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Sandrart, Joachim von: L’Academia Todesca. della Architectura, Scultura & Pittura: Oder Teutsche Academie der Edlen Bau- Bild- und Mahlerey-Künste. Bd. 1,3. Nürnberg, 1675.

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Das XXVII. Capitel.
Sechzehn Kupferstechere Fran-
zösischer Nation.
[Spaltenumbruch]

I. Bellange.AUf erst-erzehlte Kunst-reiche Mahlere der Französischen Nation/ nehme ich zugleich auch Ursach/ derselben berühmtesten Kupferstecher/ und die mit Scheidwaßer vernünftig geätzt/ zu gedenken/ wie dann dieser Belange der ältesten einer/ so in Kupfer radirt/ gewesen/ und eine besonders gute Manier angenommen/ wie Seine Werke. aus vielfältigen seinen in Kupfer ausgegangenen Drücken/ als sonderlich denen dreyen Königen// dreyen Marien/ die sich zum Grab Christi wenden: Item/ einem blinden Leyrer/ der mit seinen Compagnien/ als Krummen und Lahmen/ rauft/ und selbige mit der Krucken schlägt/ auch denen zierlichen schönen Frauen/ und mehrern dergleichen/ so von ihme herfür kommen/ zu sehen ist. Er war der erste Erfinder und Urheber des zierlichen ätzens ganzer Historien/ von deme auch nachmalen Matthaeus Merian und Jacob Calot/ neben andern/ ihre Kunst hergenommen/ die nun fast mehr/ als das Kupferstechen/ gebraucht wird.

II. Jacob Callot. JAcob Callot war ein Lehrling des Bellange, von Adelichem Geschlecht aus Lothringen/ und zu Nancy Anno 1589. gebohren/ wie er nun aber eine große Begierde zur Tugend und Kunst gehabt/ also hat er sich auch auf die Zeichen-Kunst und angehörige Reglen gelegt/ dann nachdem er ganz Italien wol durchreißt/ und überal mit Fleiß und Sorgfalt in diesen Studien seinen Frommen geschaft/ hat er sich endlichen zu Florenz gesetzt/ und ist allda/ weil das Mahlen ihme zu schwer/ hingegen aber das ätzen verwunderlich von statten gegangen/ bey dem letztern verblieben/ da er dann erstens Seine Werke. sehr viel einzele Sachen gemacht/ hernacher aber sein Capricio-Büchlein/ als ein fürtrefliches Werk/ mit andern mehr raren und preißwürdigen Stucken/ als den Florentiner Marck Di S. Lorenzo, worinnen ein verwunderlich-zierliche Mänge Bilder und sehr große Sauberkeit zu sehen/ also eingerichtet/ daß er das Etzwaßer dergestalt regiert/ daß vor und nach dergleichen perfectes Werk nie ans Liecht gekommen/ von welchem dann auch sehr memorabel der Kunstreiche Cornelius von Pulenburg/[Spaltenumbruch] als der ebenmäßig damalen in des Groß-Herzogs Diensten gewesen/ und gegen Abend meistens Seine Geschwindigkeit im ätzen ihn Calot besuchet/ auch im Spatzierengehen ihm Gesellschaft geleistet/ erzehlet/ daß er einst zu ihm/ da er eben das Etzwaßer aufgegoßen/ um ihne abzuholen gekommen wäre/ da er sich aber mit zu gehen entschuldiget/ und gleichwol noch selbigen Abend mit völlig- und vollkommen-vollendetem Druck zu ihnen sich verfüget hätte/ welches wol verwunderlich zu sehen gewesen/ wie nämlichen immer möglich/ daß alles ohn einiges retochement bey so großem Werk zu unglaublicher Perfection und Vollkommenheit gebracht werden können. Er gab aber auch und sonsten viel andere herrliche Werk allda und in Frankreich/ als nämlichen die Belägerung Rochelle, Breda, und andere/ auf sehr großes Kupfer/ neben vielen Büchlein von Heiligen und anderer Art Stellungen/ Landschaften/ Ruinen/ Gespänsten/ sonderlich aber Bataglien/ Feldzügen/ und zugleich das verwunderliche Büchlein/ genant Le Misere della Guerre, als ein besonder ausgesonnenes Werk/ von des Kriegs Jammer/ Elend und Noht (wornach von vielen sehr getrachtet worden) ans Liecht/ mit welchem allen Calot seinen Namen dermaßen in allen Landen ausgebreitet und ruhmwürdig gemacht/ daß er mit hohem Contento seinen Lebens-Lauf zu Nancy Anno 1635. den 22. Martii beschließen können. Deßen Contrafät ist in der Kupferblatte LL. zu finden.

