Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Sandrart, Joachim von: L’Academia Todesca. della Architectura, Scultura & Pittura: Oder Teutsche Academie der Edlen Bau- Bild- und Mahlerey-Künste. Bd. 2,1. Nürnberg, 1679.

Bild:
<< vorherige Seite

[Spaltenumbruch] Edler Jüngling/ und tapferer Soldat/ hervorgethan/ die Auslegung derjenigen Antwort selbst gemacht/ mit Vermeldung/ daß die Römer dazumal nichts bessers wüssten/ noch annehmlichers hätten/ dann eben dasjenige/ was zu Führung des Kriegs nützlich und dienstlich wäre: Nemlich/ Roß und Mann. Erbote sich hierauf/ der gemeinen Stadt zum besten/ ihr diesen Reuter-dienst zu leisten/ und dem Römischen Volck zu Gefallen/ solchen Sprung für sie alle zu wagen.

Nachdem er also/ in höchster Stille der Zuseher/ seine Augen/ bald gegen diejenige Tempel/ so auf dem Marck stunden/ bald gegen das Capitolium, gewandt/ dann wieder den tieffen Abgrund wolbedächtlich angesehen; hat er sich auf ein wolgeputztes Pferd gesetzt/ solchem/ bis zur Grube/ die Sporne gegeben/ und sich also in den besagten Erdfall selbst hinab gestürtzet: Worauf die Burgerschafft allerhand Getreid nach ihm hineingeworffen/ und ist darauf dieser Riß von Stund an wieder zusammen gegangen/ und weiter nichts verspüret worden: Ausser daß (wie etliche wollen) Der Teich Curtii. der Curtische Teich/ oder See/ nach der Zeit an diesem Ort entstanden; in welchen nachmals/ altem Gebrauch und Herkommen nach/ die Sueton. in Aug. c. 57. Römischen Edelleute etliches kleines Geld/ als ein Opfer/ jährlich geworffen/ und zugleich für des Keysers beharrlichen Wolstand/ ein sonderbares Gelübde gethan; die unter-irdischen Seelengötter dadurch vielleicht zu begütigen. Eben bey diesem Teich wurde/ in folgenden Zeiten/ der Keyser Galba erwürgt/ und allda in seinem Blut/ Id. in Galba cap. 20. gleichwie er war/ also ligend gelassen; bis ein gemeiner Soldat ungefehr/ im Vorbeygehen/ ihm den Kopf abgehauen; und weil solcher gantz kahl war/ daß er ihn anderst nicht aufheben kunte/ seinen Finger in dessen Mund steckte/ und den Kahlkopf dem Othoni, als welcher ihm in der Regirung gefolgt/ also hingebracht.

Tempel des Keysers Antonini Pii. Ferner so ist allhie noch zu besehen/ so viel von dem Tempel des Keysers Antonini Pii, auf dem Römischen Marck/ übergeblieben; woselbst noch heutiges Tages zehen schöne Pfeiler aufgerichtet stehen. So wurden auch vor etlichen Jahren andere gar grosse ausgegraben/ samt noch etlichen alten Marmelsteinen/ und andern Antiquitäten. Auf dem Vorgiebel stund diese Innschrifft:

D. ANTONINO ET D. FAUSTI-
NAE
EX SC.

Nachdem aber derjenige Giebel/ durch irgend ein ungefähres Unglück zerfallen/ wurde von denen zerfallenen Werckstücken die Kirche S. Laurentii in Miranda erbauet. Es pflegten aber die Alten ihren abgestorbenen Königen und Keysern dergleichen Tempel zu erbauen/ und zu widmen; dieweil solche/ ihrer abgöttischen Meinung nach/ nunmehr in die Zahl der Götter versetzet/ und dannenhero nach ihrem Namen so genamte Priester/ Capitolin. in Anton. (Sacerdotes Antoniniani) ihnen zugeordnet wurden: dergleichen Ehre Antoninus Pius auch seinem Vatter Adriano angethan hatte.

[Spaltenumbruch]

Japanische Götter und Tempel. Solcher massen haben auch die Japaner/ viel Könige/ und andere vortreffliche/ tapfere Männer zu Göttern gemacht; die vormals ihrem Vatterland entweder durch herrliche Siege/ wider ihre Feinde/ oder durch kluge Beherrschung der Länder/ oder durch Erfindung nützlicher Künste/ viel Guts gethan: Weswegen sie endlich für Götter gehalten worden sind. Dergleichen war der gewesene Jäger/ Toranga, auf der Insel Corea, welcher acht Japanische Tyrannen erlegt hatte; item Deva und Han, beede Könige von Tangut: Also begehrte auch der Schmertzen-volle Keyser Taikosama , nach seinem Tod ein Kanus, das ist/ ein Ober-götz zu werden; und wegen seiner vormaligen Kriegs-thaten/ Xin Fachiman, das ist/ ein neuer Kriegs-götz zu heissen: Darum er auch/ noch in seinem Leben einen solchen Tempel erbauet/ welcher für einen von den allerköstlichsten im gantzen Reich gehalten wird.

