Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Sandrart, Joachim von: L’Academia Todesca. della Architectura, Scultura & Pittura: Oder Teutsche Academie der Edlen Bau- Bild- und Mahlerey-Künste. Bd. 2,1. Nürnberg, 1679.

Bild:
<< vorherige Seite
Nicht nur diese Städte-Stadt/
nicht nur ihre Marmor-Zinnen/
und was Sie sonst seltnes hat:
auch die Götter und Göttinnen
ändern ihren alten Stand/
und begrüssen unser Land.
Helden/ die die lange Nacht
der Vergessenheit begraben/
sind nun wieder aufgewacht/
und ein neues Leben haben;
Kommen von der Römer-Bahn
in Tuiskons Feldern an.
Edler Sandrart/ sondrer Art/
Ihr Apollo der Apellen,
wircket solche Wunder-Fahrt.
Es hat ja in diesen Fällen
Eure Kunst vielmehr gethan/
als Natura leisten kan.
Euer hoher Wunder-Geist
samlet in sich alle Gaben/
die man sonst fürtrefflich heist:
wann sie andre einzeln haben.
Mitten in dem Künste-Kreis
stehet Eurer Hände Fleis.
Hände/ die der Zepter ziert/
Eurer Hände Zier verehren.
Manches Haubt/ das Kronen führt/
wünschet mehrmals Tuch zu hören.
Erden-Göttern ist beliebt/
was der Gott des Himmels gibt.
So ein Pinsel/ so ein Kiel/
beede von dem Himmel kamen;
Ihrer Künste Wunder-Spiel
muß man Göttlich nur benamen:
Nicht nur diese Städte-Stadt/
nicht nur ihre Marmor-Zinnen/
und was Sie sonst seltnes hat:
auch die Götter und Göttinnen
ändern ihren alten Stand/
und begrüssen unser Land.
Helden/ die die lange Nacht
der Vergessenheit begraben/
sind nun wieder aufgewacht/
und ein neues Leben haben;
Kommen von der Römer-Bahn
in Tuiskons Feldern an.
Edler Sandrart/ sondrer Art/
Ihr Apollo der Apellen,
wircket solche Wunder-Fahrt.
Es hat ja in diesen Fällen
Eure Kunst vielmehr gethan/
als Natura leisten kan.
Euer hoher Wunder-Geist
samlet in sich alle Gaben/
die man sonst fürtrefflich heist:
wann sie andre einzeln haben.
Mitten in dem Künste-Kreis
stehet Eurer Hände Fleis.
Hände/ die der Zepter ziert/
Eurer Hände Zier verehren.
Manches Haubt/ das Kronen führt/
wünschet mehrmals Tuch zu hören.
Erden-Göttern ist beliebt/
was der Gott des Himmels gibt.
So ein Pinsel/ so ein Kiel/
beede von dem Himmel kamen;
Ihrer Künste Wunder-Spiel
muß man Göttlich nur benamen:
<TEI>
  <text>
    <front>
      <pb facs="#f0017" xml:id="pb-653" n="[Lobgedichte auf den Autor [III]]"/>
      <div>
        <lg rendition="#et" type="poem">
          <l>Nicht nur diese Städte-Stadt/</l><lb/>
          <l>nicht nur ihre Marmor-Zinnen/</l><lb/>
          <l>und was Sie sonst seltnes hat:</l><lb/>
          <l>auch die Götter und Göttinnen</l><lb/>
          <l>ändern ihren alten Stand/</l><lb/>
          <l>und begrüssen unser Land.</l><lb/>
        </lg>
        <lg rendition="#et" type="poem">
          <l>Helden/ die die lange Nacht</l><lb/>
          <l>der Vergessenheit begraben/</l><lb/>
          <l>sind nun wieder aufgewacht/</l><lb/>
          <l>und ein neues Leben haben;</l><lb/>
          <l>Kommen von der Römer-Bahn</l><lb/>
          <l>in Tuiskons Feldern an.</l><lb/>
        </lg>
        <lg rendition="#et" type="poem">
          <l>Edler <persName ref="http://ta.sandrart.net/-person-4 http://d-nb.info/gnd/118794396 http://www.getty.edu/vow/ULANFullDisplay?find=&amp;role=&amp;nation=&amp;subjectid=500014974 http://viaf.org/viaf/66562250">Sandrart</persName>/ sondrer Art/</l><lb/>
          <l>Ihr <hi rendition="#aq">Apollo</hi> der <hi rendition="#aq">Apellen,</hi></l><lb/>
          <l>wircket solche Wunder-Fahrt.</l><lb/>
          <l>Es hat ja in diesen Fällen</l><lb/>
          <l>Eure Kunst vielmehr gethan/</l><lb/>
          <l>als <hi rendition="#aq">Natura</hi> leisten kan.</l><lb/>
        </lg>
        <lg rendition="#et" type="poem">
          <l>Euer hoher Wunder-Geist</l><lb/>
          <l>samlet in sich alle Gaben/</l><lb/>
          <l>die man sonst fürtrefflich heist:</l><lb/>
          <l>wann sie andre einzeln haben.</l><lb/>
          <l>Mitten in dem Künste-Kreis</l><lb/>
          <l>stehet Eurer Hände Fleis.</l><lb/>
        </lg>
        <lg rendition="#et" type="poem">
          <l>Hände/ die der Zepter ziert/</l><lb/>
          <l>Eurer Hände Zier verehren.</l><lb/>
          <l>Manches Haubt/ das Kronen führt/</l><lb/>
          <l>wünschet mehrmals Tuch zu hören.</l><lb/>
          <l>Erden-Göttern ist beliebt/</l><lb/>
          <l>was der Gott des Himmels gibt.</l><lb/>
        </lg>
        <lg rendition="#et" type="poem">
          <l>So ein Pinsel/ so ein Kiel/</l><lb/>
          <l>beede von dem Himmel kamen;</l><lb/>
          <l>Ihrer Künste Wunder-Spiel</l><lb/>
          <l>muß man Göttlich nur benamen:</l><lb/>
        </lg>
      </div>
    </front>
  </text>
</TEI>
[[Lobgedichte auf den Autor [III]]/0017] Nicht nur diese Städte-Stadt/ nicht nur ihre Marmor-Zinnen/ und was Sie sonst seltnes hat: auch die Götter und Göttinnen ändern ihren alten Stand/ und begrüssen unser Land. Helden/ die die lange Nacht der Vergessenheit begraben/ sind nun wieder aufgewacht/ und ein neues Leben haben; Kommen von der Römer-Bahn in Tuiskons Feldern an. Edler Sandrart/ sondrer Art/ Ihr Apollo der Apellen, wircket solche Wunder-Fahrt. Es hat ja in diesen Fällen Eure Kunst vielmehr gethan/ als Natura leisten kan. Euer hoher Wunder-Geist samlet in sich alle Gaben/ die man sonst fürtrefflich heist: wann sie andre einzeln haben. Mitten in dem Künste-Kreis stehet Eurer Hände Fleis. Hände/ die der Zepter ziert/ Eurer Hände Zier verehren. Manches Haubt/ das Kronen führt/ wünschet mehrmals Tuch zu hören. Erden-Göttern ist beliebt/ was der Gott des Himmels gibt. So ein Pinsel/ so ein Kiel/ beede von dem Himmel kamen; Ihrer Künste Wunder-Spiel muß man Göttlich nur benamen:

