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Sandrart, Joachim von: L’Academia Todesca. della Architectura, Scultura & Pittura: Oder Teutsche Academie der Edlen Bau- Bild- und Mahlerey-Künste. Bd. 2,1. Nürnberg, 1679.

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[Spaltenumbruch] Plinius lib. 10. cap. 29. und leinte seine Keule gleich im Eingang/ hinter die Thür; für dessen Geruch die Hunde alsobald geflohen.

Der alte Keyserl. Palast. Ist noch hinterstellig der Römischen Keyser alter Palast/ welcher von dem Berg Palatino also genennet wurde/ dieweil nemlich Keyser Augustus, und in vorigen Zeiten auch Romulus selbst auf demselben gewohnt/ und Hof gehalten hatten. Dieser Berg aber war an dem Ecke des Römischen Marcks/ als ein Theil dieses grossen Palasts/ mit mancherley Marmelsteinen gezieret/ nicht weniger auch mit etlichen auf Pfeiler erbauten Spatziergängen/ und einer herrlichen Bibliothek aufs beste versehen. Zur lincken und rechten Hand waren zween grosse und weite Plätze/ welche zum Pferdbereiten/ auch zur Wacht der Soldaten dieneten.

Der Tempel Apollinis. Eben an demselbigen Ort bauete Augustus einen Tempel Apollinis, auf dessen öbersten Spitzen ein Wagen der Sonnen gestanden/ so gantz verguldt gewest/ und einen wunderbaren Glantz von sich gegeben. Es wurde aber solcher Tempel Josephus lib. 2. de B. J. cap. 4. dem Apollini, durch Veranlassung des Actiachischen Kriegs/erbauet; mit guldenen/ dreyfüssigen Kesseln zum Wahrsagen/ und sehr schönen Hängleuchtern/ die gleich den tragenden Aepfelbäumen anzusehen waren/ auf das allerherrlichste von innen ausgezieret.

Haus Tiberii auf dem Berg. Suet. in vita, c. 47. Nach Absterben des Keysers Augusti, wurde derjenige Palast durch das Tiberinische Haus/ welches Tiberius bewohnt/ und vielleicht auch erbaut/ um so viel desto herrlicher und ansehnlicher gemacht: Dessen Aussehen gegen dem Circo Maximo, und Aventinischen Berge zu gerichtet war. Eben dasjenige Haus hat nachmals/ unter Jul. Capitolin. in vita. andern/ auch Keyser Antoninus Pius bewohnt; und M. Antonini Bruder/L. Verus ist gar darinnen auferzogen worden.

Ferner so scheinet fast die Keyserliche Bibliothek/ samt allen Reichs-Archiven seyen/ in solchem Haus/ verwahret worden. Wiewol nun Sueton. in Vitell. c. 15. zwar dasselbige dem Circo Maximo zu gelegen/ so kunte man doch von daraus auch auf den Marck und das Capitolium sehen. Davon wird nun auch verstanden diejenige Schertzrede des Keysers Antonini Pii, nachdem er den Apollonium, als einen gelehrten Philosophum, aus Griechenland nach Rom entboten/ und/ den an Sohnes statt angenommenen Marcum Antoninum, in freyen Apollinis Philosophischer Stoltz. Künsten zu unterweisen/ verlanget hatte: Denn so bald Apollonius zu Rom angelangte/ wurde er gar vom Keyser nach Hof/ das ist/ in das Tiberinische Haus beruffen; allein er weigerte sich dessen/ und vermeinte seiner philosophische Reputation höchst entgegen zu seyn/ daß ein Lehrmeister seinem Discipul nachgehen solte. Darüber lachte dann der Keyser Antoninus, und sprach: Apollonius kunte mit viel leichterer Mühe von Chalcide aus/ nach Rom/ als von seinem Haus in unsren Palast kommen.