III. Claudi Melan von Pariß.ES war Claudi Melan zur selbigen Zeit sehr geschäftig/ sich selbsten in Mahlerey und Kupferstechen zu erheben/ weil er aber befunden/ daß sein Genius ihn viel mehr zum Kupferstechen als Mahlen antrieben/ erwehlte er die edle Manier des Kunst-Vatters Aegidii Sadelers/ und continuirte darinnen viel Jahr zu Rom/ wie er dann eine große Mänge Weltkündiger Prinzen/ darunter fürnemlich des Papsts Urban Contrafät/ Vincentii Justiniani Galleria zu Rom/ die ich meist auf Papyr samt allen Statuen in folio gezeichnet/ deren viel er zu Kupfer gebracht/ auch des Cardinals Bentivoglio, Mareschal Crequy, Cardinal Borges, und anderer Contrafäte/ und Theses, und Titul zu Büchern verfärtiget/ wordurch er zu

Das XXVII. Capitel.
Sechzehn Kupferstechere Fran-
zösischer Nation.
[Spaltenumbruch]

I. Bellange.AUf erst-erzehlte Kunst-reiche Mahlere der Französischen Nation/ nehme ich zugleich auch Ursach/ derselben berühmtesten Kupferstecher/ und die mit Scheidwaßer vernünftig geätzt/ zu gedenken/ wie dann dieser Belange der ältesten einer/ so in Kupfer radirt/ gewesen/ und eine besonders gute Manier angenommen/ wie Seine Werke. aus vielfältigen seinen in Kupfer ausgegangenen Drücken/ als sonderlich denen dreyen Königen// dreyen Marien/ die sich zum Grab Christi wenden: Item/ einem blinden Leyrer/ der mit seinen Compagnien/ als Krummen und Lahmen/ rauft/ und selbige mit der Krucken schlägt/ auch denen zierlichen schönen Frauen/ und mehrern dergleichen/ so von ihme herfür kommen/ zu sehen ist. Er war der erste Erfinder und Urheber des zierlichen ätzens ganzer Historien/ von deme auch nachmalen Matthaeus Merian und Jacob Calot/ neben andern/ ihre Kunst hergenommen/ die nun fast mehr/ als das Kupferstechen/ gebraucht wird.

II. Jacob Callot. JAcob Callot war ein Lehrling des Bellange, von Adelichem Geschlecht aus Lothringen/ und zu Nancy Anno 1589. gebohren/ wie er nun aber eine große Begierde zur Tugend und Kunst gehabt/ also hat er sich auch auf die Zeichen-Kunst und angehörige Reglen gelegt/ dann nachdem er ganz Italien wol durchreißt/ und überal mit Fleiß und Sorgfalt in diesen Studien seinen Frommen geschaft/ hat er sich endlichen zu Florenz gesetzt/ und ist allda/ weil das Mahlen ihme zu schwer/ hingegen aber das ätzen verwunderlich von statten gegangen/ bey dem letztern verblieben/ da er dann erstens Seine Werke. sehr viel einzele Sachen gemacht/ hernacher aber sein Capricio-Büchlein/ als ein fürtrefliches Werk/ mit andern mehr raren und preißwürdigen Stucken/ als den Florentiner Marck Di S. Lorenzo, worinnen ein verwunderlich-zierliche Mänge Bilder und sehr große Sauberkeit zu sehen/ also eingerichtet/ daß er das Etzwaßer dergestalt regiert/ daß vor und nach dergleichen perfectes Werk nie ans Liecht gekommen/ von welchem dann auch sehr memorabel der Kunstreiche Cornelius von Pulenburg/[Spaltenumbruch] als der ebenmäßig damalen in des Groß-Herzogs Diensten gewesen/ und gegen Abend meistens Seine Geschwindigkeit im ätzen ihn Calot besuchet/ auch im Spatzierengehen ihm Gesellschaft geleistet/ erzehlet/ daß er einst zu ihm/ da er eben das Etzwaßer aufgegoßen/ um ihne abzuholen gekommen wäre/ da er sich aber mit zu gehen entschuldiget/ und gleichwol noch selbigen Abend mit völlig- und vollkommen-vollendetem Druck zu ihnen sich verfüget hätte/ welches wol verwunderlich zu sehen gewesen/ wie nämlichen immer möglich/ daß alles ohn einiges retochement bey so großem Werk zu unglaublicher Perfection und Vollkommenheit gebracht werden können. Er gab aber auch und sonsten viel andere herrliche Werk allda und in Frankreich/ als nämlichen die Belägerung Rochelle, Breda, und andere/ auf sehr großes Kupfer/ neben vielen Büchlein von Heiligen und anderer Art Stellungen/ Landschaften/ Ruinen/ Gespänsten/ sonderlich aber Bataglien/ Feldzügen/ und zugleich das verwunderliche Büchlein/ genant Le Misere della Guerre, als ein besonder ausgesonnenes Werk/ von des Kriegs Jammer/ Elend und Noht (wornach von vielen sehr getrachtet worden) ans Liecht/ mit welchem allen Calot seinen Namen dermaßen in allen Landen ausgebreitet und ruhmwürdig gemacht/ daß er mit hohem Contento seinen Lebens-Lauf zu Nancy Anno 1635. den 22. Martii beschließen können. Deßen Contrafät ist in der Kupferblatte LL. zu finden.

