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Rollenhagen, Gabriel: Vier Bücher Wunderbarlicher biß daher vnerhörter/ vnd vngleublicher Jndianischer reysen. Magdeburg, 1603.

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Das Erste Buch.
Das Erste Capittel/ von der Schif-
fart zu der Jnsel Bacchi.

JCH Schiffete einsmals aus von des Hercu-
lis
Seulen/ vnd kam mit gutem Wind biß in
das weite wüste Meer.

Die vrsach aber/ meiner vorgenommenen reyse/
vnd mein vorsatz/ war/ dz ich aus lauter vorwitz/ vnd
jnnerlichen lust/ newe dinge zu erfahren vnd wissen
wolte/ wo doch das Meer ein ende hette/ vnd was
doch jmmermehr jenseid des Meers für Leute woh-
neten. Zu dessen behueff/ nam jch Profiant, Küchen
vnd andere Gerete/ auch Wassers gnug zu Mir/ da-
zu funfftzig gefehrten/ die mit mir in einem Alter
vnd eines Sinnes waren. Jch machte mich auch
mit aller zu behörigen Rüstung vnd Notturfft wol
vnd vberflüssig gefast/ vnd bedinget endlich vmb
ein groß Geld/ den allerbesten Steurman/ der zu be-
kommen war/ vnd nam jhn zu mir ins Schiff.

Das Schiff aber/ war von einer zimlichen mit-
telmessigen grösse/ aber nichts desto weiniger starck
gnug zu einer grossen vnnd gefehrlichen Seefahrt.
Wie wir aber Tag vnd Nacht mit gutem Winde

schifften/
Das Erſte Buch.
Das Erſte Capittel/ von der Schif-
fart zu der Jnſel Bacchi.

JCH Schiffete einsmals aus võ des Hercu-
lis
Seulen/ vnd kam mit gutem Wind biß in
das weite wuͤſte Meer.

Die vrſach aber/ meiner vorgenommenen reyſe/
vñ mein vorſatz/ war/ dz ich aus lauter vorwitz/ vnd
jnnerlichen luſt/ newe dinge zu erfahren vnd wiſſen
wolte/ wo doch das Meer ein ende hette/ vnd was
doch jmmermehr jenſeid des Meers fuͤr Leute woh-
neten. Zu deſſen behueff/ nam jch Profiant, Kuͤchen
vñ andere Gerete/ auch Waſſers gnug zu Mir/ da-
zu funfftzig gefehrten/ die mit mir in einem Alter
vnd eines Sinnes waren. Jch machte mich auch
mit aller zu behoͤrigen Ruͤſtung vnd Notturfft wol
vnd vberfluͤſsig gefaſt/ vnd bedinget endlich vmb
ein groß Geld/ den allerbeſten Steurman/ der zu be-
kommen war/ vnd nam jhn zu mir ins Schiff.

Das Schiff aber/ war von einer zimlichen mit-
telmeſsigen groͤſſe/ aber nichts deſto weiniger ſtarck
gnug zu einer groſſen vnnd gefehrlichen Seefahrt.
Wie wir aber Tag vnd Nacht mit gutem Winde

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[66/0076] Das Erſte Buch. Das Erſte Capittel/ von der Schif- fart zu der Jnſel Bacchi. JCH Schiffete einsmals aus võ des Hercu- lis Seulen/ vnd kam mit gutem Wind biß in das weite wuͤſte Meer. Die vrſach aber/ meiner vorgenommenen reyſe/ vñ mein vorſatz/ war/ dz ich aus lauter vorwitz/ vnd jnnerlichen luſt/ newe dinge zu erfahren vnd wiſſen wolte/ wo doch das Meer ein ende hette/ vnd was doch jmmermehr jenſeid des Meers fuͤr Leute woh- neten. Zu deſſen behueff/ nam jch Profiant, Kuͤchen vñ andere Gerete/ auch Waſſers gnug zu Mir/ da- zu funfftzig gefehrten/ die mit mir in einem Alter vnd eines Sinnes waren. Jch machte mich auch mit aller zu behoͤrigen Ruͤſtung vnd Notturfft wol vnd vberfluͤſsig gefaſt/ vnd bedinget endlich vmb ein groß Geld/ den allerbeſten Steurman/ der zu be- kommen war/ vnd nam jhn zu mir ins Schiff. Das Schiff aber/ war von einer zimlichen mit- telmeſsigen groͤſſe/ aber nichts deſto weiniger ſtarck gnug zu einer groſſen vnnd gefehrlichen Seefahrt. Wie wir aber Tag vnd Nacht mit gutem Winde ſchifften/

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Zitationshilfe: Rollenhagen, Gabriel: Vier Bücher Wunderbarlicher biß daher vnerhörter/ vnd vngleublicher Jndianischer reysen. Magdeburg, 1603, S. 66. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/rollenhagen_reysen_1603/76>, abgerufen am 23.11.2019.