dieses zum Theil behan-
delt haben, und das übrige in die ältere und

mitt-
a) S. Sammlungen vermischter Nachrichten zur
sächsischen Geschichte 6 B. S. 221 bis 272. Da-
selbst ist ein Aufsatz, den Herr Klotsch theils aus
Schöttgens Papieren, theils aus eigenen Nach-
richten machte.

Geſchichte
des Floßweſens
im ſechzehnten Jahrhunderte.

Das Floßweſen auf Fluͤſſen, Holzverfloͤſ-
ſung, iſt nicht ſo alt, als vielleicht die
Floͤßen zum Tranſport anderer Dinge auf dem
Waſſer ſind. Die Urſachen liegen in dem na-
tuͤrlichen und phyſiſchen Zuſtande Deutſch-
lands. Da Deutſchland in den aͤltern Zeiten
mit Waͤldern uͤberdeckt war, wozu waͤren die
Floͤßen noͤthig geweſen, wodurch man Laͤnder
und Staͤdte, denen es am Holze mangelte, auf
eine wohlfeile und leichte Art mit Holz verſor-
get? Die Bevoͤlkerung war nicht ſo nahe an
einander gedraͤngt; alſo merkte man auch den
Holzverbrauch in einzelnen Gegenden weniger.
Doch wozu hier die naͤhere Unterſuchung des
Urſprungs der Floͤßen, da ſchon Schoͤttgen
und Herr Klotſch a) dieſes zum Theil behan-
delt haben, und das uͤbrige in die aͤltere und

mitt-
a) S. Sammlungen vermiſchter Nachrichten zur
ſaͤchſiſchen Geſchichte 6 B. S. 221 bis 272. Da-
ſelbſt iſt ein Aufſatz, den Herr Klotſch theils aus
Schoͤttgens Papieren, theils aus eigenen Nach-
richten machte.
<TEI>
  <text>
    <body>
      <pb facs="#f0613" n="603"/>
      <milestone rendition="#hr" unit="section"/>
      <div n="1">
        <head> <hi rendition="#b"> <hi rendition="#g">Ge&#x017F;chichte<lb/>
des Floßwe&#x017F;ens</hi> </hi> </head><lb/>
        <div n="2">
          <head>im &#x017F;echzehnten Jahrhunderte.</head><lb/>
          <p><hi rendition="#in">D</hi>as Floßwe&#x017F;en auf Flu&#x0364;&#x017F;&#x017F;en, Holzverflo&#x0364;&#x017F;-<lb/>
&#x017F;ung, i&#x017F;t nicht &#x017F;o alt, als vielleicht die<lb/>
Flo&#x0364;ßen zum Tran&#x017F;port anderer Dinge auf dem<lb/>
Wa&#x017F;&#x017F;er &#x017F;ind. Die Ur&#x017F;achen liegen in dem na-<lb/>
tu&#x0364;rlichen und phy&#x017F;i&#x017F;chen Zu&#x017F;tande Deut&#x017F;ch-<lb/>
lands. Da Deut&#x017F;chland in den a&#x0364;ltern Zeiten<lb/>
mit Wa&#x0364;ldern u&#x0364;berdeckt war, wozu wa&#x0364;ren die<lb/>
Flo&#x0364;ßen no&#x0364;thig gewe&#x017F;en, wodurch man La&#x0364;nder<lb/>
und Sta&#x0364;dte, denen es am Holze mangelte, auf<lb/>
eine wohlfeile und leichte Art mit Holz ver&#x017F;or-<lb/>
get? Die Bevo&#x0364;lkerung war nicht &#x017F;o nahe an<lb/>
einander gedra&#x0364;ngt; al&#x017F;o merkte man auch den<lb/>
Holzverbrauch in einzelnen Gegenden weniger.<lb/>
Doch wozu hier die na&#x0364;here Unter&#x017F;uchung des<lb/>
Ur&#x017F;prungs der Flo&#x0364;ßen, da &#x017F;chon Scho&#x0364;ttgen<lb/>
und Herr Klot&#x017F;ch <note place="foot" n="a)">S. Sammlungen vermi&#x017F;chter Nachrichten zur<lb/>
&#x017F;a&#x0364;ch&#x017F;i&#x017F;chen Ge&#x017F;chichte 6 B. S. 221 bis 272. Da-<lb/>
&#x017F;elb&#x017F;t i&#x017F;t ein Auf&#x017F;atz, den Herr Klot&#x017F;ch theils aus<lb/>
Scho&#x0364;ttgens Papieren, theils aus eigenen Nach-<lb/>
richten machte.</note> die&#x017F;es zum Theil behan-<lb/>
delt haben, und das u&#x0364;brige in die a&#x0364;ltere und<lb/>
<fw place="bottom" type="catch">mitt-</fw><lb/></p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[603/0613] Geſchichte des Floßweſens im ſechzehnten Jahrhunderte. Das Floßweſen auf Fluͤſſen, Holzverfloͤſ- ſung, iſt nicht ſo alt, als vielleicht die Floͤßen zum Tranſport anderer Dinge auf dem Waſſer ſind. Die Urſachen liegen in dem na- tuͤrlichen und phyſiſchen Zuſtande Deutſch- lands. Da Deutſchland in den aͤltern Zeiten mit Waͤldern uͤberdeckt war, wozu waͤren die Floͤßen noͤthig geweſen, wodurch man Laͤnder und Staͤdte, denen es am Holze mangelte, auf eine wohlfeile und leichte Art mit Holz verſor- get? Die Bevoͤlkerung war nicht ſo nahe an einander gedraͤngt; alſo merkte man auch den Holzverbrauch in einzelnen Gegenden weniger. Doch wozu hier die naͤhere Unterſuchung des Urſprungs der Floͤßen, da ſchon Schoͤttgen und Herr Klotſch a) dieſes zum Theil behan- delt haben, und das uͤbrige in die aͤltere und mitt- a) S. Sammlungen vermiſchter Nachrichten zur ſaͤchſiſchen Geſchichte 6 B. S. 221 bis 272. Da- ſelbſt iſt ein Aufſatz, den Herr Klotſch theils aus Schoͤttgens Papieren, theils aus eigenen Nach- richten machte.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/roessig_oekonomie02_1782
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/roessig_oekonomie02_1782/613
Zitationshilfe: Rössig, Carl Gottlob: Versuch einer pragmatischen Geschichte der Ökonomie- Polizey- und Cameralwissenschaften. Deutschland. Bd. 2,1. Leipzig, 1782, S. 603. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/roessig_oekonomie02_1782/613>, abgerufen am 19.08.2018.