Vergrösserung des Keyserl. Palasts. Nach den Zeiten Tiberii hatte Keyser Caligula denselben um ein merckliches vergrössert/ den Tempel Castoris & Pollucis abgebrochen/ [Spaltenumbruch] und einen sehr weiten Vorhof daraus erbauet. Dion. lib. 50. cap. 41. Plinius lib. 36. cap. 15. Sueton. in Calig. c. 50. Welchen hernach Keyser Claudius wiederum aufgerichtet/ und erstattet. Plinius vergleicht des Caligulae Gebäue / mit dem grossen Haus Neronis, welche dazumal fast die gantze Stadt eingenommen hatten. Svetonius schreibt hievon/ wie daß sehr lange Spatziergänge darinnen befindlich gewest. Solches herrliche Gebäu aber ist/ unter Tacit. lib. 15. Annal. dem Nerone, durch den vorsetzlichen Brand/ in die Asche gelegt/ und von demselben alsdenn viel prächtiger und köstlicher von neuem erbauet und aufgerichtet worden.

In folgenden Zeiten hat Domitianus den Keyserlichen Palast noch weiter gemacht/ und mit vortreflichen Spatziergängen vortrefllich ausgezieret; zumal die Wände darinnen mit einem sonderbaren Spiegel-stein also belegt waren/ daraus Plutarchus in vita Poplic.Domitianus alles dasjenige sehen kunte/ was hinterrucks geschah. Wie dann dergleichen Baukunst bey den Alten sehr üblich gewest/ daß sie die Casaub. in Vopisci Quadr. Tyrann. p. 358. Plinius lib. 36. cap. 25. Seneca epist. 86. Gläserne Spiegelwände. Wände mit eitel Glas bekleidet/ wie gethan der Tyrann Firmus; und Scaurus sein Schauspielhaus erbauet: Damit es endlich so weit gekommen/ daß sie gantz gläserne Kammern/ sich entweder darinnen zu baden/ oder sich sonst zu belustigen/ erfunden und ausgebracht. Uberdis so wusten auch die alten Bauleute/ spricht Vitruvius, die Wände sonst mit anderer Arbeit also zu bedecken/ und dermassen zu poliren/ daß man sich/ wie in einem Spiegel/ darinnen ersehen kunte.

Fast dergleichen wird von den Reisenden/ in Engelland/ zu Londen/ und zwar in des Hertzogen von Bukingham Palast/ mit sonderbarem Fleiß beobachtet: Woselbst eine Gallerie gezeiget wird/ darinnen zu beeden Seiten eine Thür mit Spiegeln gemacht/ also scheinet/ als sehe man noch in eine lange Gallerie hinaus: In der Mitte des Gemachs steht ein Camin/ von weiß und schwartzem Marmel/ sehr kunstlich: Oben ligt über quer ein Stuck schwartzen Marmels/ welcher auch dermassen polirt/ daß/ so die Fenster aufgethan werden/ man die gantze Stadt Londen/ samt dem berühmten Tems-fluß/ und allen Schiffen/ die immerdar auf- und abfahren/ darinnen beschauen kan.

Platz vor demjenigen Palast/ sehr groß. Vor dem Römisch-keyserlichen Palast (wolte ich ferner sagen) war ein so grosser Platz/ daß die vornemsten Schauspiele daselbst von dem Römischen Adel besuchet wurden: Denn man kunte gleich/ aus dem langen Spatziergang/ in das Spielhaus Josephus lib. 18. Jud. Antiq. c. 1. kommen; dahin auch die spielenden Personen ihren Ab- und Zugang hatten. Für dismal zugeschweigen der vielfältigen Höfe/ Gemächer und Kammern; item desjenigen Lustgartens/ darinnen der Keyser Heliogabalus, zur Sommerszeit/ einen Schnee-berg aufwerffen lassen; wie auch derjenigen Lust-bäder/ die auch so gar dem gemeinen Volck zu Gefallen/ beedes von Domitiano und Heliogabalo sehr kostbar erbauet worden. Ja/ welches noch denckwürdiger ist/ so waren in demjenigen Palast gantze Gassen/ mit Marmel gepflastert. Hoher Thurn Heliogabali. Heliogabalus ließ endlich auch einen hohen Thurn aufführen/ und dessen Grund mit herrlichen Schalen/ von Gold und Edelgestein/ belegen/

[Spaltenumbruch] Plinius lib. 10. cap. 29. und leinte seine Keule gleich im Eingang/ hinter die Thür; für dessen Geruch die Hunde alsobald geflohen.