In diesen Götter-stand wurden mit der Zeit Königs-kinder/ Könige und Keiser erhoben/ und Kanusi, genennet/ als welche durch grosse Thaten ihnen Ath. Kircher. Part. 3. Chin. Illustr. c. 2. einen unsterblichen Namen zu wegen gebracht. Der Spanier/ Ludovicus Gusman, nennet sie Sennores de Japon, y muy sennalados en la guerra, das ist/ grosse Herren in Japan/ und vortreffliche Kriegs-helden/ von welchen sie insonderheit den Sieg wider ihre Feinde gebeten. Daß nun/ wolte ich sagen/ die Römischen Keyser/ nach deren Absterben/ auch also vergöttert worden/ ist aus der erst-besagten Innschrifft genugsam zu schliessen/ indem Antoninus genennet wird Divus; ingleichen dessen Gemahlinn Diva.

Zween unterschiedene Tempel Antonini. Wobey aber nothwendig zu erinnern/ daß der Tempel Antonini an und für sich selbst/ welcher nächst der Kirche S. Salvatoris, und vor der Kirche S. Mariae in Anquiro, zu Ende des Römischen Marcks gestanden/ von demjenigen Tempel gantz unterschieden/ welcher dem Antonino, und seiner Gemahlinn Faustinae, zugleich gewidmet gewest.

Der beeden Faustinen böses Gericht. Im übrigen ist sich so groß nicht darob zu verwundern/ daß der Rath zu Rom die beeden Faustinas, wiewol sie der Unzucht halber sehr verdächtig/ und in einem bösen Geschrey waren/ als Göttinnen/ mit Circensischen Schauspielen/ Tempeln/ Priestern und Bildern von Gold und Silber/ höchst beehret; da sie nemlich im dritten Jahre der Regirung ihres Herrn gestorben war: So war auch die andere Faustina , M. Antonini Philosophi , Unehr wegen/ in einem so grossen Verdacht/ daß man auch ihren Sohn/ den Keyser Commodum selbst/ aus beflecktem Ehbette erzeuget zu seyn/ allerdings dafür gehalten.

Huren werden/ als Göttinnen/ geehret. Denn/ wie dem allen/ so ist es doch kein Wunder nicht/ indem auch die Römer öffentlichen Huren göttliche Ehre angethan/ dergleichen Aica Laurentia, Venus und Flora gewest: Dannoch aber wurde denselben/ nach ihrem Tod/ in den grössten und vornehmsten Städten geopfert/ und ihr Gedächtnus jährlich gefeyret; damit alles fruchtbar werden/ und die Erde ihr Gewächs geben möchte: Gleichwie Arnobius den Heiden solchen

[Spaltenumbruch] Edler Jüngling/ und tapferer Soldat/ hervorgethan/ die Auslegung derjenigen Antwort selbst gemacht/ mit Vermeldung/ daß die Römer dazumal nichts bessers wüssten/ noch annehmlichers hätten/ dann eben dasjenige/ was zu Führung des Kriegs nützlich und dienstlich wäre: Nemlich/ Roß und Mann. Erbote sich hierauf/ der gemeinen Stadt zum besten/ ihr diesen Reuter-dienst zu leisten/ und dem Römischen Volck zu Gefallen/ solchen Sprung für sie alle zu wagen.

Nachdem er also/ in höchster Stille der Zuseher/ seine Augen/ bald gegen diejenige Tempel/ so auf dem Marck stunden/ bald gegen das Capitolium, gewandt/ dann wieder den tieffen Abgrund wolbedächtlich angesehen; hat er sich auf ein wolgeputztes Pferd gesetzt/ solchem/ bis zur Grube/ die Sporne gegeben/ und sich also in den besagten Erdfall selbst hinab gestürtzet: Worauf die Burgerschafft allerhand Getreid nach ihm hineingeworffen/ und ist darauf dieser Riß von Stund an wieder zusammen gegangen/ und weiter nichts verspüret worden: Ausser daß (wie etliche wollen) Der Teich Curtii. der Curtische Teich/ oder See/ nach der Zeit an diesem Ort entstanden; in welchen nachmals/ altem Gebrauch und Herkommen nach/ die Sueton. in Aug. c. 57. Römischen Edelleute etliches kleines Geld/ als ein Opfer/ jährlich geworffen/ und zugleich für des Keysers beharrlichen Wolstand/ ein sonderbares Gelübde gethan; die unter-irdischen Seelengötter dadurch vielleicht zu begütigen. Eben bey diesem Teich wurde/ in folgenden Zeiten/ der Keyser Galba erwürgt/ und allda in seinem Blut/ Id. in Galba cap. 20. gleichwie er war/ also ligend gelassen; bis ein gemeiner Soldat ungefehr/ im Vorbeygehen/ ihm den Kopf abgehauen; und weil solcher gantz kahl war/ daß er ihn anderst nicht aufheben kunte/ seinen Finger in dessen Mund steckte/ und den Kahlkopf dem Othoni, als welcher ihm in der Regirung gefolgt/ also hingebracht.