III. Claudi Melan von Pariß.ES war Claudi Melan zur selbigen Zeit sehr geschäftig/ sich selbsten in Mahlerey und Kupferstechen zu erheben/ weil er aber befunden/ daß sein Genius ihn viel mehr zum Kupferstechen als Mahlen antrieben/ erwehlte er die edle Manier des Kunst-Vatters Aegidii Sadelers/ und continuirte darinnen viel Jahr zu Rom/ wie er dann eine große Mänge Weltkündiger Prinzen/ darunter fürnemlich des Papsts Urban Contrafät/ Vincentii Justiniani Galleria zu Rom/ die ich meist auf Papyr samt allen Statuen in folio gezeichnet/ deren viel er zu Kupfer gebracht/ auch des Cardinals Bentivoglio, Mareschal Crequy, Cardinal Borges, und anderer Contrafäte/ und Theses, und Titul zu Büchern verfärtiget/ wordurch er zu

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als der ebenmäßig damalen in des <persName ref="http://ta.sandrart.net/-person-2666 http://d-nb.info/gnd/124843778 http://viaf.org/viaf/42781909">Groß-Herzogs</persName> Diensten gewesen/ und gegen Abend meistens <note place="right">Seine Geschwindigkeit im ätzen</note> ihn <persName ref="http://ta.sandrart.net/-person-1570 http://d-nb.info/gnd/11851850X http://www.getty.edu/vow/ULANFullDisplay?find=&amp;role=&amp;nation=&amp;subjectid=500021688 http://viaf.org/viaf/19687783">Calot</persName> besuchet/ auch im Spatzierengehen ihm Gesellschaft geleistet/ erzehlet/ daß er einst zu ihm/ da er eben das Etzwaßer aufgegoßen/ um ihne abzuholen gekommen wäre/ da er sich aber mit zu gehen entschuldiget/ und gleichwol noch selbigen Abend mit völlig- und vollkommen-vollendetem Druck zu ihnen sich verfüget hätte/ welches wol verwunderlich zu sehen gewesen/ wie nämlichen immer möglich/ daß alles ohn einiges <hi rendition="#aq">retochement</hi> bey so großem Werk zu unglaublicher <hi rendition="#aq">Perfection</hi> und Vollkommenheit gebracht werden können. Er gab aber auch und sonsten viel andere herrliche Werk allda und in <placeName ref="http://ta.sandrart.net/-place-260 http://www.getty.edu/vow/TGNFullDisplay?find=&amp;place=&amp;nation=&amp;subjectid=1000070">Frankreich</placeName>/ als nämlichen die <name type="artificialWork" ref="http://ta.sandrart.net/-artwork-2926 http://www.britishmuseum.org/research/search_the_collection_database/search_results_ids.aspx?IdNum=1980%2CU.6">Belägerung <hi rendition="#aq"><placeName ref="http://ta.sandrart.net/-place-625 http://www.geonames.org/3006787/ http://www.getty.edu/vow/TGNFullDisplay?find=&amp;place=&amp;nation=&amp;subjectid=7009264">Rochelle</placeName></hi></name><hi rendition="#aq">, <name type="artificialWork" ref="http://ta.sandrart.net/-artwork-2923 http://www.britishmuseum.org/research/search_the_collection_database/search_results_ids.aspx?IdNum=1980%2CU.4"><placeName ref="http://ta.sandrart.net/-place-436 http://www.geonames.org/2758401/ http://www.getty.edu/vow/TGNFullDisplay?find=&amp;place=&amp;nation=&amp;subjectid=7006827">Breda</placeName></name>,</hi> und andere/ auf sehr großes Kupfer/ neben vielen Büchlein von Heiligen und anderer Art Stellungen/ Landschaften/ Ruinen/ Gespänsten/ sonderlich aber Bataglien/ Feldzügen/ und zugleich <bibl><ref target="http://ta.sandrart.net/-bibliography-1273">das verwunderliche