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Savigny, Friedrich Carl von: System des heutigen Römischen Rechts. Bd. 5. Berlin, 1841.

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Beylage XIV.
halten darf (§ 3: si minus, cessare), so darf er es selbst
noch einklagen, wenn es ihm nicht bezahlt, sondern nur
durch Stipulation versprochen war (i).

XXVII.

Einige andere Stellen des Gajus scheinen für die Con-
diction nur die Intentio mit dare oportere (ohne facere)
anzugeben, und die scheinbare Differenz derselben von der
oben angegebenen Stelle (Num. XXV.) bedarf einer Er-
klärung und Rechtfertigung.

Gajus IV. § 18. (a)
Nunc vero non proprie(b)condictionem dicimus
actionem in personam, qua intendimus, dari nobis
(c)
oportere: nulla enim hoc tempore eo nomine denun-
tiatio fit.

Gajus wollte die neuen Condictionen mit den alten
Legis actiones vergleichen, die diesen Namen führten; da
nun diese nur auf dare giengen (d), so konnte er natürlich

(i) Auch hier muß ergänzend
hinzu gedacht werden: nisi poeni-
teat
(Note g.). -- Die hier ver-
suchte Erklärung hat im Wesent-
lichen schon Chesius jurispr. Rom.
et Att. II. p.
786. Andere Er-
klärungen werden angeführt bey
Glück B. 13 S. 41, Schulting
notae ad Digesta III. p.
74. Eine
neue Erklärung versucht Pfordten
Abhandlungen S. 278.
(a) Er hatte vorher von der
alten Legis actio per condictio-
nem
gesprochen, und dabey be-
merkt, condicere heiße eigentlich
so viel als denuntiare, und bey
der alten condictio sey eine de-
nuntiatio
auf 30 Tage üblich ge-
wesen. Die hier im Text abge-
druckte Stelle steht auch, mit ge-
ringen Abweichungen, in dem § 15
J. de act. (4. 6.).
(b) Inst. abusive.
(c) Inst. actor intendit, dari
sibi oportere
(weil der Kaiser
nicht seine eigene Person in die
Erklärung einflechten wollte).
(d) Gajus IV. § 19.

Beylage XIV.
halten darf (§ 3: si minus, cessare), ſo darf er es ſelbſt
noch einklagen, wenn es ihm nicht bezahlt, ſondern nur
durch Stipulation verſprochen war (i).

XXVII.

Einige andere Stellen des Gajus ſcheinen für die Con-
diction nur die Intentio mit dare oportere (ohne facere)
anzugeben, und die ſcheinbare Differenz derſelben von der
oben angegebenen Stelle (Num. XXV.) bedarf einer Er-
klärung und Rechtfertigung.

Gajus IV. § 18. (a)
Nunc vero non proprie(b)condictionem dicimus
actionem in personam, qua intendimus, dari nobis
(c)
oportere: nulla enim hoc tempore eo nomine denun-
tiatio fit.

Gajus wollte die neuen Condictionen mit den alten
Legis actiones vergleichen, die dieſen Namen führten; da
nun dieſe nur auf dare giengen (d), ſo konnte er natürlich

(i) Auch hier muß ergänzend
hinzu gedacht werden: nisi poeni-
teat
(Note g.). — Die hier ver-
ſuchte Erklärung hat im Weſent-
lichen ſchon Chesius jurispr. Rom.
et Att. II. p.
786. Andere Er-
klärungen werden angeführt bey
Glück B. 13 S. 41, Schulting
notae ad Digesta III. p.
74. Eine
neue Erklärung verſucht Pfordten
Abhandlungen S. 278.
(a) Er hatte vorher von der
alten Legis actio per condictio-
nem
geſprochen, und dabey be-
merkt, condicere heiße eigentlich
ſo viel als denuntiare, und bey
der alten condictio ſey eine de-
nuntiatio
auf 30 Tage üblich ge-
weſen. Die hier im Text abge-
druckte Stelle ſteht auch, mit ge-
ringen Abweichungen, in dem § 15
J. de act. (4. 6.).
(b) Inst. abusive.
(c) Inst. actor intendit, dari
sibi oportere
(weil der Kaiſer
nicht ſeine eigene Perſon in die
Erklärung einflechten wollte).
(d) Gajus IV. § 19.
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[596/0610] Beylage XIV. halten darf (§ 3: si minus, cessare), ſo darf er es ſelbſt noch einklagen, wenn es ihm nicht bezahlt, ſondern nur durch Stipulation verſprochen war (i). XXVII. Einige andere Stellen des Gajus ſcheinen für die Con- diction nur die Intentio mit dare oportere (ohne facere) anzugeben, und die ſcheinbare Differenz derſelben von der oben angegebenen Stelle (Num. XXV.) bedarf einer Er- klärung und Rechtfertigung. Gajus IV. § 18. (a) Nunc vero non proprie (b)condictionem dicimus actionem in personam, qua intendimus, dari nobis (c) oportere: nulla enim hoc tempore eo nomine denun- tiatio fit. Gajus wollte die neuen Condictionen mit den alten Legis actiones vergleichen, die dieſen Namen führten; da nun dieſe nur auf dare giengen (d), ſo konnte er natürlich (i) Auch hier muß ergänzend hinzu gedacht werden: nisi poeni- teat (Note g.). — Die hier ver- ſuchte Erklärung hat im Weſent- lichen ſchon Chesius jurispr. Rom. et Att. II. p. 786. Andere Er- klärungen werden angeführt bey Glück B. 13 S. 41, Schulting notae ad Digesta III. p. 74. Eine neue Erklärung verſucht Pfordten Abhandlungen S. 278. (a) Er hatte vorher von der alten Legis actio per condictio- nem geſprochen, und dabey be- merkt, condicere heiße eigentlich ſo viel als denuntiare, und bey der alten condictio ſey eine de- nuntiatio auf 30 Tage üblich ge- weſen. Die hier im Text abge- druckte Stelle ſteht auch, mit ge- ringen Abweichungen, in dem § 15 J. de act. (4. 6.). (b) Inst. abusive. (c) Inst. actor intendit, dari sibi oportere (weil der Kaiſer nicht ſeine eigene Perſon in die Erklärung einflechten wollte). (d) Gajus IV. § 19.

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Zitationshilfe: Savigny, Friedrich Carl von: System des heutigen Römischen Rechts. Bd. 5. Berlin, 1841, S. 596. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/savigny_system05_1841/610>, abgerufen am 21.08.2019.