Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Rückert, Friedrich: Die Weisheit des Brahmanen. Bd. 6. Leipzig, 1839.

Bild:
<< vorherige Seite
48.
Schwer zu vertragen ist für eines Mannes Magen
Ein Weib, das niemal weiß, wieviel die Uhr geschlagen.
Er hat zu rechter Zeit nicht Früh- noch Abendschmaus,
Und Ordnung fehlt der Welt, weil sie ihm fehlt im Haus.

49.
Verschieden ist im Grund, und wie es ist so bleib' es,
Verschieden der Beruf des Mannes und des Weibes.
Was äußerlich der Mann, hat innerlich das Weib,
Darum zusammen erst sind sie ein ganzer Leib.
Der Geist des Mannes mag frei in die Welt sich regen,
Des Weibes Seele soll den Haushalt still bewegen.
Der Haushalt ist die Welt, in die sie ist gestellt;
Die Welt bestellt sie, wenn den Haushalt sie bestellt.
48.
Schwer zu vertragen iſt fuͤr eines Mannes Magen
Ein Weib, das niemal weiß, wieviel die Uhr geſchlagen.
Er hat zu rechter Zeit nicht Fruͤh- noch Abendſchmaus,
Und Ordnung fehlt der Welt, weil ſie ihm fehlt im Haus.

49.
Verſchieden iſt im Grund, und wie es iſt ſo bleib' es,
Verſchieden der Beruf des Mannes und des Weibes.
Was aͤußerlich der Mann, hat innerlich das Weib,
Darum zuſammen erſt ſind ſie ein ganzer Leib.
Der Geiſt des Mannes mag frei in die Welt ſich regen,
Des Weibes Seele ſoll den Haushalt ſtill bewegen.
Der Haushalt iſt die Welt, in die ſie iſt geſtellt;
Die Welt beſtellt ſie, wenn den Haushalt ſie beſtellt.
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <pb facs="#f0306" n="296"/>
        <div n="2">
          <head>48.</head><lb/>
          <lg type="poem">
            <l/>
            <lg n="1">
              <l>Schwer zu vertragen i&#x017F;t fu&#x0364;r eines Mannes Magen</l><lb/>
              <l>Ein Weib, das niemal weiß, wieviel die Uhr ge&#x017F;chlagen.</l>
            </lg><lb/>
            <lg n="2">
              <l>Er hat zu rechter Zeit nicht Fru&#x0364;h- noch Abend&#x017F;chmaus,</l><lb/>
              <l>Und Ordnung fehlt der Welt, weil &#x017F;ie ihm fehlt im Haus.</l>
            </lg><lb/>
            <l/>
          </lg>
        </div>
        <milestone rendition="#hr" unit="section"/>
        <div n="2">
          <head>49.</head><lb/>
          <lg type="poem">
            <l/>
            <lg n="1">
              <l>Ver&#x017F;chieden i&#x017F;t im Grund, und wie es i&#x017F;t &#x017F;o bleib' es,</l><lb/>
              <l>Ver&#x017F;chieden der Beruf des Mannes und des Weibes.</l>
            </lg><lb/>
            <lg n="2">
              <l>Was a&#x0364;ußerlich der Mann, hat innerlich das Weib,</l><lb/>
              <l>Darum zu&#x017F;ammen er&#x017F;t &#x017F;ind &#x017F;ie ein ganzer Leib.</l>
            </lg><lb/>
            <lg n="3">
              <l>Der Gei&#x017F;t des Mannes mag frei in die Welt &#x017F;ich regen,</l><lb/>
              <l>Des Weibes Seele &#x017F;oll den Haushalt &#x017F;till bewegen.</l>
            </lg><lb/>
            <lg n="4">
              <l>Der Haushalt i&#x017F;t die Welt, in die &#x017F;ie i&#x017F;t ge&#x017F;tellt;</l><lb/>
              <l>Die Welt be&#x017F;tellt &#x017F;ie, wenn den Haushalt &#x017F;ie be&#x017F;tellt.</l>
            </lg><lb/>
            <l>
</l>
          </lg>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[296/0306] 48. Schwer zu vertragen iſt fuͤr eines Mannes Magen Ein Weib, das niemal weiß, wieviel die Uhr geſchlagen. Er hat zu rechter Zeit nicht Fruͤh- noch Abendſchmaus, Und Ordnung fehlt der Welt, weil ſie ihm fehlt im Haus. 49. Verſchieden iſt im Grund, und wie es iſt ſo bleib' es, Verſchieden der Beruf des Mannes und des Weibes. Was aͤußerlich der Mann, hat innerlich das Weib, Darum zuſammen erſt ſind ſie ein ganzer Leib. Der Geiſt des Mannes mag frei in die Welt ſich regen, Des Weibes Seele ſoll den Haushalt ſtill bewegen. Der Haushalt iſt die Welt, in die ſie iſt geſtellt; Die Welt beſtellt ſie, wenn den Haushalt ſie beſtellt.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/rueckert_brahmane06_1839
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/rueckert_brahmane06_1839/306
Zitationshilfe: Rückert, Friedrich: Die Weisheit des Brahmanen. Bd. 6. Leipzig, 1839, S. 296. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/rueckert_brahmane06_1839/306>, abgerufen am 25.04.2019.