Der alte Keyserl. Palast. Ist noch hinterstellig der Römischen Keyser alter Palast/ welcher von dem Berg Palatino also genennet wurde/ dieweil nemlich Keyser Augustus, und in vorigen Zeiten auch Romulus selbst auf demselben gewohnt/ und Hof gehalten hatten. Dieser Berg aber war an dem Ecke des Römischen Marcks/ als ein Theil dieses grossen Palasts/ mit mancherley Marmelsteinen gezieret/ nicht weniger auch mit etlichen auf Pfeiler erbauten Spatziergängen/ und einer herrlichen Bibliothek aufs beste versehen. Zur lincken und rechten Hand waren zween grosse und weite Plätze/ welche zum Pferdbereiten/ auch zur Wacht der Soldaten dieneten.

Der Tempel Apollinis. Eben an demselbigen Ort bauete Augustus einen Tempel Apollinis, auf dessen öbersten Spitzen ein Wagen der Sonnen gestanden/ so gantz verguldt gewest/ und einen wunderbaren Glantz von sich gegeben. Es wurde aber solcher Tempel Josephus lib. 2. de B. J. cap. 4. dem Apollini, durch Veranlassung des Actiachischen Kriegs/erbauet; mit guldenen/ dreyfüssigen Kesseln zum Wahrsagen/ und sehr schönen Hängleuchtern/ die gleich den tragenden Aepfelbäumen anzusehen waren/ auf das allerherrlichste von innen ausgezieret.

Haus Tiberii auf dem Berg. Suet. in vita, c. 47. Nach Absterben des Keysers Augusti, wurde derjenige Palast durch das Tiberinische Haus/ welches Tiberius bewohnt/ und vielleicht auch erbaut/ um so viel desto herrlicher und ansehnlicher gemacht: Dessen Aussehen gegen dem Circo Maximo, und Aventinischen Berge zu gerichtet war. Eben dasjenige Haus hat nachmals/ unter Jul. Capitolin. in vita. andern/ auch Keyser Antoninus Pius bewohnt; und M. Antonini Bruder/L. Verus ist gar darinnen auferzogen worden.

Ferner so scheinet fast die Keyserliche Bibliothek/ samt allen Reichs-Archiven seyen/ in solchem Haus/ verwahret worden. Wiewol nun Sueton. in Vitell. c. 15. zwar dasselbige dem Circo Maximo zu gelegen/ so kunte man doch von daraus auch auf den Marck und das Capitolium sehen. Davon wird nun auch verstanden diejenige Schertzrede des Keysers Antonini Pii, nachdem er den Apollonium, als einen gelehrten Philosophum, aus Griechenland nach Rom entboten/ und/ den an Sohnes statt angenommenen Marcum Antoninum, in freyen Apollinis Philosophischer Stoltz. Künsten zu unterweisen/ verlanget hatte: Denn so bald Apollonius zu Rom angelangte/ wurde er gar vom Keyser nach Hof/ das ist/ in das Tiberinische Haus beruffen; allein er weigerte sich dessen/ und vermeinte seiner philosophische Reputation höchst entgegen zu seyn/ daß ein Lehrmeister seinem Discipul nachgehen solte. Darüber lachte dann der Keyser Antoninus, und sprach: Apollonius kunte mit viel leichterer Mühe von Chalcide aus/ nach Rom/ als von seinem Haus in unsren Palast kommen.

Vergrösserung des Keyserl. Palasts. Nach den Zeiten Tiberii hatte Keyser Caligula denselben um ein merckliches vergrössert/ den Tempel Castoris & Pollucis abgebrochen/ [Spaltenumbruch] und einen sehr weiten Vorhof daraus erbauet. Dion. lib. 50. cap. 41. Plinius lib. 36. cap. 15. Sueton. in Calig. c. 50. Welchen hernach Keyser Claudius wiederum aufgerichtet/ und erstattet. Plinius vergleicht des Caligulae Gebäue / mit dem grossen Haus Neronis, welche dazumal fast die gantze Stadt eingenommen hatten. Svetonius schreibt hievon/ wie daß sehr lange Spatziergänge darinnen befindlich gewest. Solches herrliche Gebäu aber ist/ unter Tacit. lib. 15. Annal. dem Nerone, durch den vorsetzlichen Brand/ in die Asche gelegt/ und von demselben alsdenn viel prächtiger und köstlicher von neuem erbauet und aufgerichtet worden.