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Sandrart.net: Bereitstellung der Texttranskription in XML/TEI. (2013-05-21T09:54:31Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme aus sandrart.net entsprechen muss.
Sandrart.net: Bereitstellung der Bilddigitalisate. (2013-05-21T09:54:31Z)
Frederike Neuber: Konvertierung nach XML/TEI gemäß DTA-Basisformat. (2013-05-21T09:54:31Z)

Weitere Informationen:

Anmerkungen zur Transkription:

  • Der Zeilenfall wurde nicht übernommen.
  • Bei Worttrennungen am Spalten- oder Seitenumbruch, steht das gesamte Wort auf der vorhergehenden Spalte bzw. Seite.
  • Langes s (ſ) wird als rundes s (s) wiedergegeben.
  • Übergeschriebenes „e“ über „a“, „o“ und „u“ wird als „ä“, „ö“, „ü“ transkribiert.
  • Rundes r (ꝛ) wird als normales r (r) wiedergegeben bzw. in der Kombination ꝛc. als et (etc.) aufgelöst.
  • Die Majuskel J im Frakturdruck wird in der Transkription je nach Lautwert als I bzw. J wiedergegeben.
  • Kolumnentitel, Bogensignaturen und Kustoden werden nicht erfasst.



Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/sandrart_academie0201_1679
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/sandrart_academie0201_1679/17
Zitationshilfe: Sandrart, Joachim von: L’Academia Todesca. della Architectura, Scultura & Pittura: Oder Teutsche Academie der Edlen Bau- Bild- und Mahlerey-Künste. Bd. 2,1. Nürnberg, 1679, S. [Lobgedichte auf den Autor [III]]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/sandrart_academie0201_1679/17>, abgerufen am 19.04.2019.