Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Rückert, Friedrich: Die Weisheit des Brahmanen. Bd. 6. Leipzig, 1839.

Bild:
<< vorherige Seite
Betrachtet jedes Kind mit Ehrfurcht, denn geheim
Kann seyn in jedem ja des neuen Heiles Keim.
Das Heil, ob es Gestalt des Einzlen angenommen,
Ob es als Ganzes komm', es wird das Heil uns kommen.

26.
Mit Unrecht rühmst du dich, in freiem Haus zu walten,
Wenn du die drinnen mußt mit Zwang zurück behalten.
Den, der freiwillig nicht will bleiben, laß ihn ziehn;
Sonst wird dein freies Haus zum Zwangstall nur für ihn.
Du sprichst: Er übernahm in diesem Hause Pflichten,
Und eh' er abziehn darf, muß er die erst verrichten.
Nein! Pflichten hat er nur, solang er bleibt im Haus;
Sobald er ausziehn will, ist die Verpflichtung aus.


6*
Betrachtet jedes Kind mit Ehrfurcht, denn geheim
Kann ſeyn in jedem ja des neuen Heiles Keim.
Das Heil, ob es Geſtalt des Einzlen angenommen,
Ob es als Ganzes komm', es wird das Heil uns kommen.

26.
Mit Unrecht ruͤhmſt du dich, in freiem Haus zu walten,
Wenn du die drinnen mußt mit Zwang zuruͤck behalten.
Den, der freiwillig nicht will bleiben, laß ihn ziehn;
Sonſt wird dein freies Haus zum Zwangſtall nur fuͤr ihn.
Du ſprichſt: Er uͤbernahm in dieſem Hauſe Pflichten,
Und eh' er abziehn darf, muß er die erſt verrichten.
Nein! Pflichten hat er nur, ſolang er bleibt im Haus;
Sobald er ausziehn will, iſt die Verpflichtung aus.


6*
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <lg type="poem">
            <l>
              <pb facs="#f0133" n="123"/>
            </l>
            <lg n="4">
              <l>Betrachtet jedes Kind mit Ehrfurcht, denn geheim</l><lb/>
              <l>Kann &#x017F;eyn in jedem ja des neuen Heiles Keim.</l>
            </lg><lb/>
            <lg n="5">
              <l>Das Heil, ob es Ge&#x017F;talt des Einzlen angenommen,</l><lb/>
              <l>Ob es als Ganzes komm', es wird das Heil uns kommen.</l>
            </lg><lb/>
            <l/>
          </lg>
        </div>
        <milestone rendition="#hr" unit="section"/>
        <div n="2">
          <head>26.</head><lb/>
          <lg type="poem">
            <l/>
            <lg n="1">
              <l>Mit Unrecht ru&#x0364;hm&#x017F;t du dich, in freiem Haus zu walten,</l><lb/>
              <l>Wenn du die drinnen mußt mit Zwang zuru&#x0364;ck behalten.</l>
            </lg><lb/>
            <lg n="2">
              <l>Den, der freiwillig nicht will bleiben, laß ihn ziehn;</l><lb/>
              <l>Son&#x017F;t wird dein freies Haus zum Zwang&#x017F;tall nur fu&#x0364;r ihn.</l>
            </lg><lb/>
            <lg n="3">
              <l>Du &#x017F;prich&#x017F;t: Er u&#x0364;bernahm in die&#x017F;em Hau&#x017F;e Pflichten,</l><lb/>
              <l>Und eh' er abziehn darf, muß er die er&#x017F;t verrichten.</l>
            </lg><lb/>
            <lg n="4">
              <l>Nein! Pflichten hat er nur, &#x017F;olang er bleibt im Haus;</l><lb/>
              <l>Sobald er ausziehn will, i&#x017F;t die Verpflichtung aus.</l>
            </lg><lb/>
            <l/>
          </lg>
        </div>
        <milestone rendition="#hr" unit="section"/>
        <fw place="bottom" type="sig">6*</fw><lb/>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[123/0133] Betrachtet jedes Kind mit Ehrfurcht, denn geheim Kann ſeyn in jedem ja des neuen Heiles Keim. Das Heil, ob es Geſtalt des Einzlen angenommen, Ob es als Ganzes komm', es wird das Heil uns kommen. 26. Mit Unrecht ruͤhmſt du dich, in freiem Haus zu walten, Wenn du die drinnen mußt mit Zwang zuruͤck behalten. Den, der freiwillig nicht will bleiben, laß ihn ziehn; Sonſt wird dein freies Haus zum Zwangſtall nur fuͤr ihn. Du ſprichſt: Er uͤbernahm in dieſem Hauſe Pflichten, Und eh' er abziehn darf, muß er die erſt verrichten. Nein! Pflichten hat er nur, ſolang er bleibt im Haus; Sobald er ausziehn will, iſt die Verpflichtung aus. 6*

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/rueckert_brahmane06_1839
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/rueckert_brahmane06_1839/133
Zitationshilfe: Rückert, Friedrich: Die Weisheit des Brahmanen. Bd. 6. Leipzig, 1839, S. 123. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/rueckert_brahmane06_1839/133>, abgerufen am 20.04.2019.