In folgenden Zeiten hat Domitianus den Keyserlichen Palast noch weiter gemacht/ und mit vortreflichen Spatziergängen vortrefllich ausgezieret; zumal die Wände darinnen mit einem sonderbaren Spiegel-stein also belegt waren/ daraus Plutarchus in vita Poplic.Domitianus alles dasjenige sehen kunte/ was hinterrucks geschah. Wie dann dergleichen Baukunst bey den Alten sehr üblich gewest/ daß sie die Casaub. in Vopisci Quadr. Tyrann. p. 358. Plinius lib. 36. cap. 25. Seneca epist. 86. Gläserne Spiegelwände. Wände mit eitel Glas bekleidet/ wie gethan der Tyrann Firmus; und Scaurus sein Schauspielhaus erbauet: Damit es endlich so weit gekommen/ daß sie gantz gläserne Kammern/ sich entweder darinnen zu baden/ oder sich sonst zu belustigen/ erfunden und ausgebracht. Uberdis so wusten auch die alten Bauleute/ spricht Vitruvius, die Wände sonst mit anderer Arbeit also zu bedecken/ und dermassen zu poliren/ daß man sich/ wie in einem Spiegel/ darinnen ersehen kunte.

Fast dergleichen wird von den Reisenden/ in Engelland/ zu Londen/ und zwar in des Hertzogen von Bukingham Palast/ mit sonderbarem Fleiß beobachtet: Woselbst eine Gallerie gezeiget wird/ darinnen zu beeden Seiten eine Thür mit Spiegeln gemacht/ also scheinet/ als sehe man noch in eine lange Gallerie hinaus: In der Mitte des Gemachs steht ein Camin/ von weiß und schwartzem Marmel/ sehr kunstlich: Oben ligt über quer ein Stuck schwartzen Marmels/ welcher auch dermassen polirt/ daß/ so die Fenster aufgethan werden/ man die gantze Stadt Londen/ samt dem berühmten Tems-fluß/ und allen Schiffen/ die immerdar auf- und abfahren/ darinnen beschauen kan.

Platz vor demjenigen Palast/ sehr groß. Vor dem Römisch-keyserlichen Palast (wolte ich ferner sagen) war ein so grosser Platz/ daß die vornemsten Schauspiele daselbst von dem Römischen Adel besuchet wurden: Denn man kunte gleich/ aus dem langen Spatziergang/ in das Spielhaus Josephus lib. 18. Jud. Antiq. c. 1. kommen; dahin auch die spielenden Personen ihren Ab- und Zugang hatten. Für dismal zugeschweigen der vielfältigen Höfe/ Gemächer und Kammern; item desjenigen Lustgartens/ darinnen der Keyser Heliogabalus, zur Sommerszeit/ einen Schnee-berg aufwerffen lassen; wie auch derjenigen Lust-bäder/ die auch so gar dem gemeinen Volck zu Gefallen/ beedes von Domitiano und Heliogabalo sehr kostbar erbauet worden. Ja/ welches noch denckwürdiger ist/ so waren in demjenigen Palast gantze Gassen/ mit Marmel gepflastert. Hoher Thurn Heliogabali. Heliogabalus ließ endlich auch einen hohen Thurn aufführen/ und dessen Grund mit herrlichen Schalen/ von Gold und Edelgestein/ belegen/