Tempel des Keysers Antonini Pii. Ferner so ist allhie noch zu besehen/ so viel von dem Tempel des Keysers Antonini Pii, auf dem Römischen Marck/ übergeblieben; woselbst noch heutiges Tages zehen schöne Pfeiler aufgerichtet stehen. So wurden auch vor etlichen Jahren andere gar grosse ausgegraben/ samt noch etlichen alten Marmelsteinen/ und andern Antiquitäten. Auf dem Vorgiebel stund diese Innschrifft:

D. ANTONINO ET D. FAUSTI-
NAE
EX SC.

Nachdem aber derjenige Giebel/ durch irgend ein ungefähres Unglück zerfallen/ wurde von denen zerfallenen Werckstücken die Kirche S. Laurentii in Miranda erbauet. Es pflegten aber die Alten ihren abgestorbenen Königen und Keysern dergleichen Tempel zu erbauen/ und zu widmen; dieweil solche/ ihrer abgöttischen Meinung nach/ nunmehr in die Zahl der Götter versetzet/ und dannenhero nach ihrem Namen so genamte Priester/ Capitolin. in Anton. (Sacerdotes Antoniniani) ihnen zugeordnet wurden: dergleichen Ehre Antoninus Pius auch seinem Vatter Adriano angethan hatte.

[Spaltenumbruch]

Japanische Götter und Tempel. Solcher massen haben auch die Japaner/ viel Könige/ und andere vortreffliche/ tapfere Männer zu Göttern gemacht; die vormals ihrem Vatterland entweder durch herrliche Siege/ wider ihre Feinde/ oder durch kluge Beherrschung der Länder/ oder durch Erfindung nützlicher Künste/ viel Guts gethan: Weswegen sie endlich für Götter gehalten worden sind. Dergleichen war der gewesene Jäger/ Toranga, auf der Insel Corea, welcher acht Japanische Tyrannen erlegt hatte; item Deva und Han, beede Könige von Tangut: Also begehrte auch der Schmertzen-volle Keyser Taikosama , nach seinem Tod ein Kanus, das ist/ ein Ober-götz zu werden; und wegen seiner vormaligen Kriegs-thaten/ Xin Fachiman, das ist/ ein neuer Kriegs-götz zu heissen: Darum er auch/ noch in seinem Leben einen solchen Tempel erbauet/ welcher für einen von den allerköstlichsten im gantzen Reich gehalten wird.

In diesen Götter-stand wurden mit der Zeit Königs-kinder/ Könige und Keiser erhoben/ und Kanusi, genennet/ als welche durch grosse Thaten ihnen Ath. Kircher. Part. 3. Chin. Illustr. c. 2. einen unsterblichen Namen zu wegen gebracht. Der Spanier/ Ludovicus Gusman, nennet sie Sennores de Japon, y muy sennalados en la guerra, das ist/ grosse Herren in Japan/ und vortreffliche Kriegs-helden/ von welchen sie insonderheit den Sieg wider ihre Feinde gebeten. Daß nun/ wolte ich sagen/ die Römischen Keyser/ nach deren Absterben/ auch also vergöttert worden/ ist aus der erst-besagten Innschrifft genugsam zu schliessen/ indem Antoninus genennet wird Divus; ingleichen dessen Gemahlinn Diva.

Zween unterschiedene Tempel Antonini. Wobey aber nothwendig zu erinnern/ daß der Tempel Antonini an und für sich selbst/ welcher nächst der Kirche S. Salvatoris, und vor der Kirche S. Mariae in Anquiro, zu Ende des Römischen Marcks gestanden/ von demjenigen Tempel gantz unterschieden/ welcher dem Antonino, und seiner Gemahlinn Faustinae, zugleich gewidmet gewest.

Der beeden Faustinen böses Gericht. Im übrigen ist sich so groß nicht darob zu verwundern/ daß der Rath zu Rom die beeden Faustinas, wiewol sie der Unzucht halber sehr verdächtig/ und in einem bösen Geschrey waren/ als Göttinnen/ mit Circensischen Schauspielen/ Tempeln/ Priestern und Bildern von Gold und Silber/ höchst beehret; da sie nemlich im dritten Jahre der Regirung ihres Herrn gestorben war: So war auch die andere Faustina , M. Antonini Philοsophi , Unehr wegen/ in einem so grossen Verdacht/ daß man auch ihren Sohn/ den Keyser Commodum selbst/ aus beflecktem Ehbette erzeuget zu seyn/ allerdings dafür gehalten.