Büchlein/ genant <hi rendition="#aq">Le Misere della Guerre</hi></ref></bibl>, als ein besonder ausgesonnenes Werk/ von des Kriegs Jammer/ Elend und Noht (wornach von vielen sehr getrachtet worden) ans Liecht/ mit welchem allen <persName ref="http://ta.sandrart.net/-person-1570 http://d-nb.info/gnd/11851850X http://www.getty.edu/vow/ULANFullDisplay?find=&amp;role=&amp;nation=&amp;subjectid=500021688 http://viaf.org/viaf/19687783">Calot</persName> seinen Namen dermaßen in allen Landen ausgebreitet und ruhmwürdig gemacht/ daß er mit hohem <hi rendition="#aq">Contento</hi> seinen Lebens-Lauf zu <placeName ref="http://ta.sandrart.net/-place-1159 http://www.geonames.org/2990999/ http://www.getty.edu/vow/TGNFullDisplay?find=&amp;place=&amp;nation=&amp;subjectid=7008412">Nancy</placeName> <date when="1635-03-22">Anno 1635. den 22. Martii</date> beschließen können. <name type="artificialWork" ref="http://ta.sandrart.net/-artwork-2799">Deßen Contrafät ist in der <ref target="http://ta.sandrart.net/de/text/530#figure-0530.1">Kupferblatte <hi rendition="#aq">LL.</hi></ref></name> zu finden.</p>
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[[II, Buch 3 (niederl. u. dt. Künstler), S. 370]/0190] Das XXVII. Capitel. Sechzehn Kupferstechere Fran- zösischer Nation. Innhalt. I. Bellange: Seine Werke. II. Jacob Callot: Seine Werke: Seine Geschwindigkeit im ätzen. III. Claude Melan, von Pariß. IV. Claude Oderan, von Lyon. V. Francois und Nicola Polly, von Pariß. VI. Abraham Bosse: Seine Büchlein vom ätzen: Von der Perspectiv-Kunst: Von der Architectur: Von der Proportion des Menschen. VII. Nicola Perelle. VIII. S. Marot. IX. Jean de Potre. X. Israel und Morin. XI. Antoine Masson. XII. Huret, Daret und Dannoit. XIII. L’Enfan. XIV. Michaël L’Asne. XV. Aegidius Roussellet. XVI. Robert Nantuël, von Pariß. I. Bellange.AUf erst-erzehlte Kunst-reiche Mahlere der Französischen Nation/ nehme ich zugleich auch Ursach/ derselben berühmtesten Kupferstecher/ und die mit Scheidwaßer vernünftig geätzt/ zu gedenken/ wie dann dieser Belange der ältesten einer/ so in Kupfer radirt/ gewesen/ und eine besonders gute Manier angenommen/ wie aus vielfältigen seinen in Kupfer ausgegangenen Drücken/ als sonderlich denen dreyen Königen// dreyen Marien/ die sich zum Grab Christi wenden: Item/ einem blinden Leyrer/ der mit seinen Compagnien/ als Krummen und Lahmen/ rauft/ und selbige mit der Krucken schlägt/ auch denen zierlichen schönen Frauen/ und mehrern dergleichen/ so von ihme herfür kommen/ zu sehen ist. Er war der erste Erfinder und Urheber des zierlichen ätzens ganzer Historien/ von deme auch nachmalen Matthaeus Merian und Jacob Calot/ neben andern/ ihre Kunst hergenommen/ die nun fast mehr/ als das Kupferstechen/ gebraucht wird. Seine Werke. JAcob Callot war ein Lehrling des Bellange, von Adelichem Geschlecht aus Lothringen/ und zu Nancy Anno 1589. gebohren/ wie er nun aber eine große Begierde zur Tugend und Kunst gehabt/ also hat er sich auch auf die Zeichen-Kunst und angehörige Reglen gelegt/ dann nachdem er ganz Italien wol durchreißt/ und überal mit Fleiß und Sorgfalt in diesen Studien seinen Frommen geschaft/ hat er sich endlichen zu Florenz gesetzt/ und ist