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und einen sehr weiten Vorhof daraus erbauet. <note place="right"><hi rendition="#aq"><persName ref="http://ta.sandrart.net/-person-1100 http://d-nb.info/gnd/118525824 http://viaf.org/viaf/95167625">Dion.</persName> lib. 50. cap. 41. <bibl><ref target="http://ta.sandrart.net/-bibliography-1348"><persName ref="http://ta.sandrart.net/-person-326 http://d-nb.info/gnd/118595083 http://viaf.org/viaf/100219162">Plinius</persName> lib. 36. cap. 15.</ref></bibl> <persName ref="http://ta.sandrart.net/-person-850 http://d-nb.info/gnd/118619918 http://viaf.org/viaf/100218597">Sueton.</persName> in Calig. c. 50</hi>.</note> Welchen hernach <persName ref="http://ta.sandrart.net/-person-543 http://d-nb.info/gnd/118521063 http://viaf.org/viaf/87172361">Keyser <hi rendition="#aq">Claudius</hi></persName> wiederum aufgerichtet/ und erstattet. <hi rendition="#aq"><persName ref="http://ta.sandrart.net/-person-326 http://d-nb.info/gnd/118595083 http://viaf.org/viaf/100219162">Plinius</persName></hi> vergleicht des <placeName ref="http://ta.sandrart.net/-place-2231"><hi rendition="#aq">Caligulae</hi> Gebäue</placeName> / mit dem <placeName ref="http://ta.sandrart.net/-place-321 http://arachne.uni-koeln.de/item/topographie/8004087">grossen Haus <hi rendition="#aq">Neronis</hi></placeName>, welche dazumal fast die gantze Stadt eingenommen hatten. <hi rendition="#aq"><persName ref="http://ta.sandrart.net/-person-850 http://d-nb.info/gnd/118619918 http://viaf.org/viaf/100218597">Svetonius</persName></hi> schreibt hievon/ wie daß sehr lange Spatziergänge darinnen befindlich gewest. Solches herrliche Gebäu aber ist/ unter <note place="right"><hi rendition="#aq"><persName ref="http://ta.sandrart.net/-person-848 http://d-nb.info/gnd/118620452 http://viaf.org/viaf/100226923">Tacit.</persName> lib. 15. Annal</hi>.</note> dem <hi rendition="#aq"><persName ref="http://ta.sandrart.net/-person-219 http://d-nb.info/gnd/118586998 http://www.getty.edu/vow/ULANFullDisplay?find=&amp;role=&amp;nation=&amp;subjectid=500115696 http://viaf.org/viaf/84036175">Nerone</persName>,</hi> durch den vorsetzlichen Brand/ in die Asche gelegt/ und von demselben alsdenn viel prächtiger und köstlicher von neuem erbauet und aufgerichtet worden.</p>
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              <p xml:id="p795.8"><note place="right"><placeName ref="http://ta.sandrart.net/-place-2231">Platz</placeName> vor demjenigen Palast/ sehr groß.</note> Vor dem <placeName ref="http://ta.sandrart.net/-place-1790">Römisch-keyserlichen Palast</placeName> (wolte <persName ref="http://ta.sandrart.net/-person-836">ich</persName> ferner sagen) war ein so grosser <placeName ref="http://ta.sandrart.net/-place-2231">Platz</placeName>/ daß die vornemsten Schauspiele daselbst von dem Römischen Adel besuchet wurden: Denn man kunte gleich/ aus dem langen Spatziergang/ in das <placeName ref="http://ta.sandrart.net/-place-2231">Spielhaus</placeName> <note rendition="#aq" place="right"><persName ref="http://ta.sandrart.net/-person-324 http://d-nb.info/gnd/118640003 http://viaf.org/viaf/22143666">Josephus</persName> lib. 18. Jud. Antiq. c. 1.</note> kommen; dahin auch die spielenden Personen ihren Ab- und Zugang hatten. Für dismal zugeschweigen der vielfältigen Höfe/ Gemächer und Kammern; item desjenigen Lustgartens/ darinnen der Keyser <hi rendition="#aq"><persName ref="http://ta.sandrart.net/-person-869 http://d-nb.info/gnd/118638890 http://viaf.org/viaf/40171768">Heliogabalus</persName>,</hi> zur Sommerszeit/ einen Schnee-berg aufwerffen lassen; wie auch derjenigen <placeName ref="http://ta.sandrart.net/-place-2231">Lust-bäder</placeName>/ die auch so gar dem gemeinen Volck zu Gefallen/ beedes von <hi rendition="#aq"><persName ref="http://ta.sandrart.net/-person-864 http://d-nb.info/gnd/118672231 http://viaf.org/viaf/96284078">Domitiano</persName></hi> und <hi rendition="#aq"><persName ref="http://ta.sandrart.net/-person-869 http://d-nb.info/gnd/118638890 http://viaf.org/viaf/40171768">Heliogabalo</persName></hi> sehr kostbar erbauet worden. Ja/ welches noch denckwürdiger ist/ so waren in demjenigen Palast gantze Gassen/ mit Marmel gepflastert. <note place="right">Hoher <placeName ref="http://ta.sandrart.net/-place-2231">Thurn <hi rendition="#aq">Heliogabali</hi></placeName>.