Huren werden/ als Göttinnen/ geehret. Denn/ wie dem allen/ so ist es doch kein Wunder nicht/ indem auch die Römer öffentlichen Huren göttliche Ehre angethan/ dergleichen Aica Laurentia, Venus und Flora gewest: Dannoch aber wurde denselben/ nach ihrem Tod/ in den grössten und vornehmsten Städten geopfert/ und ihr Gedächtnus jährlich gefeyret; damit alles fruchtbar werden/ und die Erde ihr Gewächs geben möchte: Gleichwie Arnobius den Heiden solchen

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div xml:id="d767.1">
            <div>
              <p xml:id="p797.8"><pb facs="#f0263" xml:id="pb-798" n="[I (Architektur), S. 66]"/><cb/>
Edler Jüngling/ und tapferer Soldat/ hervorgethan/ die Auslegung derjenigen Antwort selbst gemacht/ mit Vermeldung/ daß die Römer dazumal nichts bessers wüssten/ noch annehmlichers hätten/ dann eben dasjenige/ was zu Führung des Kriegs nützlich und dienstlich wäre: Nemlich/ Roß und Mann. Erbote sich hierauf/ der gemeinen Stadt zum besten/ ihr diesen Reuter-dienst zu leisten/ und dem Römischen Volck zu Gefallen/ solchen Sprung für sie alle zu wagen.</p>
              <p xml:id="p798.1">Nachdem er also/ in höchster Stille der Zuseher/ seine Augen/ bald gegen diejenige Tempel/ so auf dem <placeName ref="http://ta.sandrart.net/-place-446">Marck</placeName> stunden/ bald gegen das <hi rendition="#aq"><placeName ref="http://ta.sandrart.net/-place-191 http://www.geonames.org/3180706/ http://www.getty.edu/vow/TGNFullDisplay?find=&amp;place=&amp;nation=&amp;subjectid=7006963">Capitolium</placeName>,</hi> gewandt/ dann wieder den tieffen Abgrund wolbedächtlich angesehen; hat er sich auf ein wolgeputztes Pferd gesetzt/ solchem/ bis zur Grube/ die Sporne gegeben/ und sich also in den besagten Erdfall selbst hinab gestürtzet: Worauf die Burgerschafft allerhand Getreid nach ihm hineingeworffen/ und ist darauf dieser Riß von Stund an wieder zusammen gegangen/ und weiter nichts verspüret worden: Ausser daß (wie etliche wollen) <note place="right">Der <placeName ref="http://ta.sandrart.net/-place-367 http://arachne.uni-koeln.de/item/bauwerk/2107809 http://census.bbaw.de/easydb/censusID=151326">Teich <hi rendition="#aq">Curtii</hi></placeName>.</note> der <placeName ref="http://ta.sandrart.net/-place-367 http://arachne.uni-koeln.de/item/bauwerk/2107809 http://census.bbaw.de/easydb/censusID=151326"><hi rendition="#aq">Curtische</hi> Teich</placeName>/ oder See/ nach der Zeit an diesem Ort entstanden; in welchen nachmals/ altem Gebrauch und Herkommen nach/ die <note rendition="#aq" place="right"><persName ref="http://ta.sandrart.net/-person-850 http://d-nb.info/gnd/118619918 http://viaf.org/viaf/100218597">Sueton.</persName> in Aug. c. 57.</note> Römischen Edelleute etliches kleines Geld/ als ein Opfer/ jährlich geworffen/ und zugleich für des Keysers beharrlichen Wolstand/ ein sonderbares Gelübde gethan; die unter-irdischen Seelengötter dadurch vielleicht zu begütigen. Eben bey diesem Teich wurde/ in folgenden Zeiten/ der <persName ref="http://ta.sandrart.net/-person-978 http://d-nb.info/gnd/118716166 http://viaf.org/viaf/89549872">Keyser <hi rendition="#aq">Galba</hi></persName> erwürgt/ und allda in seinem Blut/ <note rendition="#aq" place="right"><persName ref="http://ta.sandrart.net/-person-850 http://d-nb.info/gnd/118619918 http://viaf.org/viaf/100218597">Id.</persName> in Galba cap. 20.</note> gleichwie er war/ also ligend gelassen; bis ein gemeiner Soldat ungefehr/ im Vorbeygehen/ ihm den Kopf abgehauen; und weil solcher gantz kahl war/ daß er ihn anderst nicht aufheben kunte/ seinen Finger in dessen Mund steckte/ und den Kahlkopf dem <hi rendition="#aq"><persName ref="http://ta.sandrart.net/-person-979 http://d-nb.info/gnd/118787357 http://viaf.org/viaf/84036319">Othoni</persName>,</hi> als welcher ihm in der Regirung gefolgt/ also hingebracht.</p>
              <p xml:id="p798.2"><note place="right"><placeName ref="http://ta.sandrart.net/-place-443 http://arachne.uni-koeln.de/item/bauwerk/2100067 http://census.bbaw.de/easydb/censusID=151328">Tempel des Keysers <hi rendition="#aq">Antonini Pii</hi></placeName>.</note><name ref="http://ta.sandrart.net/-artwork-1311 http://census.bbaw.de/easydb/censusID=151328" type="artificialWork">Ferner so ist allhie noch zu besehen/ so viel von dem <placeName ref="http://ta.sandrart.net/-place-443 http://arachne.uni-koeln.de/item/bauwerk/2100067 http://census.bbaw.de/easydb/censusID=151328">Tempel des Keysers <hi rendition="#aq">Antonini Pii</hi></placeName>, auf dem <placeName ref="http://ta.sandrart.net/-place-446">Römischen Marck</placeName>/ übergeblieben; woselbst noch heutiges Tages zehen schöne Pfeiler aufgerichtet stehen.</name> So wurden auch vor etlichen Jahren andere gar grosse ausgegraben/ samt noch etlichen alten Marmelsteinen/ und andern <hi rendition="#aq">Antiquit</hi>äten. Auf dem Vorgiebel stund diese Innschrifft:</p>
              <p rendition="#c"> <hi rendition="#aq">