allda/ weil das Mahlen ihme zu schwer/ hingegen aber das ätzen verwunderlich von statten gegangen/ bey dem letztern verblieben/ da er dann erstens sehr viel einzele Sachen gemacht/ hernacher aber sein Capricio-Büchlein/ als ein fürtrefliches Werk/ mit andern mehr raren und preißwürdigen Stucken/ als den Florentiner Marck Di S. Lorenzo, worinnen ein verwunderlich-zierliche Mänge Bilder und sehr große Sauberkeit zu sehen/ also eingerichtet/ daß er das Etzwaßer dergestalt regiert/ daß vor und nach dergleichen perfectes Werk nie ans Liecht gekommen/ von welchem dann auch sehr memorabel der Kunstreiche Cornelius von Pulenburg/ als der ebenmäßig damalen in des Groß-Herzogs Diensten gewesen/ und gegen Abend meistens ihn Calot besuchet/ auch im Spatzierengehen ihm Gesellschaft geleistet/ erzehlet/ daß er einst zu ihm/ da er eben das Etzwaßer aufgegoßen/ um ihne abzuholen gekommen wäre/ da er sich aber mit zu gehen entschuldiget/ und gleichwol noch selbigen Abend mit völlig- und vollkommen-vollendetem Druck zu ihnen sich verfüget hätte/ welches wol verwunderlich zu sehen gewesen/ wie nämlichen immer möglich/ daß alles ohn einiges retochement bey so großem Werk zu unglaublicher Perfection und Vollkommenheit gebracht werden können. Er gab aber auch und sonsten viel andere herrliche Werk allda und in Frankreich/ als nämlichen die Belägerung Rochelle, Breda, und andere/ auf sehr großes Kupfer/ neben vielen Büchlein von Heiligen und anderer Art Stellungen/ Landschaften/ Ruinen/ Gespänsten/ sonderlich aber Bataglien/ Feldzügen/ und zugleich das verwunderliche Büchlein/ genant Le Misere della Guerre, als ein besonder ausgesonnenes Werk/ von des Kriegs Jammer/ Elend und Noht (wornach von vielen sehr getrachtet worden) ans Liecht/ mit welchem allen Calot seinen Namen dermaßen in allen Landen ausgebreitet und ruhmwürdig gemacht/ daß er mit hohem Contento seinen Lebens-Lauf zu Nancy Anno 1635. den 22. Martii beschließen können. Deßen Contrafät ist in der Kupferblatte LL. zu finden. II. Jacob Callot. Seine Werke. Seine Geschwindigkeit im ätzen ES war Claudi Melan zur selbigen Zeit sehr geschäftig/ sich selbsten in Mahlerey und Kupferstechen zu erheben/ weil er aber befunden/ daß sein Genius ihn viel mehr zum Kupferstechen als Mahlen antrieben/ erwehlte er die edle Manier des Kunst-Vatters Aegidii Sadelers/ und continuirte darinnen viel Jahr zu Rom/ wie er dann eine große Mänge Weltkündiger Prinzen/ darunter fürnemlich des Papsts Urban Contrafät/ Vincentii Justiniani Galleria zu Rom/ die ich meist auf Papyr samt allen Statuen in folio gezeichnet/ deren viel er zu Kupfer gebracht/ auch des Cardinals Bentivoglio, Mareschal Crequy, Cardinal Borges, und anderer Contrafäte/ und Theses, und Titul zu Büchern verfärtiget/ wordurch er zu III. Claudi Melan von Pariß.

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Zitationshilfe: Sandrart, Joachim von: L’Academia Todesca. della Architectura, Scultura & Pittura: Oder Teutsche Academie der Edlen Bau- Bild- und Mahlerey-Künste. Bd. 1,3. Nürnberg, 1675, S. [II, Buch 3 (niederl. u. dt. Künstler), S. 370]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/sandrart_academie0103_1675/190>, abgerufen am 18.04.2019.