</note> <hi rendition="#aq"><persName ref="http://ta.sandrart.net/-person-869 http://d-nb.info/gnd/118638890 http://viaf.org/viaf/40171768">Heliogabalus</persName></hi> ließ endlich auch einen hohen <placeName ref="http://ta.sandrart.net/-place-2231">Thurn</placeName> aufführen/ und dessen Grund mit herrlichen Schalen/ von Gold und Edelgestein/ belegen/
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[[I (Architektur), S. 63]/0260] und leinte seine Keule gleich im Eingang/ hinter die Thür; für dessen Geruch die Hunde alsobald geflohen. Plinius lib. 10. cap. 29. Ist noch hinterstellig der Römischen Keyser alter Palast/ welcher von dem Berg Palatino also genennet wurde/ dieweil nemlich Keyser Augustus, und in vorigen Zeiten auch Romulus selbst auf demselben gewohnt/ und Hof gehalten hatten. Dieser Berg aber war an dem Ecke des Römischen Marcks/ als ein Theil dieses grossen Palasts/ mit mancherley Marmelsteinen gezieret/ nicht weniger auch mit etlichen auf Pfeiler erbauten Spatziergängen/ und einer herrlichen Bibliothek aufs beste versehen. Zur lincken und rechten Hand waren zween grosse und weite Plätze/ welche zum Pferdbereiten/ auch zur Wacht der Soldaten dieneten. Der alte Keyserl. Palast. Eben an demselbigen Ort bauete Augustus einen Tempel Apollinis, auf dessen öbersten Spitzen ein Wagen der Sonnen gestanden/ so gantz verguldt gewest/ und einen wunderbaren Glantz von sich gegeben. Es wurde aber solcher Tempel dem Apollini, durch Veranlassung des Actiachischen Kriegs/erbauet; mit guldenen/ dreyfüssigen Kesseln zum Wahrsagen/ und sehr schönen Hängleuchtern/ die gleich den tragenden Aepfelbäumen anzusehen waren/ auf das allerherrlichste von innen ausgezieret. Der Tempel Apollinis. Josephus lib. 2. de B. J. cap. 4. Nach Absterben des Keysers Augusti, wurde derjenige Palast durch das Tiberinische Haus/ welches Tiberius bewohnt/ und vielleicht auch erbaut/ um so viel desto herrlicher und ansehnlicher gemacht: Dessen Aussehen gegen dem Circo Maximo, und Aventinischen Berge zu gerichtet war. Eben dasjenige Haus hat nachmals/ unter andern/ auch Keyser Antoninus Pius bewohnt; und M. Antonini Bruder/L. Verus ist gar darinnen auferzogen worden. Haus Tiberii auf dem Berg. Suet. in vita, c. 47. Jul. Capitolin. in vita.Ferner so scheinet fast die Keyserliche Bibliothek/ samt allen Reichs-Archiven seyen/ in solchem Haus/ verwahret worden. Wiewol nun zwar dasselbige dem Circo Maximo zu gelegen/ so kunte man doch von daraus auch auf den Marck und das Capitolium sehen. Davon wird nun auch verstanden diejenige Schertzrede des Keysers Antonini Pii, nachdem er den Apollonium, als einen gelehrten Philosophum, aus Griechenland nach Rom entboten/ und/ den an Sohnes statt angenommenen Marcum Antoninum, in freyen Künsten zu unterweisen/ verlanget hatte: Denn so bald Apollonius zu Rom angelangte/ wurde er gar vom Keyser nach Hof/ das ist/ in das Tiberinische Haus beruffen; allein er weigerte sich dessen/ und vermeinte seiner philosophische Reputation höchst entgegen zu seyn/ daß ein Lehrmeister seinem Discipul nachgehen solte. Darüber lachte dann der Keyser Antoninus, und sprach: Apollonius kunte mit viel leichterer Mühe von Chalcide aus/ nach Rom/ als von seinem Haus in unsren Palast kommen. Sueton. in Vitell. c. 15. Apollinis