                  <foreign xml:lang="lat">D. <persName ref="http://ta.sandrart.net/-person-221 http://d-nb.info/gnd/118503499 http://viaf.org/viaf/62833890">ANTONINO</persName> ET D. <persName ref="http://ta.sandrart.net/-person-504 http://d-nb.info/gnd/118686240 http://viaf.org/viaf/52483634">FAUSTI-<lb/>
NAE</persName> EX SC.</foreign>
                </hi> </p>
              <p xml:id="p798.3">Nachdem aber derjenige Giebel/ durch irgend ein ungefähres Unglück zerfallen/ wurde von denen zerfallenen Werckstücken die Kirche <hi rendition="#aq"><placeName ref="http://ta.sandrart.net/-place-384">S. Laurentii in Miranda</placeName></hi> erbauet. Es pflegten aber die Alten ihren abgestorbenen Königen und Keysern dergleichen Tempel zu erbauen/ und zu widmen; dieweil solche/ ihrer abgöttischen Meinung nach/ nunmehr in die Zahl der Götter versetzet/ und dannenhero nach ihrem Namen so genamte Priester/ <note place="right"><hi rendition="#aq"><persName ref="http://ta.sandrart.net/-person-1101 http://d-nb.info/gnd/119353024 http://viaf.org/viaf/41834652">Capitolin.</persName> in Anton</hi>.</note> (<persName ref="http://ta.sandrart.net/-person-4852"><hi rendition="#aq">Sacerdotes Antoniniani</hi></persName>) ihnen zugeordnet wurden: dergleichen Ehre <hi rendition="#aq"><persName ref="http://ta.sandrart.net/-person-221 http://d-nb.info/gnd/118503499 http://viaf.org/viaf/62833890">Antoninus Pius</persName></hi> auch seinem Vatter <hi rendition="#aq"><persName ref="http://ta.sandrart.net/-person-220 http://d-nb.info/gnd/118544373 http://viaf.org/viaf/82440741">Adriano</persName></hi> angethan hatte.</p>
              <cb/>
              <p xml:id="p798.4"><note place="right">Japanische Götter und Tempel.</note> Solcher massen haben auch die Japaner/ viel Könige/ und andere vortreffliche/ tapfere Männer zu Göttern gemacht; die vormals ihrem Vatterland entweder durch herrliche Siege/ wider ihre Feinde/ oder durch kluge Beherrschung der Länder/ oder durch Erfindung nützlicher Künste/ viel Guts gethan: Weswegen sie endlich für Götter gehalten worden sind. Dergleichen war der gewesene Jäger/ <hi rendition="#aq"><persName ref="http://ta.sandrart.net/-person-981">Toranga</persName>,</hi> auf der Insel <hi rendition="#aq"><placeName ref="http://ta.sandrart.net/-place-383">Corea</placeName>,</hi> welcher acht Japanische Tyrannen erlegt hatte; item <hi rendition="#aq"><persName ref="http://ta.sandrart.net/-person-5632">Deva</persName></hi> und <hi rendition="#aq"><persName ref="http://ta.sandrart.net/-person-5632">Han</persName>,</hi> beede Könige von <hi rendition="#aq"><placeName ref="http://ta.sandrart.net/-place-2172">Tangut</placeName></hi>: Also begehrte auch der Schmertzen-volle Keyser <hi rendition="#aq"><persName ref="http://ta.sandrart.net/-person-5632">Taikosama</persName> ,</hi> nach seinem Tod ein <hi rendition="#aq">Kanus,</hi> das ist/ ein Ober-götz zu werden; und wegen seiner vormaligen Kriegs-thaten/ <hi rendition="#aq">Xin Fachiman,</hi> das ist/ ein neuer Kriegs-götz zu heissen: Darum er auch/ noch in seinem Leben einen solchen Tempel erbauet/ welcher für einen von den allerköstlichsten im gantzen Reich gehalten wird.</p>
              <p xml:id="p798.5">In diesen Götter-stand wurden mit der Zeit Königs-kinder/ Könige und Keiser erhoben/ und <hi rendition="#aq">Kanusi,</hi> genennet/ als welche durch grosse Thaten ihnen <note place="right"><hi rendition="#aq"><bibl><ref target="http://ta.sandrart.net/-bibliography-1008"><persName ref="http://ta.sandrart.net/-person-847 http://d-nb.info/gnd/118562347 http://viaf.org/viaf/31998409">Ath. Kircher.</persName> Part. 3. Chin. Illustr. c. 2</ref></bibl></hi>.</note> einen unsterblichen Namen zu wegen gebracht. Der Spanier/ <hi rendition="#aq"><persName ref="http://ta.sandrart.net/-person-4886 http://d-nb.info/gnd/139085076 http://viaf.org/viaf/15114938">Ludovicus Gusman</persName>,</hi> nennet sie <hi rendition="#aq"><foreign xml:lang="es">Sennores de <placeName ref="http://ta.sandrart.net/-place-351 http://www.getty.edu/vow/TGNFullDisplay?find=&amp;place=&amp;nation=&amp;subjectid=1000120">Japon</placeName>, y muy sennalados en la guerra</foreign></hi>, das ist/ grosse Herren in <placeName ref="http://ta.sandrart.net/-place-351 http://www.getty.edu/vow/TGNFullDisplay?find=&amp;place=&amp;nation=&amp;subjectid=1000120">Japan</placeName>/ und vortreffliche Kriegs-helden/ von welchen sie insonderheit den Sieg wider ihre Feinde gebeten. Daß nun/ wolte <persName ref="http://ta.sandrart.net/-person-836">ich</persName> sagen/ die Römischen Keyser/ nach deren Absterben/ auch also vergöttert worden/ ist aus der erst-besagten Innschrifft genugsam zu schliessen/ indem <hi rendition="#aq"><persName ref="http://ta.sandrart.net/-person-221 http://d-nb.info/gnd/118503499 http://viaf.org/viaf/62833890">Antoninus</persName></hi> genennet wird <hi rendition="#aq">Divus</hi>; ingleichen dessen <persName ref="http://ta.sandrart.net/-person-504 http://d-nb.info/gnd/118686240 http://viaf.org/viaf/52483634">Gemahlinn</persName> <hi rendition="#aq">Diva</hi>.</p>
              <p xml:id="p798.6"><note place="right">Zween unterschiedene Tempel <hi rendition="#aq">Antonini</hi>.</note> Wobey aber nothwendig zu erinnern/ daß der <placeName ref="http://ta.sandrart.net/-place-2231">Tempel <hi rendition="#aq">Antonini</hi></placeName> an und für sich selbst/ welcher nächst der Kirche <hi rendition="#aq"><placeName ref="http://ta.sandrart.net/-place-2231">S. Salvatoris</placeName>,</hi> und vor der Kirche <hi rendition="#aq"><placeName ref="http://ta.sandrart.net/-place-2148 http://census.bbaw.de/easydb/censusID=7319">S. Mariae in Anquiro</placeName>,</hi> zu Ende des <placeName ref="http://ta.sandrart.net/-place-446">Römischen Marcks</placeName> gestanden/ von demjenigen <placeName ref="http://ta.sandrart.net/-place-443 http://arachne.uni-koeln.de/item/bauwerk/2100067 http://census.bbaw.de/easydb/censusID=151328">Tempel</placeName> gantz unterschieden/ welcher dem <hi rendition="#aq"><persName ref="http://ta.sandrart.net/-person-221 http://d-nb.info/gnd/118503499 http://viaf.org/viaf/62833890">Antonino</persName>,</hi> und seiner Gemahlinn <hi rendition="#aq"><persName ref="http://ta.sandrart.net/-person-504 http://d-nb.info/gnd/118686240 http://viaf.org/viaf/52483634">Faustinae</persName>,</hi> zugleich gewidmet gewest. </p>
              <p xml:id="p798.7"><note place="right">Der beeden <persName ref="http://ta.sandrart.net/-person-504,faustdj http://d-nb.info/gnd/118686240 http://viaf.org/viaf/52483634"><hi rendition="#aq"><choice><sic>Fanstinen</sic><corr>Faustinen</corr></choice></hi></persName> böses Gericht.</note> Im übrigen ist sich so groß nicht darob zu verwundern/ daß der Rath zu <placeName ref="http://ta.sandrart.net/-place-6 http://www.geonames.org/3169070/ http://www.getty.edu/vow/TGNFullDisplay?find=&amp;place=&amp;nation=&amp;subjectid=7000874">Rom</placeName> die beeden <hi rendition="#aq">Faustinas,</hi> wiewol sie der Unzucht halber sehr verdächtig/ und in einem bösen Geschrey waren/ als Göttinnen/ mit <hi rendition="#aq">Circensi</hi>schen Schauspielen/ Tempeln/ Priestern und Bildern von Gold und Silber/ höchst beehret; da sie nemlich im dritten Jahre der Regirung ihres Herrn gestorben war: So war auch die andere <hi rendition="#aq"><persName ref="http://ta.sandrart.net/-person-997 http://d-nb.info/gnd/118532111 http://viaf.org/viaf/45093958">Faustina</persName> , <persName ref="http://ta.sandrart.net/-person-323 http://d-nb.info/gnd/118577468 http://viaf.org/viaf/102895066">M. Antonini Phil&#x03BF;sophi</persName></hi> , Unehr wegen/ in einem so grossen Verdacht/ daß man auch ihren Sohn/ den <persName ref="http://ta.sandrart.net/-person-913 http://d-nb.info/gnd/118521713 http://viaf.org/viaf/23502412">Keyser <hi rendition="#aq">Commodum</hi></persName> selbst/ aus beflecktem Ehbette erzeuget zu seyn/ allerdings dafür gehalten.</p>
              <p xml:id="p798.8"><note place="right">Huren werden/ als Göttinnen/ geehret.</note> Denn/ wie dem allen/ so ist es doch kein Wunder nicht/ indem auch die Römer öffentlichen Huren göttliche Ehre angethan/ dergleichen <hi rendition="#aq"><persName ref="http://ta.sandrart.net/-person-3020">Aica Laurentia</persName>, <persName ref="http://ta.sandrart.net/-person-126 http://d-nb.info/gnd/11876800X http://viaf.org/viaf/30332680">Venus</persName></hi> und <hi rendition="#aq"><persName ref="http://ta.sandrart.net/-person-1048 http://d-nb.info/gnd/118691880 http://viaf.org/viaf/77110125">Flora</persName></hi> gewest: Dannoch aber wurde denselben/ nach ihrem Tod/ in den grössten und vornehmsten Städten geopfert/ und ihr Gedächtnus jährlich gefeyret; damit alles fruchtbar werden/ und die Erde ihr Gewächs geben möchte: Gleichwie <hi rendition="#aq"><persName ref="http://ta.sandrart.net/-person-2447 http://d-nb.info/gnd/118650335 http://viaf.org/viaf/100902203">Arnobius</persName></hi> den Heiden solchen
</p>
            </div>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[[I (Architektur), S. 66]/0263] Edler Jüngling/ und tapferer Soldat/ hervorgethan/ die Auslegung derjenigen Antwort selbst gemacht/ mit Vermeldung/ daß die Römer dazumal nichts bessers wüssten/ noch annehmlichers hätten/ dann eben dasjenige/ was zu Führung des Kriegs nützlich und dienstlich wäre: Nemlich/ Roß und Mann. Erbote sich hierauf/ der gemeinen Stadt zum besten/ ihr diesen Reuter-dienst zu leisten/ und dem Römischen Volck zu Gefallen/ solchen Sprung für sie alle zu wagen. Nachdem er also/ in höchster Stille der Zuseher/ seine Augen/ bald gegen diejenige Tempel/ so auf dem Marck stunden/ bald gegen das Capitolium, gewandt/ dann wieder den tieffen Abgrund wolbedächtlich angesehen; hat er sich auf ein wolgeputztes Pferd gesetzt/ solchem/ bis zur Grube/ die Sporne gegeben/ und sich also in den besagten Erdfall selbst hinab gestürtzet: Worauf die Burgerschafft allerhand Getreid nach ihm hineingeworffen/ und ist darauf dieser Riß von Stund an wieder zusammen gegangen/ und weiter nichts verspüret worden: Ausser daß (wie etliche wollen) der Curtische Teich/ oder See/ nach der Zeit an diesem Ort entstanden; in welchen nachmals/ altem Gebrauch und Herkommen nach/ die Römischen Edelleute etliches kleines Geld/ als ein Opfer/ jährlich