Philosophischer Stoltz. Nach den Zeiten Tiberii hatte Keyser Caligula denselben um ein merckliches vergrössert/ den Tempel Castoris & Pollucis abgebrochen/ und einen sehr weiten Vorhof daraus erbauet. Welchen hernach Keyser Claudius wiederum aufgerichtet/ und erstattet. Plinius vergleicht des Caligulae Gebäue / mit dem grossen Haus Neronis, welche dazumal fast die gantze Stadt eingenommen hatten. Svetonius schreibt hievon/ wie daß sehr lange Spatziergänge darinnen befindlich gewest. Solches herrliche Gebäu aber ist/ unter dem Nerone, durch den vorsetzlichen Brand/ in die Asche gelegt/ und von demselben alsdenn viel prächtiger und köstlicher von neuem erbauet und aufgerichtet worden. Vergrösserung des Keyserl. Palasts. Dion. lib. 50. cap. 41. Plinius lib. 36. cap. 15. Sueton. in Calig. c. 50. Tacit. lib. 15. Annal.In folgenden Zeiten hat Domitianus den Keyserlichen Palast noch weiter gemacht/ und mit vortreflichen Spatziergängen vortrefllich ausgezieret; zumal die Wände darinnen mit einem sonderbaren Spiegel-stein also belegt waren/ daraus Domitianus alles dasjenige sehen kunte/ was hinterrucks geschah. Wie dann dergleichen Baukunst bey den Alten sehr üblich gewest/ daß sie die Wände mit eitel Glas bekleidet/ wie gethan der Tyrann Firmus; und Scaurus sein Schauspielhaus erbauet: Damit es endlich so weit gekommen/ daß sie gantz gläserne Kammern/ sich entweder darinnen zu baden/ oder sich sonst zu belustigen/ erfunden und ausgebracht. Uberdis so wusten auch die alten Bauleute/ spricht Vitruvius, die Wände sonst mit anderer Arbeit also zu bedecken/ und dermassen zu poliren/ daß man sich/ wie in einem Spiegel/ darinnen ersehen kunte. Plutarchus in vita Poplic. Casaub. in Vopisci Quadr. Tyrann. p. 358. Plinius lib. 36. cap. 25. Seneca epist. 86. Gläserne Spiegelwände.Fast dergleichen wird von den Reisenden/ in Engelland/ zu Londen/ und zwar in des Hertzogen von Bukingham Palast/ mit sonderbarem Fleiß beobachtet: Woselbst eine Gallerie gezeiget wird/ darinnen zu beeden Seiten eine Thür mit Spiegeln gemacht/ also scheinet/ als sehe man noch in eine lange Gallerie hinaus: In der Mitte des Gemachs steht ein Camin/ von weiß und schwartzem Marmel/ sehr kunstlich: Oben ligt über quer ein Stuck schwartzen Marmels/ welcher auch dermassen polirt/ daß/ so die Fenster aufgethan werden/ man die gantze Stadt Londen/ samt dem berühmten Tems-fluß/ und allen Schiffen/ die immerdar auf- und abfahren/ darinnen beschauen kan. Vor dem Römisch-keyserlichen Palast (wolte ich ferner sagen) war ein so grosser Platz/ daß die vornemsten Schauspiele daselbst von dem Römischen Adel besuchet wurden: Denn man kunte gleich/ aus dem langen Spatziergang/ in das Spielhaus kommen; dahin auch die spielenden Personen ihren Ab- und Zugang hatten. Für dismal zugeschweigen der vielfältigen Höfe/ Gemächer und Kammern; item desjenigen Lustgartens/ darinnen der Keyser Heliogabalus, zur Sommerszeit/ einen Schnee-berg aufwerffen lassen; wie auch derjenigen Lust-bäder/ die auch so gar dem gemeinen Volck zu Gefallen/ beedes von Domitiano und Heliogabalo sehr kostbar erbauet worden. Ja/ welches noch denckwürdiger ist/ so waren in demjenigen Palast gantze Gassen/ mit Marmel gepflastert. Heliogabalus ließ endlich auch einen hohen Thurn aufführen/ und dessen Grund mit herrlichen Schalen/ von Gold und Edelgestein/ belegen/ Platz vor demjenigen Palast/ sehr groß. Josephus lib. 18. Jud. Antiq. c. 1. Hoher Thurn Heliogabali.

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Zitationshilfe: Sandrart, Joachim von: L’Academia Todesca. della Architectura, Scultura & Pittura: Oder Teutsche Academie der Edlen Bau- Bild- und Mahlerey-Künste. Bd. 2,1. Nürnberg, 1679, S. [I (Architektur), S. 63]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/sandrart_academie0201_1679/260>, abgerufen am 05.08.2020.