geworffen/ und zugleich für des Keysers beharrlichen Wolstand/ ein sonderbares Gelübde gethan; die unter-irdischen Seelengötter dadurch vielleicht zu begütigen. Eben bey diesem Teich wurde/ in folgenden Zeiten/ der Keyser Galba erwürgt/ und allda in seinem Blut/ gleichwie er war/ also ligend gelassen; bis ein gemeiner Soldat ungefehr/ im Vorbeygehen/ ihm den Kopf abgehauen; und weil solcher gantz kahl war/ daß er ihn anderst nicht aufheben kunte/ seinen Finger in dessen Mund steckte/ und den Kahlkopf dem Othoni, als welcher ihm in der Regirung gefolgt/ also hingebracht. Der Teich Curtii. Sueton. in Aug. c. 57. Id. in Galba cap. 20. Ferner so ist allhie noch zu besehen/ so viel von dem Tempel des Keysers Antonini Pii, auf dem Römischen Marck/ übergeblieben; woselbst noch heutiges Tages zehen schöne Pfeiler aufgerichtet stehen. So wurden auch vor etlichen Jahren andere gar grosse ausgegraben/ samt noch etlichen alten Marmelsteinen/ und andern Antiquitäten. Auf dem Vorgiebel stund diese Innschrifft: Tempel des Keysers Antonini Pii.D. ANTONINO ET D. FAUSTI- NAE EX SC. Nachdem aber derjenige Giebel/ durch irgend ein ungefähres Unglück zerfallen/ wurde von denen zerfallenen Werckstücken die Kirche S. Laurentii in Miranda erbauet. Es pflegten aber die Alten ihren abgestorbenen Königen und Keysern dergleichen Tempel zu erbauen/ und zu widmen; dieweil solche/ ihrer abgöttischen Meinung nach/ nunmehr in die Zahl der Götter versetzet/ und dannenhero nach ihrem Namen so genamte Priester/ (Sacerdotes Antoniniani) ihnen zugeordnet wurden: dergleichen Ehre Antoninus Pius auch seinem Vatter Adriano angethan hatte. Capitolin. in Anton. Solcher massen haben auch die Japaner/ viel Könige/ und andere vortreffliche/ tapfere Männer zu Göttern gemacht; die vormals ihrem Vatterland entweder durch herrliche Siege/ wider ihre Feinde/ oder durch kluge Beherrschung der Länder/ oder durch Erfindung nützlicher Künste/ viel Guts gethan: Weswegen sie endlich für Götter gehalten worden sind. Dergleichen war der gewesene Jäger/ Toranga, auf der Insel Corea, welcher acht Japanische Tyrannen erlegt hatte; item Deva und Han, beede Könige von Tangut: Also begehrte auch der Schmertzen-volle Keyser Taikosama , nach seinem Tod ein Kanus, das ist/ ein Ober-götz zu werden; und wegen seiner vormaligen Kriegs-thaten/ Xin Fachiman, das ist/ ein neuer Kriegs-götz zu heissen: Darum er auch/ noch in seinem Leben einen solchen Tempel erbauet/ welcher für einen von den allerköstlichsten im gantzen Reich gehalten wird. Japanische Götter und Tempel.In diesen Götter-stand wurden mit der Zeit Königs-kinder/ Könige und Keiser erhoben/ und Kanusi, genennet/ als welche durch grosse Thaten ihnen einen unsterblichen Namen zu wegen gebracht. Der Spanier/ Ludovicus Gusman, nennet sie Sennores de Japon, y muy sennalados en la guerra, das ist/ grosse Herren in Japan/ und vortreffliche Kriegs-helden/ von welchen sie insonderheit den Sieg wider ihre Feinde gebeten. Daß nun/ wolte ich sagen/ die Römischen Keyser/ nach deren Absterben/ auch also vergöttert worden/ ist aus der erst-besagten Innschrifft genugsam zu schliessen/ indem Antoninus genennet wird Divus; ingleichen dessen Gemahlinn Diva. Ath. Kircher. Part. 3. Chin. Illustr. c. 2. Wobey aber nothwendig zu erinnern/ daß der Tempel Antonini an und für sich selbst/ welcher nächst der Kirche S. Salvatoris, und vor der Kirche S. Mariae in Anquiro, zu Ende des Römischen Marcks gestanden/ von demjenigen Tempel gantz unterschieden/ welcher dem Antonino, und seiner Gemahlinn Faustinae, zugleich gewidmet gewest. Zween unterschiedene Tempel Antonini. Im übrigen ist sich so groß nicht darob zu verwundern/ daß der Rath zu Rom die beeden Faustinas, wiewol sie der Unzucht halber sehr verdächtig/ und in einem bösen Geschrey waren/ als Göttinnen/ mit Circensischen Schauspielen/ Tempeln/ Priestern und Bildern von Gold und Silber/ höchst beehret; da sie nemlich im dritten Jahre der Regirung ihres Herrn gestorben war: So war auch die andere Faustina , M. Antonini Philοsophi , Unehr wegen/ in einem so grossen Verdacht/ daß man auch ihren Sohn/ den Keyser Commodum selbst/ aus beflecktem Ehbette erzeuget zu seyn/ allerdings dafür gehalten. Der beeden Faustinen böses Gericht. Denn/ wie dem allen/ so ist es doch kein Wunder nicht/ indem auch die Römer öffentlichen Huren göttliche Ehre angethan/ dergleichen Aica Laurentia, Venus und Flora gewest: Dannoch aber wurde denselben/ nach ihrem Tod/ in den grössten und vornehmsten Städten geopfert/ und ihr Gedächtnus jährlich gefeyret; damit alles fruchtbar werden/ und die Erde ihr Gewächs geben möchte: Gleichwie Arnobius den Heiden solchen Huren werden/ als Göttinnen/ geehret.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Sandrart.net: Bereitstellung der Texttranskription in XML/TEI. (2013-05-21T09:54:31Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme aus sandrart.net entsprechen muss.
Sandrart.net: Bereitstellung der Bilddigitalisate. (2013-05-21T09:54:31Z)
Frederike Neuber: Konvertierung nach XML/TEI gemäß DTA-Basisformat. (2013-05-21T09:54:31Z)

Weitere Informationen:

Anmerkungen zur Transkription:

  • Der Zeilenfall wurde nicht übernommen.
  • Bei Worttrennungen am Spalten- oder Seitenumbruch, steht das gesamte Wort auf der vorhergehenden Spalte bzw. Seite.
  • Langes s (ſ) wird als rundes s (s) wiedergegeben.
  • Übergeschriebenes „e“ über „a“, „o“ und „u“ wird als „ä“, „ö“, „ü“ transkribiert.
  • Rundes r (ꝛ) wird als normales r (r) wiedergegeben bzw. in der Kombination ꝛc. als et (etc.) aufgelöst.
  • Die Majuskel J im Frakturdruck wird in der Transkription je nach Lautwert als I bzw. J wiedergegeben.
  • Kolumnentitel, Bogensignaturen und Kustoden werden nicht erfasst.



Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/sandrart_academie0201_1679
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/sandrart_academie0201_1679/263
Zitationshilfe: Sandrart, Joachim von: L’Academia Todesca. della Architectura, Scultura & Pittura: Oder Teutsche Academie der Edlen Bau- Bild- und Mahlerey-Künste. Bd. 2,1. Nürnberg, 1679, S. [I (Architektur), S. 66]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/sandrart_academie0201_1679/263>, abgerufen am 12.08.2020.